Cannelloni mit Hackfleischfüllung, Tomatensauce und cremiger Béchamel sind ein Ofengericht, das in jeder Küche gelingt. Die dicken Nudelröhren werden ungekocht gefüllt und direkt im Ofen gar – einfacher geht es kaum. Das Ergebnis ist ein saftiger, aromatischer Auflauf, der die ganze Familie satt macht.

Zutaten für das Cannelloni Rezept

Zutaten für Portionen

Für die Hackfleischfüllung

ZutatMengeHinweise
Hackfleisch500 gRind-Schwein gemischt
Zwiebel1 Stückfein gewürfelt
Knoblauchzehen3 Stückfein gehackt
Olivenöl2 EL
stückige Tomaten400 gDose
Ricotta150 g
Oregano1 TLgetrocknet
Thymian1 TLgetrocknet
Salz und Pfeffernach Geschmack

Für die Béchamelsoße

ZutatMengeHinweise
Butter50 g
Weizenmehl50 gType 405
Vollmilch600 ml
Salz und Pfeffernach Geschmack
Muskatnussfrisch gerieben

Für den Auflauf

ZutatMengeHinweise
Cannelloni16 Stücktrocken, ungekocht
passierte Tomaten400 g
Olivenöl1 TL
Mozzarella120 ggerieben
Parmesan50 gfrisch gerieben

Zubereitung

  1. Ofen vorheizen: Den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze (170 °C Umluft) vorheizen. Eine Auflaufform (ca. 30 × 22 cm) bereitstellen.
  2. Hackfleischfüllung zubereiten: Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin 3 Minuten glasig dünsten. Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis kein Fleisch mehr rosa ist. Stückige Tomaten einrühren, Oregano und Thymian dazugeben, kräftig salzen und pfeffern. Alles 8–10 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit deutlich reduziert ist – die Füllung darf nicht zu nass sein, sonst weichen die Röhren durch. Ricotta unterrühren und die Masse vollständig abkühlen lassen.
  3. Béchamelsoße zubereiten: Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Mehl auf einmal dazuschütten und 1–2 Minuten unter ständigem Rühren anschwitzen, bis eine leicht goldene Paste entsteht. Milch zuerst schlückchenweise, dann in einem Zug einrühren – dabei durchgehend mit dem Schneebesen arbeiten, damit keine Klumpen entstehen. Soße unter Rühren aufkochen, bis sie dick wird und am Löffel haftet. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
  4. Tomatenboden vorbereiten: Passierte Tomaten mit Olivenöl, einer Prise Salz und Pfeffer verrühren und gleichmäßig auf dem Boden der Auflaufform verteilen. Die Schicht sorgt dafür, dass die Cannelloni von unten nicht austrocknen.
  5. Cannelloni füllen: Die abgekühlte Hackfleischfüllung in einen Spritzbeutel füllen – alternativ einen Gefrierbeutel nehmen und eine Ecke abschneiden. Die trockenen Cannelloni-Röhren von einer Seite befüllen, bis die Füllung vorne herausschaut. Nicht überfüllen, sonst platzen die Röhren beim Backen.
  6. Schichten und überbacken: Die gefüllten Cannelloni dicht nebeneinander auf die Tomatensauce in die Auflaufform legen. Béchamelsoße gleichmäßig darüber gießen – alle Röhren sollten bedeckt sein. Geriebenen Mozzarella und Parmesan großzügig über die Béchamel streuen.
  7. Backen: Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und 20 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Folie abnehmen und weitere 15–20 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und leicht kross ist. Vor dem Anschneiden 5 Minuten ruhen lassen – so lässt sich das Gericht besser portionieren.

Tipps für perfekte Cannelloni

Kein Vorkochen nötig: Trockene Cannelloni-Röhren müssen vor dem Füllen nicht gekocht werden. Die Feuchtigkeit aus Tomatensauce und Béchamelsoße reicht, um die Pasta im Ofen vollständig zu garen – vorausgesetzt, die Röhren sind gut bedeckt. Wer sichergehen möchte, kann die Auflaufform in den ersten 20 Minuten mit Alufolie abdecken.

