Sangria ist Spaniens bekanntester Sommerdrink – ein fruchtiger Mix aus Rotwein, Brandy, frischen Früchten und einem Hauch Zimt. Das Rezept ist denkbar einfach: Zutaten zusammenstellen, mindestens zwei Stunden ziehen lassen und eiskalt servieren. Mit diesem Rezept gelingt Sangria wie auf Mallorca – für die nächste Grillparty, einen lauen Sommerabend oder einfach weil Sommer ist.

Zutaten für Sangria

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Rotwein750 mlspanisch, z.B. Rioja oder Tempranillo
Brandy5 cloder Weinbrand
brauner Zucker3 ELoder nach Geschmack
Orange1 Stückbio, in Scheiben
Zitrone1 Stückbio, in Scheiben
Apfel1 Stückentkernt, gewürfelt
Pfirsich1 Stückentkernt, gewürfelt
Zimtstange1 Stück
Zitronenlimonade200 mloder Zitronen-Sprudel, kalt
Eiswürfelzum Servieren
frische Minzeoptional, als Deko

Zubereitung

  1. Früchte vorbereiten: Orange und Zitrone unter warmem Wasser gründlich waschen und in dünne Scheiben schneiden – die Schale bleibt dran, sie gibt dem Getränk wichtige Aromen. Den Apfel waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Den Pfirsich waschen, den Kern entfernen und ebenfalls würfeln.
  2. Früchte und Zucker in die Karaffe: Alle Früchte in eine große Glaskaraffe oder einen Glaskrug geben. Den braunen Zucker darüberstreuen und mit einem langen Löffel sanft umrühren, bis der Zucker beginnt, sich aufzulösen und etwas Fruchtsaft aus den Scheiben tritt.
  3. Wein, Brandy und Zimt hinzufügen: Den Rotwein über die Früchte gießen. Den Brandy hinzufügen und die Zimtstange einlegen. Noch einmal sanft durchrühren – nicht schütteln, nur umrühren.
  4. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen: Die Karaffe mit einem Deckel oder Frischhaltefolie abdecken und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Noch besser: über Nacht stehen lassen. Dann entfalten Früchte, Wein und Gewürze ihr volles, harmonisches Aroma.
  5. Limonade hinzufügen und servieren: Kurz vor dem Servieren die kalte Zitronenlimonade oder den Zitronen-Sprudel hinzufügen – niemals früher, sonst verliert sie ihre Spritzigkeit. Auf reichlich Eiswürfeln in großen Weingläsern oder Longdrink-Gläsern servieren und nach Wunsch mit einem Zweig frischer Minze garnieren.

Der richtige Wein für Sangria

Die Wahl des Weins entscheidet maßgeblich über das Ergebnis. Hier gilt eine einfache Faustregel: weder den teuersten noch den billigsten Wein verwenden. Ein günstiger Supermarkt-Wein unter 4 Euro schmeckt dünn und sauer, ein teurer Wein verliert in der Mixtur seinen Charakter. Das ideale Preisniveau liegt bei 6 bis 12 Euro.

Traditionell wird in Spanien ein junger, fruchtbetonter Rotwein verwendet. Folgende Rebsorten und Regionen eignen sich besonders:

Tempranillo (Rioja) ist die spanischste Wahl überhaupt. Der Wein bringt Aromen von Kirsche, Pflaume und einem Hauch Vanille mit – eine ideale Basis. Ein junger Rioja Joven ohne lange Eichenfass-Reifung ist besonders geeignet, weil er mehr Frucht als Holz zeigt.

Garnacha aus Aragonien oder Navarra ist eine hervorragende Alternative. Garnacha ist von Natur aus fruchtig, samtig und leicht – was der Sangria eine leichtfüßige, zugängliche Note gibt. Garnacha wird in Deutschland unterschätzt, ist aber für diesen Zweck schwer zu übertreffen.

Monastrell aus der Levante liefert mehr Körper und dunkle Beerenfrucht. Wer eine kräftigere, vollmundigere Sangria bevorzugt, ist hier richtig.

Was zu vermeiden ist: Sehr tanninreiche, trockene Weine wie ein schwerer Cabernet Sauvignon können die Sangria bitter und adstringierend machen. Sehr süße Dessertweine dagegen machen sie klebrig und schwer. Beide Extreme stören die Balance aus Frucht, Säure und Süße, die eine gute Sangria auszeichnet.

