Gebackene Champignons

Gebackene Champignons sind eine knusprig panierte Vorspeise aus der österreichischen Wirtshausküche. Die ganzen Pilze werden klassisch in Mehl, Ei und Semmelbrösel gewendet und in heißem Öl goldbraun frittiert. Dazu kommt eine hausgemachte Sauce Tartare, oft begleitet von Petersilkartoffeln oder einem grünen Salat. Das Rezept gelingt in unter 45 Minuten und ist auch fleischlos ein vollwertiges Hauptgericht.

Zutaten für gebackene Champignons

Zutaten für Portionen

Für die Champignons

ZutatMengeHinweise
Champignons500 gweiß oder braun, mittelgroß
Weizenmehl100 gglatt, Type 405
Eier3 StückGröße M
Milch5 EL
Semmelbrösel200 gfein
Salz1 TLzum Würzen der Pilze
Pfefferfrisch gemahlen
Pflanzenöl1 lzum Frittieren, z. B. Sonnenblumen- oder Rapsöl

Für die Sauce Tartare

ZutatMengeHinweise
Mayonnaise200 ghochwertig oder selbst gemacht
Essiggurken80 gfein gewürfelt
Schalotten30 gfein gehackt
Kapern2 ELabgetropft, fein gehackt
Petersilie2 ELglatt, fein gehackt
Dijonsenf1 TL
Zitronensaft1 TLfrisch gepresst
Salz und Pfefferzum Abschmecken

Zubereitung

  1. Champignons putzen: Die Champignons mit einem Pinsel oder einem trockenen Küchenpapier sorgfältig putzen. Pilze niemals unter Wasser abspülen, sie saugen sich sonst voll und die Panade haftet später schlecht. Trockene Stielenden mit einem kleinen Messer abschneiden. Sehr große Pilze halbieren, mittlere im Ganzen lassen, kleine wie ein Knopf belassen.
  2. Sauce Tartare anrühren: Mayonnaise in eine Schüssel geben. Essiggurken, Schalotten, Kapern und Petersilie sehr fein hacken und unterrühren. Mit Dijonsenf und Zitronensaft abschmecken, mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Die Sauce für mindestens 15 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Aromen sich verbinden.
  3. Panierstraße vorbereiten: Drei flache Teller bereitstellen. Auf den ersten Mehl geben. Im zweiten die Eier mit der Milch sowie einer Prise Salz und Pfeffer verquirlen. Auf den dritten die Semmelbrösel schichten. Die geputzten Champignons leicht mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Champignons panieren: Jeden Champignon zuerst gründlich im Mehl wenden, dann das überschüssige Mehl gut abklopfen. Anschließend durch die Eimasse ziehen und vollständig in den Semmelbröseln wälzen. Die Pilze mit leichtem Druck umhüllen, damit die Panade gut haftet. Panierte Pilze auf einem Brett zwischenlagern.
  5. Öl erhitzen: Pflanzenöl in einem hohen Topf oder einer Fritteuse auf 170 bis 180 Grad erhitzen. Mit einem Holzstäbchen prüfen: Steigen feine Bläschen rund um das Holz auf, hat das Öl die richtige Temperatur. Den Backofen auf 80 Grad Heißluft vorheizen, um die fertigen Pilze warmzuhalten.
  6. Frittieren: Die panierten Champignons portionsweise in das heiße Öl geben, damit die Temperatur nicht zu stark abfällt. Pro Portion etwa drei bis vier Minuten goldbraun ausbacken, dabei mit einer Schaumkelle einmal vorsichtig wenden. Die fertigen Pilze auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und im vorgeheizten Ofen warmstellen, während die nächste Portion bäckt.
  7. Anrichten und servieren: Die gebackenen Champignons heiß auf einem Teller anrichten, leicht nachsalzen und mit frischer Petersilie bestreuen. Eine Schüssel Sauce Tartare daneben stellen. Als Beilage passen Petersilkartoffeln, Pommes frites oder ein gemischter Salat hervorragend. Eine Zitronenspalte sorgt für die frische Säure am Tellerrand.