Füllung muss kühl sein: Heiße oder warme Füllung lässt sich schwer in die Röhren drücken und macht den Spritzbeutel schwer zu handhaben. Füllung immer erst vollständig abkühlen lassen.

Béchamel darf nicht zu dünn sein: Eine zu flüssige Béchamel zieht in die Pasta ein und hinterlässt kaum Soße oben. Die richtige Konsistenz erkennt man daran, dass die Soße langsam vom Löffel fließt, aber nicht tropft.

Füllung nicht zu nass: Zu viel Flüssigkeit in der Füllung macht die Röhren matschig. Die Hackfleischmasse sollte nach dem Köcheln kompakt und kaum noch flüssig sein.

Spritzbeutel spart Zeit: Wer die Cannelloni mit einem Teelöffel füllt, braucht doppelt so lang. Ein einfacher Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke erledigt die Arbeit in wenigen Minuten.

Variationen

Cannelloni mit Spinat und Ricotta ist die klassische vegetarische Alternative. Dafür 300 g Blattspinat (frisch oder aufgetaut) ausdrücken, fein hacken und mit 400 g Ricotta, 1 Ei, 50 g Parmesan, Salz, Pfeffer und etwas Muskat verrühren. Die Füllung funktioniert wunderbar mit der gleichen Béchamel- und Tomatensauce.

Cannelloni mit Gemüse: Zucchini, Paprika und Aubergine fein würfeln, anbraten und mit Ricotta oder Frischkäse binden. Mit frischen Kräutern wie Basilikum und Thymian aromatisieren.

Cannelloni mit Lachs: Räucherlachs mit Ricotta, Dill und etwas Zitronensaft vermischen und in die Röhren füllen. Dazu passt eine helle Sahne-Dill-Soße anstelle der Béchamel.

Hausgemachte Nudelplatten: Wer auf selbst gemachte Pasta setzt, rollt den Teig dünn aus, schneidet Rechtecke (ca. 10 × 12 cm), füllt diese und rollt sie zu Röhren. Das Ergebnis ist deutlich zarter als getrocknete Cannelloni.

Sauce Bolognese als Füllung: Eine üppige Sauce Bolognese eignet sich hervorragend als Cannelloni-Füllung – einfach etwas einköcheln lassen, damit sie kompakter wird.

Lagerung und Aufwärmen

Fertig gebackene Cannelloni halten sich im Kühlschrank bis zu 3 Tage, abgedeckt mit Frischhaltefolie oder in einem luftdichten Behälter. Zum Aufwärmen die Portion im Ofen bei 160 °C etwa 15 Minuten erwärmen oder in der Mikrowelle bei mittlerer Stufe.

Cannelloni lassen sich auch hervorragend einfrieren – am besten ungekocht, direkt nach dem Schichten in der Auflaufform. Dicht mit Folie abdecken und bis zu 2 Monate einfrieren. Vor dem Backen vollständig im Kühlschrank auftauen lassen, dann wie gewohnt backen.

Vorbereitungstipp: Das Gericht lässt sich hervorragend am Vortag vorbereiten. Einfach die gefüllten Cannelloni in der Auflaufform schichten, Béchamel und Käse darüber geben, abdecken und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag direkt in den kalten Ofen stellen und die Backzeit um 5–10 Minuten verlängern.

Die Geschichte der Cannelloni

Der Name Cannelloni stammt vom italienischen Wort canna – Rohr oder Röhre. Gefüllte Pastaröhren haben in der italienischen Küche eine lange Geschichte: Erste Belege für mit Fleisch gefüllte Nudelröhren reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als ähnliche Gerichte unter dem Namen Maccheroni Ripieni bekannt waren.

