
Die Tarte au Citron Meringuée ist eine der schönsten Kreationen der französischen Patisserie: ein zarter Mürbeteig, eine intensiv-cremige Zitronenfüllung und eine luftige Baiserhaube, die beim Flambieren goldbraun karamellisiert. Säure und Süße treffen aufeinander wie selten sonst. Mit den richtigen Handgriffen gelingt diese Zitronentarte auch zuhause perfekt.
Zutaten für Zitronentarte mit Baiser
Für den Mürbeteig (Pâte Sablée)
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Weizenmehl | 200 g | Type 405 |
| Butter | 100 g | kalt, in Würfel geschnitten |
| Puderzucker | 80 g | gesiebt |
| Eigelbe | 2 Stück | Größe M |
| gemahlene Mandeln | 30 g | blanchiert |
| Salz | 1 Prise | |
| eiskaltes Wasser | 2 EL | nur wenn nötig |
Für die Zitronencreme
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Eier | 4 Stück | Größe M, Zimmertemperatur |
| frischer Zitronensaft | 160 ml | ca. 4-5 unbehandelte Zitronen |
| Zucker | 150 g | fein |
| Butter | 120 g | in Würfeln, Zimmertemperatur |
| Abrieb von 2 Zitronen | unbehandelt, Bio |
Für den Baiser
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Eiweiße | 4 Stück | Zimmertemperatur, fettfrei |
| Zucker | 200 g | fein oder Puderzucker |
| Zitronensaft | 1 TL | für Stabilität |
| Salz | 1 Prise |
Zubereitung
- Mürbeteig herstellen: Mehl, Puderzucker, gemahlene Mandeln und Salz in eine Rührschüssel sieben. Die kalte Butter in kleinen Würfeln hinzufügen und mit den Fingerspitzen rasch in die Mehlmischung einarbeiten, bis eine krümelige Konsistenz entsteht – wie feines Paniermehl. Die zwei Eigelbe hinzufügen und alles schnell zu einem glatten Teig zusammenkneten. Nur wenn der Teig zu trocken wirkt, einen Esslöffel eiskaltes Wasser zugeben. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Blindbacken: Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Fläche auf ca. 3 mm Dicke ausrollen und eine gebutterte Tarteform (Ø 26-28 cm, mit herausnehmbarem Boden) damit auskleiden. Den Rand sorgfältig andrücken und überstehenden Teig abschneiden. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Backpapier auf den Teig legen, mit trockenen Hülsenfrüchten oder Backgewichten füllen und 15 Minuten blindbacken. Backpapier und Gewichte entfernen und den Boden weitere 8-10 Minuten goldgelb fertigbacken. Vollständig auskühlen lassen.
- Zitronencreme kochen: Zitronensaft, Zucker, Eier und Zitronenabrieb in einem mittelgroßen Topf mit einem Schneebesen glatt verrühren. Den Topf bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Die Masse darf nicht kochen – die ideale Temperatur liegt bei 82-84 °C. So lange rühren, bis die Creme merklich eindickt und den Rücken eines Löffels überzieht (ca. 8-10 Minuten). Den Topf vom Herd nehmen und kurz auf 60 °C abkühlen lassen. Die Butterwürfel nach und nach einrühren, bis eine glatte, glänzende Creme entsteht. Durch ein feines Sieb streichen.
- Tarte füllen und kühlen: Die warme Zitronencreme auf den vollständig ausgekühlten Tarteboden gießen und gleichmäßig verteilen. Die Tarte mindestens 2 Stunden im Kühlschrank kühlen, bis die Creme fest gesetzt ist. Für ein besonders glattes Ergebnis die Oberfläche nach 30 Minuten einmal mit einer Palette glattstreichen.
- Baiser schlagen: Eiweiße mit einer Prise Salz und einem Teelöffel Zitronensaft in einer sauberen, fettfreien Rührschüssel bei mittlerer Geschwindigkeit schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden. Den Zucker nach und nach – esslöffelweise – einrieseln lassen und bei hoher Geschwindigkeit weiterschlagen, bis der Baiser steif, glänzend und cremig ist. Beim Hochziehen des Rührbesens sollten feste, glänzende Spitzen entstehen. Dieser Vorgang dauert 8-10 Minuten.