Variationen

Das Grundrezept lässt sich vielfältig abwandeln. Hier die beliebtesten Variationen – von der weißen Variante bis zur alkoholfreien Version:

Sangria Blanca – die weiße Variante

Statt Rotwein kommt ein trockener bis halbtrockener Weißwein ins Glas, zum Beispiel ein spanischer Verdejo, Albariño oder Rueda. Die Fruchtkomponente wechselt zu helleren Früchten: Pfirsich, Aprikose, helle Weintrauben, Limette und frische Minze. Ein Schuss Cointreau oder Triple Sec rundet die weiße Sangria ab. Diese Variante wirkt leichter und frischer – perfekt für heiße Sommertage.

Sangria de Cava – die sprudelnde Variante

Eine Tradition aus Katalonien: Statt Limonade kommt spanischer Cava (Schaumwein) ans Ende der Zubereitung – oder der Cava ersetzt einen Teil des Rotweins. Das ergibt eine elegante, sprudelnde Variante, die besonders gut zu Tapas passt. Wer keinen Cava zur Hand hat, nimmt trockenen Sekt.

Sangria mit Beeren

Im Sommer bieten sich Erdbeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren als Fruchtkomponente an. Die roten Beeren intensivieren die Farbe und sorgen für eine fruchtige Frische. Einfach den Apfel durch 150 g gemischte Beeren ersetzen.

Sangria de Sidra – die asturische Variante

In der nordspanischen Region Asturien wird traditionell kein Wein, sondern Apfelwein (Sidra) verwendet. Das ergibt ein deutlich leichteres Getränk mit einer ganz eigenen Fruchtigkeit. Diese Variante ist in Deutschland kaum bekannt – aber einen Versuch wert.

Alkoholfreie Sangria

Für eine Version ohne Alkohol einfach den Rotwein durch dunklen Traubensaft und den Brandy durch Apfelsaft oder Hibiskustee ersetzen. Früchte, Zimtstange und Limonade bleiben gleich. Das Ergebnis ist weniger komplex als das Original, aber erfrischend und für alle geeignet.

Wer andere spanische Sommerdrinks ausprobieren möchte: Unser Aperol Spritz Rezept ist ebenso schnell gemacht, und der Hugo überzeugt mit Holunderblüte und Minze.

Wie lange muss Sangria ziehen?

Die Ziehzeit ist der Schritt, den viele unterschätzen – und der den größten Unterschied macht. Mindestens 2 Stunden sollte die Sangria im Kühlschrank stehen, bevor sie serviert wird.

Was passiert während dieser Zeit? Die Früchte geben ihre ätherischen Öle und Aromen an den Wein ab. Der Zucker verbindet sich mit dem Fruchtsaft. Die Zimtstange gibt subtile Wärme und Tiefe. Das Ergebnis ist ein harmonischer, runder Geschmack, der weit über die Summe der einzelnen Zutaten hinausgeht.

Noch besser ist eine Overnight-Sangria: über Nacht ziehen lassen, am nächsten Tag servieren. Viele Barkeeper in Spanien bereiten ihre Sangria tatsächlich am Vortag zu. Nach 8 bis 12 Stunden sind die Aromen vollständig integriert – der Wein schmeckt weicher, die Frucht ist präsenter, die Zimtnote verbindet alles.

Wichtig: Die Limonade oder der Sprudel wird immer erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt – sonst verliert er seine Kohlensäure während der Ziehzeit.

Lagerung und Haltbarkeit

Fertig angesetzte Sangria (ohne Limonade) hält sich im Kühlschrank, gut abgedeckt, 2 bis 3 Tage. Die Früchte geben dabei kontinuierlich Aroma ab – nach 48 Stunden ist die Sangria oft noch besser als frisch angesetzt.

Wurde die Sangria bereits mit Limonade oder Sekt aufgefüllt, sollte sie am selben Tag getrunken werden – die Kohlensäure ist nach wenigen Stunden weitgehend entflogen.

