
Cordon Bleu ist ein paniertes Schnitzel mit herzhaftem Kochschinken und schmelzendem Käse — außen goldbraun und knusprig, innen saftig mit köstlicher Füllung. Mit diesem Rezept gelingt das Cordon Bleu garantiert: keine auslaufende Füllung, perfekte Panade und knusprig von allen Seiten.
Zutaten für Cordon Bleu
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Schweineschnitzel | 4 Stück | je ca. 150–200 g, dünn |
| Kochschinken | 4 Scheiben | |
| Emmentaler | 120 g | oder Gouda, in Scheiben |
| Weizenmehl | 80 g | Type 405 |
| Eier | 3 Stück | Größe M |
| Semmelbrösel | 150 g | |
| Paprikapulver | 1 TL | edelsüß |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack | |
| Butterschmalz | 4 EL | zum Braten |
Zubereitung
- Schnitzel vorbereiten: Die Schweineschnitzel auf einer Arbeitsfläche ausbreiten. Falls sie dicker als 1 cm sind, einzeln in einen Gefrierbeutel legen und mit einem Fleischklopfer oder dem Boden eines schweren Topfes gleichmäßig auf etwa 5–7 mm Dicke klopfen. Schnitzel von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen.
- Tasche schneiden und füllen: Jedes Schnitzel mit einem scharfen Messer seitlich einschneiden, sodass eine Tasche entsteht — die drei anderen Seiten dabei stehen lassen. Eine Scheibe Kochschinken und eine Scheibe Emmentaler einlegen. Die Ränder fest andrücken. Für extra Sicherheit die Öffnung mit einem Zahnstocher verschließen.
- Panierstraße aufbauen: Drei tiefe Teller bereitstellen: Den ersten mit Mehl füllen, im zweiten die Eier mit einer Prise Salz verquirlen, im dritten Semmelbrösel mit Paprikapulver vermischen.
- Cordon Bleu panieren: Jedes gefüllte Schnitzel zuerst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abschütteln. Dann durch das verquirlte Ei ziehen, abtropfen lassen und zuletzt gründlich in den Semmelbröseln wenden — leicht andrücken, damit die Panade gut haftet.
- Goldbraun braten: Butterschmalz in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen, bis es richtig heiß ist. Die Cordon Bleus darin von jeder Seite 5–6 Minuten goldbraun braten. Die Pfanne sollte groß genug sein, damit die Schnitzel schwimmen können — im Zweifel in zwei Durchgängen braten.
- Abtropfen und servieren: Die fertigen Cordon Bleus auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen. Zahnstocher entfernen und sofort servieren, damit Käse und Füllung noch warm und schmelzend sind.
Tipps für das perfekte Cordon Bleu
Damit das Cordon Bleu wirklich gelingt, kommt es auf wenige, aber entscheidende Details an.
Fleisch dünn klopfen: Je dünner das Schnitzel, desto gleichmäßiger gart es durch und desto knuspriger wird die Panade. Fünf bis sieben Millimeter Dicke sind ideal — dünner wird es beim Umdrehen instabil, dicker bleibt der Kern roh während die Panade schon dunkel wird.
Käse mit Abstand: Der Käse sollte mindestens 1 cm Abstand zum Rand haben. Dann schmilzt er beim Garen, ohne aus der Öffnung zu quellen. Ein Zahnstocher verschließt die Tasche zusätzlich sicher.
Mehl als Versiegelung: Der erste Schritt in der Panierstraße ist entscheidend. Das Mehl bindet das Ei und verhindert, dass die Panade abplatzt. Überschüssiges Mehl dabei immer gut abschütteln, sonst bilden sich ungleichmäßige Klumpen.
Fett richtig heiß: Lauwarmes Fett zieht in die Panade ein und macht sie fettig und weich. Das Butterschmalz muss richtig heiß sein, bevor das erste Schnitzel in die Pfanne kommt. Einfacher Test: Am Holzstäbchen bilden sich sofort Bläschen.
Käsewahl: Emmentaler ist die Schweizer Variante und schmilzt besonders schön. Gouda ist milder und läuft seltener aus. Greyerzer bringt ein kräftigeres, nussiges Aroma. Alle drei funktionieren hervorragend — am Ende entscheidet der eigene Geschmack.
Keine Mikrowelle beim Aufwärmen: Wer übrig gebliebenes Cordon Bleu aufwärmt, sollte Pfanne oder Backofen verwenden. Die Mikrowelle macht die Panade in Minuten weich — das lässt sich nicht rückgängig machen.