- Baiser auftragen und karamellisieren: Den Baiser auf die gekühlte, fest gesetzten Zitronencreme geben. Mit einem Löffel oder einer Palette Wellen und Spitzen formen – das gibt das typische dekorative Aussehen. Mit einem Küchenbrenner (Lötlampe) den Baiser gleichmäßig goldbraun flambieren. Alternativ: Die Tarte 3-4 Minuten unter den vorgeheizten Ofengrill (230 °C) schieben und dabei nicht aus den Augen lassen.
- Servieren: Die fertige Zitronentarte mit Baiser sofort oder nach kurzem Abkühlen servieren. Zum Anschneiden ein heißes, trockenes Messer verwenden. Am selben Tag schmeckt sie am besten – der Baiser bleibt knusprig-frisch.
Tipps für eine perfekte Zitronentarte
Der Mürbeteig – alles dreht sich um Kälte: Das Wichtigste beim Pâte Sablée ist die Temperatur. Die Butter muss direkt aus dem Kühlschrank kommen, die Hände sollten so kalt wie möglich sein, und der Teig darf nur so lange geknetet werden, bis er zusammenhält. Wer im Sommer bäckt, kann die Rührschüssel kurz ins Gefrierfach stellen. Zu langes Kneten entwickelt das Gluten im Mehl – der Boden wird zäh, zieht sich beim Backen zusammen und bricht beim Schneiden. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Mürbeteig liegt oft in diesen zwei Minuten.
Die gemahlenen Mandeln im Rezept haben einen Grund: Sie absorbieren überschüssige Feuchtigkeit vom Tarteboden und verhindern, dass die Creme den Teig aufweicht. Gleichzeitig machen sie den Boden mürber und aromatischer. Die 30-minütige Ruhezeit im Kühlschrank ist keine Empfehlung, sondern Pflicht – sie entspannt das Teig-Gluten und macht den Boden beim Ausrollen viel geschmeidiger.
Blindbacken – der unterschätzte Schritt: Viele Anfänger lassen das Blindbacken weg und wundern sich, warum ihr Tarteboden aufgequollen, blasig und halb roh ist. Der Boden muss vollständig durchgebacken sein, bevor die feuchte Zitronencreme draufkommt – sonst zieht er Feuchtigkeit und wird matschig. Das Backpapier muss den Teig komplett abdecken, bis an die Ränder. Die Hülsenfrüchte sollten locker und gleichmäßig verteilt sein – nur so wird der gesamte Boden gleichmäßig gehalten. Ein leicht goldbrauner Boden nach dem zweiten Backschritt (ohne Gewichte) ist das Ziel. Blasser Teig wird durch die feuchte Füllung erweichen, egal wie lange die Tarte danach kühlt.
Die Zitronencreme auf dem Punkt: Die kritische Temperatur liegt bei 82-84 °C. Darunter bindet die Creme nicht richtig, weil die Eier noch nicht ausreichend gestockt sind. Darüber gerinnen die Eier sichtbar – die Creme wird körnig und riecht nach Rührei. Ein Küchenthermometer ist bei diesem Schritt keine Spielerei, sondern das nützlichste Werkzeug in der Küche. Wer keins hat, prüft die Konsistenz mit dem Löffeltest: Die Creme ist fertig, wenn sie den Rücken eines Holzlöffels satt überzieht und eine mit dem Finger gezogene Linie klar sichtbar bleibt.
Die Butter richtig montieren: Die Butterwürfel kommen erst bei ca. 60 °C in die Creme – dann schmilzt sie sanft ein, bindet sich mit der Zitronenmasse und verleiht der Creme ihren charakteristischen seidigen Glanz. Zu heiß eingerührt trennt sie sich (die Creme wird ölig-wässrig), zu kalt klumpt sie. Das Durchstreichen durch ein feines Sieb am Ende entfernt eventuelle Eiflocken und macht die Creme perfekt glatt. Dieser Schritt lohnt sich immer.
