Knuspriger Strudelteig, gefüllt mit Spinat, zerbröseltem Tofu, Kartoffeln und Champignons – dieser herzhafte Gemüsestrudel ist ein sättigendes Hauptgericht aus dem Ofen. Kreuzkümmel und Koriander geben der Füllung eine warme, würzige Note, Sesam sorgt für die knusprige Kruste. Das Rezept ist komplett vegan.

Zutaten für den Gemüsestrudel

Zutaten für Portionen

Für die Füllung

ZutatMengeHinweise
Blattspinat500 gTK, aufgetaut
Tofu natur200 g
Kartoffel1 Stückgroß, vorwiegend festkochend
Champignons100 gin Scheiben
Zwiebel1 Stückfein gewürfelt
Knoblauch1 Zehefein gehackt
Tomate1 Stückentkernt und gewürfelt
Sojasauce1 TL
Kreuzkümmel1/2 TLgemahlen
Koriander1/2 TLgemahlen
Öl2 ELzum Braten
Salz und Pfeffernach Geschmack

Außerdem

ZutatMengeHinweise
Strudelteig1 Pck.aus dem Kühlregal
Sesam2 TL
Sojamilch1 TLungesüßt, zum Bestreichen

Zubereitung

  1. Vorbereiten: Den aufgetauten Spinat portionsweise kräftig mit den Händen ausdrücken – je trockener, desto knuspriger wird der Strudel. Die Kartoffel schälen und in sehr feine Würfel schneiden oder grob reiben. Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Champignons in Scheiben schneiden, die Tomate entkernen und würfeln. Den Tofu mit den Händen grob zerbröseln.
  2. Füllung braten: Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebel und Kartoffelwürfel darin 5 Minuten anbraten, dann Knoblauch, Champignons und Tofu zugeben und weitere 5 Minuten braten, bis alles leicht Farbe nimmt. Mit Sojasauce, Kreuzkümmel, Koriander, Salz und Pfeffer würzen. Spinat und Tomate unterheben, kurz mitbraten und kräftig abschmecken. Die Füllung etwas abkühlen lassen, damit der Teig nicht durchweicht.
  3. Strudel formen: Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Strudelteig auf einem mit Backpapier belegten Blech ausbreiten. Die Füllung als Strang auf das untere Drittel des Teigs geben, dabei rundum einen Rand von etwa 3 cm frei lassen. Die Seiten einschlagen und den Strudel von der Füllungsseite her aufrollen. Mit der Naht nach unten auf das Blech legen.
  4. Backen: Den Strudel mit Sojamilch bestreichen und mit Sesam bestreuen. Im vorgeheizten Ofen 30 bis 35 Minuten backen, bis der Teig goldbraun und knusprig ist.
  5. Servieren: Den Strudel 5 Minuten ruhen lassen, dann mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden und servieren.

Variationen

Die Füllung ist ein Baukasten: Statt Champignons passen Süßkartoffel, Karotten, Mangold oder Aubergine, statt Naturtofu bringt Räuchertofu eine deftige, speckige Note mit. Wer es cremiger mag, rührt einen Löffel veganen Frischkäse unter die noch warme Füllung. Mit Feta statt Tofu wird daraus die vegetarische Variante – dann ist der Strudel ein enger Verwandter des türkischen Börek mit Spinat und Feta.

Statt Strudelteig funktioniert auch Blätterteig aus dem Kühlregal – er ist dicker, buttriger und verzeiht mehr Feuchtigkeit in der Füllung. Wer ihn selbst herstellen will, findet die Anleitung in unserem Blätterteig-Rezept. Und wenn ohnehin schon Teig und Gemüse auf der Arbeitsfläche liegen: Eine Gemüsequiche ist die offene Schwester des Strudels und ein guter Plan B, falls das Rollen misslingt.

Als Begleitung passen ein grüner Salat und ein Dip – vegan zum Beispiel Sojajoghurt mit Zitrone und Knoblauch, ansonsten ein Kräuterquark.

