
Soupe au Pistou ist die große Sommersuppe der Provence: ein reichhaltiger Gemüseeintopf aus Bohnen, Zucchini, Kartoffeln und Nudeln, der erst durch das frische Basilikum-Pistou sein unverwechselbares Aroma bekommt. Das Pistou – eine Paste aus Basilikum, Knoblauch und Olivenöl – wird nicht mitgekocht, sondern erst beim Servieren eingerührt. So bleiben die ätherischen Öle des Basilikums vollständig erhalten und machen jede Portion zu einem Erlebnis nach Südfrankreich.
Zutaten für Soupe au Pistou
Für die Suppe
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| grüne Bohnen | 200 g | in 3 cm lange Stücke geschnitten |
| weiße Bohnen | 1 Dose | 400 g, abgetropft |
| Kidneybohnen | 1 Dose | 400 g, abgetropft |
| Zucchini | 2 Stück | mittelgroß, gewürfelt |
| Kartoffeln | 3 Stück | mehligkochend, geschält, gewürfelt |
| Tomaten | 2 Stück | reif, grob gewürfelt |
| Möhren | 2 Stück | geschält, gewürfelt |
| Zwiebel | 1 Stück | fein gehackt |
| kleine Nudeln | 100 g | z. B. Ditalini oder Muschelnudeln |
| Gemüsebrühe | 1.5 l | oder Wasser |
| Olivenöl | 2 EL | zum Anbraten |
| Salz und schwarzer Pfeffer | nach Geschmack |
Für das Pistou
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| frisches Basilikum | 1 Bund | große Blätter, ca. 40 g |
| Knoblauchzehen | 4 Stück | geschält |
| Olivenöl | 80 ml | kaltgepresst, gute Qualität |
| grobes Meersalz | 1 Prise | für den Mörser |
Zubereitung
- Gemüse vorbereiten: Kartoffeln schälen und in 1,5 cm große Würfel schneiden. Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Zucchini (nicht schälen) würfeln. Tomaten vierteln. Grüne Bohnen waschen und in 3 cm lange Stücke schneiden. Zwiebel fein hacken. Dosenböhnen in ein Sieb geben, kalt abspülen und abtropfen lassen.
- Suppe ansetzen: Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel darin 3-4 Minuten weich andünsten, ohne dass sie Farbe annimmt. Möhren hinzufügen und 2 weitere Minuten mitdünsten.
- Kartoffeln und Bohnen garen: Kartoffeln, grüne Bohnen, weiße Bohnen und Kidneybohnen in den Topf geben. Mit der Gemüsebrühe auffüllen. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und bei leichtem Köcheln 20 Minuten garen.
- Zucchini und Tomaten: Zucchini und Tomaten in den Topf geben und weitere 10 Minuten mitkochen, bis das Gemüse weich, aber noch mit leichtem Biss ist.
- Nudeln garen: Nudeln direkt in die Suppe geben und nach Packungsangabe al dente kochen (meist 8-10 Minuten). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Pistou zubereiten: Während die Suppe köchelt, das Pistou herstellen: Knoblauchzehen mit dem groben Meersalz im Mörser zu einer feinen Paste zerstoßen. Basilikumblätter portionsweise hinzufügen und einarbeiten. Anschließend das Olivenöl in einem dünnen Strahl einrühren, bis eine cremige, intensiv grüne Paste entsteht. Wer keinen Mörser hat, kann einen Stabmixer verwenden – allerdings leidet das Aroma dabei etwas.
- Servieren: Suppe vom Herd nehmen. Das Pistou nicht in den gesamten Topf rühren – es gehört für jeden Gast separat in eine kleine Schüssel auf den Tisch. Jeder rührt sein Pistou nach eigenem Geschmack in seine Portion. Dazu passt geriebener Parmesan oder Gruyère – ebenfalls separat serviert.
Variationen und Tipps
Die Soupe au Pistou ist ein Gericht, das sich nach dem anpasst, was der Sommer hergibt. Lauch, Fenchel, Erbsen oder Stangensellerie lassen sich problemlos einarbeiten – traditionell wird genommen, was auf dem Markt angeboten wird. Wer getrocknete Bohnen verwenden möchte, weicht sie am Vorabend in reichlich Wasser ein und verlängert die Kochzeit entsprechend auf 60-90 Minuten.
