Der Gugelhupf ist ein zartes, saftiges Rührkuchen-Rezept aus der österreichischen und deutschen Backtradition. Die charakteristische Ringform mit dem Loch in der Mitte sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und ein besonders lockeres Inneres. Mit Rosinen, Mandelblättchen und einem Hauch Zitrone entsteht ein Kuchen, der beim Kaffee genauso begeistert wie als Geburtstagskuchen.
Zutaten für den Gugelhupf
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Butter | 250 g | zimmerwarm |
| Zucker | 250 g | |
| Vanillezucker | 1 Pck. | |
| Eier | 4 Stück | Größe M, zimmerwarm |
| Bio-Zitrone | 1 Stück | Schale und Saft |
| Weizenmehl | 350 g | Type 405 |
| Backpulver | 1 Pck. | 14 g |
| Milch | 6 EL | |
| Rosinen | 150 g | |
| Rum | 2 EL | oder Apfelsaft zum Einweichen |
| Butter | für die Form | |
| Mandelblättchen | 40 g | für die Form |
| Puderzucker | zum Bestäuben |
Zubereitung
- Rosinen einweichen: Die Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit Rum oder Apfelsaft bedecken. Mindestens 15 Minuten einweichen lassen, damit sie saftig werden und nicht im Teig austrocknen.
- Form vorbereiten: Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze (155 °C Umluft) vorheizen. Eine Gugelhupfform (2 Liter Inhalt) gründlich mit weicher Butter einpinseln – auch den Mittelkegel und alle Rillen. Anschließend die Mandelblättchen gleichmäßig in die Form streuen, sodass die Butter sie hält. Überschüssige Mandeln herausschütteln.
- Butter & Zucker schaumig schlagen: Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker und Vanillezucker in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine mindestens 4–5 Minuten hell und cremig aufschlagen, bis die Masse deutlich heller wird.
- Eier einarbeiten: Die Eier einzeln nacheinander zur Buttermasse geben. Jedes Ei ca. 30 Sekunden einrühren, bevor das nächste dazukommt. Die geriebene Zitronenschale und 1 EL Zitronensaft unterrühren.
- Mehl unterheben: Das Mehl mit dem Backpulver in einer Schüssel vermischen und sieben. Die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch in zwei bis drei Portionen mit einem Teigschaber oder auf niedrigster Stufe unter den Teig heben – nur so lange rühren bis kein Mehl mehr zu sehen ist.
- Rosinen unterheben: Die eingeweichten Rosinen gut abtropfen lassen und zusammen mit den restlichen 2 EL Zitronensaft vorsichtig unter den Teig heben. Der Teig sollte cremig und glatt sein.
- Backen: Den Teig gleichmäßig in die vorbereitete Form füllen und die Oberfläche glattstreichen. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene 50–55 Minuten backen. Stäbchentest: Ein Holzstäbchen in die dickste Stelle des Kuchens stecken – kommt es sauber heraus, ist der Gugelhupf fertig.
- Stürzen & Abkühlen: Den Gugelhupf aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form ruhen lassen – nicht länger, sonst klebt er an. Anschließend einen Teller oder ein Kuchengitter auflegen, die Form umdrehen und den Gugelhupf vorsichtig herauslösen. Vollständig auskühlen lassen.
- Verzieren: Den abgekühlten Gugelhupf großzügig mit Puderzucker bestäuben. Wer möchte, kann vorab ein dünnes Zuckerguss aus Puderzucker und etwas Zitronensaft anrühren und den Gugelhupf damit übergießen.
Variationen
Der Gugelhupf lässt sich auf viele Arten abwandeln. Für einen Marmorgugelhupf teilt man den fertigen Teig in zwei Hälften: Die eine Hälfte bleibt hell, in die andere rührt man 3 EL Kakao und 2 EL Milch. Beide Teige abwechselnd in die Form füllen und mit einem Stäbchen spiralförmig einmal durchdrehen – fertig ist das Marmorierungsmuster.
Wer auf Rosinen verzichten möchte, kann stattdessen gehackte Walnüsse oder Haselnüsse verwenden. Schokochips eignen sich ebenfalls gut und machen den Gugelhupf besonders bei Kindern beliebt.
Für einen intensiven Zitronengugelhupf einfach die Rosinen weglassen, die Menge Zitronensaft auf 3 EL erhöhen und nach dem Auskühlen einen Zuckerguss aus 150 g Puderzucker und 2–3 EL Zitronensaft aufgießen. Eine ähnlich frisch-fruchtige Alternative bietet unser Saftiger Zitronenkuchen.
Wer eine etwas aufwändigere Variante liebt, der kann den Gugelhupf auch mit Hefe zubereiten. Der Hefeteig macht den Kuchen noch luftiger und ist die traditionellere österreichische Variante – er braucht allerdings Gehzeit und etwas mehr Erfahrung. Wer andere Ringkuchen liebt, findet beim Frankfurter Kranz ein aufwändigeres Rezept mit Buttercrème und Krokant.
