Kartoffelknödel Rezept

Kartoffelknödel halb und halb — zur Hälfte aus rohen, zur Hälfte aus gekochten Kartoffeln. Außen samtig, innen mit feinem Biss und dem vollen Kartoffelgeschmack, den keine Fertigmischung hinbekommt. Die perfekte Beilage zu Braten, Gulasch und Pilzgerichten.

Zutaten für Kartoffelknödel

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
mehligkochende Kartoffeln600 gfür den gekochten Anteil
mehligkochende Kartoffeln600 gfür den rohen Anteil
Kartoffelstärke100 g
Eigelb2 Stück
Salz1.5 TL
Muskatnuss1 Prisefrisch gerieben
weißer Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Gekochte Kartoffeln vorbereiten: 600 g Kartoffeln ungeschält in kaltem Salzwasser aufsetzen, aufkochen und bei mittlerer Hitze 20–25 Minuten weich garen. Abgießen, kurz abdampfen lassen, noch warm schälen und zweimal durch die Kartoffelpresse drücken. Vollständig auskühlen lassen — am besten über Nacht im Kühlschrank.
  2. Rohe Kartoffeln reiben und auspressen: Die restlichen 600 g Kartoffeln schälen und auf einer feinen Reibe in eine Schüssel mit kaltem Wasser reiben. Die geriebene Masse in ein sauberes Geschirrtuch geben und über einer Schüssel kräftig auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr austritt. Die Stärke am Boden der aufgefangenen Flüssigkeit absetzen lassen — sie kann als Bindemittel zum Teig gegeben werden.
  3. Knödelteig kneten: Die gepresste rohe Kartoffelmasse zu den gekochten Kartoffeln geben. Kartoffelstärke, Eigelb, Salz, Muskat und Pfeffer dazugeben. Alles zügig zu einem geschmeidigen Teig verkneten — nicht zu lange bearbeiten, sonst wird er klebrig. Der Teig sollte feucht, aber formbar sein.
  4. Knödel formen: Mit angefeuchteten Händen aus dem Teig 12 gleichmäßig große Knödel formen. Die Hände dabei immer wieder befeuchten, damit der Teig nicht klebt. Die Knödel sollten glatt und rund sein, ohne Risse an der Oberfläche.
  5. Knödel garen: Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Hitze sofort reduzieren, sodass das Wasser nur noch leicht siedet — sprudelndes Kochen lässt die Knödel zerfallen. Die Knödel vorsichtig einlegen und 15–20 Minuten ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Mit einer Schaumkelle herausheben und abtropfen lassen.

Variationen

Gefüllte Knödel: Beim Formen eine kleine Mulde drücken, geröstete Brotwürfel hineingeben und den Teig verschließen. Die knusprige Überraschung im Inneren ist ein beliebter Trick der bayerischen Küche.

Nur aus gekochten Kartoffeln: Für eine einfachere Variante den gesamten Teig aus gekochten Kartoffeln herstellen. Das ergibt weichere, samtigere Knödel, die allerdings weniger Biss haben als die Halb-und-halb-Version.

Thüringer Klöße: In Thüringen werden die Klöße mit zwei Dritteln rohen und nur einem Drittel gekochten Kartoffeln zubereitet. Das Ergebnis ist glasiger und hat einen intensiveren Kartoffelgeschmack.

Knödel vom Vortag: Übrig gebliebene Knödel in Scheiben schneiden und in Butter goldbraun braten. Dazu ein Spiegelei und ein grüner Salat — ein hervorragendes Resteessen.

Dazu passt ein kräftiger Wiener Saftgulasch oder eine Portion Rahmpfifferlinge. Wer Knödel aus Brötchen bevorzugt, findet bei unseren Semmelknödeln das passende Rezept.

Knödel oder Klöße?