So gelingen knusprig gebackene Champignons

Damit die Pilze außen knusprig und innen saftig werden, kommt es auf drei Punkte an. Erstens die Pilze trocken halten: Feuchte Champignons ziehen die Eimasse nicht an und die Brösel rutschen beim Frittieren ab. Zweitens die Öltemperatur konstant halten: Wird das Öl zu kalt, saugen sich die Pilze mit Fett voll und die Panade wird weich. Drittens portionsweise frittieren, nie alle Pilze auf einmal in den Topf geben, sonst sinkt die Temperatur zu stark.

Wer die klassische Panade noch knuspriger mag, mischt einen Esslöffel Parmesan oder etwas geriebenes Toastbrot unter die Semmelbrösel. Das gibt der Panade zusätzliche Struktur und einen leicht nussigen Geschmack. Ein zweites Mal zu panieren, also Mehl-Ei-Brösel zweifach durchlaufen, ist nicht nötig: Die Panade wird sonst zu dick und überdeckt den feinen Pilzgeschmack.

Variationen der gebackenen Champignons

Die Grundtechnik lässt sich vielseitig abwandeln. Statt Champignons funktionieren auch Steinpilze, Kräuterseitlinge oder kleine Egerlinge hervorragend in der Mehl-Ei-Brösel-Panade. Bei Kräuterseitlingen die Pilze einfach in dicke Scheiben schneiden, die fester Halt geben.

Für eine würzige Variante lassen sich die Semmelbrösel mit gehacktem Knoblauch, Paprikapulver oder getrockneten Kräutern wie Oregano und Thymian mischen. Wer es etwas schärfer mag, gibt eine Prise Cayennepfeffer in die Eimasse. In Anlehnung an die klassische Wiener Panier wie beim Schnitzel bleibt die Grundstruktur immer gleich: Mehl, Ei, Brösel – aber die Würzung darf gerne mutig sein.

Eine vegane Variante gelingt mit pflanzlicher Milch und einem Ei-Ersatz aus zwei Esslöffeln Sojamehl und vier Esslöffeln Wasser. Die Sauce Tartare wird mit veganer Mayonnaise und ohne Anchovis zubereitet. Wer keine Frittierausrüstung hat, kann die Pilze auch im Airfryer bei 180 Grad rund 12 Minuten ausbacken, dabei nach der Hälfte der Zeit wenden.

In Bayern und Tirol werden die panierten Pilze gerne mit einer Knoblauchsauce serviert: Joghurt, Sauerrahm, gepresster Knoblauch, Olivenöl und etwas Salz ergeben einen schnellen Dip. Wer es noch frischer mag, kombiniert sie mit einer leichten Knoblauchcreme-Note in der Sauce. Auch eine Preiselbeer-Beilage ist in der österreichischen Küche traditionell und passt überraschend gut zur knusprigen Panade.

Die Geschichte der gebackenen Champignons

Gebackene Pilze gehören zur österreichischen Wirtshausküche wie das Wiener Schnitzel oder das Backhendl. Die Panier-Technik mit Mehl, Ei und Bröseln wird in Österreich seit dem 19. Jahrhundert für viele Speisen verwendet und gilt als eine der charakteristischen Zubereitungsarten der Wiener Küche. Der Begriff backen meint dabei nicht das Garen im Backofen, sondern das Frittieren oder Ausbacken in heißem Fett, was sich aus dem süddeutschen und österreichischen Sprachgebrauch erklärt.

Während der traditionelle Wirtshausgast in Wien, Salzburg oder Graz lange Zeit nur das Schnitzel als panierte Hauptspeise kannte, etablierten sich gebackene Champignons in den 1970er und 1980er Jahren als vegetarische Alternative auf den Speisekarten. Heute findet man sie in fast jeder Wirtshausstube als Vorspeise oder als kleine Hauptspeise mit Salat. In Tirol heißen sie regional auch Schwammerl gebacken – das Wort Schwammerl ist die österreichische Bezeichnung für Pilze allgemein.

Die Verbindung mit Sauce Tartare stammt aus der französischen Küche und wurde über die Wiener Hofküche im 19. Jahrhundert nach Österreich gebracht. Die kalte Sauce auf Mayonnaise-Basis mit Essiggurken und Kapern bildet einen klaren, säuerlichen Kontrast zur fettigen, warmen Panade – eine Kombination, die seit Generationen funktioniert.

