
Die Galette des Rois ist der traditionelle französische Dreikönigskuchen, der am 6. Januar das Epiphaniasfest einläutet. Unter der goldenen Kruste aus karamellisiertem Blätterteig verbirgt sich eine cremige Frangipane aus Mandeln, Vanille und Rum. In der Füllung steckt die Fève – wer sie findet, wird für einen Tag zum König oder zur Königin gekrönt.
Zutaten für die Galette des Rois
Für die Crème pâtissière
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Milch | 125 ml | Vollmilch |
| Vanilleschote | 1 Stück | halbiert, Mark herausgekratzt |
| Eigelb | 2 Stück | Größe M |
| Zucker | 25 g | |
| Maisstärke | 15 g |
Für die Crème d’amande (Mandelcreme)
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| weiche Butter | 100 g | Zimmertemperatur |
| Puderzucker | 100 g | gesiebt |
| gemahlene Mandeln | 100 g | blanchiert |
| Eier | 2 Stück | Größe M |
| Rum | 1 EL | optional, oder Mandelaroma |
Außerdem
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Blätterteig-Rollen | 2 Stück | à 270 g, gut gekühlt |
| Eigelb | 1 Stück | zum Bestreichen |
| Milch | 1 EL | zum Bestreichen |
| Puderzucker | zum Karamellisieren, optional | |
| Fève | getrocknete Bohne oder Porzellanfigur |
Zubereitung
- Crème pâtissière kochen: Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herausschaben. Milch mit Vanillemark und Schote in einem Topf aufkochen. In einer Schüssel Eigelb, Zucker und Maisstärke glatt rühren. Die heiße Milch langsam einrühren, dann alles zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen, bis die Creme dicklich wird. Vanilleschote entfernen. Die Creme mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken – das verhindert Hautbildung – und vollständig abkühlen lassen.
- Crème d'amande rühren: Weiche Butter mit dem Puderzucker cremig rühren. Die gemahlenen Mandeln unterrühren, dann die Eier einzeln einarbeiten. Rum oder Mandelaroma zugeben und alles zu einer glatten Mandelcreme verrühren.
- Frangipane herstellen: Die vollständig abgekühlte Crème pâtissière mit dem Schneebesen kurz cremig rühren. Unter die Mandelcreme heben und zu einer gleichmäßigen Frangipane verrühren. Wer möchte, füllt die Masse in einen Spritzbeutel – das macht das Aufstreichen später einfacher.
- Blätterteig vorbereiten: Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Aus jeder Blätterteigplatte einen Kreis von etwa 26 cm Durchmesser ausschneiden – eine große Schüssel dient gut als Schablone. Den ersten Teigkreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
- Galette zusammensetzen: Die Frangipane gleichmäßig auf dem unteren Teigkreis verteilen und dabei einen Rand von mindestens 2 cm frei lassen. Die Fève an einer beliebigen Stelle in die Füllung drücken. Den Rand rundum mit verquirltem Eigelb bestreichen. Den zweiten Teigkreis auflegen und die Ränder gut zusammendrücken. Den Rand mit einer Gabel eindrücken oder nach unten einschlagen und festdrücken, damit keine Frangipane beim Backen ausläuft.
- Muster einritzen und bestreichen: Die Oberfläche mit dem Eigelb-Milch-Gemisch gleichmäßig bestreichen. Mit einem scharfen Messer ein traditionelles Muster einritzen – eine Rosette, Ähren oder gebogene Linien strahlenförmig von der Mitte. Nicht zu tief schneiden, nur die Oberfläche anritzen. Mit einem Zahnstocher mehrere kleine Löcher in die Decke stechen, damit der Dampf entweichen kann.
- Backen: Die Galette auf der mittleren Schiene 15 Minuten bei 200 °C backen, dann die Temperatur auf 180 °C reduzieren und weitere 20 Minuten backen, bis die Oberfläche tief goldbraun ist. Optional: In den letzten 3-4 Minuten etwas Puderzucker aufsieben und kurz bei 220 °C karamellisieren lassen – das gibt einen wunderschönen Hochglanz. Augen nicht vom Ofen lassen, Puderzucker verbrennt schnell.
- Abkühlen und servieren: Die fertige Galette mindestens 15 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen. Sie schmeckt am besten noch leicht warm. Die Papierkrone liegt bereit – wer die Fève findet, bekommt sie aufgesetzt und darf sich den Rest des Abends König oder Königin nennen.
Was ist Frangipane?