Die Geschichte des Strudels

Der Strudel ist ein Kind der Habsburgermonarchie. Das älteste erhaltene Rezept steht in einem handgeschriebenen Kochbuch von 1696, dem sogenannten Koch Puech, das heute in der Wiener Stadtbibliothek liegt. Der Name kommt vom Wirbel: Ursprünglich waren Strudel spiralförmig gewundene Mehlspeisen, die an einen Wasserstrudel erinnerten. Schon im 16. Jahrhundert wurden sie mit Früchten und Topfen gefüllt, die heutige Technik – hauchdünn ausgezogener Teig, der um die Füllung gerollt wird – setzte sich im 18. Jahrhundert durch.

Echter Strudelteig ist dabei eine kleine Handwerkskunst: Er wird so dünn ausgezogen, dass er durchscheinend ist – nach der alten Wiener Regel so dünn, dass man einen Liebesbrief hindurchlesen kann. Neben dem berühmten Apfelstrudel gab es in der österreichischen Küche schon immer herzhafte Vertreter: mit Spinat, Kraut, Kartoffeln oder Fleisch gefüllt. Der Gemüsestrudel mit Tofu ist also nur das jüngste Mitglied einer sehr alten Familie.

Fun Facts

Im Hebräischen heißt das @-Zeichen in E-Mail-Adressen umgangssprachlich Strudel – wegen seiner Spiralform, die an das aufgerollte Gebäck erinnert. Und obwohl der Strudel als österreichisches Nationalgericht gilt, ist sein Grundprinzip – hauchdünner Teig um eine Füllung – in vielen Küchen zu Hause: vom griechischen Filo bis zur chinesischen Frühlingsrolle.


Strudelteig oder Blätterteig - was ist besser für Gemüsestrudel?

Strudelteig ist dünner, leichter und wird besonders knusprig – er ist die traditionelle Wahl. Blätterteig ist dicker, buttriger und unkomplizierter in der Handhabung, weil er Feuchtigkeit besser verzeiht. Für Einsteiger ist Blätterteig die sichere Variante, geschmacklich funktionieren beide.

Warum wird mein Gemüsestrudel matschig?

Fast immer ist zu viel Flüssigkeit in der Füllung die Ursache. Den aufgetauten Spinat deshalb sehr gründlich ausdrücken, die Tomate entkernen und die Füllung vor dem Einrollen abkühlen lassen. Auch hilfreich: den Strudel nach dem Backen ein paar Minuten ruhen lassen, damit der Dampf entweichen kann.

Kann ich frischen Spinat statt TK-Spinat verwenden?

Ja. Dafür etwa 1 kg frischen Blattspinat waschen, kurz in der Pfanne zusammenfallen lassen und anschließend genauso gründlich ausdrücken wie TK-Ware. Frischer Spinat verliert beim Garen rund vier Fünftel seines Volumens, deshalb braucht es die größere Ausgangsmenge.

Kann man Gemüsestrudel vorbereiten oder einfrieren?

Der fertig gebackene Strudel hält sich abgedeckt 2 Tage im Kühlschrank und wird im Ofen bei 160 Grad wieder knusprig. Einfrieren funktioniert am besten ungebacken: den rohen, gefüllten Strudel fest einwickeln, einfrieren und gefroren mit etwa 10 Minuten längerer Backzeit in den Ofen schieben.

Ist Gemüsestrudel gesund?

Die Füllung dieses Strudels kann sich sehen lassen: Spinat liefert Eisen und Folsäure, Tofu pflanzliches Eiweiß, dazu kommen Kartoffeln, Pilze und Tomate. Da die Füllung nur kurz angebraten wird und der Strudelteig fettarm ist, fällt das Gericht deutlich leichter aus als viele Blätterteig-Varianten. Wie bei allem gilt: Die Menge macht es.

Was passt als Beilage zu herzhaftem Strudel?

Ein knackiger grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing ist der bewährte Begleiter, dazu ein frischer Dip auf Joghurt- oder Quarkbasis mit Kräutern, Zitrone und Knoblauch. Wer den Strudel als Vorspeise serviert, reicht ihn pur in schmalen Scheiben – dann reicht ein Strudel für 6 bis 8 Personen.