
Ezme ist eine scharfe türkische Meze-Paste aus fein gehackten Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Chili. Ihren Namen trägt die Spezialität aus Gaziantep von der traditionellen Zubereitung: Ezme bedeutet auf Türkisch „zerdrückt“ oder „zerstampft“. Zwischen Dip und grober Sauce angesiedelt, wird sie mit Fladenbrot aufgetunkt und gehört auf jedem türkischen Tisch zu den beliebtesten Vorspeisen.
Zutaten für Ezme (6 Portionen als Meze)
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Tomaten | 4 Stück | reif, festfleischig |
| rote Spitzpaprika | 2 Stück | scharf |
| grüne Spitzpaprika | 1 Stück | |
| rote Zwiebel | 1 Stück | mittelgroß |
| Knoblauchzehen | 2 Stück | |
| rote Chilischoten | 2 Stück | je nach Schärfewunsch |
| glatte Petersilie | 1 Bund | |
| Tomatenmark | 2 EL | doppelt konzentriert |
| Paprikamark | 1 EL | scharf, biber salcasi |
| Olivenöl | 3 EL | kaltgepresst |
| Zitronensaft | 2 EL | frisch gepresst |
| Granatapfelmelasse | 1 EL | optional, für Süß-Säure |
| Pul Biber | 1 TL | türkische Chiliflocken |
| Sumach | 1 TL | |
| Minze | 1 TL | getrocknet |
| Salz | 1 TL | |
| Kreuzkümmel | 0.5 TL | gemahlen |
| Zucker | 1 Prise |
Zubereitung
- Tomaten vorbereiten: Die Tomaten mit einem scharfen Messer kreuzförmig einritzen, kurz in kochendes Wasser legen und nach etwa 30 Sekunden in eine Schüssel mit Eiswasser tauchen. Die Haut löst sich dann von selbst und kann einfach abgezogen werden. Die Tomaten vierteln, die Kerne mit dem wässrigen Fruchtfleisch herauslöffeln und nur das feste Fruchtfleisch in sehr feine Würfel von 2 bis 3 mm schneiden.
- Paprika und Zwiebel fein hacken: Beide Paprikasorten waschen, entkernen, die weißen Trennwände herausschneiden und wie die Tomaten in sehr feine Würfel schneiden. Die rote Zwiebel schälen, halbieren und ebenfalls in feinste Würfel hacken. Wichtig ist überall die gleiche, kleine Größe – die Textur ist das Markenzeichen von Ezme und entsteht nur durch geduldiges Hacken mit dem Messer.
- Knoblauch, Chili und Petersilie: Die Knoblauchzehen schälen, sehr fein hacken und mit der Messerklinge zu einer Paste zerdrücken. Die Chilischoten nach Wunsch entkernen (Kerne = mehr Schärfe) und ebenfalls fein hacken. Die Petersilie waschen, gut trocken schütteln und die Blätter sehr fein schneiden.
- Alle Zutaten mischen und stampfen: Alle gehackten Zutaten in einer mittelgroßen Schüssel vermengen. Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Mit einem schweren Holzlöffel oder dem Stößel eines Mörsers die Masse mindestens 2 Minuten lang kräftig stampfen und drücken. Dadurch treten Säfte aus, die sich mit dem Fruchtfleisch verbinden und die charakteristische Ezme-Konsistenz ergeben. Pürieren ist nicht erlaubt – die Textur soll stückig bleiben.
- Würzen und abschmecken: Tomatenmark, Paprikamark, Olivenöl und Zitronensaft zugeben. Die Granatapfelmelasse, Pul Biber, Sumach, Minze, Salz, Kreuzkümmel und eine Prise Zucker einrühren. Alles erneut kräftig durchmischen und weiter stampfen, bis eine gleichmäßige, leicht sämige Masse entsteht. Die Konsistenz liegt zwischen grobem Dip und körniger Paste.
- Ziehen lassen: Die Schüssel abdecken und die Ezme mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur durchziehen lassen. Besser sind ein bis zwei Stunden – in dieser Zeit verbinden sich die Aromen und die Schärfe entwickelt ihre volle Tiefe.
- Abschmecken und servieren: Vor dem Servieren noch einmal probieren und bei Bedarf mit Salz, Zitronensaft oder Pul Biber nachwürzen. Die Ezme in eine flache Servierschale füllen, mit einem Schuss Olivenöl beträufeln und mit ein paar Petersilienblättern bestreuen. Zu warmem Fladenbrot oder Pide servieren.
