Selbst gemachte Ingwer Limonade schmeckt deutlich lebendiger als jede gekaufte Flasche, weil die Schärfe aus frischer Ingwerwurzel kommt und nicht aus einem Aroma. Grundlage ist ein Ingwersirup, den man in einer halben Stunde einkocht und danach wochenlang im Kühlschrank stehen hat. Aufgegossen wird er mit kaltem Mineralwasser, dazu Zitrone und Minze. Wie scharf das Ergebnis wird, entscheidet allein die Kochzeit des Ingwers.

Zutaten für Ingwer Limonade

Zutaten für Gläser

Für den Ingwersirup

ZutatMengeHinweise
Ingwer150 gfrisch, feste Knolle
Wasser300 ml
Zucker250 gweiß oder Rohrohrzucker
Zitrone1 Stückunbehandelt, Saft und Schale

Für die Limonade

ZutatMengeHinweise
Ingwersirup160 mlselbst gekocht, kalt
Mineralwasser800 mlgut gekühlt, mit Kohlensäure
Zitrone1 Stückunbehandelt, in Scheiben
Minze4 Zweigfrisch
Eiswürfelnach Bedarf

Zubereitung

  1. Ingwer vorbereiten: Den Ingwer unter fließendem Wasser abbürsten. Die dünne Schale mit der Kante eines Teelöffels abschaben statt sie mit dem Sparschäler abzuziehen – direkt unter der Haut sitzt besonders viel Aroma, das beim Schälen sonst mit weggeht. Anschließend die Knolle in dünne Scheiben schneiden. Wer es schärfer mag, raspelt sie stattdessen grob: je größer die Schnittfläche, desto mehr Schärfe geht in den Sud über.
  2. Ingwersud köcheln: Ingwer und Wasser in einen kleinen Topf geben und zugedeckt 15 Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen. Der Sud soll dabei nur leise simmern und nicht sprudelnd kochen, sonst verdampft zu viel Flüssigkeit und die feinen Zitrusnoten des Ingwers verfliegen.
  3. Zitrone zugeben: Die Zitrone heiß abwaschen und trocken reiben. Die Schale in breiten Streifen abziehen, dabei möglichst wenig von der weißen Innenhaut mitnehmen – sie schmeckt bitter. Zitronenschale in den Topf geben, den Saft auspressen und ebenfalls zugießen. Weitere 2 Minuten ziehen lassen, dann den Topf vom Herd nehmen.
  4. Sud absieben: Den Sud durch ein feines Sieb in einen zweiten Topf gießen und die Ingwerscheiben mit dem Löffelrücken kräftig ausdrücken. Dort steckt der größte Teil der Schärfe. Die ausgekochten Scheiben danach wegwerfen oder als Ingwerstückchen in Tee weiterverwenden.
  5. Sirup einkochen: Den Zucker einrühren und den Sirup offen 8 bis 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat und die Flüssigkeit leicht sirupartig vom Löffel läuft. Beim Abkühlen zieht der Sirup noch etwas nach, deshalb lieber eine Spur zu dünn vom Herd nehmen als zu dick.
  6. Sirup abfüllen: Den heißen Sirup in eine sauber ausgespülte Flasche füllen und verschließen. Es entstehen ungefähr 400 ml. Vor dem Mixen vollständig auskühlen lassen, am besten über Nacht im Kühlschrank – warmer Sirup lässt die Kohlensäure im Mineralwasser sofort zusammenfallen.
  7. Limonade mixen: Je 40 ml Sirup in ein hohes Glas geben, Eiswürfel darauf schichten und mit rund 200 ml eiskaltem Mineralwasser auffüllen. Einmal von unten nach oben durchrühren, damit sich der schwere Sirup vom Glasboden löst und sich gleichmäßig verteilt.
  8. Anrichten und servieren: Eine Zitronenscheibe an den Glasrand stecken und einen Minzzweig zugeben. Die Minze vorher einmal kräftig zwischen den Handflächen anklatschen: Das setzt die ätherischen Öle frei, ohne die Blätter zu zerreißen – zerdrückte Minze wird schnell bitter. Sofort servieren, solange die Limonade noch spritzig ist.

