Far Breton – bretonischer Pflaumenkuchen

Far Breton ist ein traditionelles Dessert aus der Bretagne – halb Pudding, halb Kuchen und vollständig anders als alles, was die deutsche Backstube kennt. Der dünnflüssige Teig aus Eiern, Milch und Mehl verwandelt sich im Ofen zu einer wackelig-cremigen Masse, die außen goldbraun karamellisiert und innen die Konsistenz von festem Vanillepudding hat. Nur wenige Zutaten, minimaler Aufwand und ein Ergebnis, das beeindruckt. Mit Pruneaux d’Agen – den aromatischen Backpflaumen aus dem Südwesten Frankreichs – und der Geheimzutat Beurre noisette wird dieses Far Breton Rezept zum echten bretonischen Original.

Zutaten für Far Breton

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Backpflaumen200 gPruneaux d'Agen, entsteint
Rum4 ELoder starker schwarzer Tee für alkoholfreie Version
Butter100 gfür Beurre noisette, plus etwas mehr für die Form
Vollmilch750 mlmindestens 3,5 % Fett, leicht angewärmt
Mehl180 gTyp 405
Zucker180 gplus etwas mehr zum Ausstreuen der Form
Vanillezucker1 TL
Salz1 Prise
Eier5 StückGröße M, Zimmertemperatur

Zubereitung

  1. Pflaumen einweichen: Backpflaumen in eine kleine Schüssel legen und mit Rum übergießen. Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, einweichen lassen. Wer keinen Alkohol verwenden möchte, nimmt stattdessen starken schwarzen Tee oder Apfelsaft. Die Pflaumen nehmen das Aroma der Flüssigkeit auf und werden dabei saftig und weich – dieser Schritt ist entscheidend für das Endergebnis.
  2. Beurre noisette herstellen: Butter in einem kleinen, hellen Topf (Stieltopf) bei mittlerer Hitze schmelzen. Temperatur leicht erhöhen und die Butter unter gelegentlichem Schwenken weitererhitzen. Zuerst schäumt sie stark – dann wird der Schaum weniger, und ein nussiges Aroma entfaltet sich. Sobald sich am Topfboden goldbraune Punkte zeigen und die Butter hell- bis goldbraun ist (ca. 3-4 Minuten nach dem Schmelzen), sofort in eine kleine Schüssel umfüllen. Nicht zu lange warten – der Übergang von goldbraun zu verbrannt geht schnell. Beurre noisette vollständig abkühlen lassen.
  3. Teigbasis anrühren: Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer großen Rührschüssel sorgfältig vermischen. Eine Mulde in die Mitte drücken. Eier einzeln aufschlagen und der Reihe nach in die Mulde geben. Mit einem Schneebesen oder Rührgerät von der Mitte nach außen rühren, bis eine glatte, klümpchenfreie Masse entsteht.
  4. Teig fertigstellen und ruhen lassen: Vollmilch in einem kleinen Topf auf handwarme Temperatur bringen – sie soll lauwarm sein, nicht heiß. Milch in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren zur Eimasse geben. Anschließend die abgekühlte Beurre noisette einrühren. Der Teig ist jetzt sehr dünnflüssig – das ist gewollt und richtig. Teig abdecken und 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen, damit die Stärke aufquellen kann und der Teig gleichmäßiger wird.
  5. Ofen vorheizen und Form vorbereiten: Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine runde Backform mit 26 cm Durchmesser (keine Springform) mit weicher Butter einfetten und anschließend mit Zucker ausstreuen. Überschüssigen Zucker abklopfen. Die Zuckerschicht verbindet sich beim Backen mit dem Teig und ergibt eine leicht karamellisierte Außenkruste.
  6. Backen: Teig zu einem Drittel in die vorbereitete Form füllen. Eingeweichte Pflaumen abgießen (die Einweichflüssigkeit lässt sich für andere Rezepte weiterverwenden) und gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen. Restlichen Teig langsam darübergießen, damit die Pflaumen möglichst wenig verrutschen. Auf der mittleren Schiene 45-50 Minuten backen. Die Oberfläche soll goldbraun bis tief dunkelbraun sein – in der Bretagne wird Far Breton bewusst sehr dunkel gebacken. Der Far ist fertig, wenn er beim leichten Schütteln der Form noch minimal wackelt.
  7. Auskühlen und servieren: Far Breton komplett in der Form auskühlen lassen – mindestens 2 Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank. Erst dann aus der Form lösen oder direkt aus der Form in Stücke schneiden. Far Breton schmeckt bei Raumtemperatur am besten – kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.