Ezme ist kein Salat – die richtige Einordnung
Im deutschsprachigen Raum wird Ezme oft als „türkischer Tomatensalat“ verkauft, und in vielen Supermärkten steht das Glas entsprechend im Salatregal. Diese Übersetzung ist aber irreführend. Ezme ist keine Gabelspeise und kein Blattsalat, sondern eine Meze-Paste zum Auftunken – ihre Konsistenz liegt zwischen einem groben Dip und einer körnigen Sauce.
Der Name selbst sagt alles: ezme ist das türkische Wort für zerdrückt oder zerstampft. Die Zutaten werden fein gehackt und dann so lange gestampft, bis sie ihre Säfte abgeben und sich zu einer verdichteten Masse verbinden. Ein Salat wäre frisch, locker und gestapelt – Ezme ist kompakt, durchmischt und so sämig, dass sie auf einem Stück Fladenbrot haften bleibt.
In türkischen Restaurants taucht Ezme auf der Speisekarte deshalb unter Meze oder Vorspeisen auf – niemals unter Salaten. Sie wird zusammen mit Hummus, Cacık (Joghurtsauce mit Gurke) und anderen kleinen Köstlichkeiten als Teil einer Meze-Platte serviert.
Ezme vs. Acılı Ezme – was ist der Unterschied
Ezme (gesprochen „Es-Me“) ist die Oberkategorie und umfasst alle zerstampften Pasten nach diesem Muster. Acılı Ezme (gesprochen „A-dschi-li Es-Me“) bedeutet wörtlich „scharfe Ezme“ und ist die bekannteste und verbreitetste Variante.
Das Wort acılı heißt „scharf“. Ohne diesen Zusatz gäbe es theoretisch auch eine milde Ezme – in der Praxis ist die scharfe Version aber so dominant, dass „Ezme“ und „Acılı Ezme“ meistens synonym verwendet werden. Wer in einem türkischen Restaurant einfach „Ezme“ bestellt, bekommt in 99 Prozent der Fälle die scharfe Variante.
Der Schärfegrad kommt aus drei Quellen: frischen Chilischoten, Pul Biber (türkische Chiliflocken) und scharfem Paprikamark (biber salçası). Wer es weniger feurig mag, lässt die frischen Chilischoten weg und halbiert die Chiliflocken – dann bleibt die aromatische Basis, aber der Biss ist moderat.
Die Herkunft aus Gaziantep
Ezme stammt aus der südostanatolischen Stadt Gaziantep, einer der wichtigsten kulinarischen Hauptstädte der Türkei. Die Region um Gaziantep ist bekannt für intensive Gewürze, scharfe Paprika und die berühmte Küche, die im Jahr 2015 sogar ins UNESCO-Welterbe der Gastronomie-Städte aufgenommen wurde.
Die vollständige türkische Bezeichnung lautet Antep Ezmesi, also „Paste aus Antep“. Antep ist die Kurzform von Gaziantep, die der Stadt vor der Umbenennung 1921 eigen war. Der Zusatz Gazi („Kriegsheld“) wurde ihr nach dem Befreiungskrieg verliehen, um die Heldentaten der Bewohner im Kampf gegen die französischen Besatzer zu ehren.
Ursprünglich war Ezme ein Gericht der einfachen Leute: Aus wenigen, günstigen Zutaten wie Tomaten, Zwiebeln und Chili ließ sich eine sättigende und würzige Beilage zum täglichen Brot machen. Die Schärfe hatte neben dem Geschmack auch eine konservierende Wirkung in den heißen Sommern der Region. Heute gehört Ezme zum festen Repertoire jedes türkischen Restaurants und ist vom einfachen Arme-Leute-Essen zur kulinarischen Visitenkarte geworden.
Pul Biber, Sumach und Granatapfelmelasse – die Geheimzutaten
Drei Zutaten unterscheiden echtes Ezme von einer Tomatensalsa: Pul Biber, Sumach und Granatapfelmelasse. Alle drei bekommt man im türkischen Supermarkt oder gut sortierten Asia-Läden.
Pul Biber sind grob geschrotete Chiliflocken aus der türkischen Paprikasorte Urfa oder Aleppo. Sie sind nicht nur scharf, sondern haben auch ein fruchtig-geräuchertes Aroma, das getrocknete europäische Chiliflocken nicht haben. Pul Biber ist der Geschmacksträger für fast alle scharfen türkischen Gerichte. Ersatz: feine Chiliflocken plus eine Prise süßes Paprikapulver.