Frangipane ist die klassische Mandelfüllung der Galette des Rois – und das Herzstück des Rezepts. Das Geheimnis einer echten Frangipane liegt darin, dass sie aus zwei Cremes besteht: Die Crème d’amande (Mandelcreme aus Butter, Mandeln, Eiern und Puderzucker) wird mit einer Crème pâtissière (Vanillepudding) gemischt. Das Ergebnis ist wesentlich cremiger, weniger fettig und aromatischer als eine reine Mandelcreme.
Viele schnelle Rezepte verzichten auf die Crème pâtissière – wer aber das Original nachbacken will, sollte diesen Schritt nicht überspringen. Der Unterschied ist deutlich spürbar.
Der Name Frangipane soll auf den italienischen Marchese Muzio Frangipani zurückgehen, der im 16. Jahrhundert in Paris lebte und für seine Mandelrezepte bekannt war.
Wer Frangipane auch in anderen Kuchen liebt, findet hier ein feines Rezept für eine Birnentarte mit Frangipane.
Die Fève-Tradition
In jede Galette des Rois kommt eine Fève – das Wort bedeutet auf Französisch schlicht „Bohne“. Ursprünglich war es tatsächlich eine getrocknete Saubohne. Heute sind kleine Porzellanfiguren die Regel: Heilige, Tiere, Filmfiguren oder Alltagsgegenstände. Manche Sammler, die sogenannten Fabophiles, haben Hunderte von Fèves aus verschiedenen Jahrgängen zusammengetragen.
Das Ritual beim Anschneiden ist fest geregelt: Das jüngste Kind setzt sich unter den Tisch und ruft für jedes Stück einen Namen, ohne sehen zu können, welches Stück es benennt. Das verhindert, dass Ältere bewusst das Stück mit der Fève zugeteilt bekommen. Wer die Fève in seinem Stück findet, wird mit der Papierkrone gekrönt und darf sich den Rest des Abends „König“ oder „Königin“ nennen. Traditionell ruft die ganze Runde: „Le roi boit! Le roi boit!“ (Der König trinkt!), wenn der Gekrönte sein Glas hebt.
Bemerkenswert: 68 % der Franzosen geben laut Umfragen zu, beim Verteilen der Stücke gelegentlich zu mogeln, damit die Fève bei den Jüngsten landet.
Variationen
Die klassische Frangipane-Füllung lässt sich gut abwandeln:
Schokolade-Haselnuss: Einen Teil der Mandeln durch geriebene Haselnüsse ersetzen und 1 EL Kakaopulver einrühren. Kräftig und winterlich.
Pistazie: Die Hälfte der Mandeln durch gemahlene Pistazien ersetzen. Die Füllung wird wunderschön grün und sehr aromatisch.
Zitrone-Orangenblüte: Rum weglassen, stattdessen Zitronenabrieb und 1 TL Orangenblütenwasser einrühren. Frischer und leichter.
Apfel: Für Nussallergiker lässt sich die Frangipane durch ein würziges Apfelkompott ersetzen – die Galette bleibt knusprig und festlich.
In Südfrankreich und der Provence gibt es eine völlig andere Tradition: Dort backt man keine Galette aus Blätterteig, sondern eine Couronne des rois – einen kronenförmigen Hefekuchen mit Orangenblütenwasser und kandierten Früchten.
Wer weitere bretonische Backideen sucht, findet auf dieser Seite auch das Rezept für den Gateau Breton, den butterschweren bretonischen Butterkuchen.
Die Geschichte der Galette des Rois
Die Wurzeln reichen bis in die römischen Saturnalien zurück – das winterliche Fest, bei dem per Los ein „König für einen Tag“ bestimmt wurde. Das Christentum übernahm diesen Brauch für das Epiphaniasfest am 6. Januar. Die erste urkundliche Erwähnung von Blätterteiggebäck zum Dreikönigsfest stammt aus dem Jahr 1311.
Was die wenigsten wissen: Der Élysée-Palast bekommt jedes Jahr eine Riesenkalette von rund 1,20 m Durchmesser für ungefähr 150 Personen – aber ohne Fève. Ein Staatsoberhaupt darf symbolisch kein König werden, nicht einmal für einen Tag.
Jährlich werden in Frankreich rund 60 Millionen Galettes verkauft – fast eine pro Einwohner. Die Galette macht etwa 15 % des Jahresumsatzes der Handwerksbäcker aus, und bis zu 97 % der Franzosen nehmen Umfragen zufolge an der Tradition teil.
Politisch war die Galette nicht immer ungefährlich: Während der Französischen Revolution war der Name „gâteau des rois“ riskant. Man bot den Kuchen kurzzeitig als „Galette de l’Égalité“ an – ohne Fève, weil Gleichheit keine Könige duldet.
Tipps für die perfekte Galette
Frangipane wirklich kalt verarbeiten: Die Crème pâtissière muss vollständig abgekühlt sein, bevor sie unter die Mandelcreme gemischt wird. Warme Creme macht die Butter flüssig, die Füllung wird dünn und läuft beim Backen aus.
