Graupensuppe ist eine deftige, wärmende Suppe aus Perlgraupen, Rindfleisch und buntem Suppengemüse. Das Rezept stammt aus der deutschen Hausmannskost und gilt als besonders sättigend und günstig. Die Suppe schmeckt wie bei Oma – herzhaft, ehrlich und voller Aroma.

Zutaten für Graupensuppe

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Rindfleisch400 gSuppenfleisch, z.B. Rinderwade oder -brust
Perlgraupen200 g
Karotten2 Stück
Lauch1 Stange
Knollensellerie150 g
Kartoffeln300 gca. 2 mittelgroße
Zwiebel1 Stück
Butter2 EL
Rinderbrühe1.5 loder Gemüsebrühe
Lorbeerblatt1 Stück
Petersilie5 Stielefrisch
Majoran1 TLgetrocknet
Salz und Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Graupen einweichen: Perlgraupen in eine Schüssel geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken. 30 Minuten einweichen lassen. Das Einweichen verkürzt die Kochzeit und macht die Graupen bekömmlicher – dieser Schritt lohnt sich.
  2. Fleisch und Zwiebel vorbereiten: Rindfleisch kalt abwaschen, trocken tupfen und in mundgerechte Würfel (ca. 2 cm) schneiden. Zwiebel schälen und fein würfeln.
  3. Anbraten: Butter in einem großen Suppentopf bei mittlerer bis hoher Hitze schmelzen. Zwiebelwürfel darin 2–3 Minuten glasig anschwitzen. Rindfleischwürfel zugeben und von allen Seiten kräftig anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Das Anbraten gibt der Suppe mehr Tiefe.
  4. Graupen köcheln: Rinderbrühe angießen und aufkochen lassen. Lorbeerblatt hinzufügen. Perlgraupen abgießen, kurz abspülen und in die Suppe einrühren. Bei mittlerer Hitze 20 Minuten ohne Deckel köcheln lassen.
  5. Gemüse einlegen: Karotten und Sellerie schälen und in gleichmäßige Würfel (ca. 1,5 cm) schneiden. Lauch längs halbieren, gründlich waschen und in Ringe schneiden. Alles in die Suppe geben und weitere 20 Minuten köcheln lassen.
  6. Kartoffeln garen: Kartoffeln schälen, würfeln und in die Suppe geben. Bei mittlerer Hitze 15–20 Minuten garen, bis Kartoffeln und Fleisch weich sind. Die Suppe bindet sich durch die Stärke der Graupen von selbst – wer sie dicker mag, lässt den Deckel weg.
  7. Würzen und servieren: Lorbeerblatt entfernen. Suppe mit Salz, Pfeffer und Majoran kräftig abschmecken. Petersilie waschen, fein hacken und einrühren. Heiß servieren – die Graupensuppe schmeckt am nächsten Tag noch intensiver.

Variationen

Graupensuppe lässt sich wunderbar abwandeln. Vegetarische Graupensuppe gelingt genauso gut: einfach das Rindfleisch weglassen, Gemüsebrühe verwenden und die Gemüsemenge leicht erhöhen. Wer eine rauchige Note mag, nimmt statt Rindfleisch gewürfeltes Kassler – es muss nicht separat angebraten werden, sondern kommt direkt in die Brühe.

Eine alpine Variante ist die Tiroler Gerstlsuppe: Hier wird geräucherter Bauchspeck angebraten, und am Ende rührt man einen Löffel Crème fraîche ein. Das macht die Suppe cremiger und etwas milder. Für noch mehr Fleischaroma eignet sich auch eine Kombination aus Rinderknochen und Suppenfleisch – dann wird die Brühe besonders kräftig.

Wer Suppen liebt, findet auf rezept.biz weitere herzhafte Rezepte: die Rindfleischsuppe mit klarer Brühe oder der deftige Erbseneintopf sind ähnlich sättigende Wintergerichte.

Was sind Graupen?

Graupen sind geschälte und polierte Gerstenkörner. Bei der Herstellung wird die äußere Schale der Gerste in sogenannten Schälmühlen entfernt und die Körner anschließend rundgeschliffen. Dadurch erhalten sie ihre charakteristische, leicht ovale Form und eine glatte Oberfläche.

Perlgraupen sind die feinste Variante: Sie werden besonders gründlich poliert und haben eine sehr gleichmäßige, runde Form. Im Handel sind außerdem mittelgroße und grobe Graupen erhältlich – für Suppen empfehlen sich mittelgroße oder feine Perlgraupen, da sie besser aufquellen und die Suppe angenehm sämig binden.