Sumach ist ein rotes, säuerliches Gewürz aus den getrockneten Beeren des Färbersumachs. Es schmeckt leicht säuerlich-salzig mit einer ganz feinen fruchtigen Note und gibt der Ezme ihre charakteristische Tiefe. Ohne Sumach fehlt dem Geschmacksbild etwas, das man kaum benennen kann – aber sofort vermisst. Ersatz: ein paar Tropfen mehr Zitronensaft.
Granatapfelmelasse (nar ekşisi) ist ein dicker, dunkelroter Sirup aus eingekochtem Granatapfelsaft. Sie verbindet süß und säuerlich in einer Intensität, die weder Essig noch Zitrone erreichen. Ein Esslöffel genügt, um der Ezme eine geheimnisvolle Komplexität zu verleihen. Ersatz: Balsamico-Reduktion.
Biber Salçası, das scharfe Paprikamark, ist die fünfte Zutat, die man oft in originalen Gaziantep-Rezepten findet. Es wird aus reifen roten Paprika hergestellt, die in der Sonne zu einer tiefroten Paste eingekocht werden. Wer nur normales Tomatenmark verwendet, bekommt eine runde aber etwas flachere Ezme. Die traditionelle Herstellung von Biber Salçası ist ein Sommerritual in vielen türkischen Haushalten: Reife Paprika werden über mehrere Tage in der Sonne getrocknet, püriert und dann langsam eingekocht, bis eine konzentrierte Paste entsteht. Man bekommt Biber Salçası in Gläsern im türkischen Supermarkt, meist in zwei Varianten: tatlı (mild) und acı (scharf). Für Ezme verwendet man die scharfe Version.
Wie wird Ezme traditionell gegessen
Ezme ist in erster Linie eine Meze – also Teil einer Vorspeisenauswahl, die vor oder mit dem Hauptgang serviert wird. Auf dem traditionellen türkischen Tisch steht sie neben Hummus, Cacık, Haydari (Joghurt-Dip mit Kräutern) und Yaprak Sarma (gefüllte Weinblätter).
Die wichtigste Begleitung ist warmes Fladenbrot. Das Brot wird in Stücke gerissen und dann mit der Rückseite in die Ezme gedrückt, sodass die Paste am Brot haften bleibt. Besonders beliebt ist Pide, ein etwas dickeres Fladenbrot mit luftiger Krume, das die Sauce gut aufsaugt.
Als Beilage zum Grillgut ist Ezme unschlagbar. Ob Adana Kebap, Köfte, gegrillter Halloumi oder Lammspieße – die scharfe Paste gibt jedem gegrillten Stück Fleisch oder Gemüse sofort Tiefe und Frische. In vielen türkischen Grillrestaurants wird automatisch ein kleines Schälchen Ezme mit jedem Kebap-Teller serviert.
Eine dritte Verwendung: als scharfer Brotaufstrich zum Frühstück. In Südostanatolien gehört Ezme auf den Frühstückstisch wie bei uns die Marmelade. Dazu Fladenbrot, Käse, Oliven und schwarzer Tee.
Auch als Begleitung zu Zaziki und weiteren Dips funktioniert Ezme hervorragend – der Kontrast zwischen der kühlen Joghurtfrische des Zaziki und der feurigen Wärme der Ezme ist auf jeder Meze-Platte ein Fest.
Ezme zu Grillgut – welche Kombinationen funktionieren
Der klassische Einsatz von Ezme ist als scharfe Komponente zu gegrilltem Fleisch und Gemüse. Die Kombination aus rauchigen Grillaromen und der frischen, feurigen Paste ist in der türkischen Küche so eingespielt wie in Deutschland Senf zur Bratwurst.
Zu Lamm-Kebap oder Lammspießen passt Ezme besonders gut. Die kräftigen, etwas fettigen Aromen des Lamms werden von der Säure der Tomaten und der Schärfe der Chili ausgeglichen. In vielen türkischen Restaurants bekommt man zu jedem Kebap automatisch ein Schälchen Ezme dazu.
Bei Hähnchenfleisch vom Grill ist Ezme der perfekte Begleiter, weil sie dem oft milden Fleisch Charakter verleiht. Ein Hähnchenschenkel mit etwas Joghurtmarinade, dazu warmes Fladenbrot und Ezme – das ist ein komplettes Essen.