Der perfekte Baiser: Schüssel und Rührbesen müssen absolut fettfrei sein. Schon ein kleiner Tropfen Eigelb oder Fett verhindert, dass das Eiweiß steif wird – die Oberfläche bleibt flüssig, egal wie lange man rührt. Die Eiweiße sollten Zimmertemperatur haben, da sie sich dann besser aufschlagen lassen und mehr Volumen entwickeln. Den Zucker immer langsam, esslöffelweise einrieseln lassen – nie auf einmal, sonst fällt der Baiser zusammen. Der fertige Baiser ist cremig-glänzend, zieht beim Hochheben des Rührbesens feste, stehende Spitzen und fühlt sich zwischen den Fingern nicht mehr körnig an (der Zucker hat sich vollständig aufgelöst).
Flambieren – der schönste Moment: Der Küchenbrenner ist das ideale Werkzeug: gleichmäßige Bräunung, volle Kontrolle, kein Risiko. Den Brenner in Kreisbewegungen über den Baiser führen, immer in Bewegung bleiben. Ein flambiertes Ergebnis hat goldbraune Spitzen und weiße Täler – das ist optisch und geschmacklich das Beste. Ohne Küchenbrenner funktioniert auch der Ofengrill bei 230 °C: Die Tarte auf der obersten Schiene platzieren und alle 30 Sekunden kontrollieren – der Baiser ist in 3-4 Minuten fertig, kann aber in Sekunden verbrennen.
Das Anschneiden: Ein heißes, trockenes Messer (kurz unter heißes Wasser halten und sorgfältig trockenreiben) gleitet sauber durch Baiser, Zitronencreme und Mürbeteig, ohne zu reißen oder die Schichten zu verquetschen. Zwischen jedem Schnitt das Messer säubern – so bleiben alle Stücke sauber und die Schichten sind klar sichtbar. Das Messer ruhig und mit gleichmäßigem Druck führen.
Variationen der Zitronentarte
Tarte au Citron ohne Baiser: Die klassische Version kommt komplett ohne Baiserhaube aus. Die Zitronencreme glänzt pur auf dem Mürbeteig – elegant, säuerlicher im Geschmack und weniger süß. In französischen Patisserien ist diese Variante mindestens genauso verbreitet wie die Meringuée-Version. Wer die Säure der Zitrone unverfälscht erleben möchte, wählt die Version ohne Baiser. Für ein elegantes Finish: Die Oberfläche mit etwas Puderzucker bestäuben oder mit dünnen kandierten Zitronenscheiben belegen.
Mit Limetten (Tarte au Citron Vert): Limettensaft und Limettenabrieb statt Zitrone ergeben eine intensivere, tropischere Note. Die Säure der Limette ist schärfer und grüner. Eine ausgewogene Mischung: 120 ml Limettensaft und 40 ml Zitronensaft – das Ergebnis ist frischer als reine Zitrone, aber milder als pure Limette. Das Rezept für den Teig und den Baiser bleibt identisch.
Tarte mit Grapefruit: Rosa Grapefruit ergibt eine besonders elegante Creme in zart orangerosé Farbe. Wegen der stärkeren Bitterkeit des Grapefruits die Zuckermenge auf 170-180 g erhöhen. Besonders beeindruckend mit Rubin-Grapefruit, deren intensiv rosafarbener Saft eine spektakuläre Farbe ergibt.
Mit Ricotta oder Mascarpone: Wer eine besonders reichhaltige Füllung möchte, rührt 80-100 g Ricotta oder Mascarpone in die fertige, auf 40 °C abgekühlte Zitronencreme. Das dämpft die Säure und macht die Textur noch cremiger und milder. Die Creme ist dann weniger intensiv, dafür weicher im Abgang – ideal für Menschen, denen das Original zu sauer ist.
Französische Tartes als Familie: Wer den Mürbeteig und die Technik des Blindbackens einmal beherrscht, kann viele andere französische Tartes herstellen. Die Feigentarte mit Mandel-Frangipane oder die Birnentarte mit Frangipane nutzen denselben Pâte Sablée-Teig – nur die Füllung wechselt. Auch die klassische Apfeltarte folgt demselben Grundprinzip.
Mini-Tartelettes: Dieselben Zutaten in kleinen Tartelette-Formen (Ø 8-10 cm) gebacken – perfekt für Buffets und Partys. Backzeit für den Boden auf 10-12 Minuten reduzieren. Der Baiser wird mit einem kleinen Spritzbeutel (Sterntülle) auf jedes Tartelette aufgespritzt und individuell flambiert. Optisch eine Klasse für sich.
