Staudensellerie Rezept

Gebratener Staudensellerie mit Butter, Weißwein und Thymian — eine Beilage, die zeigt, wie viel Geschmack in diesem unterschätzten Gemüse steckt. In 25 Minuten verwandeln sich die knackigen Stangen in eine aromatische, leicht karamellisierte Beilage.

Zutaten für gebratenen Staudensellerie

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Staudensellerie1 Stückca. 500 g, 6–8 Stangen
Karotten2 Stückin dünne Scheiben
Zwiebel1 Stückfein gewürfelt
Butter2 EL
Olivenöl1 EL
trockener Weißwein100 mloptional
Gemüsebrühe150 ml
getrockneter Thymian1 TL
Salz und Pfeffernach Geschmack
Petersilie2 ELfrisch gehackt

Zubereitung

  1. Sellerie vorbereiten: Die Staudenselleriestangen waschen und die Enden abschneiden. Bei dicken Stangen die Außenseite mit einem Sparschäler dünn abziehen, um die groben Fasern zu entfernen. Die Stangen schräg in etwa 1 cm dicke Stücke schneiden. Die zarten Blätter aufheben — sie werden am Ende als Garnitur verwendet.
  2. Gemüse anbraten: Butter und Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebelwürfel 2 Minuten glasig dünsten. Sellerie und Karotten dazugeben und unter gelegentlichem Wenden 3–4 Minuten anbraten, bis der Sellerie leicht Farbe annimmt.
  3. Mit Weißwein und Brühe schmoren: Den Weißwein angießen und bei hoher Hitze fast vollständig einkochen lassen. Die Gemüsebrühe und den Thymian dazugeben. Die Hitze reduzieren und das Gemüse zugedeckt 10–12 Minuten sanft schmoren, bis es weich ist, aber noch Biss hat.
  4. Abschmecken und servieren: Den Deckel abnehmen und die restliche Flüssigkeit bei hoher Hitze einkochen lassen, bis nur noch eine sämige Sauce übrig bleibt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit frischer Petersilie und den aufgehobenen Sellerieblättern bestreut servieren.

Variationen

Karamellisierter Staudensellerie: Die Selleriestücke in Butter mit einem Esslöffel Zucker bei mittlerer Hitze langsam karamellisieren, bis sie goldbraun und leicht glasig sind. Die Süße kontrastiert wunderbar mit der herb-frischen Note des Selleries.

Roh als Salat: Staudensellerie in dünne Scheiben schneiden und mit Apfelstücken, Walnüssen und einem Joghurt-Dressing anmachen. Der berühmte Waldorf-Salat basiert auf genau dieser Kombination — erfunden 1896 im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel.

Staudensellerie mit Dip: Die ganzen Stangen roh als Snack mit Hummus, Frischkäse oder Erdnussbutter servieren. In den USA einer der beliebtesten gesunden Snacks.

Geschmorte Sellerie-Herzen: Die inneren, zarten Stangen mit dem Herz im Ganzen halbieren und in einer Mischung aus Brühe und Butter im Ofen bei 180 °C 30 Minuten schmoren. Ein eleganter Begleiter zu Fisch und hellem Fleisch.

Staudensellerie, Knollensellerie, Schnittsellerie — der Unterschied

Alle drei gehören zur selben Pflanzenfamilie, sind aber unterschiedliche Zuchtformen:

Staudensellerie (auch Stangensellerie oder Bleichsellerie) wird wegen seiner langen, fleischigen Stangen angebaut. Er hat eine kleine, kaum nutzbare Knolle. Der Geschmack ist frisch, leicht herb und wässrig-knackig.

Knollensellerie wird wegen seiner großen, runden Knolle angebaut. Er hat dünne, harte Stängel, die nicht roh gegessen werden. Der Geschmack ist intensiver und erdiger als der des Staudenselleries.

Schnittsellerie (auch Blattsellerie) hat dünne Stängel und wird vor allem als Würzkraut für Suppen und Eintöpfe verwendet. Er ähnelt optisch der Petersilie.

Staudensellerie stammt aus dem Mittelmeerraum und wurde bereits in der Antike als Heil- und Gewürzpflanze genutzt. Die heutigen Sorten mit ihren dicken, fleischigen Stangen entstanden erst ab dem 17. Jahrhundert in Italien und England. In den USA ist Staudensellerie deutlich populärer als in Deutschland — dort gehört er zu den meistverkauften Gemüsesorten und erlebte durch den Selleriesaft-Trend ab 2019 einen regelrechten Hype.


Muss man Staudensellerie schälen?

Bei jungen, dünnen Stangen nicht — sie sind zart genug, um mit Schale gegessen zu werden. Bei dicken, äußeren Stangen empfiehlt es sich, die Außenseite mit einem Sparschäler dünn abzuziehen. Dort sitzen grobe Fasern, die beim Essen unangenehm zwischen den Zähnen hängen bleiben. Die inneren, zarten Stangen sind immer schälfrei genießbar.


Wie schmeckt Staudensellerie am besten?

Roh als Snack mit Dip ist die einfachste und beliebteste Variante — der frische, leicht herbe Geschmack und der Crunch kommen so am besten zur Geltung. Gekocht oder gebraten wird er milder und leicht süßlich. Besonders gut schmeckt er karamellisiert in Butter oder geschmort in Weißwein und Brühe. In Suppen und Eintöpfen bringt er als Grundzutat (Teil des Suppengrüns) Aroma und Tiefe.


Kann man Staudensellerie roh essen?

Ja, Staudensellerie wird sogar häufiger roh als gekocht gegessen. Die knackigen Stangen eignen sich hervorragend als Snack, in Salaten oder als Dip-Gemüse. Roh enthält er mehr Vitamin C als gegart. Die Blätter sind ebenfalls essbar und schmecken intensiver als die Stangen — sie lassen sich wie Petersilie als Würzkraut verwenden.


Wie lange ist Staudensellerie haltbar?

Im Kühlschrank hält sich Staudensellerie 1–2 Wochen, wenn er in feuchtes Küchenpapier eingewickelt und in einen Plastikbeutel gelegt wird. Die Feuchtigkeit verhindert, dass die Stangen austrocknen und schlapp werden. Schlapp gewordener Sellerie lässt sich oft retten: Die Enden abschneiden und die Stangen für 30 Minuten in eiskaltes Wasser legen — sie werden wieder knackig.


Was ist der Selleriesaft-Trend?

Ab 2019 wurde Selleriesaft als angebliches Wundermittel populär, maßgeblich beworben durch den US-Autor Anthony William. Er empfahl, morgens 500 ml frisch gepressten Selleriesaft auf nüchternen Magen zu trinken. Die behaupteten Gesundheitseffekte (Entzündungshemmung, Entgiftung) sind wissenschaftlich nicht belegt. Staudensellerie ist aber unbestritten ein gesundes, kalorienarmes Gemüse mit nur 15 kcal pro 100 g und reichlich Kalium und Vitamin K.