Beurre noisette – die Geheimzutat des Far Breton

Der Unterschied zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Far Breton liegt in einer einzigen Zutat: Beurre noisette – auf Deutsch „Nussbutter“. Wenn Butter über etwa 120°C erhitzt wird, karamellisieren die Milcheiweißstoffe, das Wasser verdampft vollständig, und die zurückbleibenden Milchfeststoffe färben sich goldbraun. Das Ergebnis ist eine intensiv nussig-karamellartige Butter, die komplexer und tiefer schmeckt als einfach geschmolzene Butter.

Der Name kommt vom französischen „noisette“ – Haselnuss – und beschreibt sowohl die Farbe als auch das Aroma. Wer schon einmal frisch gebräunte Butter gerochen hat, versteht sofort, warum dieser Schritt so viel ausmacht.

Wer ihn überspringt und einfach geschmolzene Butter verwendet, bekommt trotzdem einen Far Breton. Wer Beurre noisette verwendet, bekommt einen unvergleichlich aromatischeren.

Wichtig beim Herstellen: Einen hellen, beschichteten Stieltopf oder eine helle Sauteuse verwenden, damit die Färbung der Butter gut sichtbar ist. Sobald die Butter aufhört zu schäumen und sich kleine goldbraune Punkte auf dem Topfboden absetzen, sofort in eine kalte Schüssel umfüllen. Das stoppt den Bräunungsprozess. Wartet man zu lange, wird aus Beurre noisette eine Beurre noire – schwarze, bitter schmeckende Butter.

Die richtigen Pflaumen – Pruneaux d’Agen

Nicht alle Backpflaumen sind gleich. Für einen authentischen Far Breton empfehlen sich Pruneaux d’Agen – Backpflaumen aus dem Département Lot-et-Garonne im Südwesten Frankreichs, in der Nähe von Bordeaux. Sie werden aus der Ente-Claude-Pflaume gewonnen und dann getrocknet, bis sie eine intensive, saftige Süße entwickeln.

Pruneaux d’Agen sind fleischiger, weicher und aromatischer als handelsübliche Backpflaumen aus dem Supermarkt. Wer sie findet – in gut sortierten Supermärkten oder online – sollte sie bevorzugen.

Wer keine Pruneaux d’Agen bekommt, greift zu weichen, saftigen Backpflaumen. Harte, ausgetrocknete Pflaumen unbedingt über Nacht einweichen. Mit Rum oder Armagnac entwickeln sie das kräftigste Aroma. Wer keinen Alkohol möchte, verwendet starken Schwarztee, Hibiskustee oder Apfelsaft – die Pflaumen nehmen das Aroma der jeweiligen Flüssigkeit auf.

Ein Trick gegen absinkende Pflaumen: Pflaumen vor dem Einlegen leicht in Mehl wälzen. Das Mehl verbindet sich mit dem Teig und hält die Pflaumen besser in Position.

Variationen des Far Breton

Far Breton lässt sich vielseitig abwandeln, ohne seinen Charakter zu verlieren:

Far nature: Die schlichteste Version ohne Früchte. Nur Teig, in der Form gebacken. Besonders einfach, aber überraschend gut – der Beurre-noisette-Geschmack kommt hier am reinsten zur Geltung. In der Bretagne genauso beliebt wie die Version mit Pflaumen.

Far aux raisins: Statt Pflaumen Rosinen verwenden, ebenfalls in Rum eingeweicht. Leichter und weniger intensiv, mit einer gleichmäßigeren Fruchtverteilung im Teig.

Far aux pommes: Frische Äpfel (Boskop oder Granny Smith) in dünne Scheiben schneiden, mit etwas Zitronensaft beträufeln und wie die Pflaumen verteilen. Eine herbstliche Variante mit leicht säuerlicher Note.