Für vegetarische Grillgerichte wie Halloumi, gegrillte Auberginen oder Pide funktioniert Ezme wie eine Brücke zwischen Zutaten. Sie bringt Säure, Schärfe und Würze auf einen Schlag mit und macht einfache Grillgerichte zu einer vollwertigen Mahlzeit.
Als Dip für rohes Gemüse ist Ezme eine gesunde Alternative zu Chipsdips. Gurkensticks, Paprikastreifen und Karottensticks lassen sich hervorragend hineindippen – der Erfrischungseffekt passt zur Schärfe.
Bei Fisch und Meeresfrüchten wäre Ezme zu dominant. Hier passen milde Joghurt-Dips oder Tzatziki besser, die den feinen Eigengeschmack von Fisch nicht überdecken.
Variationen
Acılı Ezme (extra scharf): Die ursprüngliche und bekannteste Variante mit maximaler Schärfe. Anzahl der Chilischoten verdoppeln, einen weiteren Teelöffel Pul Biber zugeben. Nichts für Zartbesaitete.
Cevizli Ezme (mit Walnüssen): Eine halbe Tasse grob gehackter Walnüsse unter die Masse mischen. Die Walnüsse geben Biss und eine leicht erdige Note – sehr verbreitet in der Gegend um Şanlıurfa.
Narlı Ezme (mit Granatapfel): Ein paar Esslöffel frische Granatapfelkerne obenauf streuen. Die süß-säuerlichen Kerne bilden einen hübschen Kontrast zur tiefroten Paste und geben dem Dip eine fruchtige Frische.
Közlenmiş Ezme (mit gegrillter Paprika): Die Paprika vor dem Hacken über offener Flamme rösten, bis die Haut schwarz ist. Dann die Haut abziehen und das rauchig-weiche Fruchtfleisch verwenden. Das Ergebnis schmeckt intensiver und weniger scharf, dafür tief rauchig.
Milde Ezme: Frische Chilischoten komplett weglassen, Pul Biber halbieren, mehr Tomate und Paprika. Ergibt einen würzigen, aber nicht scharfen Dip, der auch Kindern schmeckt.
Aufgerüstete Ezme als Hauptgericht: Eine große Portion Ezme in eine Pfanne geben, kurz erhitzen und mit einem Ei darübergegeben als Menemen-Variante servieren. Das Ei darin ziehen lassen und mit Fladenbrot auslöffeln.
Ezme als Pasta-Sauce: Die Paste mit etwas Pastawasser verdünnen und unter frisch gekochte Spaghetti heben. Ein ungewöhnlicher, aber überraschend leckerer Einsatz, der in der türkischen Hausmannsküche gelegentlich vorkommt. Dazu passt etwas geriebener Pecorino oder bröckeliger Feta.
Ezme auf der Pide: Als Belag auf einer selbstgemachten Pide (türkische Pizza). Die Ezme mit etwas Hackfleisch und Feta kombinieren und in den heißen Ofen schieben. Das Ergebnis ist eine der populärsten Varianten der türkischen Steinofenküche.
Tipps für das perfekte Ezme
Die Tomate ist entscheidend. Wässrige Supermarkt-Tomaten ergeben wässrige Ezme. Am besten sind reife Strauchtomaten, Fleischtomaten oder sogar Romatomaten – sie haben weniger Wasser und mehr Fruchtfleisch. Wer keine guten frischen Tomaten bekommt, kann die Menge halbieren und mit einer Dose gut abgetropfter, gestückelter Tomaten auffüllen.
Nicht pürieren, sondern hacken. Ein Mixer macht aus Ezme einen gleichmäßigen Brei und zerstört die Textur. Die richtige Methode ist konsequentes Kleinhacken mit dem Messer und anschließendes Stampfen. Ein Wiegemesser beschleunigt die Arbeit, ohne die Textur zu zerstören.
Die Tomatenkerne entfernen. Das wässrige Kerngehäuse der Tomaten macht Ezme flüssig und mindert den Geschmack. Einfach halbieren und mit dem Löffel heraushebeln – das reicht.
Mindestens 30 Minuten durchziehen lassen. Frisch angemischt schmeckt Ezme dünn und flach. Erst nach einer halben Stunde entfalten sich die Aromen, und nach ein bis zwei Stunden im Kühlschrank schmeckt sie am besten. Länger als einen Tag würde ich sie aber nicht lagern – die Frische der Kräuter geht verloren.