Welche Pilze eignen sich am besten?

Für gebackene Champignons eignen sich vor allem weiße und braune Zuchtchampignons in mittlerer Größe. Sie sind ganzjährig verfügbar, haben einen mild-nussigen Geschmack und ein festes Fleisch, das die Hitze des Frittiervorgangs gut verträgt. Mittelgroße Pilze (etwa 3 bis 4 Zentimeter Durchmesser) sind ideal: Sie lassen sich gut in die Hand nehmen, panieren sich gleichmäßig und garen in der gleichen Zeit durch.

Sehr kleine Champignons, sogenannte Knopfchampignons, eignen sich besonders für Partys, weil sie als Fingerfood serviert werden können. Sehr große Pilze sollten halbiert oder geviertelt werden, sonst bleibt das Innere roh, während die Panade bereits zu dunkel wird. Frische Pilze erkennt man an einem fest geschlossenen Hut, der noch keine Lamellen zeigt. Sind die Lamellen bereits braun-schwarz sichtbar, sind die Pilze überlagert und schmecken bitter.

Wer es würziger mag, kann auch Steinpilze, Eierschwammerl (Pfifferlinge), Kräuterseitlinge oder Austernpilze in der gleichen Panade ausbacken. Wildpilze entwickeln dabei ein intensiveres Aroma als Zuchtpilze, sind aber saisonabhängig. Wer mehr über die österreichische Pilzküche erfahren möchte, findet im Eierschwammerlgulasch ein weiteres traditionelles Pilzgericht.

Welche Beilagen passen?

Klassisch werden gebackene Champignons als Vorspeise mit Salat oder als kleine Hauptspeise mit Beilage serviert. Die häufigsten Begleitungen sind:

Petersilkartoffeln – frisch gekochte Kartoffeln in Butter geschwenkt mit gehackter Petersilie. Die milde, weiche Beilage gleicht die knusprige Panade aus und ist die häufigste Wahl in österreichischen Wirtshäusern.

Pommes frites – die einfache, schnelle Variante, vor allem bei Kindern beliebt. Wer beides ohne große Mehrarbeit will, kann die Kartoffeln gleich mit im heißen Öl frittieren.

Erdäpfelpüree – die cremige Version der Kartoffel-Beilage, besonders wenn die Sauce Tartare etwas üppiger ausfällt. Ein cremiges Erdäpfelpüree aus mehligen Kartoffeln passt hervorragend.

Gemischter Salat – ein einfacher Blattsalat mit Essig-Öl-Dressing, oft mit Kürbiskernöl, oder ein klassischer österreichischer Erdäpfelsalat. Die Säure des Dressings bricht die Fettigkeit der Frittade angenehm.

Reis oder Bulgur – moderne, leichte Beilagen, die ebenfalls gut zur Sauce Tartare passen, in der traditionellen Wirtshausküche aber selten zu finden sind.

Profi-Tipps zum Frittieren

Öltemperatur prüfen ohne Thermometer: Ein Holzlöffel oder ein Holzstäbchen ins Öl tauchen. Steigen rund um das Holz feine, regelmäßige Bläschen auf, ist das Öl zwischen 170 und 180 Grad heiß. Steigen die Bläschen sehr heftig, ist es zu heiß – dann kurz vom Herd nehmen.

Öl mehrfach verwenden: Nach dem Frittieren das abgekühlte Öl durch ein feines Sieb oder ein Kaffeefilterpapier gießen. Verschlossen kühl gelagert lässt es sich für weitere Frittiervorgänge nutzen, solange es nicht zu dunkel wird oder verbrannt riecht.

Nicht zu viele Pilze auf einmal: Maximal so viele Pilze in den Topf geben, wie sich gleichzeitig schwimmend bewegen können. Zu volle Töpfe lassen die Öltemperatur einbrechen und führen zu fettiger, weicher Panade.

Panade nach dem Frittieren nicht abdecken: Die fertigen Pilze offen auf Küchenpapier abtropfen lassen, niemals mit Folie oder einem Deckel abdecken. Sonst kondensiert Feuchtigkeit und die Panade wird wieder weich.