Tipp für Partys: Sangria lässt sich hervorragend im Voraus vorbereiten. Den Weinansatz ohne Limonade bis zu 2 Tage vorher ansetzen, im Kühlschrank lagern. Die Limonade erst kurz vor dem Servieren dazugeben. So spart man Aufwand, und die Sangria ist zum Trinkzeitpunkt optimal.

Einfrieren ist technisch möglich, verändert aber die Konsistenz der Früchte erheblich – nach dem Auftauen werden die Fruchtstücke matschig und unansehnlich. Empfohlen wird es nicht.

Die Geschichte der Sangria

Der Name Sangria kommt vom spanischen Wort sangre – Blut. Ein drastischer Name für ein erfrischendes Getränk, der sich schlicht auf die tiefe Rotfärbung eines guten Rotweins bezieht.

Die Wurzeln reichen weit zurück. Im mittelalterlichen Königreich León, im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, entstand eine Vorläuferversion: eine Mischung aus Wein, Orangen, Zitronen, Zucker und Gewürzen. In der damaligen Zeit war Wasser unsicher zu trinken – Wein mit Früchten zu mischen war eine praktische Methode, das Getränk zu aromatisieren und zu verdünnen.

Um das Jahr 1850 verbreitete sich das Getränk im ganzen Land. Der internationale Durchbruch kam 1964: Bei der Weltausstellung in New York wurde Sangria als das Getränk Spaniens präsentiert. Die Begeisterung in den USA war groß – und von dort aus verbreitete sich Sangria in die ganze Welt.

Eine historische Kuriosität: Ein Wörterbuch von 1788 bezeichnete ein ähnliches Getränk als Erfindung der englischen Kolonisten in Amerika – ein Hinweis darauf, dass Wein-Frucht-Mischungen unabhängig voneinander in verschiedenen Kulturen entstanden sind. Die genaue Herkunft lässt sich daher kaum auf ein Land oder eine Person festlegen.

Heute ist Sangria rechtlich geschützt: Nach EU-Verordnung 251/2014 darf nur Spanien und Portugal ein Getränk schlicht als Sangria vermarkten. Deutsche oder österreichische Hersteller müssen ihre Version entsprechend kennzeichnen. Ein Zeichen, wie ernst der Status dieses Getränks in Europa genommen wird.

Interessant auch: Die International Bartenders Association (IBA) führt Sangria nicht als offiziellen Cocktail – weil das Getränk kein standardisiertes Rezept hat und nicht von Bartendern erfunden wurde. Sangria ist ein Volksgetränk, organisch in spanischen Haushalten entstanden. Das macht es zu einem der wenigen Getränke, bei dem Abweichungen und Variationen ausdrücklich erwünscht sind.


Was ist alles in Sangria drin?

Eine klassische Sangria besteht aus Rotwein, Brandy, frischen Früchten (typischerweise Orange, Zitrone und Apfel), braunem Zucker, einer Zimtstange und Zitronenlimonade oder Zitronen-Sprudel. Manche Rezepte enthalten zusätzlich Pfirsich, Minze oder Beeren. Das Grundprinzip ist immer gleich: Wein als Basis, Früchte für Aroma, Süße für Balance, Sprudel für Frische am Ende.

Welcher Wein eignet sich für Sangria?

Am besten geeignet sind fruchtbetonte, junge spanische Rotweine aus Rebsorten wie Tempranillo (Rioja), Garnacha (Aragonien) oder Monastrell (Levante). Der Wein sollte zwischen 6 und 12 Euro kosten – teurer lohnt sich nicht, günstiger wird die Sangria dünn und sauer. Sehr tanninreiche Weine wie Cabernet Sauvignon sind weniger geeignet, da sie die Sangria bitter machen können.

Was ist Sangria in Spanien?

In Spanien ist Sangria ein typisches Sommergetränk, das vor allem in Bars, Restaurants und auf Festen serviert wird – in großen transparenten Karaffen mit Eis und Früchten. Interessanterweise trinken Einheimische Sangria seltener als Touristen; unter Spaniern gilt sie eher als Partygetränk für den Sommer. Rechtlich ist Sangria in der EU eine geschützte Bezeichnung, die nur Spanien und Portugal verwenden dürfen.

Wie schmeckt Sangria am besten?

