Dieses Schweinegulasch überzeugt mit zartem Fleisch, das nach knapp eineinhalb Stunden Schmoren förmlich zerfällt. Eine kräftige Sauce aus Paprika, Zwiebeln und Bratenfond gibt dem Gericht Tiefe, Sauerrahm macht sie samtig und rund. Das Rezept stammt aus der mitteleuropäischen Küchentradition und gelingt zuverlässig – auch ohne besondere Kochkenntnisse.

Zutaten für Schweinegulasch

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Schweineschulter1 kgin 3–4 cm Würfel geschnitten
Zwiebeln3 Stückgroß, ca. 400 g
rote Paprikaschoten2 Stückgewürfelt
Knoblauchzehe1 Stückfein gehackt
Butterschmalz3 ELoder Pflanzenöl
Tomatenmark3 EL
Paprikapulver edelsüß2 TL
Paprikapulver rosenscharf1 TLoder mehr nach Geschmack
Kümmel1 TLgemahlen
Majoran1 TLgetrocknet
Lorbeerblätter2 Stück
Weißwein100 mltrocken, ersatzweise mehr Brühe
Rinderbrühe600 mloder Bratenfond
Speisestärke1 ELzum Binden
kaltes Wasser3 ELzum Anrühren der Stärke
Sauerrahm100 goder Crème fraîche
Salz und Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Fleisch vorbereiten: Die Schweineschulter in gleichmäßige Würfel von etwa 3–4 cm Kantenlänge schneiden. Mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen – nur trockenes Fleisch bräunt richtig an, feuchtes Fleisch dampft statt zu braten.
  2. Fleisch scharf anbraten: Butterschmalz in einem schweren Schmortopf oder Bräter bei hoher Hitze erhitzen. Das Fleisch in zwei bis drei Portionen von allen Seiten scharf anbraten, bis es kräftig braun ist – pro Portion etwa 3–4 Minuten. Das Anbraten entwickelt Röstaromen, die dem Gulasch später seine Tiefe geben. Fleisch herausnehmen und beiseite stellen.
  3. Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen: Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Zwiebeln halbieren und in feine Streifen schneiden, dann im gleichen Topf in der verbleibenden Bratfett-Mischung langsam goldbraun anschwitzen – das dauert etwa 8–10 Minuten. Knoblauch dazugeben und 1 Minute mitrösten.
  4. Tomatenmark und Gewürze mitrösten: Tomatenmark zu den Zwiebeln geben und unter Rühren 2 Minuten anrösten, bis es dunkler wird und fruchtig riecht. Paprikapulver (edelsüß und rosenscharf), Kümmel und Majoran einrühren und weitere 30 Sekunden bei mittlerer Hitze mitrösten – Gewürze dürfen nicht verbrennen.
  5. Mit Wein ablöschen: Mit dem Weißwein ablöschen und den Bratensatz vom Topfboden lösen. Den Wein bei starker Hitze fast vollständig einkochen lassen – das dauert etwa 2 Minuten und gibt der Sauce eine feine Säure.
  6. Schmoren beginnen: Das angebratene Fleisch zurück in den Topf geben. Rinderbrühe angießen, Lorbeerblätter hinzufügen. Alles einmal aufkochen lassen, dann die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Deckel auflegen und das Gulasch 40 Minuten sanft köcheln lassen.
  7. Paprika hinzufügen: Nach 40 Minuten die gewürfelte Paprika unterrühren. Ohne Deckel weitere 25–30 Minuten köcheln, bis das Fleisch sich leicht mit einer Gabel zerteilen lässt und die Sauce etwas eingedickt ist. Bei Bedarf noch etwas Brühe nachgießen.
  8. Sauce binden und abschmecken: Lorbeerblätter entfernen. Speisestärke mit dem kalten Wasser glatt rühren und in die köchelnde Sauce einrühren. Hitze abschalten, Sauerrahm unterheben – nicht mehr aufkochen, da er sonst ausflockt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Welches Fleisch für Schweinegulasch?

Schweineschulter ist die beste Wahl für Gulasch: Sie enthält genug Bindegewebe und Fett, das beim langen Schmoren zu Gelatine wird und die Sauce sämig und das Fleisch zart macht. Mageres Fleisch wie Schweinefilet oder Schnitzel trocknet bei dieser Garzeit aus – davon Abstand nehmen.

Eine gute Alternative ist Schweinebauch ohne Schwarte – ebenfalls fettreich, wird aber etwas saftiger und weicher als die Schulter. Wer es besonders kräftig mag, mischt Schulter und Bauch im Verhältnis 2:1.

