
Cherry Pie ist der inoffizielle Nationalbackkuchen der USA: eine tiefe Pastete mit knusprigem Mürbeteig und einer saftigen, leicht säuerlichen Kirschfüllung. Das klassische Erkennungszeichen ist der geflochtene Gitterdeckel, durch den die rubinrote Füllung glänzt. In Deutschland fehlen oft die richtigen Zutaten oder Proportionen – dieses Rezept folgt dem amerikanischen Original.
Zutaten für Cherry Pie
Für den Mürbeteig (Pie Crust)
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Weizenmehl (Type 405) | 300 g | plus etwas zum Ausrollen |
| Butter | 200 g | kalt, in kleinen Würfeln |
| Zucker | 1 EL | |
| Salz | 1 Prise | |
| Wasser | 6 EL | eiskalt |
| Weißweinessig | 1 TL | macht den Teig mürber, optional |
Für die Kirschfüllung
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Sauerkirschen | 800 g | entsteint, frisch oder TK (aufgetaut und abgetropft) |
| Zucker | 150 g | bei Süßkirschen auf 100 g reduzieren |
| Speisestärke | 40 g | zum Binden des Kirschsafts |
| Zitronensaft | 1 EL | frisch gepresst |
| Vanilleextrakt | 1 TL | |
| Zimt | 0.5 TL | gemahlen, optional |
| Butter | 1 EL | kalt, in Flocken für die Füllung |
Zum Fertigstellen
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Ei | 1 Stück | verquirlt, zum Bestreichen |
| Zucker | 1 EL | grob, zum Bestreuen |
Zubereitung
- Teig herstellen: Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen oder einem Teigschaber schnell einarbeiten, bis die Masse wie grobe Brösel aussieht – die Butter darf nicht schmelzen. Essig und eiskaltes Wasser esslöffelweise untermengen, bis der Teig gerade zusammenhält. Nicht zu lange kneten. Den Teig in zwei gleiche Hälften teilen, flach drücken, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde (besser: über Nacht) in den Kühlschrank legen.
- Füllung vorbereiten: Sauerkirschen (aufgetaute TK-Kirschen gut abtropfen lassen) in eine Schüssel geben. Zucker, Speisestärke, Zitronensaft, Vanilleextrakt und Zimt darüberstreuen und alles gut vermengen. 15 Minuten stehen lassen, damit die Kirschen Saft ziehen und die Stärke sich auflöst.
- Pie-Form vorbereiten: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Pie-Form oder Springform (24 cm) leicht einfetten. Eine Teighälfte auf einer bemehlten Fläche zu einem Kreis (ca. 30 cm Durchmesser) ausrollen. Die Form damit auskleiden, dabei einen ca. 2 cm hohen Rand formen. Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen.
- Füllen: Die Kirschfüllung gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen. Die kalten Butterflocken über der Füllung verteilen.
- Gitterdeckel formen: Die zweite Teighälfte ausrollen und in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Die Streifen zu einem Gittermuster flechten: abwechselnd über und unter den Querstreifen führen. Die Enden fest an den Rand drücken und überstehenden Teig abschneiden. Den Rand mit einer Gabel festdrücken oder mit den Fingern zwicken.
- Backen: Den Rand und das Gitter mit verquirltem Ei bestreichen, mit grobem Zucker bestreuen. Die Pie auf der untersten Schiene des Ofens 20 Minuten bei 200 °C backen. Dann auf 175 °C reduzieren und weitere 35–40 Minuten backen, bis die Füllung sprudelt und der Teig goldbraun ist. Falls der Rand zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken.
- Abkühlen lassen: Wichtig: Die Cherry Pie mindestens 2–3 Stunden vollständig auskühlen lassen, bevor sie angeschnitten wird. Die Speisestärke braucht diese Zeit, um die Füllung fest zu binden. Zu früh angeschnitten läuft der Kirschsaft aus.
Was ist Cherry Pie?
Cherry Pie ist eine tiefe, gedeckte Obsttarte – auf Deutsch am ehesten als Kirschpastete zu beschreiben, auch wenn der Begriff in Deutschland selten verwendet wird. Im Gegensatz zu einem deutschen Kirschkuchen besteht Cherry Pie aus zwei Teiglagen: einem unteren Boden und einem oberen Deckel, der entweder geschlossen oder als Gitter geformt wird. Das Innere ist eine gekochte Kirschfüllung, die durch Speisestärke zur Geleekonsistenz gebunden wird.
Der Teig ist ein klassischer Mürbeteig (Pie Crust) – kalt, locker, butterig und sehr mürbe. Er unterscheidet sich von deutschem Mürbeteig durch den höheren Butteranteil und die Technik: Butter wird nicht eingeknetet, sondern nur grob eingearbeitet, was kleine Butterstücke im Teig belässt und beim Backen für eine blättrige Textur sorgt.
Sauerkirschen oder Süßkirschen?
Das Original verwendet Sauerkirschen (auf Englisch: sour cherries, tart cherries). Sie behalten beim Backen ihre Form besser, ihre natürliche Säure balanciert den Zucker der Füllung aus und das Aroma ist intensiver. Die in Amerika bekannteste Sorte ist die Montmorency-Sauerkirsche.
Süßkirschen funktionieren ebenfalls, ergeben aber eine süßere, weniger komplexe Füllung. Die Zuckermenge sollte dann auf 100 g reduziert werden. Bei Süßkirschen empfiehlt sich außerdem etwas mehr Zitronensaft, um eine angenehme Säure hinzuzufügen.
Für TK-Kirschen gilt: vollständig auftauen und sehr gut abtropfen lassen. Der freigesetzte Kirschsaft erhöht sonst die Flüssigkeitsmenge in der Füllung erheblich und macht sie zu wässrig.