Wie scharf soll die Limonade werden?

Die Schärfe steckt im Gingerol, der scharf aromatischen Substanz der Ingwerwurzel. Wie viel davon im Sirup landet, steuern drei Stellschrauben. Erstens die Schnittgröße: geraspelter Ingwer gibt deutlich mehr ab als dicke Scheiben. Zweitens die Kochzeit – nach 10 Minuten ist der Sud mild und zitrusartig, nach 20 Minuten spürbar brennend im Hals. Drittens das Mischverhältnis im Glas. Die im Rezept angegebenen 40 ml Sirup auf 200 ml Wasser entsprechen ungefähr 1:5 und ergeben eine mittlere Schärfe. Wer zum ersten Mal kocht, fängt am besten mit 30 ml an und gießt nach.

Variationen

Statt Zitrone passt Limette hervorragend, sie bringt eine herbere Säure mit. Auch ein Zweig Rosmarin, der die letzten zwei Minuten im heißen Sud zieht, verändert das Getränk stark und macht es harziger. Wer den Zucker teilweise ersetzen will, rührt am Ende zwei Esslöffel Honig in den noch warmen, aber nicht mehr kochenden Sirup. Für eine Version ohne Kohlensäure funktioniert stilles Wasser genauso, dann lohnt es sich, Zitronenscheiben und Minze eine Stunde vorher in der Karaffe ziehen zu lassen.

Der Sirup ist außerdem eine gute Basis für Longdrinks: Mit Sirup, Limette und Wodka wird daraus ein Getränk in Richtung Moscow Mule, mit braunem Rum geht es Richtung Dark and Stormy. Wer lieber bei alkoholfreien Sommergetränken bleibt, findet in unserem selbst gemachten Eistee und im Arnold Palmer zwei naheliegende Alternativen.

Sirup richtig aufbewahren

Der hohe Zuckeranteil konserviert den Sirup, aber er ersetzt kein Einkochen. In einer sauber ausgespülten, gut verschlossenen Flasche hält er sich im Kühlschrank mehrere Wochen. Wer ihn heiß in sterilisierte Flaschen füllt und sofort verschließt, kann ihn auch ungeöffnet deutlich länger lagern – nach dem Öffnen gehört er dann in jedem Fall in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden. Sobald sich Trübungen, Fäden oder ein hefiger Geruch zeigen, gehört der Sirup weg.

Praktisch ist es, den Sirup in kleinen Flaschen abzufüllen statt in einer großen. So bleibt der Rest ungeöffnet, während die erste Portion schon in Gebrauch ist. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch unser Holunderblütensirup und der Pfefferminzsirup, mit denen sich die Limonade übrigens gut kombinieren lässt.

Woher Ingwer und Limonade kommen

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, von der ausschließlich das unterirdisch wachsende Rhizom genutzt wird. Die genaue Heimat gilt als unsicher; vermutet werden Sri Lanka oder pazifische Inseln. Heute stammt der weitaus größte Teil der Welternte aus Indien, gefolgt von Nigeria und China. Schon Dioskurides empfahl Ingwer in der Antike als verdauungsförderndes Gewürz, und im Mittelalter setzte sich diese Verwendung in Europa fort.

Das Wort Limonade führt über das Französische und Arabische zurück auf das persische limun für Zitrone. Als Getränk taucht sie im 16. und 17. Jahrhundert in Spanien auf; am Dresdner Hof wurden 1688 bereits Varianten aus Zitronen, Rosen, Himbeeren, Zimt und Quitten ausgeschenkt. Die Kombination aus Ingwer und Sprudel wurde vor allem durch das Ginger Ale populär, das der Uhrmacher Jacob Schweppe ab 1783 in Genf herstellte und ab 1792 in London in größerem Stil produzierte. Selbst gemachte Ingwerlimonade steht damit in einer ziemlich alten Reihe.


