Zitronenrisotto ist die frische Variante des italienischen Reisgerichts: Carnaroli oder Arborio werden in heißer Brühe cremig gerührt und erst am Ende mit Zitronensaft, feiner Zitronenschale und Thymian abgeschmeckt. Butter und Parmesan machen den Reis samtig, die Säure hält ihn leicht. In Italien läuft das Gericht als Risotto al limone und wird sowohl als Vorspeise als auch als leichtes Hauptgericht serviert.

Zutaten für Zitronenrisotto mit Thymian

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Risottoreis320 gCarnaroli, Arborio oder Vialone Nano
Gemüsebrühe1 lheiß gehalten
Schalotte1 Stückfein gewürfelt
Bio-Zitrone1 Stückunbehandelt, Schale und Saft
Thymian4 ZweigBlättchen abgezupft
trockener Weißwein120 mlz. B. Pinot Grigio oder Vermentino
Olivenöl2 EL
Butter60 gkalt, gewürfelt
Parmesan70 gfrisch gerieben
Salz und Pfeffernach Geschmack

Zubereitung

  1. Brühe erhitzen: Die Gemüsebrühe in einem kleinen Topf aufkochen und auf niedriger Stufe heiß halten. Kalte Brühe würde den Garvorgang jedes Mal unterbrechen und den Reis ungleichmäßig garen.
  2. Zitrone vorbereiten: Die Bio-Zitrone heiß abwaschen und trocken reiben. Die gelbe Schale fein abreiben, dabei die weiße Innenhaut aussparen, sie schmeckt bitter. Anschließend die Zitrone auspressen und den Saft beiseitestellen. Thymianblättchen von den Zweigen streifen.
  3. Schalotte anschwitzen: Olivenöl in einem weiten, schweren Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Schalottenwürfel darin 3 bis 4 Minuten glasig dünsten, ohne dass sie Farbe nehmen. Die Hälfte der Thymianblättchen zugeben und kurz mitziehen lassen.
  4. Reis tostieren: Den Risottoreis einrühren und 2 Minuten unter ständigem Rühren rösten, bis die Körner am Rand glasig werden. Dieses Tostieren versiegelt die Körner und sorgt dafür, dass der Reis später Biss behält.
  5. Mit Weißwein ablöschen: Den Weißwein angießen und unter Rühren vollständig einkochen lassen. Der Alkohol verdampft, die Säure bleibt als Grundton im Risotto zurück.
  6. Brühe kellenweise zugeben: Eine Schöpfkelle heiße Brühe zum Reis geben und unter regelmäßigem Rühren einkochen lassen. Erst wenn die Flüssigkeit fast aufgenommen ist, die nächste Kelle nachgießen. Das 18 bis 20 Minuten wiederholen, bis der Reis außen cremig und innen noch bissfest ist.
  7. Mit Zitrone abschmecken: Den Topf vom Herd ziehen. Zitronenabrieb, 3 bis 4 Esslöffel Zitronensaft und die restlichen Thymianblättchen unterrühren. Zitrone gehört ans Ende, sonst verliert das Aroma beim Kochen an Frische.
  8. Mantecatura: Die kalte Butter und den geriebenen Parmesan zugeben, den Topf mit Deckel 2 Minuten ruhen lassen und dann kräftig durchrühren, bis das Risotto glänzt und in Wellen vom Löffel fließt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Variationen

Die Grundtechnik bleibt immer gleich, nur die Begleiter wechseln. Mit Zucchini wird das Gericht sommerlicher: eine Zucchini grob raspeln und in den letzten 5 Minuten mitgaren. Grüner Spargel in Stücken kommt ebenfalls gegen Ende dazu, so bleibt er knackig. Wer eine deutlichere Kräuternote möchte, ersetzt die Hälfte des Thymians durch Rosmarin oder gibt kurz vor dem Servieren eine Gremolata aus gehackter Petersilie, Knoblauch und Zitronenschale darüber. Geröstete Pinienkerne bringen zusätzlich Biss.

Für die alkoholfreie Variante entfällt der Weißwein: den Reis stattdessen mit einer Kelle Brühe und einem Esslöffel Zitronensaft ablöschen, damit die Säure erhalten bleibt. Statt Gemüsebrühe passt auch Hühnerbrühe, dann schmeckt das Risotto kräftiger. Beides lässt sich gut selbst ansetzen, etwa nach unserem Rezept für Gemüsebrühe selber machen oder für Hühnerbrühe. Ohne Zitrone und Thymian landet man beim Ausgangspunkt, unserem Risotto Grundrezept.

Ein Hinweis für vegetarische Küche: Parmigiano Reggiano wird traditionell mit tierischem Lab hergestellt. Wer das vermeiden möchte, greift zu einem Hartkäse mit mikrobiellem Lab, der ähnlich salzig und würzig abbindet.

