Der London Mule ist eine britische Abwandlung des Moscow Mule – statt Wodka kommt hier London Dry Gin ins Glas. Das Ergebnis ist ein frischer, würzig-aromatischer Drink, der durch die botanischen Noten des Gins eine ganz eigene Tiefe bekommt. Mit Ginger Beer und frischem Limettensaft ist er in unter fünf Minuten gemixt.

Zutaten für London Mule

Zutaten für Portion

ZutatMengeHinweise
London Dry Gin50 mlz. B. Tanqueray oder Beefeater
Limettensaft20 mlfrisch gepresst
Ginger Beer120 mlnicht Ginger Ale
Angostura Bitters2 Spritzeroptional
Eiswürfel
Limette1 Scheibezur Garnitur

Zubereitung

  1. Glas vorbereiten: Ein Kupferbecher oder hohes Glas mit reichlich Eiswürfeln füllen. Durch das Eis kühlt das Glas schön durch und der Drink bleibt länger kalt.
  2. Gin und Limettensaft: Den London Dry Gin und den frisch gepressten Limettensaft direkt über das Eis geben. Frisch gepresster Saft ist hier Pflicht – aus der Flasche wird der Cocktail flach und zu süß.
  3. Ginger Beer hinzufügen: Mit Ginger Beer langsam auffüllen und dabei am Rand des Glases einschenken, damit die Kohlensäure erhalten bleibt. Kurz und vorsichtig umrühren.
  4. Optional: Bitters: Wer mag, gibt zwei Spritzer Angostura Bitters obenauf – das gibt dem Drink eine leicht würzige Tiefe und rundet die Botanicals des Gins ab.
  5. Garnieren und servieren: Mit einer Limettenscheibe am Glasrand garnieren und sofort servieren.

Variationen

Der London Mule lässt sich auf viele Arten abwandeln, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Mit Gurke: Eine Scheibe frische Gurke in den Becher geben – das unterstreicht die pflanzlichen Aromen vieler London Dry Gins und macht den Drink noch erfrischender.

Mit Minze: Wer den Cocktail an den Mojito annähern will, gibt ein paar Minzblätter dazu und drückt sie leicht an. Ähnlich wie beim Mojito bringt die Minze eine kühle Note mit.

Schärfer: Wer mehr Kick möchte, gibt zusätzlich ein bis zwei dünne Scheiben frischen Ingwer ins Glas oder wählt ein besonders scharfes Ginger Beer.

Fruchtig: Einen Spritzer Grapefruitsaft statt Limettensaft ausprobieren – das ergibt einen etwas weicheren, leicht bitteren Abgang, der gut zu blumigen Gin-Sorten passt.

Als Gin Tonic-Variante: Wer keinen Mule, sondern lieber einen Gin Tonic mag, tauscht das Ginger Beer einfach gegen Tonic Water – ein ähnlicher, aber charakterlich ganz anderer Drink.

Der Moscow Mule: Für die Wodka-Version schaut unser Moscow Mule Rezept an – das Original der Mule-Familie und perfekter Vergleich.

Die Geschichte des London Mule

Alles beginnt im Jahr 1941 in Los Angeles. John G. Martin, Vertreter des Spirituosenherstellers Heublein, und Jack Morgan, Inhaber der Cock ’n‘ Bull Bar in Hollywood, wollten zwei Produkte loswerden, die niemand kaufen mochte: Smirnoff Wodka und ein selbst gebrautes Ginger Beer. Was als Verkaufsstrategie begann, wurde zum Trend – der Moscow Mule war geboren und setzte Wodka in den USA auf die Karte.

Das Rezept ist simpel: eine Spirituose, Limette, Ginger Beer. Diese Formel machte die Runde, und schnell entstanden Variationen mit anderen Basisspirituosen. Der London Mule ersetzt Wodka durch London Dry Gin – benannt nach der britischen Herstellungstradition, die dem Gin seine charakteristischen Botanicals wie Wacholder, Koriander und Angelikawurzel gibt.