Far aux abricots: Getrocknete Aprikosen in warmem Tee einweichen und wie die Pflaumen verarbeiten. Fruchtig und säuerlich, mit schöner Farbwirkung.

Far de blé noir: Einen Teil des Weizenmehls (30-50 g) durch Buchweizenmehl ersetzen. Das gibt dem Far Breton eine nussige, rustikalere Note und verbindet das Rezept mit dem Urahnen „Kig ha farz“.

Mit Crème fraîche: 100 ml Crème fraîche unter die Milchmenge rühren, dafür die Milchmenge um 100 ml reduzieren. Das Ergebnis ist cremiger und reichhaltiger.

Glutenfreie Version: Weizenmehl 1:1 durch glutenfreies Reismehl ersetzen. Die Konsistenz bleibt ähnlich, der Geschmack ändert sich kaum. Wer eine Mischung aus Reismehl und Tapiokastärke (im Verhältnis 2:1) verwendet, kommt der Originalstruktur noch näher.

Mit Tonkabohne: Eine halbe Tonkabohne fein reiben und mit dem Mehl vermischen. Das intensive, vanilleartige Aroma der Tonkabohne ergänzt die Pflaumen auf eine überraschende Art. Tonkabohnen sind in gut sortierten Gewürzläden erhältlich.

Mit Zimt: Einen Teelöffel Zimt unter die Mehlmischung rühren. Besonders in der Herbst- und Wintersaison gibt diese Variante dem Far Breton eine wärmende, würzige Note, die gut zu Äpfeln oder Datteln als Füllung passt.

Wer die Küche der Bretagne weiter erkunden möchte, findet hier auch das Rezept für Gateau Breton – den reich buttrigen bretonischen Butterkuchen – sowie die herzhafte Galette Complète aus Buchweizenmehl.

Die Geschichte des Far Breton

Das Wort „Far“ stammt aus dem Bretonischen (bretonisch: Farz) und leitet sich entweder vom bretonischen Begriff für „Getreidebrei“ oder vom lateinischen „far“ (Weizen, Getreide) ab. Die Geschichte des Gerichts reicht weit ins Mittelalter zurück.

Die älteste Version ist der Kig ha farz – auf Bretonisch „Fleisch und Mehlbrei“. Buchweizenmehl wurde mit Fett, Eiern und etwas Salz zu einem festen Teig verarbeitet und in einen Leinensack gefüllt. Dieser Sack wurde dann gemeinsam mit Fleisch, Speck und Gemüse stundenlang in einem großen Topf gekocht – ein rustikales, sättigendes Gericht, das Feldarbeitern und Fischern als Hauptmahlzeit diente. Im Département Finistère, dem westlichsten Teil der Bretagne, wird Kig ha farz bis heute traditionell samstags zubereitet.

Die süße, gebackene Version entstand im 18. und 19. Jahrhundert, als Weizenmehl in bretonischen Haushalten erschwinglich wurde und Zucker seinen Weg in die Alltagsküche fand. Aus dem herzhaften Brei wurde ein feines Dessert.

Die Backpflaumen kamen durch bretonische Seeleute ins Rezept. Die Handelsmarine der Bretagne unterhielt enge Verbindungen zu den Häfen im Südwesten Frankreichs. Die Seeleute schätzten die haltbaren, nahrhaften Pruneaux d’Agen als Proviant auf langen Reisen. Zurück in der Heimat fanden die Pflaumen ihren Weg in die bretonische Küche – und schließlich in den Far Breton.

Heute ist Far Breton in nahezu jeder bretonischen Bäckerei und Pâtisserie zu finden, neben Kouign Amann und Crêpes eines der bekanntesten Desserts der Region.

In der Bretagne wird Far Breton traditionell sehr dunkel gebacken – die Oberfläche kann fast schwarz wirken, was Ortsfremde erschreckt, aber Qualität signalisiert. Es ist ein häufiges Missverständnis, dass eine sehr dunkle Oberfläche bedeutet, der Kuchen sei verbrannt. In bretonischen Bäckereien gilt das Gegenteil: Ein heller Far Breton ist ein unfertig gebackener Far Breton.