Die Herkunft von Risotto al limone

Risotto ist ein Gericht aus Norditalien, vor allem aus dem Piemont, der Lombardei und dem Veneto, wo seit Jahrhunderten Reis angebaut wird. Charakteristisch ist nicht eine bestimmte Zutat, sondern die Technik: Der Reis gibt beim Rühren Stärke ab, die beim Garen verkleistert und die Körner in einer cremigen Masse bindet. Genau deshalb funktionieren nur mittelkörnige Sorten wie Arborio, Carnaroli oder Vialone Nano, Langkornreis dagegen nicht.

Die Zitronen kommen aus einer ganz anderen Ecke des Landes, aus dem Süden rund um Amalfi und Sizilien. Risotto al limone verbindet also die norditalienische Reisküche mit einer Frucht, die anderswo zu Hause ist. Serviert wird es in Italien traditionell als Primo, also als Zwischengang vor dem Hauptgericht, häufig aber auch als leichte Hauptspeise oder als Beilage zu Fisch.

Fun Facts

Der Komponist Giuseppe Verdi war nicht nur Musiker, sondern auch Landwirt und ein bekennender Risotto-Freund. Aus seinem Umfeld sind Aufzeichnungen zu Risotto-Zubereitungen überliefert.

Die Risotto-Technik lässt sich auf andere Körner übertragen. In Italien heißen solche Gerichte risottato, etwa orzo risottato aus Gerste oder farro risottato aus Dinkel. Wer italienische Beilagen aus kleinen Körnern mag, findet mit unserer Fregola Sarda al Pomodoro eine sardische Verwandte, die aus Hartweizengrieß besteht.

Fachleute prüfen die richtige Konsistenz mit dem Begriff all onda, also in Wellen: Kippt man den Teller leicht, muss das Risotto langsam nachfließen. Steht es wie ein Berg, war zu wenig Brühe im Spiel.


Was passt zu Zitronenrisotto?

Zitronenrisotto passt gut zu gebratenem Fisch, etwa zu Steinbeißer aus der Pfanne, sowie zu Garnelen oder Hähnchenbrustfilet aus dem Backofen. Aus der Gemüseküche harmonieren grüner Spargel, Zucchini und Erbsen. Als Vorspeise oder leichtes Hauptgericht reicht ein grüner Salat mit einem milden Dressing.

Wie wird Risotto richtig cremig?

Die Cremigkeit entsteht durch die Stärke des Reises, nicht durch Sahne. Wichtig sind drei Punkte: eine mittelkörnige Sorte wie Carnaroli oder Arborio, heiße Brühe, die kellenweise zugegeben wird, und regelmäßiges Rühren, damit sich die Stärke löst. Den Ausschlag gibt am Ende die Mantecatura, also das Einrühren von kalter Butter und Parmesan bei ausgeschalteter Hitze.

Warum schmeckt mein Zitronenrisotto bitter?

Meist liegt es an der weißen Innenhaut der Zitrone, die beim Abreiben mit in den Topf gerät. Nur die gelbe Außenschale abreiben und die Zitrone vorher heiß abwaschen. Auch zu früh zugegebener Zitronensaft kann unangenehm scharf wirken, deshalb kommt er erst nach dem Garen dazu.

Welcher Reis eignet sich für Zitronenrisotto?

Geeignet sind Carnaroli, Arborio und Vialone Nano. Carnaroli behält am zuverlässigsten Biss und verzeiht kleine Zeitfehler, Arborio bindet besonders stark, Vialone Nano gart schneller. Langkornreis, Basmati oder parboiled Reis geben zu wenig Stärke ab und werden nicht cremig.

Kann man Zitronenrisotto vorbereiten?

In Teilen ja. Den Reis bis etwa zwei Drittel der Garzeit kochen, flach auf einem Blech ausbreiten und schnell abkühlen lassen. Kurz vor dem Servieren mit heißer Brühe fertig garen und erst dann Zitrone, Butter und Parmesan einrühren. Komplett fertig zubereitet zieht das Risotto nach, verliert Biss und wird fest.

Wie lange hält sich Zitronenrisotto und wie wärmt man ihn auf?

Im geschlossenen Behälter hält sich Zitronenrisotto im Kühlschrank ein bis zwei Tage. Zum Aufwärmen einen Schuss Brühe oder Wasser zugeben und ihn bei mittlerer Hitze im Topf unter Rühren erwärmen. Reste lassen sich außerdem zu Reisbällchen formen und in der Pfanne knusprig braten.

Welcher Wein passt zu Zitronenrisotto?

Zum Kochen und zum Trinken eignet sich ein trockener Weißwein mit klarer Säure, etwa Pinot Grigio, Vermentino oder ein Soave. Er sollte nicht im Holzfass ausgebaut sein, sonst überlagern Vanille- und Röstnoten das Zitronenaroma.