Erbsensuppe Rezept

Diese Erbsensuppe ist ein herzhaftes deutsches Gericht, das mit Schälerbsen, Kasseler, Bauchspeck und Wiener Würstchen richtig satt macht. Die Suppe kocht sich fast von allein, braucht aber etwas Geduld – dafür belohnt sie mit einer satten, sämigen Konsistenz und einem tiefen, runden Geschmack. Perfekt für kalte Tage, Familienfeste oder einfach wenn der Magen nach etwas Warmem verlangt.

Zutaten für die Erbsensuppe

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Schälerbsen400 ggrün, getrocknet; über Nacht einweichen
Kasseler Rücken200 goder Kasseler Nacken
Bauchspeck150 ggeräuchert, gewürfelt
Wiener Würstchen3 Stück
Kartoffeln3 Stückfestkochend, ca. 400 g
Karotten2 Stück
Knollensellerie150 gca. ¼ Knolle
Porree1 Stangenur das Weiße und Hellgrüne
Zwiebeln2 Stück
Lorbeerblätter2 Stück
Majoran1 TLgetrocknet
Salz1 TLnach Geschmack
schwarzer Pfefferfrisch gemahlen
Wasser1.5 loder schwache Gemüsebrühe

Zubereitung

  1. Erbsen einweichen: Die Schälerbsen in eine große Schüssel geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken. Mindestens 8 Stunden oder über Nacht einweichen lassen. Danach durch ein Sieb abgießen und gründlich abspülen.
  2. Speck und Zwiebeln anbraten: Den Bauchspeck in einem großen Topf (mindestens 5 l Fassungsvermögen) bei mittlerer Hitze ohne zusätzliches Fett langsam ausbraten, bis er leicht knusprig ist. Die Zwiebeln schälen, fein würfeln und zum Speck geben. Weitere 3–4 Minuten glasig anschwitzen.
  3. Gemüse vorbereiten: Währenddessen Kartoffeln, Karotten und Sellerie schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Den Porree in dünne Ringe schneiden und gründlich waschen.
  4. Alles zusammen kochen: Die abgetropften Erbsen, das Kasseler, das Gemüse, die Lorbeerblätter und das Wasser in den Topf geben. Aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren. Bei niedriger bis mittlerer Hitze ohne Deckel ca. 50–60 Minuten leise köcheln lassen, bis die Erbsen weich sind und beginnen zu zerfallen.
  5. Kasseler herausnehmen und zerzupfen: Das Kasseler aus dem Topf heben, kurz abkühlen lassen und mit zwei Gabeln in mundgerechte Stücke zerzupfen. Beiseite stellen.
  6. Suppe eindicken: Die Lorbeerblätter entfernen. Wer eine besonders sämige Konsistenz möchte, rührt die Suppe kräftig um oder zerdrückt einige Erbsen mit dem Rücken eines Löffels an die Topfwand. Für eine ganz glatte Suppe etwa die Hälfte mit einem Stabmixer pürieren.
  7. Würstchen und Kasseler zugeben: Die Würstchen in Scheiben schneiden und zusammen mit dem zerzupften Kasseler in die Suppe geben. Weitere 5 Minuten bei niedriger Hitze erhitzen, bis die Würstchen durchgewärmt sind.
  8. Würzen und servieren: Mit Majoran, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Die Erbsensuppe in tiefen Tellern anrichten und nach Belieben mit frischer Petersilie bestreuen.

Tipps für die perfekte Erbsensuppe

Einweichen nicht überspringen: Getrocknete Schälerbsen brauchen mehrere Stunden im Wasser, damit sie weich werden und gleichmäßig garen. Wer keine Zeit hat, kann auch eine verkürzte Methode nutzen: Erbsen in kaltem Wasser aufkochen, eine Minute sprudeln lassen, dann den Herd ausschalten und eine Stunde quellen lassen. Danach abgießen und wie gewohnt weiterkochen.

