Der Clover Club ist ein eleganter Gin-Sour aus der Zeit vor der Prohibition, der durch sein zartrosa Himbeerschaum-Topping sofort ins Auge fällt. Frischer Zitronensaft bringt Säure, Himbeersirup süßt und färbt, und Eiweiß sorgt beim Shaken für die charakteristische samtige Textur und den dichten Schaum. Ein Cocktail, der Schönheit und Ausgewogenheit in einem Glas vereint.
Zutaten für Clover Club
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Gin | 45 ml | trocken, z. B. London Dry |
| Himbeersirup | 15 ml | oder frische Himbeeren, s. u. |
| Zitronensaft | 15 ml | frisch gepresst |
| Eiweiß | 15 ml | etwa ½ Eiweiß, pasteurisiert möglich |
| Eiswürfel | zum Shaken | |
| Himbeeren | 3 Stück | zum Garnieren |
Zubereitung
- Dry Shake: Gin, Himbeersirup, Zitronensaft und Eiweiß ohne Eis in den Shaker geben. Fest verschließen und kräftig 15 Sekunden schütteln – dieser trockene Shake emulgiert das Eiweiß und bildet die Basis für den Schaum.
- Wet Shake: Eiswürfel in den Shaker geben und erneut 10–15 Sekunden kräftig schütteln, bis der Shaker außen stark beschlägt.
- Abseihen: Den Cocktail durch ein feines Doppelsieb (Strainer + Feinsieb) in ein gekühltes Coupette- oder Martiniglas abseihen. Das Doppelsieb hält Eissplitter zurück und sorgt für eine glatte Schaumschicht.
- Garnieren: Drei frische Himbeeren auf einem Zahnstocher auffädeln und auf den Glasrand setzen oder direkt auf den Schaum legen.
Variationen
Wer keinen Himbeersirup zur Hand hat, kann 8–10 frische Himbeeren direkt in den Shaker geben und mit dem Zitronensaft zusammen fein muddeln – das ergibt noch mehr Fruchtaroma, macht den Cocktail aber etwas trüber. Statt Eiweiß funktioniert auch Aquafaba (Kichererbsenwasser, 2 EL) für eine vegane Version mit ähnlichem Schaumresultat. Wer es blumiger mag, ersetzt einen Teil des Gin durch Elderflower Cordial (Holunderblütensirup) und reduziert den Himbeersirup entsprechend. Eine alkoholfreie Variante gelingt mit einem alkoholfreien Gin-Ersatz – das Schaumverhalten bleibt gleich, der Charakter jedoch milder.
Was ist der Dry Shake?
Dry Shake ist eine Bartender-Technik speziell für Cocktails mit Eiweiß oder Sahne. Beim ersten Schütteln ohne Eis wird das Eiweiß durch die Reibung und Wärme emulgiert – es entstehen feine Luftblasen, die den späteren Schaum stabiler und dichter machen. Erst danach kommt das Eis hinzu (Wet Shake), um den Cocktail zu kühlen. Ohne Dry Shake bleibt der Schaum flüssig und fällt schnell zusammen. Ähnlich arbeitet auch unser Whiskey Sour und die White Lady.
Kann ich den Clover Club ohne Eiweiß machen?
Ja, der Cocktail schmeckt auch ohne – nur der charakteristische Schaum fehlt dann. Als vegane Alternative eignet sich Aquafaba (2 EL Kichererbsenwasser) mit fast identischem Schaumresultat. Wer keins von beiden möchte, lässt es einfach weg und schüttelt nur einmal mit Eis.
Welcher Gin passt am besten?
Ein London Dry Gin mit klarem Wacholderaroma ist die klassische Wahl – er hält gegen Himbeere und Zitrone stand ohne zu verschwinden. Fruchtig-florale Gins (z. B. mit Rosen- oder Erdbeernoten) funktionieren ebenfalls gut und betonen den Fruchtcharakter. Sehr schwere, botanisch komplexe Gins können die Feinheit des Cocktails überdecken.
Wie schmeckt ein Clover Club?
Fruchtig-säuerlich mit einer deutlichen Himbeernote, eingebettet in das würzige Gin-Aroma. Der Zitronensaft sorgt für Frische, das Eiweiß für eine weiche, samtige Textur. Der Schaum macht jeden Schluck cremiger als ein gewöhnlicher Sour – insgesamt leicht und elegant.
In was für einem Glas wird der Clover Club serviert?
Traditionell in einem Coupette-Glas (auch Champagner-Schale) – die breite Öffnung zeigt den Schaum optimal und lässt das Himbeeraroma gut entfalten. Alternativ funktioniert ein gekühltes Martiniglas. Beide Varianten werden ohne Eis serviert.
Wo kommt der Clover Club her?
Der Clover Club ist nach dem Clover Club benannt, einem exklusiven Herrenclub für Literaten, Journalisten und Juristen, der sich Ende des 19. Jahrhunderts im Bellevue-Stratford Hotel in Philadelphia traf. Der Cocktail war das inoffizielle Hausgetränk des Clubs und verbreitete sich von dort in amerikanische Bars.
Wann wurde der Clover Club erfunden?
Der Cocktail entstand in den 1880er bis frühen 1900er Jahren und taucht spätestens 1913 in gedruckten Cocktailbüchern auf (u. a. in Straub’s Manual of Mixed Drinks). Damit ist er ein echter Pre-Prohibition-Cocktail, der die Craft-Cocktail-Renaissance des 21. Jahrhunderts unbeschadet überlebt hat.
Wer hat den Clover Club erfunden?
Es gibt keinen einzelnen dokumentierten Erfinder. Der Cocktail entwickelte sich im Umfeld des Clover Club in Philadelphia und wurde von den dortigen Barkeepern des Bellevue-Stratford Hotels geprägt. Er ist ein kollektives Produkt der amerikanischen Cocktailkultur vor der Prohibition.