Im Gegensatz zum neutralen Wodka bringt der Gin eigene Aromen mit, die das Ginger Beer und den Limettensaft ergänzen statt nur als Alkohol-Träger zu dienen. Daher schmeckt der London Mule komplexer und aromatischer als das Original.


Was ist der Unterschied zwischen Moscow Mule und London Mule?

Der einzige Unterschied liegt in der Basisspirituose: Beim Moscow Mule kommt Wodka ins Glas, beim London Mule London Dry Gin. Da Wodka nahezu geschmacksneutral ist, schmeckt der Moscow Mule deutlich milder und lässt Ginger Beer und Limette voll vorne. Der London Mule dagegen bringt durch den Gin zusätzliche Aromen mit – Wacholder, Koriander, Zitrusschalen – und schmeckt dadurch botanisch-würziger und komplexer.

Wie schmeckt ein London Mule?

Der London Mule schmeckt frisch, leicht scharf und aromatisch. Das Ginger Beer liefert die typische Ingwer-Schärfe und Kohlensäure, der Limettensaft bringt Säure und Frische. Der Gin fügt botanische Noten hinzu – je nach Sorte mehr Wacholder (klassisch-herb) oder mehr Zitrus und Blumen. Zusammen ergibt das einen Cocktail, der erfrischend und gleichzeitig vielschichtiger als ein einfacher Longdrink ist.

In was für einem Glas wird ein London Mule serviert?

Traditionell im Kupferbecher – dem Markenzeichen der Mule-Familie. Kupfer leitet Kälte besonders gut und hält den Drink länger frisch. Wer keinen Kupferbecher zur Hand hat, nimmt einfach ein hohes Longdrink-Glas oder einen Collins-Becher. Wichtig ist nur reichlich Eis, damit der Cocktail kalt bleibt.

Was sind Mule Cocktails?

Mule-Cocktails sind eine Familie von Longdrinks, die alle auf demselben Schema basieren: eine Spirituose + Ginger Beer + Limettensaft. Der bekannteste ist der Moscow Mule mit Wodka. Weitere bekannte Varianten sind der London Mule (Gin), der Kentucky Mule (Bourbon) und der Irish Mule (Irish Whiskey). Der Name Mule kommt vom englischen Begriff für Maultier – ein Hinweis auf den kräftigen Kick, den das Ginger Beer dem Drink gibt.

Warum heißt der Cocktail Mule?

Der Name stammt aus der Cocktail-Tradition der sogenannten Buck-Drinks: Spirituose + Zitrus + Ginger Ale (oder Ginger Beer). Bekannt ist auch der Horse’s Neck – ein Ginger-Drink, bei dem der hinzugefügte Alkohol dem Getränk einen Kick verlieh, als würde ein Pferd ausschlagen. Daher bucking horse → Mule. Der Begriff Mule etablierte sich als Name für diese Cocktail-Kategorie.

Welcher Gin passt am besten für einen London Mule?

Für den London Mule eignen sich vor allem London Dry Gins mit klarem Wacholder-Profil besonders gut: Tanqueray, Beefeater oder Gordon’s sind bewährte Optionen, die nicht von Ginger Beer und Limette überdeckt werden. Wer einen blumig-fruchtigen Cocktail möchte, kann einen Hendricks oder einen Citrus-Gin ausprobieren. Sehr teuere Craft Gins mit feinen Aromen gehen im Ginger Beer oft unter – hier lieber einen zugänglichen, charakterstarken Gin verwenden.

Kann ich Ginger Ale statt Ginger Beer verwenden?

Das geht, ist aber ein spürbarer Unterschied. Ginger Beer ist stärker im Ingwer-Aroma, weniger süß und hat mehr Schärfe – es ist der charaktergebende Bestandteil eines Mule. Ginger Ale ist milder, süßer und hat eine feinere Kohlensäure. Das Ergebnis mit Ginger Ale schmeckt netter und harmloser, verliert aber den typischen Mule-Biss. Wer den Drink mag, sollte auf echter Ginger Beer bestehen.