Variationen
Cordon Bleu mit Hähnchen: Die beliebteste Variante ist das Hähnchen Cordon Bleu. Dafür eine Hähnchenbrust halbieren und aufklappen (Schmetterlingschnitt) oder einfach dünn klopfen und falten. Wer Hähnchen bevorzugt, findet bei unserer saftigen Hähnchenbrust aus der Pfanne zusätzliche Tipps zur richtigen Garzeit und Temperatur.
Cordon Bleu aus dem Backofen: Wer weniger Fett verwenden möchte, kann die panierten Schnitzel auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei 200 °C Umluft für 20–25 Minuten backen. Die Oberfläche vorher mit etwas Öl beträufeln, damit die Panade goldbraun wird. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.
Mit Serrano-Schinken: Anstelle von Kochschinken eignet sich auch hauchdünner Serranoschinken. Er bringt ein intensiveres, salzigeres Aroma und macht das Gericht mediterran.
Mit Parmaschinken und Mozzarella: Die italienisch inspirierte Version mit Parmaschinken und frischem Mozzarella schmeckt besonders aromatisch. Da Mozzarella mehr Feuchtigkeit enthält, sollte die Tasche besonders gut verschlossen werden.
Vegetarische Version: Für eine fleischlose Variante dicke Auberginen-Scheiben als Basis verwenden, mit Feta und getrockneten Tomaten füllen und wie gewohnt panieren.
Welche Beilagen passen zu Cordon Bleu?
Das kräftige Gericht verträgt sich am besten mit Beilagen, die entweder leicht säuerlich oder stärkehaltig sind — sie nehmen das Bratfett auf und gleichen den Geschmack aus.
Bratkartoffeln: Der absolute Favorit. Knusprig gebratene Bratkartoffeln mit Speck passen perfekt zur goldbraunen Panade — beides aus der Pfanne, beides knusprig.
Krautsalat: Ein leicht saurer Krautsalat ist eine klassische Beilage — er balanciert die Fülle des Cordon Bleus sehr gut aus.
Pommes frites: Schnell, beliebt und immer passend. Tiefgekühlt im Ofen gebacken oder frisch frittiert.
Gemischter Salat: Für eine leichtere Variante genügt ein einfacher grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing.
Spätzle mit Rahmsauce: In der Schweiz und im Süddeutschen wird Cordon Bleu gerne mit Spätzle und einer einfachen Rahmsauce serviert — besonders üppig und sättigend.
Dazu passt ein kühles Bier oder ein leichter Weißwein — Grauburgunder oder Riesling harmonieren besonders gut mit der Käse-Schinken-Füllung.
Wie lange ist Cordon Bleu haltbar?
Frisch gebratenes Cordon Bleu schmeckt am besten direkt aus der Pfanne. Im Kühlschrank hält es sich 1–2 Tage abgedeckt.
Beim Aufwärmen empfiehlt sich die Pfanne bei mittlerer Hitze oder der Backofen bei 160 °C für etwa 10 Minuten — so wird die Panade wieder knusprig.
Einfrieren: Roh panierte Cordon Bleus lassen sich sehr gut einfrieren. Dafür auf einem Tablett einzeln vorgefrieren, dann in Gefrierbeutel umfüllen. Haltbarkeit: bis zu 3 Monate. Direkt aus dem Tiefkühler in die heiße Pfanne geben und die Garzeit um etwa 5 Minuten verlängern.
Die Geschichte des Cordon Bleu
Der Name ist eine Auszeichnung: Cordon Bleu bedeutet auf Französisch blaues Band. Er geht auf den Ordre du Saint-Esprit zurück — den höchsten Ritterorden Frankreichs, gegründet von König Heinrich III. im Jahr 1578. Die Mitglieder des Ordens trugen ein breites, blaues Seidenband als Ehrenzeichen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff auf Köche höchster Klasse übertragen: Wer als Cordon-Bleu-Koch gilt, kocht auf dem allerhöchsten Niveau.
Wie genau das panierte Schnitzel zu diesem Namen kam, ist nicht vollständig belegt. Eine verbreitete Theorie führt das Gericht in die Schweiz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts — dort soll es erstmals in einem Rezeptbuch der 1940er Jahre erwähnt worden sein. Eine andere Version erzählt von einem französischen Wettbewerb aus dem Jahr 1930, bei dem ein Gewinnerrezept als Cordon Bleu ausgezeichnet wurde.