Tipps für den perfekten Mürbeteig
Der wichtigste Grundsatz: alles muss kalt bleiben. Warme Butter schmilzt und verbindet sich zu gleichmäßig mit dem Mehl – das ergibt einen festen, zähen Teig statt einer mürben, blättrigen Kruste. Daher kalte Butter, eiskaltes Wasser, kalte Hände. Im Zweifelsfall den Teig kurz in die Kühlung legen, wenn er zu warm wird.
Eiswürfel im Wasser oder einen kleinen Spritzer Wodka oder Weißweinessig dazugeben: Alkohol bildet kein Gluten, macht den Teig also mürber. Wasser dagegen fördert die Glutenbildung – deshalb so wenig wie möglich verwenden.
Den Teig nicht zu lange kneten. Er soll gerade zusammenhalten, nicht elastisch sein. Glutenentwicklung macht Pie Crust zäh. Das Mischen dauert maximal 2 Minuten.
Die Geschichte der Cherry Pie
Cherry Pie hat europäische Wurzeln: Die erste dokumentierte Kirschpastete wurde Ende des 16. Jahrhunderts für Königin Elizabeth I. gebacken. Englische Siedler brachten die Pie-Tradition nach Nordamerika und passten sie an lokale Früchte an.
In den USA wurde Cherry Pie über die Jahrhunderte zum patriotischen Symbol. Die Kirschernte fällt im Hochsommer mit dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli zusammen – an dem Cherry Pie traditionell auf den Tisch kommt. Die Redewendung „as American as apple pie“ galt lange auch für Cherry Pie.
Den vielleicht bekanntesten Auftritt in der Popkultur hatte Cherry Pie durch David Lynchs Kultserie Twin Peaks (1990): FBI-Agent Dale Cooper bestellte bei jeder Gelegenheit ein Stück „damn fine cherry pie“ im Double R Diner. Das echte Diner (Twede’s Cafe in North Bend, Washington) ist heute ein Pilgerziel für Fans – und das Stück Cherry Pie gehört obligatorisch dazu. Wer beim Amaretto Kirsch Milchshake Gefallen an Kirschen gefunden hat, wird auch diese Pie lieben.
Was ist Cherry Pie?
Cherry Pie ist eine amerikanische Obsttarte aus zwei Lagen Mürbeteig mit einer gebundenen Kirschfüllung. Der Deckel wird klassisch als geflochtenes Gitter geformt. Sie unterscheidet sich vom deutschen Kirschkuchen durch den butterreichen, blättrigen Pie Crust und die mit Speisestärke gebundene, gelartige Füllung. Cherry Pie ist eng mit amerikanischen Feiertagen – besonders dem 4. Juli – und der Kultserie Twin Peaks verbunden.
Welche Fehler passieren häufig beim Backen von Cherry Pie?
Die häufigsten Fehler: Zu früh anschneiden – die Füllung läuft aus, weil die Stärke noch nicht fest ist; mindestens 2-3 Stunden abkühlen lassen. Zu warmer Teig – Butter schmilzt, der Teig wird zäh statt mürbe. Zu viel Flüssigkeit in der Füllung – TK-Kirschen müssen sehr gut abgetropft werden. Zu wenig Verdickungsmittel – 40 g Speisestärke auf 800 g Kirschen sind das Minimum.
Wie lange muss Cherry Pie backen?
Insgesamt etwa 55–60 Minuten: erst 20 Minuten bei 200 °C auf der untersten Schiene, dann 35–40 Minuten bei 175 °C. Die Pie ist fertig, wenn die Füllung sichtbar sprudelt und der Teig goldbraun ist. Falls der Rand zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken. Niemals die Backzeit abkürzen – eine zu kurz gebackene Füllung ist roh und zu flüssig.
Welches Verdickungsmittel ist am besten für die Kirschfüllung?
Speisestärke ist die klassische Wahl: Sie ergibt eine klare, glänzende Füllung ohne Eigengeschmack. Für 800 g Kirschen sind 40 g die richtige Menge. Mehl ist eine Alternative, macht die Füllung aber trüber. Tapiokastärke ergibt eine besonders klare, etwas zähere Konsistenz. Auf Gelatine verzichten – sie verträgt keine hohen Backtemperaturen.
Kann man Cherry Pie mit TK-Kirschen machen?
Ja, TK-Kirschen funktionieren sehr gut. Sie müssen vollständig aufgetaut und in einem Sieb sehr gründlich abgetropft werden – idealerweise über Nacht im Kühlschrank. Zu viel Restflüssigkeit macht die Füllung wässrig und der Teigboden weicht durch. Tiefkühl-Sauerkirschen aus dem Supermarkt sind oft sogar aromatischer als frische außerhalb der Saison.
Was hat es mit Twin Peaks und Cherry Pie auf sich?
In David Lynchs Kultserie Twin Peaks (1990) war FBI-Agent Dale Cooper berühmt für seine Leidenschaft für „damn fine cherry pie“ und Kaffee im fiktiven Double R Diner. Die Serie machte Cherry Pie in Europa zum Kultobjekt. Das reale Vorbild des Diners – Twede’s Cafe in North Bend, Washington – ist heute ein Touristenziel für Twin-Peaks-Fans, die das Stück Cherry Pie quasi verpflichtend bestellen.
Wie lange hält sich Cherry Pie?
Bei Zimmertemperatur abgedeckt hält Cherry Pie 2 Tage. Im Kühlschrank abgedeckt bis zu 5 Tage – der Teig wird dabei etwas weicher. Zum Einfrieren die fertig gebackene und abgekühlte Pie in Folie einwickeln; sie hält sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen bei 175 °C ca. 20 Minuten im Ofen aufwärmen, damit der Teig wieder knusprig wird.