Remoulade selber machen

Diese selbstgemachte Remoulade ist in 15 Minuten fertig und schmeckt deutlich frischer als jede Variante aus dem Supermarkt. Die cremige Sauce aus Mayonnaise, hartgekochten Eiern, Cornichons, Kapern und frischen Kräutern passt perfekt zu Fisch, Meeresfrüchten, Pommes frites und vielem mehr. Das Grundrezept lässt sich leicht abwandeln – ob klassisch-deutsch, fein-französisch oder würzig-scharf.

Zutaten für Remoulade

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Mayonnaise200 gQualitätsmayo mit echtem Eigelb
griechischer Joghurt80 gmacht die Sauce leichter
Eier2 Stückhartgekocht
Cornichons3 Stückkleine Salzgurken, gut abtropfen lassen
Kapern1 ELabgetropft, fein gehackt
Schalotte1 Stückfein gewürfelt
Dijon-Senf1 TL
mittelscharfer Senf1 TL
Zitronensaft1 ELfrisch gepresst
Schnittlauch2 ELfein geschnitten
Petersilie1 ELfrisch, fein gehackt
Estragon0.5 TLgetrocknet oder 1 TL frisch
Salz und Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Eier kochen: Die Eier in kochendem Wasser 10 Minuten hart kochen. Danach sofort in kaltem Wasser abschrecken, pellen und fein hacken. Durch das Abschrecken lassen sie sich leichter pellen und der Garvorgang wird gestoppt, sodass kein grauer Ring um das Eigelb entsteht.
  2. Zutaten vorbereiten: Cornichons gut abtropfen lassen und fein hacken – das verhindert, dass die Sauce wässrig wird. Kapern ebenfalls abtropfen und grob hacken. Schalotte in sehr feine Würfel schneiden. Schnittlauch und Petersilie fein schneiden.
  3. Basis verrühren: Mayonnaise und griechischen Joghurt in einer Schüssel glatt verrühren. Beide Senfsorten und den frisch gepressten Zitronensaft einrühren, bis eine homogene Masse entsteht.
  4. Alles vermengen: Die gehackten Eier, Cornichons, Kapern, Schalotte, Schnittlauch, Petersilie und Estragon unterheben. Alles gründlich, aber vorsichtig vermischen – die Ei-Stücke sollen sichtbar bleiben und der Sauce Struktur geben.
  5. Abschmecken und ziehen lassen: Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die fertige Remoulade mindestens 30 Minuten, besser eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. In dieser Zeit geben die Kräuter und Gewürze ihr volles Aroma ab und die Sauce wird deutlich aromatischer.

Variationen der selbstgemachten Remoulade

Das Grundrezept lässt sich auf viele Arten abwandeln, je nachdem zu welchem Gericht die Sauce gereicht werden soll.

Klassisch-französische Remoulade: Für die originalgetreue französische Version kommen 2-3 fein gehackte Sardellenfilets und 1 EL Estragonessig dazu. Diese Variante schmeckt intensiver und passt hervorragend zu Fischgerichten und Meeresfrüchten – besonders zu gegrilltem Lachs wie dem Flammlachs vom offenen Feuer.

Leichtere Joghurt-Remoulade: Wer Kalorien sparen möchte, ersetzt die Hälfte der Mayonnaise durch Magerquark oder fettarmen Joghurt. Die Sauce wird etwas weniger cremig, aber deutlich leichter – ideal als Dip zu Rohkost oder als Beilage zu einem leichten Mittagessen.

Scharfe Meerrettich-Remoulade: Für eine kräftigere Note kommt 1-2 TL Meerrettich aus dem Glas sowie eine kräftige Prise Cayennepfeffer dazu. Diese würzige Variante harmoniert besonders gut mit Räucherfisch, Rindfleisch oder herzhaften Sandwiches.

Vegane Remoulade: Das hartgekochte Ei einfach weglassen und vegane Mayonnaise verwenden. Die Konsistenz bleibt cremig und angenehm, wenn man 1 EL Cashewmus oder 1 EL fein geriebene Cashews einrührt – das gibt Textur und eine leichte Nussnote, die dem Original erstaunlich nahekommt.