Ein wichtiger Tipp für das Pistou: Das Öl darf erst nach dem Zerstoßen des Basilikums zugegeben werden. Wer das Basilikum zuerst mit Öl übergießt, riskiert Bitterstoffe – das Öl verhindert die enzymatische Reaktion, die dem Pistou sein frisches, grünes Aroma verleiht.
Wer eine vegane Variante bevorzugt, lässt den Käse auf dem Tisch einfach weg – die Suppe selbst und das Pistou sind ohne Käse vollständig pflanzlich. In der klassischen Provence wird Käse zum Pistou übrigens generell als optional betrachtet; im Gegensatz zum italienischen Pesto ist er kein fester Bestandteil.
Das Pistou lässt sich auch auf andere Gerichte anwenden: als Aufstrich auf frischem Baguette, als Sauce zu Pasta oder als aromatisches Topping für gegrilltes Gemüse. Wer mehr davon herstellt als für die Suppe benötigt wird, kann übrig gebliebenes Pistou in Eiswürfelbehältern einfrieren.
Pistou und Pesto – was ist der Unterschied?
Wer das erste Mal von Pistou hört, denkt sofort an das italienische Pesto. Der Vergleich ist naheliegend, denn beide Saucen teilen ihre ligurischen Wurzeln – und trotzdem sind sie eigenständige Traditionen.
Pistou besteht aus Basilikum, Knoblauch und Olivenöl. Fertig. Das Grundrezept kommt ohne Käse und ohne Pinienkerne aus. Der Name leitet sich vom provenzalischen pista ab, dem lateinischen Wort für „stampfen“ – eine Referenz auf die Herstellung im Mörser. Pistou ist eine leichtere, puristischere Sauce als sein italienisches Gegenstück.
Pesto alla Genovese dagegen enthält neben Basilikum und Knoblauch auch Pinienkerne, Parmesan (oder Pecorino) und Olivenöl – eine reichhaltigere Sauce, die in der Regel als Pasta-Sauce verwendet wird.
Beide stammen aus derselben mediterranen Kulinarik-Region und spiegeln die engen historischen Verbindungen zwischen der Provence und Ligurien wider. Dennoch hat sich das Pistou in der Provence als eigenständige Tradition entwickelt und wird von der provenzalischen Küche als ihr eigenes Erbe betrachtet.
Geschichte der Soupe au Pistou
Die Soupe au Pistou hat genovesische Wurzeln. Der Kochbuchautor Jean-Baptiste Reboul schrieb bereits Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Werk La Cuisinière provençale: „Diese Suppe genovesischen Ursprungs ist hauptsächlich in der Provence beliebt.“ Die engen Handels- und Migrationsbeziehungen zwischen Genua und der Provence – besonders dem Hafen von Marseille – machten diesen Austausch möglich.
Im Laufe der Zeit hat die Provence die Suppe vollständig als ihr eigenes Sommergericht adoptiert. Heute ist die Soupe au Pistou in der gesamten Provence ein festes Ritual der Hochsommerküche – wenn die Gärten und Märkte voll mit frischen Bohnen, Zucchini und dem aromatischen Basilikum der Region sind. In Toulon findet jedes Jahr eine eigene Fête de la Soupe au Pistou statt, bei der provenzalische Köche ihre Versionen präsentieren.
Wer sich für weitere herzhafte Eintöpfe aus dem Süden Frankreichs interessiert, findet im Garbure-Rezept einen deftigeren Gemüseeintopf aus dem Béarn – ebenfalls ein regionaler Charakter mit jahrhundertealter Geschichte. Und für eines der bekanntesten Gerichte Frankreichs gibt es das Pot au Feu, dessen Brühe-Prinzip und langsames Kochen mit der Soupe au Pistou verwandt ist.
Lagerung und Aufwärmen
Die Suppe lässt sich gut vorbereiten und ist am nächsten Tag oft noch besser, weil die Aromen mehr Zeit hatten, sich zu verbinden. Im Kühlschrank hält sie sich zugedeckt 3-4 Tage. Beim Aufwärmen auf mittlerer Hitze etwas Wasser oder Brühe zugeben – die Nudeln quellen nach und saugen Flüssigkeit auf.