Besonders eng verbunden sind Cannelloni mit Neapel, wo die Röhrenform als Canneroni oder Cannaroni bekannt ist. In der Region Valtellina in der Lombardei heißen sie traditionell Manfriguli.

Überraschenderweise spielen Cannelloni auch in der katalanischen Küche eine wichtige Rolle: In Katalonien gelten Canelons als traditionelles Festtagsgericht, das am Stefanustag (26. Dezember) aus den Resten des Weihnachtsbratens zubereitet wird.

In den USA sind Cannelloni unter dem Namen Manicotti bekannt – mit einem wesentlichen Unterschied: Manicotti werden maschinell extrudiert und weisen innen eine geriffelte Oberfläche auf, während klassische Cannelloni aus gerollten Nudelblättern bestehen.

Das Lasagne-Rezept teilt sich mit Cannelloni die Grundstruktur: gefüllte Pasta mit Béchamelsoße und Tomatensauce – beide Gerichte entstammen derselben Tradition der geschichteten Nudelaufläufe Süditaliens. Auch Lasagne al Forno funktioniert nach dem gleichen Prinzip.


Wie füllt man am einfachsten Cannelloni?

Am schnellsten geht es mit einem Spritzbeutel oder einem Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke. Die abgekühlte Füllung hineingeben, Röhre ansetzen und von einer Seite drücken, bis die Füllung vorne herausschaut. Mit einem Teelöffel ist es möglich, aber deutlich zeitaufwendiger.

Muss man Cannelloni vor dem Backen kochen?

Nein. Trockene Cannelloni müssen nicht vorgekocht werden. Die Feuchtigkeit aus Tomatensauce und Béchamelsoße gart die Pasta im Ofen vollständig durch. Wichtig ist, dass die Röhren gut bedeckt sind und die Auflaufform in den ersten 20 Minuten mit Alufolie abgedeckt wird.

Welche Fehler werden häufig bei der Zubereitung gemacht?

Die häufigsten Fehler: Füllung zu nass – dann weichen die Röhren durch. Béchamel zu dünn – dann zieht sie ein und es bleibt keine Soße oben. Röhren nicht vollständig bedeckt – dann trocknen die Enden aus und werden hart. Füllung noch warm beim Einfüllen – dann ist sie schwer handhabbar. Alle vier Punkte lassen sich leicht vermeiden: Füllung einköcheln und abkühlen lassen, Béchamel dickflüssig kochen, Röhren vollständig mit Soße bedecken.

Soll man Cannelloni vorkochen oder nicht?

Fertige Trocken-Cannelloni aus dem Supermarkt brauchen kein Vorkochen – sie garen direkt im Ofen. Wer selbst gemachte Nudelblätter verwendet, die er zu Röhren rollt, sollte die Platten kurz blanchieren (ca. 1 Minute), damit sie sich leichter rollen lassen und im Ofen gleichmäßig garen.

Wie lange halten sich Cannelloni im Kühlschrank?

Fertig gebackene Cannelloni halten sich im Kühlschrank bis zu 3 Tage, gut abgedeckt. Im Gefrierfach sind sie bis zu 2 Monate haltbar – am besten ungekocht einfrieren und vor dem Backen vollständig auftauen.

Was ist der Unterschied zwischen Cannelloni und Manicotti?

Manicotti sind die amerikanische Variante der Cannelloni. Der Unterschied liegt in der Herstellung: Klassische Cannelloni bestehen aus gerollten Nudelblättern, Manicotti aus maschinell extrudierten Röhren mit geriffelte Innenfläche. Geschmacklich sind sie sehr ähnlich, Manicotti sind durch die geriffelte Oberfläche etwas kürzer und dicker.

Kann man Cannelloni am Vortag vorbereiten?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Gefüllte Cannelloni in der Auflaufform schichten, Béchamel und Käse darüber geben, abdecken und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag direkt aus dem kalten Kühlschrank in den Ofen – Backzeit um ca. 10 Minuten verlängern.