Bis heute gibt es in der Bretagne eine lebhafte Debatte darüber, welche Version die „echte“ ist: Far nature (ohne Früchte) oder Far aux pruneaux (mit Pflaumen). Beide Lager sind zahlreich vertreten. Die Wahrheit ist, dass beide Versionen regional tief verwurzelt sind und jeweils ihre Anhänger haben.

Mit einem Glas süßem Cidre doux – Apfelmost – serviert, ist Far Breton mehr als ein Dessert: er ist ein Stück Regionalgeschichte auf dem Teller.

Tipps für das perfekte Far Breton

Wer diese Punkte beachtet, bekommt ein Ergebnis, das den Rezepten aus bretonischen Bäckereien sehr nahe kommt:

Teig ausreichend ruhen lassen. Die 30 Minuten Ruhezeit sind kein optionaler Schritt. Während der Teig rastet, quellen die Stärkekörnchen im Mehl auf, und der Teig verbindet sich gleichmäßiger. Das Ergebnis: weniger Klümpchen, eine glattere Oberfläche, eine bessere Konsistenz nach dem Backen.

Milch anwärmen. Kalte Milch direkt aus dem Kühlschrank kann die Beurre noisette wieder erstarren lassen und ungleichmäßige Klümpchen im Teig erzeugen. Handwarme Milch – kurz im Topf angewärmt, nicht erhitzt – integriert sich problemlos.

Nicht zu früh aus dem Ofen nehmen. Der Far muss beim Schütteln wackeln – aber nur leicht. Wer ihn zu früh herausnimmt, bekommt einen flüssigen Kern. Wer ihn zu lange drin lässt, bekommt einen trockenen, festen Kuchen ohne Pudding-Charakter. Der sweet spot: die Oberfläche ist tief goldbraun bis dunkelbraun, und die Mitte reagiert auf Schütteln noch mit einem leichten, kontrollierten Wackeln.

Auskühlen nicht überspringen. Ein noch warmer Far Breton lässt sich nicht schneiden – er ist zu weich und flüssig. Vollständig ausgekühlt (am besten über Nacht im Kühlschrank) lässt er sich sauber in Portionen teilen und behält seine Form.

Pflaumen nicht zu voll einfüllen. Die Pflaumen neigen dazu, beim Einfüllen des zweiten Teigdrittels aufzuschwimmen. Wer möchte, dass sie gleichmäßig verteilt bleiben, gibt das erste Teigdrittel in die Form, verteilt die Pflaumen, wartet kurz, und gießt dann erst den restlichen Teig langsam nach.

Lagerung und Haltbarkeit

Far Breton hält sich im Kühlschrank abgedeckt 2-3 Tage. Am besten in der Backform belassen und mit Frischhaltefolie abdecken. Kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und auf Raumtemperatur bringen – das dauert etwa 20-30 Minuten und lohnt sich, da Far Breton bei Zimmertemperatur deutlich cremiger und aromatischer schmeckt als direkt aus dem Kühlschrank.

Einfrieren ist nicht empfehlenswert: Die Backpflaumen geben beim Auftauen Flüssigkeit ab und weichen den Teig auf. Die charakteristische Konsistenz geht dabei verloren.

Far Breton lässt sich gut vorbereiten – am Vortag backen, über Nacht im Kühlschrank kühlen. Das hat sogar Vorteile: Der Far hat Zeit, komplett zu festigen, lässt sich besser schneiden und entwickelt am zweiten Tag ein intensiveres Aroma. Gäste überraschend besuchen? Ein im Voraus gebackener Far Breton ist praktisch immer servierbereit – einfach kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen.

Far Breton und Weinbegleitung

Far Breton ist ein Dessert mit Charakter – und braucht Getränke, die mithalten können. In der Bretagne ist die Wahl klar: süßer Apfelmost, Cidre doux, ist die traditionelle Begleitung. Er ist fruchtig, leicht perlend und balanciert die Süße des Far mit einer frischen, leicht säuerlichen Note.