Die richtige Erbsensorte: Für diese Suppe eignen sich grüne Schälerbsen am besten – sie sind bereits enthülst und halbiert, garen schneller und ergeben eine schön sämige Suppe. Ungepellte ganze Erbsen brauchen deutlich länger und müssen nach dem Kochen passiert werden. Gelbe Schälerbsen sind ebenfalls möglich und geben der Suppe eine etwas mildere Note.

Sämigkeit steuern: Je länger die Erbsen kochen, desto mehr zerfallen sie und dicken die Suppe ein. Wer es besonders dickflüssig mag, kocht die Suppe noch 10–15 Minuten länger ohne Deckel. Ist die Suppe dagegen zu dick geworden, hilft ein Schuss heißes Wasser oder Brühe.

Würzen zum Schluss: Salz erst am Ende zugeben – das Kasseler und der Speck bringen bereits Salz mit. Zu frühes Salzen kann außerdem dazu führen, dass die Erbsen langsamer weich werden.

Variationen

Erbsensuppe vegetarisch: Das Kasseler und den Speck einfach weglassen und stattdessen mit 1 TL geräuchertem Paprikapulver und einem Schuss Sojasauce würzen – das gibt der Suppe eine angenehme Tiefe ohne Fleisch. Die Brühe durch eine kräftige Gemüsebrühe ersetzen.

Mit Räucherwurst statt Kasseler: Einige Regionen verwenden lieber Mettenden oder Bockwurst. Die Räucherwurst wird einfach in Scheiben geschnitten und in den letzten 10 Minuten mitgekocht, damit ihr Aroma in die Suppe übergeht.

Cremig püriert: Wer keine Stückchen mag, püriert die fertige Suppe vollständig mit einem Stabmixer, passiert sie durch ein feines Sieb und serviert sie mit einem Klecks Crème fraîche und gerösteten Speckwürfeln obenauf.

Erbsensuppe aus der Dose: Mit getrockneten Schälerbsen ist der Eigengeschmack deutlich intensiver als aus der Dose – aber im Notfall lässt sich auch eine Dosensuppe mit frisch angebratenem Speck, Majoran und einem Spritzer Zitronensaft deutlich aufwerten.

Wer die deftigen deutschen Suppen mag, findet auf unserer Seite auch ein Erbseneintopf-Rezept mit Schinkenknochen sowie eine herzhafte Kartoffelsuppe.

Die Geschichte der Erbsensuppe

Erbsensuppe gehört zu den ältesten dokumentierten Gerichten der Welt. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. erwähnte der griechische Komödiendichter Aristophanes in seinem Stück „Die Vögel“ Erbsensuppe als Straßenessen Athens – damals wurde sie in kleinen Töpfen an Passanten verkauft. Die Römer kannten das Gericht unter dem Namen „pultes pisanae“ und verpflegten damit ihre Legionen auf Feldzügen.

Ihren Siegeszug durch Europa verdankt die Erbsensuppe vor allem einer praktischen Eigenschaft: Getrocknete Erbsen lassen sich monatelang lagern, ohne zu verderben. Das machte sie zum idealen Proviant für Seeleute und Soldaten. Die preußische Armee aß sie so regelmäßig, dass sich 1867 ein Berliner Koch namens Johann Heinrich Grüneberg die legendäre Erbswurst ausdachte – ein Fertigprodukt, aus dem sich mit heißem Wasser sofort eine Erbsensuppe zubereiten ließ. Es gilt als eines der ersten industrialisierten Fertiggerichte überhaupt.

In den Niederlanden ist die dickflüssige Erwtensoep (auch „Snert“ genannt) bis heute Nationalgericht und wird traditionell im Winter serviert. Schweden und Finnland reichen ihre Erbsensuppe donnerstags – ein Brauch, der ursprünglich die Vorbereitung auf das Freitagsfasten war. In Kanada ist die Soupe aux Pois fester Bestandteil der Québec-Identität und wird seit dem 17. Jahrhundert nach nahezu unverändertem Rezept gekocht.