Beim Kochen quellen Graupen auf das Doppelte bis Dreifache ihres Volumens auf. Daher immer ausreichend Flüssigkeit verwenden, und die Suppe nicht zu lange bei voller Hitze kochen – sie kann sonst zu dick werden. Im Kühlschrank zieht die Suppe über Nacht nach und wird dicker; beim Aufwärmen einfach etwas Brühe oder Wasser angießen.

Geschichte der Graupensuppe

Graupensuppe hat eine Jahrtausende alte Geschichte. Gerste war in Europa lange günstiger und robuster als Weizen und damit das Grundnahrungsmittel ärmerer Bevölkerungsschichten. Im Mittelalter kochten Bauern und Handwerker Graupen zu Brei oder Suppe – einfach, sättigend, nahrhaft.

In der Seefahrt spielten Graupen eine besondere Rolle: Bis ins 19. Jahrhundert gehörten Gerstenvorräte zur Standardverpflegung auf Segelschiffen. Hamburger Schifffahrtsvorschriften von 1854 schrieben Matrosen täglich drei Viertel Pfund Gerste vor. Das erklärt, warum deftige Graupensuppen in Küstenstädten besonders tief verwurzelt sind.

In Österreich und Bayern heißt die Suppe traditionell „Gerstlsuppe“ oder „Gerstensuppe“ und wird gerne mit Speck verfeinert. In der DDR war die Graupensuppe ein fester Bestandteil der Kantinenkost – preiswert, sättigend und von vielen Menschen bis heute mit Kindheitserinnerungen verbunden. Heute erlebt sie als bodenständiges Wintergericht eine verdiente Renaissance.


Was sind Graupen eigentlich?

Graupen sind geschälte und polierte Gerstenkörner. Die äußere Schale wird in Schälmühlen entfernt, danach werden die Körner rundgeschliffen. Perlgraupen sind die feinste Variante – besonders gleichmäßig poliert und ideal für Suppen. Beim Kochen quellen Graupen stark auf und binden die Suppe auf natürliche Weise.

Was für Fleisch kommt in Graupensuppe?

Traditionell wird Rindersuppenfleisch verwendet – zum Beispiel Rinderwade, Rinderbrust oder Querrippe. Diese Stücke sind durchwachsen und werden beim langen Kochen besonders zart und aromatisch. Alternativ eignen sich Kassler, geräucherter Bauchspeck oder Schweinebauch. Wer kein Fleisch möchte, lässt es einfach weg und kocht mit Gemüsebrühe.

Ist Graupensuppe gesund?

Ja, Graupensuppe ist eine nährstoffreiche Mahlzeit. Perlgraupen liefern komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Eiweiß sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Eisen. Das Gemüse bringt Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Im Vergleich zu Nudelsuppen ist die Graupensuppe sättigender und hat einen niedrigeren glykämischen Index.

Ist Graupensuppe blähend?

Graupen enthalten Ballaststoffe, die bei empfindlichen Personen Blähungen verursachen können. Wer darauf reagiert, sollte die Graupen vor dem Kochen mindestens 30 Minuten einweichen und das Einweichwasser wegschütten. Das reduziert schwer verdauliche Zuckerstoffe. Außerdem hilft es, die Suppe langsam zu essen und nicht zu große Portionen auf einmal zu verzehren.

Kann man Graupensuppe einfrieren?

Ja, Graupensuppe lässt sich gut einfrieren. Dabei ist zu beachten: Die Graupen quellen im Kühlschrank und Gefrierfach weiter nach und nehmen Flüssigkeit auf. Beim Einfrieren etwas weniger Brühe verwenden oder beim Auftauen Brühe nachgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Haltbar ist die eingefrorene Suppe ca. 2–3 Monate.

Wie lange ist Graupensuppe im Kühlschrank haltbar?

Im Kühlschrank hält sich die fertige Graupensuppe 3–4 Tage. Sie schmeckt am nächsten Tag oft noch besser, weil die Aromen durchziehen. Vor dem Servieren gut durcherhitzen und bei Bedarf etwas Brühe oder Wasser zugeben, da die Suppe durch die Graupen beim Abkühlen dicker wird.

Muss man Graupen vor dem Kochen einweichen?

Einweichen ist nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert. 30 Minuten in kaltem Wasser verkürzen die Kochzeit um etwa 10–15 Minuten und machen die Graupen bekömmlicher. Wer es eilig hat, kann die Graupen auch direkt in die kochende Brühe geben – dann einfach etwas mehr Kochzeit einplanen und regelmäßig rühren.