Sangria schmeckt am besten, wenn sie mindestens 2 Stunden, besser über Nacht ziehen konnte. Eiskalt serviert, mit frisch hinzugefügter Limonade für Spritzigkeit und reichlich Früchten im Glas, schmeckt sie besonders erfrischend. Der Brandy sollte wahrnehmbar, aber nicht dominant sein. Ein guter Wein als Basis macht den größten Unterschied.

Wie lange muss Sangria im Kühlschrank ziehen?

Mindestens 2 Stunden, optimal sind 8 bis 12 Stunden (über Nacht). Je länger die Sangria zieht, desto mehr Aromen geben Früchte und Zimtstange an den Wein ab. Wichtig: Die Limonade oder den Sprudel immer erst kurz vor dem Servieren hinzufügen – sonst verliert er seine Kohlensäure während der Ziehzeit.

Wie lange ist Sangria haltbar?

Sangria ohne Limonade hält sich im Kühlschrank, gut abgedeckt, 2 bis 3 Tage. Nach 48 Stunden ist sie oft noch aromatischer als frisch angesetzt. Sangria, die bereits mit Limonade oder Sekt aufgefüllt wurde, sollte am selben Tag getrunken werden, da die Kohlensäure schnell entweicht.

Kann man Sangria ohne Alkohol machen?

Ja. Den Rotwein einfach durch dunklen Traubensaft und den Brandy durch Apfelsaft oder Hibiskustee ersetzen. Früchte, Zimtstange und Limonade bleiben gleich. Das Ergebnis ist weniger komplex als das Original, aber erfrischend und für alle geeignet – einschließlich Kinder und Schwangere.

Was kann ich statt Brandy nehmen?

Brandy lässt sich durch Cointreau oder Triple Sec ersetzen – das intensiviert die Zitrusnote. Auch Rum (weiß oder dunkel) funktioniert gut und gibt eine karibische Note. Wer weniger Alkohol möchte, kann den Brandy weglassen – dann die Zuckermenge leicht anpassen, da Brandy auch Süße mitbringt.

Wie schmeckt ein Sangria-Cocktail?

Sangria schmeckt fruchtig, leicht süß und kühlend. Die Rotwein-Basis bringt eine leichte Herbheit, die durch Zucker und Früchte ausgeglichen wird. Der Brandy gibt Tiefe und etwas Wärme, die Zimtstange eine subtile Würze. Insgesamt ist Sangria deutlich süßer und leichter als pur getrunkener Rotwein – eher wie ein fruchtiger Sommerpunch mit Weincharakter.

In was für einem Glas wird Sangria serviert?

Traditionell in großen, transparenten Weingläsern oder Longdrink-Gläsern – beide gut geeignet, um Früchte und Farbe zu zeigen. In Spanien ist auch die Karaffe als Gemeinschaftsgefäß typisch: Eine große Karaffe auf dem Tisch, jeder schöpft sich selbst. Wichtig: immer mit reichlich Eiswürfeln servieren, da Sangria kalt am besten schmeckt.

Wo stammt Sangria her?

Sangria stammt aus Spanien und Portugal. Die Wurzeln liegen im mittelalterlichen Königreich León, wo eine Vorläuferversion aus Wein, Orangen, Zitronen und Gewürzen getrunken wurde. Der Name leitet sich vom spanischen Wort sangre (Blut) ab – ein Verweis auf die tiefe Rotfärbung des Rotweins.

Wann wurde Sangria erfunden?

Eine genaue Erfindung gibt es nicht – Sangria entstand organisch in spanischen Haushalten über Jahrhunderte. Vorläuferversionen sind aus dem Mittelalter bekannt. Als eigenständiges Sommergetränk mit diesem Namen etablierte sich Sangria gegen Mitte des 19. Jahrhunderts. International bekannt wurde sie durch die Weltausstellung in New York 1964.

Wer hat Sangria erfunden?

Sangria wurde von niemandem bestimmten erfunden – das Getränk entstand über Jahrhunderte in spanischen Haushalten. Kein standardisiertes Rezept, kein bekannter Bartender als Urheber. Deshalb führt die International Bartenders Association (IBA) Sangria auch nicht als offiziellen Cocktail: Sie ist ein Volksgetränk mit unzähligen regionalen Variationen.