Mit Aquafaba (vegan): Der Baiser lässt sich mit Aquafaba (Kichererbsen-Kochwasser) ersetzen. 3 EL Aquafaba entsprechen einem Eiweiß. Das Ergebnis ist erstaunlich stabil. Für die Zitronencreme existieren Varianten mit Kokosmilch, Maisstärke und Agar-Agar – das Ergebnis ist anders in der Textur, aber fruchtig-frisch.
Baiser-Varianten: Der einfachste Baiser im Rezept ist ein kalter französischer Meringue. Wer stabileren Baiser möchte, der beim Schneiden nicht bricht und länger knusprig bleibt, wählt den Schweizer Meringue: Eiweiße und Zucker zusammen im Wasserbad auf 60 °C erhitzen (dabei ständig rühren), bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, dann aufschlagen. Diesen Baiser kennt man auch von der Île Flottante, den schwimmenden Inseln der französischen Küche.
Die Geschichte der Tarte au Citron
Die Tarte au Citron hat ihre Wurzeln im 18. und frühen 19. Jahrhundert, als die klassische französische Patisserie ihre heutige Form annahm. Die erste dokumentierte Erwähnung findet sich in Kochbüchern dieser Ära, die die Küche der großen Pariser Restaurants und die Entwicklung der Konditorei-Kunst beschreiben. Zitronen waren in dieser Zeit ein Luxusprodukt, das aus dem Mittelmeerraum importiert wurde – ihre Verwendung in einem Dessert signalisierte Raffinesse und Wohlstand.
Die Meringue selbst ist sogar noch älter. Das erste gedruckte Baiser-Rezept erschien 1691 beim Hofkonditor François Massialot, der für Ludwig XIV. am Versailler Hof arbeitete. Der Name „Meringue“ wird von vielen Historikern mit dem Ort Meiringen im Schweizer Berner Oberland in Verbindung gebracht, wo der italienische Zuckerbäcker Gasparini das Rezept um 1600 entwickelt haben soll. Die Kombination aus Zitronencreme und Baiserhaube – die eigentliche Tarte au Citron Meringuée – festigte sich dann im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem Standardstück der gehobenen Patisserie.
Besondere Bedeutung hat die Stadt Menton an der Côte d’Azur, direkt an der französisch-italienischen Grenze. Die dort seit über 500 Jahren angebauten Menton-Zitronen gelten als die aromatischsten der Welt. Das mediterrane Mikroklima – Schutz durch die Seealpen im Norden, Wärme des Mittelmeers im Süden – ergibt Zitronen, die milder, weniger bitter und mit einer intensiveren, duftenden Schale ausgestattet sind als gewöhnliche Sorten. Die Menton-Zitrone ist seit 2015 mit einer geschützten geografischen Angabe (IGP) ausgezeichnet.
Jedes Jahr im Februar feiert Menton sein weltberühmtes Fête du Citron – das Zitronenfest. Über zwei Wochen entstehen spektakuläre Skulpturen und Festwagen aus Tonnen von Zitronen und Orangen: Schlösser, Tempel, mythologische Figuren, jedes Jahr unter einem neuen Thema. Das Festival zieht jährlich über 230.000 Besucher an und ist das bedeutendste Zitrusfest der Welt. Die Tarte au Citron de Menton – mit kandierten Zitronenscheiben aus lokalen Bio-Früchten garniert – ist das kulinarische Symbol dieses Festes.
In der modernen Patisserie ist die Zitronentarte zum Prüfstein für das Handwerk geworden. In der Ausbildung zum Patissier in Frankreich gilt sie als Meisterstück: Wer die perfekte Balance zwischen der Säure der Zitrone, der Süße des Baisers und der Mürbe des Teigs beherrscht und die Creme ohne Klumpen oder Rührei-Textur auf genau 82-84 °C bringe, hat die technische Grundlage der klassischen französischen Konditorei gemeistert. Kein anderes Dessert offenbart Fehler in der Technik so gnadenlos – und kein anderes belohnt Sorgfalt so eindrucksvoll.