Was feststeht: Das Gericht ist eng mit der Schweizer Küche verbunden. Ursprünglich wurde fast ausschließlich Kalbfleisch verwendet, verfeinert mit Emmentaler oder Greyerzer. Heute sind Schweine- und Hähnchenschnitzel die verbreiteteren Varianten — preiswerter und leichter zu verarbeiten, aber genauso lecker.
Cordon Bleu auf der ganzen Welt
Das Prinzip — Fleisch, Füllung, Panade — ist universell genug, dass viele Küchen der Welt ihre eigene Variante entwickelt haben.
In Spanien (Asturien) heißt das Pendant Cachopo: zwei riesige Rinderschnitzel mit Serranoschinken und Käse in der Mitte, frittiert und oft auf dem Tisch für mehrere Personen geteilt. Ein Cachopo kann locker einen Teller überhängen.
In Uruguay und Argentinien ist die Milanesa rellena verbreitet — ein Rind- oder Hähnchenschnitzel mit Schinken und Mozzarella, das zum alltäglichen Street-Food-Angebot gehört.
In Spanien gibt es außerdem den San Jacobo: Kochschinken und Käse zwischen zwei Scheiben Schweinefleisch, einfacher als das Original, aber genauso beliebt bei Jung und Alt.
Allen Varianten gemeinsam: Das Geheimnis liegt in der Füllung — und in einer Panade, die wirklich hält.
Warum heißt das Gericht Cordon Bleu?
Der Name stammt aus dem Französischen und bedeutet blaues Band. Er geht auf den Ordre du Saint-Esprit zurück, den König Heinrich III. 1578 in Frankreich gründete. Die Mitglieder trugen ein breites blaues Seidenband als Ehrenzeichen. Später wurde der Begriff auf Köche höchster Klasse übertragen. Wie genau das panierte Schnitzel zu diesem Namen kam, ist nicht vollständig belegt — es gibt konkurrierende Theorien aus der Schweiz und Frankreich.
Welches Fleisch eignet sich am besten für Cordon Bleu?
Das Original wird mit Kalbsschnitzel zubereitet — es ist zart, dünn und gart gleichmäßig. Häufiger verwendet man heute Schweineschnitzel, das günstiger und ebenso gut geeignet ist. Hähnchenbrust ist die leichtere Alternative mit weniger Kalorien. Wichtig ist bei allen Varianten: Das Fleisch muss dünn sein — 5 bis 7 Millimeter Dicke sind ideal.
Wie verhindere ich, dass der Käse ausläuft?
Drei Maßnahmen helfen: Erstens den Käse mindestens 1 cm vom Rand entfernt einlegen. Zweitens die Öffnung fest andrücken und mit einem Zahnstocher sichern. Drittens beim Panieren darauf achten, dass die Panade lückenlos geschlossen ist — vor allem an der Öffnung. Das Mehl in der ersten Panierphase versiegelt zusätzlich und hält alles zusammen.
Kann ich Cordon Bleu auch im Backofen zubereiten?
Ja, das funktioniert sehr gut. Die panierten Schnitzel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, leicht mit Öl beträufeln und bei 200 °C Umluft für 20–25 Minuten backen. Die Panade wird etwas weniger fettig als in der Pfanne, wird aber trotzdem knusprig. Für gleichmäßige Bräunung nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.
Kann ich Cordon Bleu vorbereiten und einfrieren?
Ja — und das lohnt sich. Die panierten, aber noch nicht gebratenen Cordon Bleus auf einem Tablett vorgefrieren, dann in Gefrierbeutel umfüllen. Im Tiefkühler halten sie sich bis zu 3 Monate. Zum Zubereiten direkt gefroren in die heiße Pfanne geben — die Garzeit verlängert sich um ca. 5 Minuten.
Was ist der Unterschied zwischen Cordon Bleu und Wiener Schnitzel?
Das Wiener Schnitzel wird ohne Füllung zubereitet und ist paniert — traditionell aus Kalbfleisch. Das Cordon Bleu ist ebenfalls paniert, hat aber eine Füllung aus Käse und Schinken. Beim Braten unterscheidet sich die Methode kaum. Der wesentliche Unterschied liegt also im Inneren: Wiener Schnitzel ist pur, Cordon Bleu ist gefüllt.
Wie lange muss Cordon Bleu in der Pfanne braten?
Bei mittlerer bis hoher Hitze braucht jede Seite 5 bis 6 Minuten. Das Fett muss heiß genug sein, damit die Panade sofort schließt. Nach dem Braten kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Schweineschnitzel sollten eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C erreichen — bei Hähnchen sind es mindestens 75 °C.