Louisiana-Remoulade: Die amerikanische Südstaaten-Variante enthält 1 TL Paprikapulver, 1 TL Creole-Senf (oder scharfer Dijon), 1 EL Ketchup und einen Spritzer Worcestershire-Sauce. Diese rosafarbene Variante wird in New Orleans traditionell zu Shrimps und Meeresfrüchten gereicht.

Zu was passt selbstgemachte Remoulade?

Remoulade gehört zu den vielseitigsten Saucen in der Küche – sie funktioniert als Dip, als Beilage und als Aufstrich.

Fisch und Meeresfrüchte sind die natürlichen Partner der Remoulade. Gebratene Scholle, Seezunge, Fischfrikadellen, Matjes, Räucherlachs, Fischstäbchen – zu all dem passt die Sauce ausgezeichnet. Der Säureanteil aus Cornichons und Zitronensaft harmoniert perfekt mit dem Fettgehalt von Fisch.

Als Dip zu Frittiertem macht die selbstgemachte Remoulade deutlich mehr her als Ketchup oder Fertig-Mayo. Zu Pommes frites, Zwiebelringen oder Backhendl ist sie die erste Wahl. Wer noch eine zweite Sauce auf dem Tisch haben möchte: Die selbstgemachte Cocktailsauce passt ebenfalls hervorragend dazu.

Auf Brötchen und Sandwiches ist Remoulade vor allem in Norddeutschland ein fester Bestandteil der Fischbrötchen-Kultur. Ob Matjes-, Bismarckhering- oder Räucherlachsbrötchen – ohne Remoulade fehlt etwas.

Als Dip zu Rohkost und Gemüse ist sie eine cremige Alternative zu Hummus oder Tzatziki – besonders zu Gurke, Möhren und Paprika.

Tipps für die perfekte Remoulade

Ziehzeit nicht überspringen: Frisch gemachte Remoulade schmeckt gut – aber nach einer Stunde im Kühlschrank ist sie deutlich aromatischer. Die Kräuter, Gewürze und Gurken brauchen Zeit, ihre Aromen vollständig abzugeben. Wer kann, bereitet die Sauce am Vortag zu.

Cornichons immer gut abtropfen lassen: Restfeuchte von den Salzgurken macht die Sauce wässrig und dünner. Am besten die gehackten Stücke kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und dann erst einrühren.

Beide Senfarten verwenden: Die Kombination aus Dijon-Senf (milder, aromatischer) und mittelscharfem Senf (mehr Schärfe) gibt der Remoulade ihre charakteristische Tiefe. Nur eine Sorte macht die Sauce flacher im Geschmack.

Qualität der Mayonnaise zählt: Da Mayonnaise die Basis bildet, wirkt sich ihre Qualität direkt auf das Ergebnis aus. Eine Mayonnaise mit echtem Eigelb und gutem Öl liefert merklich bessere Ergebnisse als eine billige Variante mit vielen Zusatzstoffen.

Kräuter frisch verwenden: Getrockneter Schnittlauch und getrocknete Petersilie sind Notlösungen. Frische Kräuter machen den Unterschied – sie geben der Sauce Farbe, Frische und deutlich mehr Aroma.

Lagerung und Haltbarkeit

Selbstgemachte Remoulade hält sich im Kühlschrank in einem gut verschlossenen Behälter oder mit Frischhaltefolie abgedeckt 3-4 Tage. Da sie hartgekochte Eier, frische Kräuter und Mayonnaise enthält, sollte sie immer gekühlt aufbewahrt werden – niemals bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren ist nicht empfehlenswert. Mayonnaisebasierte Saucen trennen sich beim Gefrieren und werden nach dem Auftauen wässrig und körnig – die cremige Konsistenz lässt sich danach kaum wiederherstellen. Für beste Ergebnisse die Remoulade immer frisch zubereiten. Da sie in 15 Minuten fertig ist, lohnt sich das problemlos auch kurzfristig.

Die Geschichte der Remoulade

Remoulade hat ihre Wurzeln in der französischen Küche des frühen 18. Jahrhunderts. Erste schriftliche Erwähnungen datieren auf 1733, als der Kochbuchautor Vincent La Chapelle eine heiße Remoulade mit Anchovis beschrieb. Die kalte, mayonnaisebasierte Version, die wir heute kennen, etablierte sich erst nach der Standardisierung der Haute Cuisine – prominentester Vertreter war Auguste Escoffier, der sie in seinem Guide culinaire (1903) festhielt.

