Der El Presidente ist ein gerührter Rum-Cocktail aus Kuba, der in den 1920er Jahren in Havannas besten Bars entstanden ist. Weißer Rum trifft auf Blanc Vermouth, Cointreau und einen Spritzer Grenadine – das Ergebnis ist ein eleganter, leicht süßlicher Drink mit rötlichem Schimmer. Im gekühlten Cocktailglas pur serviert, gehört er zu den großen Rum-Drinks des frühen 20. Jahrhunderts.
Zutaten für den El Presidente Cocktail
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| weißer Rum | 5 cl | kubanischer Rum, z. B. Havana Club 3 Jahre |
| Blanc Vermouth | 2 cl | z. B. Dolin Blanc oder Mancino Bianco – kein Dry Vermouth |
| Cointreau | 1 cl | oder anderer Orangenlikör |
| Grenadine | 0.5 TL | am besten aus echtem Granatapfel |
| Eiswürfel | für das Rührglas, nicht für das Glas | |
| Orangenzeste | 1 Stück | zum Garnieren |
Zubereitung
- Glas kühlen: Ein Cocktailglas (Martiniglas oder Coupé-Glas) vorab in den Kühlschrank stellen oder mit Eiswasser füllen. Ein kaltes Glas hält den Drink länger angenehm temperiert.
- Zutaten ins Rührglas geben: Weißen Rum, Blanc Vermouth, Cointreau und Grenadine in ein Rührglas geben.
- Mit Eis rühren: Großzügig Eiswürfel ins Rührglas geben und mit einem Barlöffel gleichmäßig etwa 20–25 Sekunden rühren. Das Eis kühlt den Cocktail und verdünnt ihn auf das ideale Maß – lang genug für die richtige Kühlung, kurz genug um ihn nicht zu verwässern.
- Abseihen: Das Eiswasser aus dem Cocktailglas ausgießen. Den Drink durch einen Abseiher in das gekühlte Glas abseihen, sodass keine Eissplitter ins Glas gelangen.
- Garnieren und servieren: Eine frische Orangenzeste über dem Glas ausdrücken: Zeste zwischen den Fingern halten, mit der Schale nach unten über dem Drink umknicken – so sprühen die aromatischen Öle direkt in den Cocktail. Zeste am Glasrand befestigen und sofort servieren.
Variationen des El Presidente
Der El Presidente lässt sich auf verschiedene Wege abwandeln, ohne seinen Charakter zu verlieren.
Dry Vermouth statt Blanc Vermouth: Viele Bars greifen auf trockenen Wermut zurück, weil Blanc Vermouth schwerer zu finden ist. Das Ergebnis schmeckt herber und weniger fruchtig – es ist die häufiger servierte, aber nicht die ursprüngliche Variante des Drinks.
Mit Maraschino-Likör: Manche Rezepte ersetzen den Cointreau durch einen Spritzer Maraschino – einen hellen Kirschenlikör aus Dalmatien. Das gibt dem Drink eine leicht nussige, blumige Note und erinnert an andere Drinks der Golden Age of Cocktails.
Aged Rum statt weißem Rum: Wer es kräftiger mag, nimmt einen drei bis fünf Jahre gereiften Rum. Die Holzaromen verbinden sich wunderbar mit dem Vermouth und geben dem Cocktail mehr Tiefe. Ein kubanischer Rum mittleren Alters ist ideal – ähnlich wie beim Manhattan, bei dem ebenfalls ein gereifterer Destillierungsgrad empfohlen wird.
Doppelter Orangeneinfluss: Wer Orangenaromen besonders liebt, garniert den Drink zusätzlich mit einer Maraschino-Kirsche und drückt die Orangenzeste besonders kräftig aus. So haben viele Bars in Havanna den Drink in den 1940er Jahren serviert.
Gerührt, nicht geschüttelt – warum das einen Unterschied macht
Beim El Presidente gilt: rühren, nicht schütteln. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber entscheidend für Textur und Optik des Drinks. Beim Schütteln entstehen Luftblasen, die Flüssigkeit wird trüb und schaumig – das passt hervorragend zu Sour-Drinks, verfälscht aber einen eleganten Stirred Cocktail wie diesen.
Beim sanften Rühren bleibt der Cocktail glasklar und seidig. Die Zutaten verbinden sich ohne überschüssige Luft – das Ergebnis ist ein glatter Drink mit perfektem Mundgefühl. Ähnlich arbeitet man beim Manhattan: auch hier gilt rühren als Pflicht.
Wichtig ist außerdem die Eisqualität: Je klarer und kompakter die Würfel, desto langsamer schmelzen sie und desto besser bleibt das Gleichgewicht des Drinks erhalten. Wer Zugang zu großen, klaren Eiswürfeln hat, sollte diese bevorzugen.
Die Geschichte des El Presidente
Kuba, Anfang der 1920er Jahre: Während in den USA die Prohibition herrschte und Alkohol verboten war, blieben in Havanna die Bars geöffnet. Amerikanische Touristen und wohlhabende Kubaner trafen sich in den eleganten Etablissements der Stadt, und Bartender wurden zu gefeierten Künstlern.