Das Fleisch sollte in gleichmäßige Würfel von 3–4 cm geschnitten sein. Zu klein gewürfelt zerfällt es, zu groß bleibt es innen zäh.

Beilagen: Was passt zum Schweinegulasch?

Das Gulasch braucht eine Beilage, die die würzige Sauce aufnehmen kann. Bewährte Klassiker:

Spätzle sind der ideale Partner – sie nehmen die Sauce vollständig auf und ergänzen das herzhafte Gericht perfekt. Wer es einfacher mag, greift zu Salzkartoffeln oder Butterkartoffeln. Semmelknödel sind die österreichische Variante – sie saugen die Sauce auf wie ein Schwamm.

Für eine leichtere Option eignen sich Basmatireis oder breite Bandnudeln. Wer sich an unserem Rindergulasch oder dem Wiener Saftgulasch inspirieren lässt, kennt bereits diese Klassiker-Kombinationen.

Tipps für besonders zartes Schweinegulasch

Fleisch trocken tupfen: Der häufigste Fehler beim Gulasch ist, das Fleisch nass in die Pfanne zu geben. Feuchtigkeit verhindert das Anbraten und führt zu blassem, wenig aromatischem Fleisch. Immer gründlich mit Küchenpapier trocknen.

Portionsweise anbraten: Zu viel Fleisch auf einmal senkt die Temperatur – das Fleisch kocht statt zu braten. Lieber zwei Runden drehen und dafür echte Röstaromen erzielen.

Niedrige Temperatur beim Schmoren: Gulasch mag keine Eile. Hohe Hitze macht das Fleisch trocken und zäh. Die ideale Schmortemperatur liegt bei 80–90 °C – das Gulasch sollte gerade noch sachtleise blubbern, nicht sprudelnd kochen.

Sauerrahm nie aufkochen: Wird Sauerrahm bei zu hoher Hitze in die Sauce gerührt, flockt er aus. Immer die Hitze abschalten, kurz warten, dann einrühren.

Einen Tag vorher zubereiten: Gulasch schmeckt am zweiten Tag noch besser. Über Nacht ziehen die Aromen tiefer ins Fleisch, die Sauce wird runder. Wer Zeit hat, kocht es einen Tag vorher und wärmt es schonend auf.

Variationen

Cremiges Schweinegulasch: Statt Sauerrahm 200 ml Schlagsahne einrühren – gibt eine mildere, reichhaltigere Sauce, die besonders gut zu Nudeln passt.

Szegediner Gulasch: Eine traditionelle Variante mit 400 g Sauerkraut, das in der letzten halben Stunde mitgekocht wird. Dazu kommen 1 TL Kümmelsamen extra und etwas mehr Sauerrahm. Ein Gericht, das in der österreichisch-ungarischen Küche verwurzelt ist.

Scharfes Schweinegulasch: 1–2 getrocknete Chilischoten oder 1 TL Rosenpaprika extra geben dem Gulasch Schärfe. Wer es rauchig mag, ersetzt einen Teil des edelsüßen Paprikapulvers durch geräuchertes Paprikapulver.

Schweinegulasch mit Pilzen: 200 g Champignons oder Steinpilze in der zweiten Hälfte der Garzeit mitköcheln lassen – gibt erdige Tiefe und macht das Gericht fülliger.

Slow Cooker Variante: Fleisch und Zwiebeln wie beschrieben anbraten, dann alles in den Slow Cooker geben. Bei niedriger Stufe 6–8 Stunden garen oder bei hoher Stufe 3–4 Stunden. Ergebnis: besonders zartes Fleisch, das kaum Aufmerksamkeit erfordert.

Schweinegulasch einfrieren und aufwärmen

Gulasch eignet sich hervorragend zum Einfrieren und zur Vorratshaltung. Vollständig abgekühlt in Gefrierbehälter oder Zip-Beutel füllen – hält sich im Tiefkühler bis zu 3 Monate. Im Kühlschrank ist es 3–4 Tage haltbar.

Zum Aufwärmen langsam bei mittlerer Hitze im Topf erwärmen und dabei etwas Brühe oder Wasser dazugeben, da die Sauce beim Abkühlen eindickt. Den Sauerrahm-Anteil erst kurz vor dem Servieren frisch einrühren, wenn das Gulasch portionsweise aufgewärmt wird – so bleibt die Sauce cremig.