Wichtig: Das Pistou immer getrennt aufbewahren. Wenn es mit der heißen Suppe in Kontakt kommt, verliert es Farbe und Aroma innerhalb weniger Stunden. Pistou im Kühlschrank mit einer dünnen Olivenölschicht bedecken und innerhalb von 2-3 Tagen aufbrauchen. Wer mehr Pistou zubereitet hat, kann es in Eiswürfelbehältern einfrieren und portionsweise verwenden.
Die Suppe lässt sich grundsätzlich einfrieren, allerdings werden die Nudeln dabei sehr weich. Besser: Suppe ohne Nudeln einfrieren und die Nudeln frisch beim Aufwärmen hinzugeben.
Was ist Soupe au Pistou?
Soupe au Pistou ist eine provenzalische Gemüsesuppe aus dem Süden Frankreichs. Sie besteht aus einem Gemüseeintopf mit Bohnen, Zucchini, Kartoffeln, Tomaten und Nudeln, der beim Servieren mit frischem Pistou verfeinert wird. Das Pistou – eine Paste aus Basilikum, Knoblauch und Olivenöl – wird nicht mitgekocht, sondern separat auf den Tisch gestellt, damit jeder Gast die gewünschte Menge selbst einrührt.
Was ist Pistou und wie unterscheidet es sich von Pesto?
Pistou ist eine provenzalische Sauce aus frischem Basilikum, Knoblauch und Olivenöl – ohne Pinienkerne und ohne Käse. Das italienische Pesto alla Genovese enthält dagegen zusätzlich Pinienkerne, Parmesan und Pecorino und ist dadurch reichhaltiger. Beide Saucen teilen ihre ligurischen Wurzeln, haben sich aber als eigenständige regionale Traditionen entwickelt. Der Name Pistou leitet sich vom lateinischen Wort für stampfen ab und verweist auf die traditionelle Herstellung im Mörser.
Ist Soupe au Pistou vegetarisch oder vegan?
Ja, Soupe au Pistou ist von Natur aus vegetarisch. Die Suppe selbst und das Pistou enthalten keinerlei Fleisch oder Fisch. Wer die Suppe vegan zubereiten möchte, lässt den Käse auf dem Tisch (Parmesan oder Gruyère) einfach weg – Suppe und Pistou bleiben vollständig pflanzlich. Diese vegane Variante entspricht sogar der klassischen provenzalischen Tradition, in der Käse zum Pistou als optional gilt.
Kann man Soupe au Pistou einfrieren?
Die Suppe lässt sich einfrieren, allerdings werden die Nudeln beim Einfrieren und Auftauen sehr weich. Besser: Die Suppe ohne Nudeln einfrieren und die Nudeln frisch beim Aufwärmen zugeben. Das Pistou lässt sich hervorragend in Eiswürfelbehältern einfrieren und portionsweise verwenden. Im Kühlschrank hält die fertige Suppe 3-4 Tage, das Pistou separat aufbewahrt 2-3 Tage.
Welche Nudeln eignen sich für Soupe au Pistou?
Traditionell werden kleine Nudelsorten verwendet, die gut in die Suppe passen. Ditalini (kleine Röhrennudeln), Muschelnudeln (Coquillettes) oder kurze Vermicelli sind klassische Wahlen. Die Nudeln sollten nicht zu groß sein, damit sie leicht auf dem Löffel bleiben. Sie werden direkt in der Suppe al dente gegart – daher nicht zu lang kochen, da sie auch nach dem Abschalten der Herdplatte noch weitergaren.
Warum wird das Pistou nicht mitgekocht?
Basilikum verliert beim Kochen fast sein gesamtes Aroma. Die ätherischen Öle, die Basilikum seinen charakteristischen Duft geben, sind hitzeempfindlich und verfliegen schon nach wenigen Minuten Kochzeit. Das Pistou wird deshalb immer erst beim Servieren in die heiße Suppe eingerührt. Das frische Basilikum-Aroma bleibt so vollständig erhalten und macht den entscheidenden Unterschied zwischen einer guten und einer außergewöhnlichen Soupe au Pistou aus.