Muss man Ingwer für den Sirup schälen?

Zwingend nötig ist es nicht, solange die Knolle gut abgebürstet ist. Direkt unter der dünnen Schale sitzt besonders viel Aroma, deshalb ist Abschaben mit einem Teelöffel dem Schälen mit dem Sparschäler vorzuziehen. Bei sehr alten, faltigen Knollen mit holziger Haut nimmt man die Schale besser ganz ab.

Wie lange hält sich selbst gemachter Ingwersirup?

In einer sauberen, verschlossenen Flasche im Kühlschrank mehrere Wochen. Heiß in sterilisierte Flaschen abgefüllt und ungeöffnet gelagert hält er deutlich länger. Entscheidend sind saubere Gefäße und dass kein Löffel oder Trinkhalm in die Flasche gerät. Trübungen, Schlieren oder ein hefiger Geruch sind ein Zeichen zum Wegschütten.

Ist Ingwerlimonade gesund?

Selbst gemacht hat man immerhin die Kontrolle über den Zucker, und der Ingwer ist frisch statt als Aroma zugesetzt. Trotzdem bleibt der Sirup ein Zuckersirup: 250 g Zucker verteilen sich hier auf rund zehn Gläser. Ingwer wird traditionell als verdauungsförderndes Gewürz verwendet, das macht die Limonade aber zu keinem Gesundheitsgetränk. Wer weniger Zucker möchte, verdünnt stärker oder mischt einen Teil des Sirups mit ungesüßtem Ingwerwasser.

Wie oft kann man Ingwer mit Zitrone trinken?

Eine allgemeingültige Menge gibt es nicht. Ingwer ist scharf und die Zitronensäure greift den Zahnschmelz an, beides kann bei empfindlichem Magen oder empfindlichen Zähnen unangenehm werden. Ein Glas am Tag ist für die meisten unproblematisch. Wer regelmäßig größere Mengen trinken möchte, Medikamente einnimmt oder schwanger ist, klärt das besser ärztlich ab.

Welche Getränke kann man noch mit Ingwer machen?

Der Sirup ist die Basis für eine ganze Reihe von Drinks. Mit Wodka und Limette entsteht ein Getränk in Richtung Moscow Mule, mit braunem Rum ein Dark and Stormy, und mit Rum und Ananas geht es Richtung Caribbean Mule. Ohne Alkohol funktioniert ein Löffel Sirup auch in heißem Wasser als Ingwertee oder als Schuss im Eistee. Wer den Ingwer pur und ungesüßt mag, ist mit einem Ingwer-Kurkuma-Shot besser bedient, und gewärmt kommt Ingwer auch im Chai Latte vor.

Kann man die Limonade ohne Zucker zubereiten?

Nicht als Sirup, denn der Zucker sorgt hier auch für die Haltbarkeit und die Konsistenz. Für eine zuckerfreie Variante geht man einen anderen Weg: Ingwerscheiben, Zitronenscheiben und Minze direkt in eine Karaffe mit kaltem Wasser geben und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Das Ergebnis ist milder und weniger süß, schmeckt aber deutlich nach Ingwer.

Warum schmeckt meine Ingwerlimonade bitter?

Meistens liegt es an der Zitrone. Wird die Schale zu dick abgezogen, kommt die weiße Innenhaut mit in den Sud und die bringt Bitterstoffe mit. Auch zu langes Mitkochen der Schale kann bitter machen, deshalb kommt sie erst am Ende für zwei Minuten dazu. Der dritte Grund ist zerdrückte Minze: Sie soll nur angeklatscht, nicht zerstoßen werden.

Kann man den Sirup einfrieren?

Ja, das funktioniert gut. Am praktischsten ist es, den abgekühlten Sirup in eine Eiswürfelform zu füllen und die gefrorenen Würfel danach in einen Gefrierbeutel umzufüllen. Ein Würfel entspricht ungefähr einer Portion für ein Glas. So hat man auch außerhalb der Saison jederzeit eine Portion parat, ohne eine ganze Flasche anbrechen zu müssen.