Dieses Ofengemüse holt den nussigen Geschmack von Topinambur auf ein Blech und kombiniert ihn mit Champignons, Zucchini und roten Zwiebeln. Die Knollen bekommen knusprige Ränder, die Pilze werden goldbraun, die Zucchini bleibt saftig. Frischer Thymian, Zitrone und geröstete Haselnüsse geben dem Gericht den letzten Schliff. Ein vegetarisches Hauptgericht, das ohne tierische Zutaten auskommt und sich auch gut als Beilage macht.
Zutaten für Ofengemüse mit Topinambur
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Topinambur | 600 g | gründlich gebürstet |
| Zucchini | 300 g | fest und jung |
| braune Champignons | 250 g | frisch |
| rote Zwiebeln | 2 Stück | |
| Knoblauchzehen | 3 Stück | fein gehackt |
| Olivenöl | 5 EL | |
| Thymian | 5 Zweig | frisch |
| Salz | 1 TL | |
| Pfeffer | frisch gemahlen | |
| Zitronensaft | 1 EL | frisch gepresst |
| Zitronenabrieb | 1 TL | von einer unbehandelten Zitrone |
| Haselnüsse | 40 g | grob gehackt |
Zubereitung
- Ofen vorheizen: Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen, bei Umluft genügen 180 °C. Ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Je mehr Platz das Gemüse auf dem Blech hat, desto besser bräunt es.
- Topinambur putzen: Die Knollen unter fließendem Wasser mit einer Gemüsebürste abschrubben. Schälen ist nicht nötig, die dünne Schale wird im Ofen knusprig. Nur dunkle Stellen und harte Verwachsungen wegschneiden. Größere Knollen halbieren oder vierteln, kleine ganz lassen, sodass alle Stücke etwa gleich dick sind.
- Restliches Gemüse schneiden: Die roten Zwiebeln schälen und in breite Spalten schneiden. Die Zucchini längs halbieren und in etwa zwei Zentimeter dicke Halbmonde schneiden. Die Champignons nur trocken abreiben und je nach Größe halbieren oder vierteln. Waschen macht die Pilze wässrig und verhindert später die Bräunung.
- Erste Runde backen: Topinambur und Zwiebeln mit drei Esslöffeln Olivenöl, dem Knoblauch, Salz und Pfeffer vermengen und auf dem Blech verteilen. Drei Thymianzweige dazwischenlegen. Das Blech in den vorgeheizten Ofen schieben und 20 Minuten backen.
- Zucchini und Pilze dazugeben: Zucchini und Champignons mit dem restlichen Olivenöl mischen, leicht salzen und zum vorgegarten Topinambur auf das Blech geben. Alles kurz durchmengen und wieder in einer Lage verteilen. Weitere 15 bis 18 Minuten backen, bis der Topinambur an den Rändern knusprig ist und sich mit einer Gabel leicht einstechen lässt.
- Haselnüsse rösten: Während das Gemüse fertig gart, die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze zwei bis drei Minuten rösten, bis sie duften. Sofort aus der Pfanne nehmen, damit sie nicht nachdunkeln.
- Abschmecken und servieren: Das fertige Ofengemüse mit Zitronensaft beträufeln und den Zitronenabrieb darüber verteilen. Die Blättchen der restlichen Thymianzweige abstreifen und zusammen mit den Haselnüssen darüber streuen. Noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und heiß servieren, solange die Ränder knusprig sind.
Tipps für gleichmäßig gegartes Ofengemüse
Der häufigste Fehler beim Ofengemüse ist, alles gleichzeitig auf das Blech zu werfen. Topinambur, Karotten und Kartoffeln brauchen deutlich länger als Zucchini, Paprika oder Pilze. Deshalb wandert das feste Wurzelgemüse hier zuerst in den Ofen und bekommt einen Vorsprung von 20 Minuten.
Ebenso wichtig ist der Platz auf dem Blech. Liegt das Gemüse in mehreren Schichten übereinander, dünstet es im eigenen Saft und wird weich statt knusprig. Bei doppelter Menge lieber zwei Bleche verwenden und diese nach der Hälfte der Zeit tauschen.
Auch die Stückgröße entscheidet mit: Je fester eine Gemüsesorte ist, desto kleiner sollte sie geschnitten werden. Wer alle Stücke auf eine ähnliche Dicke bringt, bekommt am Ende ein Blech ohne rohe Kerne und ohne verbrannte Ecken.
Variationen
Mit Kartoffeln oder anderem Wurzelgemüse: Topinambur verträgt sich gut mit Pastinaken, Karotten und Kartoffeln. Sie kommen zeitgleich mit den Knollen auf das Blech. Auch Schwarzwurzeln passen geschmacklich dazu, brauchen aber eine sorgfältige Vorbereitung.
Herbstversion mit Kürbis: Statt Zucchini kommen 300 g Kürbiswürfel auf das Blech. Butternut eignet sich besonders gut, weil er im Ofen süßlich wird und nicht zerfällt. Wie er richtig vorbereitet wird, steht in unserem Butternut Kürbis Rezept.
Mit Käse überbacken: Wer es nicht vegan braucht, legt für die letzten zehn Minuten einen Block Feta mittig auf das Blech, ähnlich wie beim gebackenen Feta aus dem Ofen. Der Käse wird cremig und lässt sich unter das Gemüse rühren.
Topinambur pur: Wenn nur die Knolle im Mittelpunkt stehen soll, ist unser Rezept für gerösteten Topinambur mit Parmesan die schlichtere Variante mit weniger Zutaten.