Frische Sauce Tartare lohnt sich: Auch wenn fertige Sauce Tartare im Glas erhältlich ist – der Aufwand für die hausgemachte Variante beträgt nur fünf Minuten und der Geschmacksunterschied ist enorm. Wer sie einen Tag vorher zubereitet, gibt den Aromen Zeit, sich zu verbinden.


Wie kriegt man Champignons knusprig?

Drei Dinge sind entscheidend: erstens trockene Pilze (nicht waschen, nur abbürsten), zweitens eine konstante Öltemperatur von 170 bis 180 Grad und drittens portionsweises Frittieren. Wer alle Pilze auf einmal ins Öl wirft, lässt die Temperatur absacken und bekommt eine fettige, weiche Panade. Ein Esslöffel Parmesan oder geriebenes Toastbrot in den Semmelbröseln verstärkt die Knusprigkeit zusätzlich.

Wie lange müssen gebackene Champignons backen?

Beim Frittieren bei 170 bis 180 Grad benötigen mittelgroße Champignons rund drei bis vier Minuten, bis sie goldbraun sind. Im Backofen bei 200 Grad Ober- und Unterhitze dauert es 20 bis 25 Minuten, im Airfryer bei 180 Grad etwa 12 Minuten. Bei allen Methoden gilt: die Pilze einmal nach der halben Garzeit wenden, damit sie rundum gleichmäßig bräunen.

Kann man Champignons im Backofen statt frittieren?

Ja, das funktioniert sehr gut und spart Frittierfett. Die panierten Pilze auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit etwas Öl besprühen oder bestreichen. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 20 bis 25 Minuten ausbacken, nach 12 Minuten wenden. Die Panade wird etwas weniger knusprig als beim Frittieren, aber das Gericht ist deutlich fettärmer.

Sollte man Champignons waschen?

Nein, Champignons sollten nicht gewaschen werden. Pilze saugen sich wie Schwämme mit Wasser voll, die Panade haftet dann nicht mehr richtig und das Gericht wird matschig. Stattdessen die Pilze mit einem weichen Pinsel oder einem trockenen Küchenpapier sauberbürsten. Hartnäckige Erdreste an den Stielenden mit einem kleinen Messer wegschneiden.

Welche Sauce passt zu gebackenen Champignons?

Die häufigste Wahl in österreichischen Wirtshäusern ist Sauce Tartare, eine kalte Mayonnaise-Sauce mit Essiggurken, Kapern und Schalotten. Sehr beliebt sind auch ein einfacher Knoblauch-Joghurt-Dip, Kräuterquark, Preiselbeermarmelade oder Cocktailsauce. Eine Zitronenspalte zum Beträufeln gehört in jedem Fall dazu.

Wie gesund sind gebackene Champignons?

Champignons selbst sind sehr kalorienarm: 100 Gramm enthalten nur etwa 24 Kilokalorien, dafür viel Eiweiß, B-Vitamine, Vitamin D und Mineralstoffe wie Kalium und Zink. Durch das Frittieren steigt der Energiegehalt allerdings deutlich, weil die Panade Fett aufnimmt. Wer auf Kalorien achtet, wählt die Backofen- oder Airfryer-Variante mit nur wenig Öl. Der ernährungsphysiologische Wert bleibt dabei weitgehend erhalten.

Kann man gebackene Champignons vorbereiten?

Ja, die Pilze lassen sich panieren und für ein bis zwei Stunden im Kühlschrank zwischenlagern, bevor sie frittiert werden. Längere Wartezeit ist nicht empfehlenswert, da die Panade dann feucht wird. Schon ausgebackene Champignons schmecken frisch am besten – aufgewärmt verlieren sie ihre Knusprigkeit. Im Backofen bei 180 Grad rund fünf Minuten lassen sich Reste aber zumindest wieder ansehnlich machen.

Wie lagert man Reste von gebackenen Champignons?

Übrig gebliebene Champignons in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank höchstens 24 Stunden aufbewahren. Zum Aufwärmen den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Pilze offen auf einem Blech etwa fünf Minuten erhitzen. Die Mikrowelle macht die Panade weich und sollte vermieden werden. Sauce Tartare hält im Kühlschrank gut verschlossen drei bis vier Tage.