Lagerung und Haltbarkeit
Eine fertig gebackene Zitronentarte mit Baiser ist am selben Tag am besten. Der Baiser beginnt bereits nach wenigen Stunden, Feuchtigkeit aus der Zitronencreme aufzunehmen – er wird dabei weich, klebrig und verliert seine knusprige Oberfläche. Im Kühlschrank aufbewahrt (offen oder nur locker mit Frischhaltefolie abgedeckt, damit keine Kondensation entsteht) hält sie sich noch bis zum nächsten Tag, ist aber nie mehr so frisch wie am ersten Tag.
Das macht die Tarte au Citron Meringuée zu einem Dessert, das man nicht auf Vorrat backt. In Patisserien in Frankreich wird der Baiser täglich frisch aufgetragen und flambiert – die Tarten ohne Baiser stehen im Schaufenster, der Baiser kommt erst kurz vor dem Verkauf oder direkt beim Servieren drauf.
Eine Zitronentarte ohne Baiser hält sich dagegen im Kühlschrank problemlos 3 Tage. Die Oberfläche sollte dabei mit Frischhaltefolie direkt auf der Creme (Kontaktfolie) abgedeckt sein – das verhindert, dass sich eine trockene Haut bildet. Den Baiser am Tag des Servierens frisch herstellen, auftragen und flambieren.
Den Boden vorbacken und aufbewahren: Wer für Gäste plant, kann den Tarteboden 1-2 Tage vorher backen und bei Zimmertemperatur in einer Tarteform aufbewahren – abgedeckt, damit er nicht austrocknet. Die Zitronencreme lässt sich ebenfalls 2-3 Tage im Kühlschrank aufbewahren (Oberfläche mit Kontaktfolie abdecken). Am Tag des Servierens die kalte Creme kurz aufschlagen und auf den Boden geben, 1 Stunde kühlen, dann Baiser frisch herstellen und auftragen.
Einfrieren: Der gebackene, ungefüllte Mürbeteig-Boden lässt sich hervorragend einfrieren – bis zu 3 Monate hält er problemlos. Einfach in der Tarteform in einen Gefrierbeutel geben. Zum Verwenden 2-3 Stunden bei Zimmertemperatur auftauen. Die fertige Zitronencreme lässt sich zwar einfrieren, die Textur leidet aber beim Auftauen – sie wird oft wässrig und trennt sich leicht. Den Baiser niemals einfrieren.
Resteverwertung: Übrig gebliebene Zitronencreme ist vielseitig einsetzbar. Sie passt als Aufstrich auf Toastbrot oder Brioche, als Füllung für Mini-Eclairs oder als Dip zu frischen Erdbeeren und Himbeeren. Mit leicht geschlagener Sahne im Verhältnis 1:1 untergehoben ergibt sie eine luftige Zitronen-Mousse, die mit Löffelbiskuits geschichtet in Gläsern ein schnelles, beeindruckendes Dessert ergibt. Auch als Topping auf Käsekuchen oder als Einlage in Rührkuchen macht die Zitronencreme eine hervorragende Figur. Die Creme hält sich im Kühlschrank bis zu 5 Tage.
Kann man Zitronentarte einen Tag vorher machen?
Ja – mit einem kleinen Trick: Den Mürbeteig backen und die Zitronencreme kochen und alles zusammenfügen, aber den Baiser erst am nächsten Tag, direkt vor dem Servieren, aufschlagen und auftragen. Der Baiser weicht über Nacht im Kühlschrank auf und verliert seine Struktur. Tarte ohne Baiser hält sich gekühlt bis zu 3 Tage problemlos.
Was ist der Unterschied zwischen Tarte au Citron und Tarte au Citron Meringuee?
Die Tarte au Citron ist die klassische Version: nur Mürbeteig und Zitronencreme, ohne jede Haube. In französischen Patisserien ist das die häufigere Variante. Die Tarte au Citron Meringuée – also die Zitronentarte mit Baiser – hat zusätzlich eine Schicht steif geschlagenem Eischnee obendrauf, der goldbraun flambiert oder kurz überbacken wird. Der Baiser gleicht die Säure der Zitrone mit Süße aus.
Welche Zitronen eignen sich am besten?