Die richtige Schärfe einbauen. Schärfe aus frischen Chilis ist anders als Schärfe aus Chiliflocken. Frische Chili gibt eine schnelle, brennende Schärfe – Pul Biber eine langsam aufbauende, tiefe Wärme. Für den vollen Ezme-Charakter beides verwenden, in moderaten Mengen. Wer unsicher mit der Dosierung ist, fängt mit der Hälfte an und schmeckt nach dem Durchziehen noch einmal ab – die Schärfe wächst nach 30 Minuten spürbar.
Granatapfelmelasse sparsam dosieren. Der Sirup ist intensiv, ein Esslöffel reicht für sechs Portionen. Wer zu viel nimmt, bekommt eine zu süße Ezme, die an Grillsoße erinnert. Ein kleiner Schuss, gut verrührt, gibt die richtige Tiefe.
Die richtigen Werkzeuge
Ezme ist ein Gericht, bei dem die richtigen Werkzeuge einen spürbaren Unterschied machen. Die Türken schwören auf ein paar klassische Helfer, die man sich zulegen kann, wenn man öfter Meze zubereitet.
Das Wiegemesser (Mezzaluna) ist der Klassiker für das feine Hacken. Die halbmondförmige Klinge wird mit beiden Händen geführt und bewegt sich in einer Schaukelbewegung über das Gemüse. Ein Wiegemesser halbiert die Zeit im Vergleich zum normalen Kochmesser und sorgt für gleichmäßigere Stücke. Wer keines hat, kommt mit einem scharfen Kochmesser (mindestens 20 cm Klinge) auch gut zurecht.
Ein schwerer Mörser ist das traditionelle Werkzeug zum Stampfen. Die Masse wird in kleinen Portionen in den Mörser gegeben und mit dem Stößel zerdrückt, bis die Zutaten ihre Säfte abgeben. In der Praxis reicht ein schwerer Holzlöffel aus – man gibt alle gehackten Zutaten in eine tiefe Schüssel und drückt sie mit dem Löffel mehrere Minuten lang energisch.
Eine flache Servierschale aus Keramik oder Kupfer ist die authentische Präsentation. In Tahinenschalen oder breiten, flachen Meze-Schüsseln kommt die rote Farbe der Ezme am besten zur Geltung. Ein Schälchen Olivenöl mit ein paar Petersilienblättern obenauf ist die typische Garnierung.
Aufbewahren und Einfrieren
Frisch zubereitete Ezme hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage, abgedeckt in einem Glasgefäß. Eine dünne Schicht Olivenöl obenauf schließt den Kontakt zur Luft und verlängert die Haltbarkeit. Vor dem Servieren wieder auf Zimmertemperatur bringen und einmal durchrühren.
Einfrieren empfehle ich nicht. Tomaten- und Gurkenwasser verändern beim Auftauen ihre Textur, und die Paprika wird schlapp. Wenn es sein muss: in Portionsdosen einfrieren und direkt gefroren zu Pasta oder als Suppenbasis verwenden – aber dann ist es keine Ezme mehr, sondern ein Küchenhilfsmittel.
Meal Prep: Für die Woche lässt sich Ezme am Sonntagabend vorbereiten und in zwei 250-ml-Gläsern aufbewahren. Am ersten und zweiten Tag schmeckt sie am intensivsten, am dritten Tag schon etwas säuerlicher. Wer jeden Tag frische Ezme will, kann die gehackten Zutaten vorbereiten und getrennt aufbewahren – das Stampfen und Würzen dauert dann nur fünf Minuten vor dem Essen. Diese Methode ist besonders praktisch, wenn man ohnehin wöchentlich eine Meze-Platte vorbereitet und verschiedene Dips bereit haben möchte.
Servier-Temperatur: Ezme schmeckt bei Zimmertemperatur am besten, nicht eiskalt aus dem Kühlschrank. Am besten 20 bis 30 Minuten vor dem Servieren aus der Kühlung nehmen, damit sich die Aromen voll entfalten können. Die kalte Paste wirkt flach, die handwarme sprudelt vor Geschmack.
Was ist Ezme
Ezme ist eine scharfe türkische Meze-Paste aus fein gehackten Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Chili. Der Name bedeutet auf Türkisch „zerdrückt“ oder „zerstampft“ und beschreibt die traditionelle Zubereitung. Ezme ist kein Salat, sondern ein Dip oder Aufstrich, der mit Fladenbrot gegessen wird und auf jedem türkischen Meze-Teller zu finden ist.