Die Geschichte des Gulaschs

Der Name „Gulasch“ stammt vom ungarischen gulyás hús – wörtlich „Hirtenfleisch“. Die Wurzeln reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, als nomadische Viehhirten (gulyás) der Magyaren ihr Fleisch auf langen Triebwegen in getrockneter Form transportierten und unterwegs mit Wasser aufkochten.

Paprika – heute untrennbar mit Gulasch verbunden – gehörte ursprünglich nicht zum Rezept. Die Gewürzpflanze kam erst nach dem 16. Jahrhundert durch die spanische Kolonialisierung Amerikas nach Europa. Erst während der napoleonischen Kontinentalsperre ab 1806, als Kolonialgewürze knapp wurden, setzte sich Paprika auch in der ungarischen Küche vollständig durch.

Was außerhalb Ungarns als Gulasch bekannt ist, heißt in Ungarn selbst Pörkölt – ein Schmorgulasch. Das ungarische gulyás ist dort eine Suppe. Über Österreich verbreitete sich das Gericht ab ca. 1850 in den deutschsprachigen Raum, wo es nach und nach zur Hausmannskost wurde – darunter auch die Schweinefleisch-Variante, die heute besonders in süddeutschen und österreichischen Küchen beliebt ist.


Welches Fleisch eignet sich am besten für Schweinegulasch?

Am besten eignet sich Schweineschulter, da sie genug Fett und Bindegewebe enthält, das beim Schmoren zu Gelatine wird und das Fleisch zart macht. Auch Schweinebauch ist eine gute Wahl – saftiger und weicher, aber etwas fettreicher. Magere Stücke wie Filet oder Schnitzel werden bei langen Garzeiten trocken und zäh.

Wie lange muss Schweinegulasch schmoren?

Mindestens 60–75 Minuten bei niedriger Hitze. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich leicht mit einer Gabel zerteilen lässt. Bei Schulter mit viel Bindegewebe kann die Garzeit auch bis zu 90 Minuten betragen – das macht das Ergebnis nur besser, nicht schlechter. Wichtig: nicht zu heiß kochen, nur sanft köcheln lassen.

Kann man Schweinegulasch am Vortag zubereiten?

Ja – und es lohnt sich sogar. Gulasch schmeckt am zweiten Tag deutlich besser, weil die Aromen über Nacht tiefer ins Fleisch ziehen und die Sauce sich weiterentwickelt. Einfach vollständig abkühlen lassen, im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag bei mittlerer Hitze langsam aufwärmen. Den Sauerrahm erst beim Aufwärmen frisch einrühren.

Wie lange ist Schweinegulasch haltbar und kann man es einfrieren?

Im Kühlschrank hält sich Schweinegulasch 3–4 Tage. Eingefroren ist es bis zu 3 Monate haltbar. Dafür vollständig abkühlen lassen, in Portionsbehältern einfrieren und im Kühlschrank langsam auftauen. Beim Aufwärmen etwas Brühe dazugeben, da die Sauce eingedickt ist. Den Sauerrahm erst nach dem Aufwärmen frisch unterrühren.

Warum wird mein Schweinegulasch zäh?

Zähes Gulaschfleisch hat meist zwei Ursachen: entweder wurde zu mageres Fleisch verwendet (Filet oder Schnitzel statt Schulter), oder die Schmortemperatur war zu hoch. Bei starkem Kochen ziehen sich die Fleischfasern zusammen und das Fleisch trocknet aus. Die Lösung: auf niedrige Hitze reduzieren und länger garen – Gulasch braucht Geduld, keine Hochtemperatur.

Was kann ich tun, wenn die Gulaschsauce zu dünn ist?

Speisestärke in kaltem Wasser auflösen (1 EL Stärke auf 3 EL Wasser) und in die köchelnde Sauce einrühren. Alternativ lässt sich die Sauce auch ohne Deckel bei mittlerer Hitze einkochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Eine weitere Möglichkeit: 2–3 EL Crème fraîche einrühren – bindet leicht und gibt Cremigkeit.

Welche Beilagen passen am besten zu Schweinegulasch?

Die besten Beilagen nehmen die Sauce auf: Spätzle sind der ideale Partner, gefolgt von Semmelknödeln und Salzkartoffeln. Auch Bandnudeln, Gnocchi oder Kartoffelpüree harmonieren gut. Für eine leichtere Variante passt Basmatireis. Zu einem üppigen Gulasch eignet sich außerdem ein einfacher grüner Salat als Kontrast.