Selbstgemachter Kräuterquark schmeckt frischer und aromatischer als jedes Fertigprodukt aus dem Supermarkt. Mit Schnittlauch, Petersilie und einem Schuss Zitronensaft ist er in zehn Minuten fertig – ganz ohne Kochen. Ob zu Pellkartoffeln, als Dip zum Grillen oder einfach auf dem Abendbrotbrot: Kräuterquark ist ein echter Allrounder.

Zutaten für Kräuterquark

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Speisequark500 g20 % oder 40 % Fett i.Tr.
Schmand100 goder Crème fraîche
Milch2 ELzum Verrühren
Schnittlauch0.5 Bundfrisch
Petersilie0.5 Bundfrisch, glattblättrig oder kraus
Dill2 ELfrisch oder TK, optional
Knoblauchzehe1optional
Zitronensaft1 ELfrisch gepresst
Salz und Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Kräuter vorbereiten: Schnittlauch, Petersilie und Dill unter kaltem Wasser waschen und gut trockenschütteln. Schnittlauch in feine Ringe schneiden, Petersilie und Dill fein hacken.
  2. Quark cremig rühren: Speisequark zusammen mit Schmand und Milch in eine Schüssel geben. Mit einem Löffel oder Schneebesen glatt rühren, bis eine cremige, gleichmäßige Masse entsteht.
  3. Kräuter untermischen: Alle gehackten Kräuter unter den Quark rühren. Wer Knoblauch mag: eine Zehe schälen und direkt in die Masse pressen.
  4. Würzen und abschmecken: Zitronensaft zugeben, dann mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Den Kräuterquark mindestens 15 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen – so verbinden sich die Aromen besser.

Variationen

Kräuterquark lässt sich nach Belieben anpassen. Wer es milder mag, lässt den Knoblauch einfach weg. Wer es herzhafter will, gibt eine fein gewürfelte Schalotte oder Lauchzwiebel dazu. Statt Schmand funktioniert auch griechischer Joghurt – er macht den Quark etwas leichter und verleiht ihm eine leichte Säurenote.

Für eine Kräuterquark-Variante mit Frischkäse die Hälfte des Quarks durch Doppelrahmfrischkäse ersetzen: Das Ergebnis ist besonders cremig und eignet sich gut als Aufstrich auf Baguette. Wer etwas Ungewöhnliches ausprobieren möchte, probiert die Lausitzer Variante: Kräuterquark mit einem Schuss kalt gepresstem Leinöl verfeinert, dazu Pellkartoffeln – ein Gericht, das in der Region seit Generationen auf dem Tisch steht.

Ähnlich im Ansatz, aber auf Joghurt-Basis ist das griechische Zaziki – ebenfalls ein Kräuter-Dip, der sich hervorragend zum Grillen eignet. Ein weiterer würziger Aufstrich aus dem deutschen Haushaltsrepertoire ist das bayerische Obazda, bei dem Camembert die Basis bildet.

Herkunft

Kräuterquark hat keinen einzelnen Erfinder und kein definiertes Ursprungsdatum – er ist über Jahrhunderte aus der schlichten Alltagsküche entstanden. Frische Kräuter aus dem Garten, Quark aus der Milch der eigenen Kuh: Was vorhanden war, kam zusammen.

Quark selbst ist eines der ältesten deutschen Milchprodukte. Das Wort taucht seit dem 14. Jahrhundert in schriftlichen Quellen auf und wurde aus einer westslawischen Sprache entlehnt – verwandt mit polnisch twaróg und tschechisch tvaroh. Tacitus erwähnte bei den germanischen Stämmen bereits eine „lac concretum“ – geronnene Milch –, die als Grundnahrungsmittel diente.

Die engste regionale Verbindung von Kräuterquark findet sich in der Lausitz und im Spreewald. Dort gehört Quark mit Leinöl und Pellkartoffeln seit Jahrhunderten zur Alltagsküche. Das kalt gepresste Leinöl hatte früher auch einen praktischen Zweck: Es verzögerte vor Erfindung des Kühlschranks das Verderben des Quark-Gemischs in der Sommerhitze. Otto Lukas fasste 1930 die Lausitzer Essgewohnheit in einem viel zitierten Vers zusammen: „Was macht den Lausitzer stark? Kartoffeln, Leinöl und Quark.“

Im restlichen Deutschland entwickelte sich Kräuterquark zum festen Bestandteil des Abendbrots und der Grillsaison – ein Gericht ohne regionale Grenzen, das mit minimalem Aufwand auf jedem Tisch landet.


Was muss in Kräuterquark?

Die Basis ist immer Speisequark – die Fettstufe kann je nach Vorliebe variieren. Dazu kommen frische Kräuter, klassischerweise Schnittlauch und Petersilie. Wer mag, ergänzt Dill, Kerbel oder Kresse. Schmand oder Crème fraîche machen den Quark cremiger, ein Spritzer Zitronensaft gibt Frische. Salz, Pfeffer und optional Knoblauch runden den Geschmack ab.

Wie kann ich Quark cremiger machen?

Am einfachsten funktioniert das mit einem Schuss Milch, Schmand oder Crème fraîche – einfach unter den Quark rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Eine etwas ungewöhnliche, aber sehr effektive Methode: einen Schuss Mineralwasser mit Kohlensäure unterheben. Das macht den Quark besonders luftig und leicht. Magerquark braucht generell etwas mehr Flüssigkeit als Varianten mit höherem Fettgehalt.

Wie lange ist selbstgemachter Kräuterquark haltbar?

Im Kühlschrank in einem gut verschlossenen Behälter hält sich Kräuterquark 2 bis 3 Tage. Je frischer die Kräuter, desto kürzer die Haltbarkeit – Schnittlauch verliert nach einem Tag etwas an Intensität. Einfrieren ist nicht empfehlenswert: Die Konsistenz leidet und der Quark wird nach dem Auftauen wässrig.

Ist Kräuterquark gut zum Abnehmen?

Kräuterquark aus Magerquark ist ein sehr kalorienarmes und gleichzeitig proteinreiches Lebensmittel – eine gute Kombination für alle, die auf ihr Gewicht achten. Eine Portion Magerquark (150 g) liefert etwa 85 Kalorien bei rund 14 g Eiweiß. Das sättigt gut und hält den Blutzucker stabil. Wer die Kalorienzahl niedrig halten möchte, verzichtet auf Schmand und verwendet stattdessen etwas Magerjoghurt oder Milch.

Ist fertiger Kräuterquark aus dem Supermarkt gesund?

Fertigprodukte enthalten oft Zusatz- und Konservierungsstoffe sowie mehr Salz als selbstgemachter Kräuterquark. Der selbst zubereitete ist in der Regel frischer, individuell abschmeckbar und enthält nur die Zutaten, die man bewusst gewählt hat. Für eine gesunde Ernährung ist die selbstgemachte Variante die bessere Wahl – und mit zehn Minuten Aufwand auch kaum aufwendiger.

Welche Kräuter passen in Kräuterquark?

Das klassische Duo sind Schnittlauch und Petersilie. Sehr gut passt auch frischer Dill, der dem Quark eine leicht anisartige Note gibt. Kerbel ist weniger bekannt, aber traditionell – er schmeckt fein und leicht süßlich. Wer experimentieren möchte: Kresse, Zitronenmelisse oder ein wenig frische Minze bringen spannende Variationen. Knoblauch oder Lauchzwiebeln können die Kräuter ergänzen, sind aber kein Pflichtbestandteil.