Wer Wein bevorzugt: Ein Muscat de Beaumes-de-Venise aus dem Rhônetal oder ein leichter Jurançon moelleux aus dem Südwesten Frankreichs – aus der gleichen Region wie die Pruneaux d’Agen – passen hervorragend. Beide Weine haben genug Süße, um die Pflaumen zu ergänzen, und genug Frische, um nicht zu schwer zu wirken.

Für eine alkoholfreie Begleitung: Schwarzer Tee mit einem Spritzer Zitrone oder Hibiskusblütentee. Beide Getränke schneiden die Süße des Kuchens an und lassen das Aroma der Pflaumen und der Beurre noisette besser zur Geltung kommen.

Kaffee – insbesondere ein kräftiger Café au lait oder ein doppelter Espresso – ist ebenfalls eine gute Wahl. Die Bitterkeit des Kaffees spielt gut gegen die Süße des Kuchens und die Intensität der Pflaumen. In vielen bretonischen Cafés wird Far Breton am Nachmittag mit Kaffee serviert.

Nährwerte pro Portion

Bei 8 Portionen enthält eine Portion Far Breton circa:

– Kalorien: ca. 380 kcal
– Eiweiß: ca. 9 g
– Fett: ca. 14 g
– Kohlenhydrate: ca. 55 g

Die Werte variieren je nach Pflaumenanteil und genauer Zutatenmengen. Für eine leichtere Version lässt sich der Zuckeranteil auf 150 g reduzieren, ohne dass das Grundrezept leidet.


Was ist Far Breton?

Far Breton ist ein traditionelles Dessert aus der Bretagne in Nordwestfrankreich. Es handelt sich um ein Mittelding zwischen dickem Pfannkuchen und gebackenem Pudding: Der dünnflüssige Teig aus Mehl, Eiern, Milch und Zucker wird im Ofen fest, bleibt aber innen cremig-wackelig und bekommt außen eine goldbraune Kruste. Die bekannteste Version enthält Backpflaumen (Far aux pruneaux), es gibt aber auch eine schlichte Version ohne Früchte (Far nature).

Was ist der Unterschied zwischen Far Breton und Clafoutis?

Beide sind gebackene Aufläufe mit ähnlichem Flan-Teig, kommen aber aus verschiedenen Regionen. Clafoutis stammt aus dem Limousin und wird traditionell mit Kirschen gebacken. Far Breton kommt aus der Bretagne, enthält typischerweise Backpflaumen und hat durch die Beurre noisette ein nussig-karamelliges Aroma. Außerdem wird Far Breton deutlich dicker und fester als Clafoutis gebacken.

Wie erkenne ich, ob Far Breton fertig ist?

Far Breton ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun bis tief dunkelbraun ist und der Kuchen beim leichten Schütteln der Form noch minimal wackelt. Das Wackeln ist normal und gewollt – es zeigt an, dass der Kuchen innen cremig bleibt und beim Abkühlen weiter festigt. Ein einfacher Test: Zahnstocher in die Mitte stecken – er sollte leicht feucht herauskommen, aber nicht mit flüssigem Teig behaftet sein. Wer den Far zu lange backt, bekommt einen trockenen, festen Kuchen ohne das typische Pudding-Feeling. In der Bretagne wird er bewusst sehr dunkel gebacken – eine fast schwarze Oberfläche ist dort kein Fehler, sondern Absicht.

Welche Backform brauche ich fuer das Far Breton Rezept?

Am besten eignet sich eine geschlossene runde Backform mit 24-26 cm Durchmesser und mindestens 4-5 cm hohem Rand. Keine Springform verwenden – der sehr flüssige Teig läuft durch den Spalt am Boden. Eine Auflaufform funktioniert ebenfalls, ergibt dann rechteckige Stücke. Keramik- oder Metallformen sind gleichwertig geeignet.

Muss ich Rum verwenden?

Nein. Rum ist die häufigste Wahl zum Einweichen der Pflaumen, aber kein Muss. Starker schwarzer Tee ist die traditionelle Alternative und funktioniert genauso gut – manche sehen ihn sogar als authentischer an, weil Alkohol nicht zum Originalrezept gehörte. Auch Armagnac, Calvados, Portwein oder Apfelsaft sind geeignet. Wichtig ist nur, dass die Pflaumen ausreichend Zeit haben, die Flüssigkeit aufzunehmen – mindestens 2 Stunden, besser über Nacht.