In dieser Zeit entstand der El Presidente. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer kubanischen Zeitung aus dem Jahr 1919. Zwei Namen tauchen in verschiedenen Quellen als mögliche Erfinder auf: Eddie Woelke, ein amerikanischer Bartender, der ab 1920 im Jockey Club in Havanna arbeitete, sowie Constantino Ribalaigua Vert, der legendäre Besitzer des Floridita.
Für wen der Cocktail genau kreiert wurde, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Namenspate war entweder Präsident Mario García Menocal (1913–1921) oder sein Nachfolger Gerardo Machado (1925–1933), dem Eddie Woelke den Drink gewidmet haben soll. Sicher ist: Der El Presidente war von Anfang an ein Getränk für die Oberschicht – serviert in den besten Bars Havannas, gereicht im eleganten Cocktailglas.
Besonders interessant ist die Vermouth-Frage: Die historischen Rezepte fordern Blanc Vermouth im Stil von Chambéry – einen süßlich-milden Wermut. Da dieser in vielen Bars schwer zu finden ist, wird der El Presidente heute oft unbewusst mit trockenem Vermouth serviert – und damit vom Original entfernt.
Welcher Rum für den El Presidente?
Die Wahl des Rums beeinflusst den Drink spürbar. Das Original wurde mit kubanischem weißem Rum gemacht – fruchtig, leicht und ohne schwere Holzaromen. Drei gute Optionen:
Havana Club Añejo 3 Años ist der Referenz-Rum für viele El Presidente Rezepte. Frisch, leicht und mit zartem Karamell passt er perfekt zur Eleganz des Drinks.
Botucal Planas ist ein heller kubanischer Rum mit etwas mehr Substanz. Er gibt dem Drink Körper, ohne den Vermouth zu überdecken.
Plantation 3 Stars ist eine gute Blended-Alternative aus der Karibik – sinnvoll, wenn kein kubanischer Rum zur Hand ist.
Vorsicht bei zu süßen oder stark aromatisierten Rums: Der El Presidente lebt vom Gleichgewicht zwischen Rum, Vermouth und der subtilen Süße aus Grenadine und Cointreau. Ein dominanter Rum bringt dieses Gleichgewicht aus dem Lot. Wer die Grenadine gerne selbst herstellt, findet auf rezept.biz eine Anleitung für Grenadine selber machen – mit echtem Granatapfelsaft statt künstlichem Aroma.
Was ist ein El Presidente Cocktail?
Der El Presidente ist ein gerührter Rum-Cocktail aus Kuba, der in den 1920er Jahren in Havanna entstand. Er besteht aus weißem Rum, Blanc Vermouth, Cointreau und einem Spritzer Grenadine und wird pur ohne Eis im Cocktailglas serviert. Typisch ist die leicht rötliche Farbe, die von der Grenadine stammt.
Wie schmeckt ein El Presidente Cocktail?
Der El Presidente schmeckt weich, leicht süßlich und aromatisch – mit deutlichen Rumaromen, einer feinen Orangennote vom Cointreau und der milden Kräuterwürze des Blanc Vermouth. Die Grenadine gibt eine zarte Süße und die charakteristische Farbe. Insgesamt ist es ein eleganter, ausgewogener Drink ohne scharfe Kanten – runder und weniger herb als ein Manhattan.
In was für einem Glas wird ein El Presidente Cocktail serviert?
Der El Presidente wird in einem gekühlten Cocktailglas serviert – entweder im V-förmigen Martiniglas oder im runden Coupé-Glas. Beide halten den Drink ohne Eis und bleiben durch das dünne Glas angenehm kalt. Das Glas sollte vor dem Servieren immer kurz gekühlt werden.
Wo stammt der El Presidente Cocktail her?
Der El Presidente stammt aus Kuba – genauer aus Havanna, wo er in den frühen 1920er Jahren in den besten Bars der Stadt entstand. Die erste dokumentierte Erwähnung findet sich in einer kubanischen Zeitung aus dem Jahr 1919. Er ist eng mit der Blütezeit der kubanischen Cocktailkultur während der US-amerikanischen Prohibition verbunden.
Wann wurde der El Presidente Cocktail erfunden?
Die genaue Entstehungszeit ist umstritten. Die früheste dokumentierte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1919. Bartender Eddie Woelke wird häufig als Erfinder genannt und soll das Getränk ab 1920 im Jockey Club in Havanna serviert haben. Einige Quellen datieren die Entstehung bereits auf 1915.
Wer hat den El Presidente Cocktail erfunden?
Die Urheberschaft ist nicht eindeutig geklärt. Am häufigsten wird Eddie Woelke genannt, ein amerikanischer Bartender, der ab 1920 im Jockey Club in Havanna arbeitete und das Getränk Präsident Gerardo Machado widmete. Andere Quellen nennen Constantino Ribalaigua Vert, den Besitzer des legendären Floridita in Havanna.
Warum wird der El Presidente gerührt und nicht geschüttelt?
Der El Presidente enthält keine Zitrusfrüchte, Sahne oder Eiweiß – Zutaten, die ein Schütteln erfordern würden. Beim Rühren bleibt der Cocktail glasklar und seidig, bekommt die richtige Kühlung und Verdünnung ohne trübe Luftblasen. Schütteln würde Schaum erzeugen und Textur sowie Optik des Drinks verändern.