Als Beilage oder Hauptgericht: Zu viert reicht das Blech als Hauptgericht, etwa mit einem Kräuterquark als Dip. Als Beilage zu Fleisch oder Fisch ergibt dieselbe Menge sechs bis acht Portionen.
Topinambur, die Knolle hinter dem Rezept
Topinambur ist mit der Sonnenblume verwandt und stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Seinen Namen verdankt die Knolle dem südamerikanischen Volk der Tupinambá. Französische Auswanderer schickten 1610 die ersten Knollen nach Europa, 1612 erreichten sie Paris.
Eine Zeit lang war Topinambur in Europa weit verbreitet, wurde ab etwa 1750 aber von der ertragreicheren Kartoffel verdrängt. Im 19. Jahrhundert diente die Knolle vor allem als Nahrungs- und Futtermittel. Heute taucht sie wieder häufiger auf Wochenmärkten auf.
Im Englischen heißt Topinambur Jerusalem artichoke. Mit Jerusalem hat die Knolle nichts zu tun, der Name entstand vermutlich aus einer Verballhornung des italienischen girasole articiocco, also Sonnenblumen-Artischocke.
Geerntet wird Topinambur hauptsächlich von November bis in den März oder April hinein, bevor die Knollen neu austreiben. Frisch geerntet ist die Schale dünn und lässt sich mitessen.
Wonach schmeckt Topinambur?
Topinambur schmeckt nussig und leicht süßlich. Der Geschmack wird oft mit Artischockenböden verglichen, die Konsistenz erinnert an eine wässrige Kartoffel. Im Ofen tritt die Süße stärker hervor, und die Ränder werden karamellig.
Muss man Topinambur schälen?
Nein. Die Schale ist dünn und essbar. Es reicht, die Knollen unter fließendem Wasser mit einer Gemüsebürste abzuschrubben. Nur dunkle oder faserige Stellen werden weggeschnitten. Beim Rösten wird die Schale knusprig und trägt zum Geschmack bei.
Wie lange muss Ofengemüse in den Ofen?
Bei 200 °C Ober- und Unterhitze braucht ein gemischtes Blech insgesamt 35 bis 45 Minuten. Entscheidend ist die Reihenfolge: Festes Wurzelgemüse wie Topinambur startet allein, weiches Gemüse wie Zucchini und Pilze kommt erst in den letzten 15 bis 18 Minuten dazu.
Welches Gemüse eignet sich für Ofengemüse?
Gut geeignet ist alles, was im Ofen nicht zerfällt: Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Topinambur, Rote Bete, Sellerie, Kürbis, Zwiebeln, Paprika, Zucchini, Auberginen und Champignons. Wässriges Gemüse wie Tomaten oder Gurke eignet sich weniger, Tomaten allenfalls als Kirschtomaten in den letzten Minuten.
Wie wird Ofengemüse richtig knusprig?
Drei Dinge helfen: genug Platz auf dem Blech, damit der Dampf entweichen kann, ausreichend Öl, damit die Oberfläche bräunt, und eine Temperatur von mindestens 200 °C. Champignons vorher nicht waschen, sondern nur trocken abreiben, sonst geben sie zu viel Wasser ab.
Warum bläht Topinambur und was hilft dagegen?
Topinambur enthält Inulin, einen Ballaststoff, den der Dünndarm nicht abbaut. Er wird erst im Dickdarm von Bakterien vergoren, was bei manchen Menschen zu Blähungen führen kann. Wer empfindlich reagiert, tastet sich mit kleineren Portionen heran und würzt mit Kümmel oder Fenchel. Vielen bekommt die Knolle mit der Zeit besser, wenn sie regelmäßig auf dem Teller landet.
Ist Topinambur gesünder als Kartoffeln?
Die beiden lassen sich schwer gegeneinander ausspielen, weil sie unterschiedliche Nährstoffprofile haben. Topinambur enthält statt Stärke vor allem Inulin und liefert dadurch weniger verwertbare Kohlenhydrate. Ob das im Einzelfall ein Vorteil ist, hängt von der Ernährung und der Verträglichkeit ab. Bei gesundheitlichen Fragen ist ärztlicher Rat die bessere Adresse als eine Rezeptseite.
Kann man Ofengemüse vorbereiten?
Das Schneiden lässt sich gut vorziehen. Topinambur, Zwiebeln und Zucchini können einige Stunden vorher geschnitten und abgedeckt kalt gestellt werden. Geschnittener Topinambur verfärbt sich an der Luft leicht bräunlich, ein Spritzer Zitronensaft bremst das. Gebacken wird am besten erst kurz vor dem Essen, weil das Gemüse beim Stehen seine knusprigen Ränder verliert.
Wie lange hält sich übriges Ofengemüse?
Im verschlossenen Behälter hält es sich im Kühlschrank etwa zwei Tage. Zum Aufwärmen eignet sich der Ofen bei 180 °C besser als die Mikrowelle, weil das Gemüse dabei wieder etwas Biss bekommt. Kalt schmeckt es auch als Einlage im Salat oder mit Nudeln.
Passt Topinambur zu Champignons?
Ja, beide bringen nussige Aromen mit, die sich gut ergänzen. Die Pilze nehmen zusätzlich das Öl und den Thymian auf. Wer die Kombination aus Pilzen und Nussigem mag, findet sie auch in unseren Trüffelnudeln mit Champignons wieder.