Kartoffelgulasch ist ein herzhafter Eintopf aus der österreichischen Hausmannsküche – sättigend, würzig und mit wenigen Zutaten zubereitet. Kartoffeln schmoren gemeinsam mit Paprika, Zwiebeln und Tomaten in einer kräftigen Paprika-Brühe. Das Ergebnis ist ein aromatisches Gericht, das sich von selbst kocht und am nächsten Tag noch besser schmeckt.
Zutaten für Kartoffelgulasch
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Kartoffeln | 1000 g | festkochend, gewürfelt |
| Zwiebeln | 2 Stück | in Würfel geschnitten |
| Knoblauchzehen | 2 Stück | fein gehackt |
| rote Paprikaschoten | 2 Stück | in Würfel geschnitten |
| Paprikapulver edelsüß | 2 EL | |
| Paprikapulver geräuchert | 1 TL | |
| Tomatenmark | 2 EL | |
| stückige Tomaten | 400 g | aus der Dose |
| Gemüsebrühe | 750 ml | |
| Lorbeerblätter | 2 Stück | |
| Majoran | 1 TL | getrocknet |
| Kümmel | 1 TL | gemahlen |
| Zucker | 1 TL | |
| Pflanzenöl | 2 EL | zum Anbraten |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack | |
| saure Sahne | zum Servieren, optional |
Zubereitung
- Vorbereiten: Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Paprikaschoten waschen, entkernen und ebenfalls in Würfel schneiden.
- Zwiebeln anschwitzen: Öl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln darin 5–6 Minuten glasig dünsten, bis sie weich und leicht goldbraun sind. Knoblauch zugeben und 1 Minute mitbraten.
- Paprika und Tomatenmark rösten: Paprikaschoten in den Topf geben und 3 Minuten mitbraten. Tomatenmark hinzufügen und weitere 2 Minuten unter Rühren anrösten – das gibt dem Gulasch Tiefe und Aroma.
- Würzen und ablöschen: Paprikapulver (edelsüß und geräuchert), Kümmel und Majoran einrühren. Sofort mit der Gemüsebrühe ablöschen – Paprikapulver verbrennt schnell, daher zügig arbeiten. Stückige Tomaten und Lorbeerblätter hinzufügen.
- Kartoffeln garen: Kartoffelwürfel in den Topf geben und alles einmal aufkochen lassen. Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Bei mittlerer Hitze 25–30 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar und der Sud leicht eingedickt ist.
- Abschmecken und servieren: Lorbeerblätter entfernen. Nochmals mit Salz, Pfeffer und ggf. einem Spritzer Essig abschmecken. Wer mag, rührt einen Löffel saure Sahne ein – das macht das Gulasch cremiger. Heiß servieren.
Variationen
Das Grundrezept ist vegetarisch – wer es herzhafter mag, gibt Frankfurter Würstchen in Scheiben oder geräucherten Speck in Würfeln beim Anbraten der Zwiebeln dazu. Wer ganz auf tierische Produkte verzichten möchte, lässt die saure Sahne weg oder ersetzt sie durch Sojakochcreme.
Für eine vegane Variante mit mehr Protein eignen sich gewürfelte geräucherte Tofu-Stücke oder Kichererbsen aus der Dose – einfach mit den Kartoffeln in den Topf geben.
Wer Gulasch lieber mit Fleisch zubereitet, findet auf rezept.biz unser Rindergulasch Original-Rezept sowie den Wiener Saftgulasch – beide deutlich länger geschmort, aber unvergleichlich zart.
Als Beilage passen Semmelknödel oder Spätzle hervorragend dazu; wer das Gulasch pur mag, reicht einfach knuspriges Brot dazu.
Die Geschichte des Kartoffelgulasch
Der Name Gulasch geht auf das ungarische Wort gulyás zurück, was ursprünglich schlicht „Rinderhirt“ bedeutete. Ungarische Hirten bereiteten auf ihren langen Wanderungen einfache Fleischeintöpfe zu – mit dem, was die Natur und die Herden hergaben. Als Paprika im 16. Jahrhundert durch die Türken nach Europa kam, wurde es zum unentbehrlichen Gewürz dieser Gerichte.
In Österreich entwickelte sich daraus eine eigenständige Küchentradition. Kartoffelgulasch entstand als sparsame Variante, bei der Kartoffeln die teure Fleischkomponente teilweise oder vollständig ersetzten. In der Wiener Hausmannsküche war es über Generationen ein zuverlässiges Alltagsgericht, das selbst aus wenigen Vorräten ein vollständiges Essen ergab.
Der ungarische Begriff „Gulyás“ bezeichnet in Ungarn selbst übrigens eher eine Suppe – was wir als Gulasch kennen, heißt dort Pörkölt. Die Verwandlung zum europäischen Eintopf geschah auf dem Weg durch Wien.
Welche Gewürze gehören in ein Kartoffelgulasch?
Die Basis bilden Paprikapulver edelsüß, Kümmel und Majoran – das ist der typische Gulasch-Dreiklang aus der österreichischen Küche. Wer mehr Tiefe möchte, ergänzt mit geräuchertem Paprikapulver und einem Löffel Tomatenmark, das kurz mit angeröstet wird. Ein Spritzer Apfelessig am Ende hebt alle Aromen an.
Welches Gewürz darf im Gulasch nicht fehlen?
Paprikapulver ist das unverzichtbare Gewürz – ohne es ist es kein Gulasch. Wichtig: Paprikapulver niemals zu lange trocken in der Pfanne lassen, da es schnell bitter wird. Immer erst kurz einrühren, dann sofort mit Flüssigkeit ablöschen.
Welche Beilage passt zu Kartoffelgulasch?
Weil Kartoffeln bereits im Gulasch enthalten sind, reicht oft einfaches Bauernbrot oder Baguette zum Auftunken. Für einen üppigeren Teller passen Semmelknödel oder Spätzle hervorragend. Ein frischer grüner Salat oder Gurkensalat rundet das Gericht leicht ab.
Kann man Kartoffelgulasch am nächsten Tag noch essen?
Ja – Kartoffelgulasch schmeckt aufgewärmt oft besser als frisch gekocht, weil die Aromen über Nacht durchziehen. Im Kühlschrank hält es sich gut 3–4 Tage. Beim Aufwärmen etwas Wasser oder Brühe angießen, da die Kartoffeln die Flüssigkeit weiter aufnehmen.
Kann man Kartoffelgulasch einfrieren?
Grundsätzlich ja, aber Kartoffeln verlieren nach dem Einfrieren ihre Konsistenz und werden beim Auftauen leicht mehlig. Wer einfrieren möchte, lässt die Kartoffeln beim Kochen etwas fester und gibt sie erst nach dem Auftauen frisch gekocht dazu. Die Gulasch-Basis (Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Brühe) friert dagegen problemlos ein.
Wie macht man Kartoffelgulasch sämig?
Die Stärke der Kartoffeln dickt das Gulasch beim Köcheln von selbst ein. Wer es dicker mag, zerdrückt am Ende einige Kartoffelwürfel mit einem Löffel – das gibt dem Sud eine cremige Konsistenz, ohne Mehl oder Stärke einzurühren. Eine eingerührte saure Sahne macht das Gulasch zusätzlich cremig und rund.