Ob Knödel oder Klöße — gemeint ist dasselbe Gericht, nur der Name verrät die Herkunft des Sprechers. Südlich des Mains, in Bayern und Österreich, heißen sie Knödel. In Thüringen, Sachsen und Norddeutschland spricht man von Klößen. Die Grenze verläuft ungefähr entlang der berühmten Weißwurstlinie.

Das älteste bekannte Rezept für Kartoffelklöße stammt aus dem Jahr 1808. Ein Pfarrer aus Effelder-Rauenstein bei Sonneberg in Thüringen hielt die Zubereitung schriftlich fest. Zuvor war die Kartoffel in Mitteleuropa noch nicht verbreitet genug, um daraus Klöße zu formen — ältere Knödelvarianten basierten auf Brot oder Grieß.

Der Durchbruch kam nach den Missernten um 1800, als die Bevölkerung nach Alternativen zum teuren Getreide suchte. Man entdeckte, dass heißes Wasser dem Kartoffelteig besser bekommt als Ofenhitze — und der Kartoffelkloß wurde geboren.

In Thüringen gilt der Kloß bis heute als Identitätsspeise. In Heichelheim bei Weimar steht ein eigenes Kloßmuseum, das der Geschichte und Zubereitung der Thüringer Klöße gewidmet ist.


Was ist der Unterschied zwischen Kartoffelknödeln und Kartoffelklößen?

Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied — Knödel und Klöße bezeichnen dasselbe Gericht. Der Name ist rein regional: In Bayern und Österreich sagt man Knödel, in Thüringen, Sachsen und Norddeutschland Klöße. Ein feiner Unterschied besteht allerdings im Mischungsverhältnis: Bayerische Knödel werden meist halb und halb (1:1) aus rohen und gekochten Kartoffeln zubereitet, Thüringer Klöße bestehen zu zwei Dritteln aus rohen Kartoffeln.


Warum zerfallen Kartoffelknödel beim Kochen?

Die häufigsten Ursachen: Erstens, das Wasser kocht zu stark — es sollte nur leicht sieden. Zweitens, zu wenig Stärke im Teig — Kartoffelstärke ist der Klebstoff, der die Knödel zusammenhält. Drittens, die rohe Kartoffelmasse wurde nicht gründlich genug ausgepresst — zu viel Feuchtigkeit macht den Teig instabil. Viertens, die Knödel werden zu früh bewegt. Nach dem Einlegen 5 Minuten nicht anrühren.


Kann man Kartoffelknödel-Teig vorbereiten?

Der Teig sollte möglichst frisch verarbeitet werden, da die rohe Kartoffelmasse schnell oxidiert und grau wird. Die gekochten Kartoffeln lassen sich am Vortag vorbereiten und im Kühlschrank lagern. Die fertig geformten Knödel können auf einem bemehlten Brett 1–2 Stunden im Kühlschrank warten. Für längere Aufbewahrung die rohen Knödel einzeln einfrieren und direkt gefroren ins heiße Wasser geben.


Kann man Kartoffelknödel auch mit normalem Mehl machen?

Im Notfall ja, aber Kartoffelstärke (Kartoffelmehl) ist deutlich besser geeignet. Sie bindet den Teig, ohne den Kartoffelgeschmack zu überdecken, und macht die Knödel samtig statt teigig. Weizenmehl kann als Ersatz verwendet werden, ergibt aber eine festere, weniger geschmeidige Konsistenz. Die Menge bleibt gleich, eventuell etwas weniger verwenden.


Wie bewahrt man übrig gebliebene Kartoffelknödel auf?

Gekochte Knödel im Kühlschrank in einem geschlossenen Behälter 2–3 Tage aufbewahren. Zum Aufwärmen entweder kurz in heißem Wasser erwärmen oder — noch besser — in Scheiben schneiden und in Butter goldbraun braten. Das Braten verwandelt die Reste in eine eigenständige Beilage mit knuspriger Oberfläche. Einfrieren ist ebenfalls möglich: die gekochten Knödel auskühlen lassen und einzeln einfrieren.