Lagerung und Haltbarkeit

Erbsensuppe hält sich im Kühlschrank in einem gut verschlossenen Behälter 3–4 Tage. Sie dickt beim Abkühlen deutlich nach, beim Aufwärmen einfach etwas Wasser oder Brühe unterrühren. Einfrieren ist problemlos möglich – in Portionsboxen hält sich die Suppe bis zu 3 Monate im Gefrierschrank. Vor dem Servieren langsam bei niedriger Hitze auftauen und aufwärmen.

Wie bekomme ich Geschmack in die Erbsensuppe?

Der Geschmack einer Erbsensuppe entsteht durch drei Dinge: gutes Ausgangsprodukt, Zeit und Würze. Geräucherter Bauchspeck oder Kasseler geben der Brühe ein kräftiges Raucharoma, das mit Majoran, Lorbeer und Pfeffer abgerundet wird. Wer die Suppe noch intensiver mag, lässt sie länger köcheln – je mehr die Erbsen zerfallen, desto tiefer wird der Geschmack. Ein Schuss Weißweinessig oder ein Spritzer Zitronensaft am Ende bringt alle Aromen in Balance.

Wie wird die Erbsensuppe sämig?

Sämigkeit entsteht, wenn die Erbsen zerfallen und ihre Stärke in die Brühe abgeben. Dafür müssen sie lange genug köcheln – meist 50–60 Minuten. Hilfreich ist auch kräftiges Umrühren, wodurch die weichen Erbsen an der Topfwand zerdrückt werden. Wer eine besonders glatte Konsistenz möchte, püriert die Hälfte der Suppe mit einem Stabmixer und rührt sie wieder unter.

Was sind häufige Fehler bei der Erbsensuppe?

Der häufigste Fehler ist das Einweichen zu überspringen – die Erbsen garen dann ungleichmäßig und bleiben teilweise hart. Ebenso problematisch: zu früh salzen (die Erbsen werden dann langsamer weich) und zu hohe Hitze (die Suppe brennt leicht am Boden an). Außerdem sollte das Kasseler erst herausgenommen werden, bevor die Suppe weiter eingedickt wird – sonst zerfällt es zu stark.

Wie kann man Erbsensuppe würzen?

Die klassische Würzung besteht aus Majoran, Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer. Wer mehr Tiefe möchte, ergänzt mit einer Prise geräuchertem Paprikapulver. Frischer Thymian oder Liebstöckel passen ebenfalls gut. Zum Abschmecken am Ende eignen sich ein Spritzer Zitronensaft oder ein Teelöffel Weißweinessig – das hebt die anderen Aromen an.

Kann man Erbsensuppe auf Vorrat kochen?

Ja, Erbsensuppe lässt sich hervorragend auf Vorrat kochen. Im Kühlschrank hält sie sich 3–4 Tage, eingefroren bis zu 3 Monate. Da die Suppe beim Abkühlen stark nachdickt, beim Aufwärmen einfach etwas Wasser oder Brühe zugeben und bei niedriger Hitze rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Kann Erbsensuppe auch ohne Fleisch gemacht werden?

Ja, eine vegetarische Erbsensuppe funktioniert gut. Das Fleisch einfach weglassen und die Brühe durch eine kräftige Gemüsebrühe ersetzen. Um den fehlenden Rauchgeschmack auszugleichen, eignen sich geräuchertes Paprikapulver, ein Schuss Sojasauce oder Räuchertofu in Würfeln. Das Ergebnis ist leichter, aber genauso sättigend.

Wie lange müssen Schälerbsen eingeweicht werden?

Grüne Schälerbsen sollten mindestens 8 Stunden eingeweicht werden, am besten über Nacht. Schnellmethode: Erbsen in kaltem Wasser aufkochen, eine Minute sprudeln lassen, Herd ausschalten und eine Stunde quellen lassen. Danach abgießen und wie gewohnt weiterkochen. Die Kochzeit verkürzt sich so auf etwa 40 Minuten.