Die Geschichte des Gugelhupfs
Der Gugelhupf blickt auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Schon im Mittelalter wurde in Österreich ein Festkuchen in einer charakteristischen Ringform gebacken, der bei Hochzeiten und großen Feiern auf den Tisch kam. Das erste schriftlich überlieferte Rezept findet sich im Kochbuch von Marx Rumpolt aus dem Jahr 1581, der den Kuchen als „Hut-Kuchen“ beschrieb.
Seinen Ruf als gepflegtes Kaffeekuchenstück erarbeitete sich der Gugelhupf vor allem in der Biedermeierzeit im 19. Jahrhundert. In Wien und den österreichischen Provinzstädten galt er als Zeichen bürgerlicher Backkompetenz und stand auf keiner Kaffeetafel. Gleichzeitig verbreitete sich eine enge Verwandte des Gugelhupfs im Elsass: Der Kougelhopf aus Straßburg und dem Oberrheingebiet wird dort bis heute mit Sultaninen und Kirschwasser zubereitet und ist genauso bekannt wie seine österreichische Variante.
Den Namen trägt der Kuchen wahrscheinlich wegen seiner Form: „Gugel“ bezeichnete im Mittelalter eine Kapuzenhaube mit spitzem Aufsatz – und tatsächlich erinnert die charakteristische Ringform mit dem Mittelkegel daran. 2006 wählte Österreich den Gugelhupf als kulinarischen Botschafter des Landes für die europäische Initiative „Café Europe“ – ein Zeichen dafür, wie tief er in der österreichischen Esskultur verwurzelt ist.
Was ist der Unterschied zwischen Gugelhupf und Napfkuchen?
Gugelhupf und Napfkuchen werden oft verwechselt, bezeichnen aber im Grunde dasselbe: einen Rührkuchen, der in einer Ringform mit Mittelkegel gebacken wird. Der Begriff Gugelhupf ist in Österreich und Süddeutschland gebräuchlich, während Napfkuchen oder Bundkuchen eher im norddeutschen Raum verwendet werden. Die Rezepte unterscheiden sich kaum – regionale Zutaten wie Rosinen, Mandeln oder Mohn machen den Unterschied.
Wann soll man den Gugelhupf aus der Form nehmen?
Den Gugelhupf nach dem Backen genau 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen. In dieser Zeit zieht sich der Kuchen leicht zusammen und löst sich von der Form. Wartet man zu lange, kühlt der Zuckeranteil ab und der Kuchen klebt fest. Auf Metall- oder Silikonformen kann man auch etwas früher stürzen – bei Keramikformen lieber die vollen 10 Minuten einhalten.
Warum klebt der Gugelhupf in der Form?
Der häufigste Grund: Die Form wurde nicht gründlich genug eingefettet. Besonders die Rillen und der Mittelkegel brauchen viel Butter. Wer auf Nummer sicher gehen will, bestäubt die gebutterte Form zusätzlich mit Mehl oder – noch besser – mit Mandelblättchen oder Semmelbröseln. Auch eine zu lange Abkühlzeit in der Form erhöht das Klebe-Risiko.
Wie lange ist ein Gugelhupf haltbar?
Gut eingepackt in Frischhaltefolie oder einer Kuchendose hält ein Gugelhupf bei Zimmertemperatur 3–4 Tage. Im Kühlschrank bleibt er bis zu einer Woche frisch, sollte aber vor dem Servieren kurz auf Zimmertemperatur gebracht werden. Mit Rosinen oder feuchten Zutaten hält er tendenziell etwas länger als Gugelhupf ohne Füllung.
Kann man Gugelhupf einfrieren?
Ja, Gugelhupf lässt sich hervorragend einfrieren. Am besten in Scheiben schneiden, in Frischhaltefolie wickeln und in einem Gefrierbeutel einfrieren. So kann man einzelne Stücke entnehmen. Haltbarkeit im Gefrierschrank: bis zu 3 Monate. Zum Auftauen bei Zimmertemperatur 1–2 Stunden ruhen lassen.
Was bedeutet der Name Gugelhupf?
Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „Gugel“ ab, das eine spitze Kapuzenhaube bezeichnete – ähnlich der charakteristischen Form des Kuchens mit seinem Mittelkegel. Der zweite Wortteil kommt wohl vom mittelhochdeutschen „hupfen“ im Sinne von aufgehen, was auf den Hefeteig hinweisen könnte, der in der ursprünglichen Version verwendet wurde.
Kann man Gugelhupf auch ohne Rosinen backen?
Ja, Rosinen können problemlos weggelassen oder durch andere Zutaten ersetzt werden. Beliebte Alternativen sind gehackte Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln, Schokochips, kandierte Orangenschale oder getrocknete Cranberries. Wer einen pur-nussigen Teig bevorzugt, lässt schlicht alle Einlagen weg – der Gugelhupf schmeckt auch ohne Zusätze wunderbar.