Rand sorgfältig verschließen: Den Rand erst andrücken, dann erst mit Eigelb bestreichen. Wenn Eigelb zwischen die Teigschichten gelangt, kleben sie nicht mehr zusammen.
Luftlöcher sind Pflicht: Ohne Dampföffnungen oben bläht sich der Teig unkontrolliert auf. Die kleinen Stiche mit dem Zahnstocher sorgen dafür, dass die Galette gleichmäßig aufgeht.
Kühlen vor dem Backen: Wer Zeit hat, stellt die fertig zusammengesetzte Galette noch 30 Minuten in den Kühlschrank. Kalter Blätterteig geht im Ofen gleichmäßiger auf und hält seine Form besser.
Karamellisieren am Ende: Ein dünner Puderzucker-Schleier, 2-3 Minuten bei 220 °C – die Oberfläche wird spiegelglatt und leuchtend goldbraun. Den Ofen dabei nicht verlassen, Zucker verbrennt schnell.
Was ist eine Galette des Rois?
Die Galette des Rois ist der traditionelle französische Dreikönigskuchen zum Epiphaniasfest am 6. Januar. Er besteht aus zwei Schichten knusprigem Blätterteig mit einer cremigen Frangipane-Füllung aus Mandeln, Butter und Vanille. In der Füllung steckt eine versteckte Fève – wer sie in seinem Stück findet, wird mit einer Papierkrone gekrönt und ist für den Abend König oder Königin.
Was passiert, wenn jemand in Frankreich die Fève findet?
Wer die Fève in seinem Stück findet, wird mit der beigelegten Papierkrone gekrönt und ist für den Rest des Abends König oder Königin. Die Runde ruft traditionell: Le roi boit! (Der König trinkt!), sobald der Gekrönte sein Glas hebt. Der Gekrönte darf außerdem einen Hofstaat bestimmen und sich einen Mitregenten oder eine Mitregentin wählen.
Wann isst man die Galette des Rois?
Traditionell wird die Galette des Rois am 6. Januar gegessen, dem Dreikönigstag oder Epiphaniasfest. In Frankreich ist sie aber den gesamten Januar über in den Bäckereien erhältlich, und viele Familien feiern an einem der ersten Januarsonntage. Die Saison geht inoffiziell bis Ende Januar.
Was bedeutet die Bohne im Dreikönigskuchen?
Die Fève (französisch für Bohne) war ursprünglich eine echte getrocknete Saubohne. Wer sie in seinem Stück fand, wurde symbolisch zum König des Tages erklärt. Heute sind kleine Porzellanfiguren üblich – Heilige, Tiere oder Märchenfiguren. Manche Sammler, die sogenannten Fabophiles, tragen Hunderte solcher Figuren aus verschiedenen Jahren zusammen.
Wie lange ist die Galette des Rois haltbar?
Die Galette des Rois schmeckt frisch aus dem Ofen am besten. Abgekühlt lässt sie sich in einer luftdichten Dose oder in Alufolie gewickelt noch 2 Tage bei Raumtemperatur aufbewahren. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu 3 Tage. Zum Aufwärmen kurz bei 160 °C in den Ofen legen – der Blätterteig wird wieder knusprig.
Kann ich die Galette des Rois vorbereiten?
Ja. Die Frangipane lässt sich bis zu 2 Tage im Voraus herstellen und gekühlt aufbewahren. Die fertig zusammengesetzte, aber noch ungebackene Galette kann einige Stunden im Kühlschrank warten. Das Backen selbst sollte man aber erst kurz vor dem Servieren erledigen – frisch ist sie unschlagbar.
Warum läuft meine Frangipane beim Backen aus?
Das passiert meist aus einem von drei Gründen: Die Crème pâtissière war noch warm, als die Frangipane gemischt wurde – warme Butter wird flüssig. Der Rand wurde nicht sorgfältig genug verschlossen. Oder die Füllung wurde zu nah an den Rand gestrichen statt mit 2 cm Abstand. Sorgfältiges Andrücken und Eindrücken mit der Gabel löst das Problem zuverlässig.
Was kann ich statt Fève verwenden?
Eine getrocknete Saubohne oder Kidneybohne ist die originale Lösung und funktioniert einwandfrei. Auch eine ganze, ungeschälte Mandel ist üblich – besonders in deutschen Dreikönigskuchen. Wer es festlicher mag, versteckt eine kleine ofenfeste Porzellanfigur. Wichtig: Das Objekt muss hitzebeständig sein und sollte nicht zu klein sein, damit niemand daran verschluckt.