Wie wird Ezme ausgesprochen
Ezme spricht man „Es-Me“ aus, mit Betonung auf der ersten Silbe. Das türkische e ist kurz und offen, ähnlich dem deutschen e in „Bett“. Die Variante Acılı Ezme (scharf) wird „A-dschi-li Es-Me“ ausgesprochen. Der türkische Buchstabe ı (ohne Punkt) ist ein dumpfer Laut zwischen e und i, der im Deutschen keine direkte Entsprechung hat.
Was ist der Unterschied zwischen Ezme und Acılı Ezme
Acılı Ezme heißt wörtlich „scharfe Ezme“ – acılı bedeutet scharf. In der Praxis werden beide Begriffe meist synonym verwendet, weil die scharfe Variante mit Abstand die verbreitetste ist. Wer einfach Ezme bestellt, bekommt fast immer die scharfe Version. Eine milde Ezme ohne frische Chilischoten gibt es zwar, ist aber eine moderne Anpassung für mildere Geschmäcker.
Ist Ezme gesund
Ja, Ezme ist eine der gesündesten Meze. Sie besteht fast ausschließlich aus frischem Gemüse, enthält kaum Kalorien und ist reich an Vitamin C (aus Paprika und Tomaten), Lycopin (aus Tomaten) und Capsaicin (aus Chili). Das Olivenöl liefert gesunde einfach ungesättigte Fettsäuren. Einschränkung: Durch Tomatenmark und Salz hat Ezme einen relativ hohen Natriumgehalt – wer auf die Salzzufuhr achtet, dosiert das Salz knapp.
Woher kommt Ezme
Ezme stammt ursprünglich aus Gaziantep in Südostanatolien, einer der wichtigsten kulinarischen Städte der Türkei. Die volle türkische Bezeichnung lautet Antep Ezmesi, also „Paste aus Antep“. Gaziantep ist seit 2015 Teil des UNESCO-Welterbes der Gastronomie-Städte und bekannt für intensive Gewürze, scharfe Paprika und den berühmten Baklava.
Wie esse ich Ezme traditionell
Traditionell wird Ezme mit warmem Fladenbrot oder Pide aufgetunkt: Das Brot wird in Stücke gerissen und mit der Rückseite in die Paste gedrückt, damit sie gut haftet. Als Meze ist Ezme Teil einer Vorspeisenauswahl neben Hummus, Cacık und anderen Dips. Besonders beliebt ist sie als Beilage zum Grillgut wie Adana Kebap, Köfte oder Lammspieße. In Südostanatolien gehört Ezme auch zum Frühstück.
Was ist Pul Biber und womit kann ich es ersetzen
Pul Biber sind grob geschrotete türkische Chiliflocken aus der Urfa- oder Aleppo-Paprika. Sie sind nicht nur scharf, sondern haben ein fruchtig-geräuchertes Aroma, das europäische Chiliflocken nicht haben. Ohne Pul Biber schmeckt Ezme deutlich flacher. Als Ersatz funktionieren feine Chiliflocken mit einer Prise Paprikapulver edelsüß – der authentische Geschmack fehlt aber. Pul Biber bekommt man im türkischen Supermarkt oder online.
Wie lange hält sich Ezme
Frisch zubereitete Ezme hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage in einem abgedeckten Glasgefäß. Eine dünne Schicht Olivenöl obenauf verlängert die Haltbarkeit. Vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen und einmal durchrühren. Einfrieren empfehle ich nicht – die Tomaten verlieren beim Auftauen ihre Textur.
Kann ich Ezme pürieren statt hacken
Technisch ja, aber dann ist es keine echte Ezme mehr. Der Mixer macht aus der stückigen Paste einen glatten Brei und zerstört genau die Textur, die Ezme ausmacht. Die traditionelle Zubereitung erfordert feines Hacken mit dem Messer und anschließendes Stampfen mit einem schweren Löffel oder Mörserstößel. Ein Wiegemesser beschleunigt die Arbeit und erhält die Textur.
Wie viele Kalorien hat Ezme
Eine Portion Ezme (circa 80 g) hat rund 98 Kilokalorien. Davon entfallen 5,3 g auf Fett (hauptsächlich aus dem Olivenöl), 8,3 g auf Kohlenhydrate (davon 8,1 g Zucker aus Tomaten und Paprika) und 2,0 g auf Eiweiß. Mit 3,3 g Ballaststoffen ist Ezme auch sättigend. Wer Kalorien sparen will, kann die Olivenölmenge halbieren – das spart rund 22 kcal pro Portion ohne großen Geschmacksverlust.