Unbehandelte Bio-Zitronen sind Pflicht, da der Abrieb der Schale direkt in die Creme kommt – und Zitronenschale aus konventionellem Anbau enthält Fungizide und Wachse. Für den Saft eignen sich saftige Sorten wie Primofiori oder Eureka am besten. Wer Zugang zu Menton-Zitronen hat, bekommt eine mildere, weniger bittere Creme mit intensiverem Aroma. Wichtig: Die Zitronen vor dem Pressen auf Zimmertemperatur bringen und kurz rollen – sie geben dann deutlich mehr Saft ab als direkt aus dem Kühlschrank. Die Menge ist wichtiger als die Sorte: 4-5 frisch gepresste Zitronen für 160 ml Saft – kein Flaschensaft, er schmeckt flach, künstlich und oft nach Konservierungsmitteln.
Warum wird der Baiser nach dem Backen flüssig?
Das liegt meistens an zwei Ursachen: Erstens war der Baiser nicht lange genug oder nicht steif genug geschlagen. Der Zucker muss sich vollständig auflösen – das dauert 8-10 Minuten bei voller Rührgeschwindigkeit. Zweitens zieht der Baiser Feuchtigkeit aus der darunterliegenden Zitronencreme, wenn er zu lange auf der Tarte steht. Lösung: Baiser erst kurz vor dem Servieren auftragen und die Tarte vorher gut kühlen.
Kann man Zitronentarte einfrieren?
Den gebackenen, ungefüllten Mürbeteig-Boden kann man gut einfrieren (bis zu 3 Monate). Die fertige Zitronencreme lässt sich einfrieren, aber die Textur leidet beim Auftauen – sie wird oft wässrig und körnig. Den Baiser niemals einfrieren. Am besten den Boden einfrieren, die Creme frisch herstellen und am selben Tag mit Baiser vollenden.
Was bedeutet Blindbacken und wozu ist es nötig?
Beim Blindbacken wird der ungefüllte Teigboden mit Backpapier und Gewichten (getrocknete Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen, oder spezielle Keramik-Backgewichte) beschwert und vorgebacken. Das verhindert, dass der Boden aufquillt, Blasen wirft und sich verformt. Bei Tartes mit feuchter Füllung – wie der Zitronentarte – ist es unverzichtbar: Nur ein vollständig durchgebackener, fester Boden hält die feuchte Creme, ohne zu erweichen. Der zweite Backschritt ohne Gewichte (8-10 Minuten) bräunt den Boden und versiegelt ihn leicht – das ist die wichtigste Phase. Die getrockneten Hülsenfrüchte vom Blindbacken können übrigens beliebig oft wiederverwendet werden – einfach aufbewahren.
Warum ist meine Zitronencreme zu flüssig?
Die Creme hat nicht die richtige Temperatur erreicht. Die Bindetemperatur liegt bei 82-84 °C – erst dann stockt das Ei ausreichend und die Creme wird fest. Bei zu niedriger Temperatur bleibt sie dünnflüssig, egal wie lange man rührt. Lösung: Die Creme zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren nochmals erhitzen, bis sie den Rücken eines Holzlöffels satt überzieht. Wichtig: Nicht aufkochen, sonst gerinnen die Eier. Alternativ 1 TL Maisstärke in 2 EL kaltem Zitronensaft auflösen, einrühren und kurz aufkochen lassen – das bindet die Creme sofort, verändert aber leicht die Textur.
Woher kommt der Name Tarte au Citron?
Tarte au Citron bedeutet wörtlich Zitronentarte (tarte = Torte/Kuchen, au citron = mit Zitrone). Der Zusatz Meringuée ist das französische Adjektiv für mit Meringue/Baiser versehen – eine Tarte au Citron Meringuée ist also eine mit Baiser garnierte Zitronentarte. Das Wort Meringue selbst stammt wahrscheinlich aus dem Schweizer Ort Meiringen im Berner Oberland, wo der Zuckerbäcker Gasparini um 1600 das Rezept entwickelt haben soll. Die Tarte entstammt der klassischen französischen Patisserie des 18./19. Jahrhunderts. Heute gilt Menton an der Côte d’Azur als die bedeutendste Herkunftsregion, berühmt für seine aromatischen Zitronen und das jährliche Fête du Citron.