Der Ursprung des Namens ist bis heute ungeklärt. Die wahrscheinlichste Theorie leitet ihn vom altfranzösischen remoudre (nochmals mahlen) ab, da die Sauce ursprünglich mit Mörser und Stößel aus gemahlenen Zutaten hergestellt wurde. Eine andere Theorie verweist auf rémola, ein Dialektwort der Picardie für Meerrettich – was den frühen Bezug zum würzigen Gemüse erklären würde.

Während in Frankreich die Céleri Rémoulade (geriebener Knollensellerie in Senfcreme) bis heute in jedem Bistro serviert wird, entwickelte sich die deutsche Remoulade eigenständig weiter: Mit hartgekochten Eiern, Kapern und frischen Kräutern bekam sie eine bodenständigere, sättigendere Note, die perfekt zur norddeutschen Fischküche passt.

Weit entfernt entstanden in New Orleans ganz eigene Traditionen: Die louisianische Remoulade ist eine rosafarbene, kräftig gewürzte Variante mit Creole-Senf, Paprika und Ketchup – ein fester Bestandteil der kreolischen Küche und dort heute Pflichtzutat bei Shrimp-Gerichten.


Was ist der Unterschied zwischen Remoulade und Mayonnaise?

Mayonnaise ist die Basis der Remoulade, aber bei weitem nicht dasselbe. Mayonnaise besteht nur aus Öl, Eigelb, Senf und Säure. Remoulade ist eine gewürzte Weiterverarbeitung: Sie enthält zusätzlich gehackte Cornichons, Kapern, Kräuter, oft auch hartgekochte Eier und Zwiebeln. Remoulade hat dadurch einen deutlich kräftigeren, würzigeren Geschmack und eine gröbere Textur als glatte Mayonnaise.

Was kommt alles in eine klassische Remoulade?

In eine klassische deutsche Remoulade gehören: Mayonnaise als Basis, hartgekochte Eier, Cornichons (kleine Salzgurken), Kapern, Schalotte, frische Kräuter (Schnittlauch, Petersilie, Estragon) und Senf. Die französische Variante enthält zusätzlich oft Sardellenfilets und Estragonessig. Joghurt macht die Sauce leichter, ist aber kein Pflichtbestandteil.

Wie lange ist selbstgemachte Remoulade haltbar?

Im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter hält sich selbstgemachte Remoulade 3-4 Tage. Da sie frische Kräuter, hartgekochte Eier und Mayonnaise enthält, sollte sie stets gekühlt aufbewahrt werden. Einfrieren ist nicht sinnvoll: Mayonnaisebasierte Saucen verlieren beim Auftauen ihre cremige Konsistenz und werden wässrig.

Kann man Remoulade ohne Ei zubereiten?

Ja, ohne das hartgekochte Ei geht es auch. Das Ei gibt der Sauce Textur und Fülle, ist aber kein Muss. Ohne Ei wird die Remoulade etwas glatter und flüssiger – das lässt sich ausgleichen, indem man einen zusätzlichen Esslöffel griechischen Joghurt einrührt oder die Cornichons etwas gröber hackt. Für eine vegane Variante einfach vegane Mayonnaise verwenden und das Ei weglassen.

Zu welchen Gerichten passt Remoulade am besten?

Remoulade passt hervorragend zu Fisch und Meeresfrüchten – vor allem zu Scholle, Seezunge, Fischstäbchen, Räucherlachs, Matjes und Garnelen. Als Dip zu Pommes frites und Zwiebelringen ist sie beliebt. In Norddeutschland gehört sie fest auf Fischbrötchen. Auch zu kaltem Aufschnitt, hartgekochten Eiern als Vorspeise und gegrilltem Fleisch macht sie eine gute Figur.

Woher kommt der Name Remoulade?

Der Ursprung ist nicht abschließend geklärt. Die verbreitetste Theorie leitet den Namen vom altfranzösischen remoudre (nochmals mahlen) ab – früher wurde die Sauce mit Mörser und Stößel aus gemahlenen Zutaten hergestellt. Eine andere Theorie verweist auf rémola, ein Dialektwort aus der Picardie für Meerrettich, der in frühen Varianten verwendet wurde.