Kann ich Far Breton ohne Pflaumen backen?

Ja. Die Version ohne Früchte heißt Far nature und ist in der Bretagne genauso verbreitet wie die Version mit Pflaumen. Der Teig allein backt wunderbar – die Beurre noisette und der Vanillegeschmack kommen dann besonders deutlich durch. Alternativ andere Trockenfrüchte verwenden: Rosinen, Aprikosen, Feigen oder Datteln passen alle gut.

Welche anderen Früchte passen in den Far Breton?

Neben Backpflaumen eignen sich: Rosinen (in Rum eingeweicht), getrocknete Aprikosen (in Tee eingeweicht), getrocknete Feigen oder Datteln, frische Äpfel oder Birnen in dünnen Scheiben. Frische Früchte geben mehr Flüssigkeit ab als getrocknete – das Ergebnis wird etwas weicher. Am intensivsten schmecken eingeweichte Trockenfrüchte.

Wie bewahre ich Far Breton auf?

Im Kühlschrank, abgedeckt mit Frischhaltefolie, hält Far Breton 2-3 Tage. Vor dem Servieren 20-30 Minuten bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen – bei Raumtemperatur schmeckt er deutlich besser als direkt aus dem Kühlschrank. Einfrieren ist nicht empfehlenswert, da die Pflaumen beim Auftauen Flüssigkeit abgeben und den Teig aufweichen.

Wann nehme ich Far Breton aus der Form?

Erst wenn er vollständig ausgekühlt ist – mindestens 2 Stunden nach dem Backen, idealerweise über Nacht. Ein noch warmer Far Breton ist innen zu weich und lässt sich nicht sauber in Stücke schneiden. In der Bretagne wird er oft direkt aus der Form heraus serviert, ohne zu stürzen – das ist die einfachste und authentischste Methode.

Warum ist mein Far Breton nicht cremig geworden?

Meistens liegt es an zu langer Backzeit. Far Breton muss innen noch minimal wackeln, wenn er aus dem Ofen kommt – er festigt sich beim Auskühlen weiter nach. Wer ihn bis zur festen Konsistenz bäckt, backt ihn zu lang. Ein weiterer häufiger Fehler: kalte Milch direkt aus dem Kühlschrank kann die Beurre noisette wieder zum Erstarren bringen und Klümpchen im Teig erzeugen. Leicht angewärmte Milch gibt gleichmäßigere Ergebnisse. Dritter häufiger Fehler: den Teig nicht ruhen lassen. Die 30 Minuten Ruhepause vor dem Backen sind wichtig – ohne sie wird die Konsistenz unregelmäßiger.

Was ist Beurre noisette und warum ist sie so wichtig?

Beurre noisette ist Butter, die über ihren Schmelzpunkt hinaus erhitzt wird, bis die Milcheiweißstoffe karamellisieren und goldbraune Punkte entstehen. Das Ergebnis riecht nussig-karamellartig und schmeckt deutlich komplexer als normale Butter. Der Name bedeutet auf Deutsch Nussbutter und beschreibt sowohl die Farbe als auch das Aroma der gebräunten Butter. Sie ist die entscheidende Geheimzutat im Far Breton – normale Butter ergibt einen deutlich flacheren Geschmack. Beurre noisette lässt sich in einem kleinen Topf in 4-5 Minuten herstellen und hält sich abgedeckt im Kühlschrank mehrere Wochen.

Wie serviere ich Far Breton traditionell?

In der Bretagne wird Far Breton bei Zimmertemperatur serviert, in Stücke geschnitten, direkt aus der Form. Traditionell reicht man süßen Apfelmost (Cidre doux) dazu – das ist die authentisch bretonische Begleitung. Als Dessert nach einem Hauptgericht passt auch ein süßer Weißwein wie Jurançon moelleux. Wer möchte, gibt eine Kugel Vanilleeis oder einen Löffel Crème fraîche dazu. Beide Beilagen passen hervorragend zur Kombination aus süßem Teig und aromatischen Pflaumen. Far Breton wird in der Regel nicht bestäubt oder glasiert – er braucht keine Dekoration.