Erdbeertarte – Tarte aux Fraises mit Crème pâtissière

Die Tarte aux Fraises ist das Paradebeispiel der französischen Patisserie: ein butterig-mürber Boden, eine samtige Vanillecreme und frische Erdbeeren, die in leuchtend roter Pracht darauf thronen. Anders als viele deutsche Varianten setzt dieses Rezept auf eine echte Crème pâtissière – ohne Fertigpudding, dafür mit vollem Vanillearoma und der charakteristischen Dichte einer echten Patisserie-Creme. Das Ergebnis ist eine Erdbeertarte, die optisch und geschmacklich keine Wünsche offen lässt – und trotz der aufwändiger klingenden Zubereitung gut planbar und Schritt für Schritt umsetzbar ist.

Zutaten für die Tarte aux Fraises

Zutaten für Stücke

Für den Mürbeteig (Pâte sablée)

ZutatMengeHinweise
Mehl (Type 405)200 ggesiebt
kalte Butter100 gin Würfeln
Puderzucker80 ggesiebt
Ei1 StückGröße M
Salz1 Prise
Vanilleextrakt1 TLoder Mark einer halben Schote

Für die Crème pâtissière (Vanillecreme)

ZutatMengeHinweise
Vollmilch500 ml
Vanilleschote1 Stückaufgeschlitzt, Mark ausgekratzt
Eigelb4 StückGröße M
Zucker100 g
Speisestärke40 g
Butter30 gkalt, in Würfeln

Für den Belag

ZutatMengeHinweise
frische Erdbeeren750 gmöglichst gleich groß
Aprikosengelee3 ELoder roter Tortenguss
Wasser1 ELzum Verdünnen des Gelees

Zubereitung

  1. Mürbeteig zubereiten: Mehl, Puderzucker und Salz in eine Schüssel sieben. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen schnell zu einer krümeligen Masse reiben – die Butter darf dabei nicht warm werden. Ei und Vanilleextrakt hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Crème pâtissière kochen: Milch zusammen mit der Vanilleschote (Mark und Schote) in einem Topf erhitzen, bis sie leicht zu köcheln beginnt. Vanilleschote herausfischen. In einer Schüssel Eigelbe mit Zucker hellschaumig aufschlagen, dann die Speisestärke einrühren. Die heiße Milch langsam in dünnem Strahl unter ständigem Rühren zur Eigelb-Mischung gießen. Alles zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze unter konstantem Rühren aufkochen, bis die Creme deutlich eindickt (ca. 2–3 Minuten nach dem ersten Blubbern). Vom Herd nehmen, die kalten Butterwürfel einrühren. Creme in eine Schüssel umfüllen, direkt mit Frischhaltefolie bedecken (damit keine Haut entsteht) und im Kühlschrank vollständig auskühlen lassen.
  3. Tarteboden blindbacken: Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Fläche auf ca. 3–4 mm Dicke ausrollen und eine Tarteform (Ø 26–28 cm, mit herausnehmbarem Boden) damit auskleiden. Den überstehenden Teig sauber abschneiden. Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen (das verhindert Blasen beim Backen). Backpapier auflegen, mit Hülsenfrüchten oder Backgewichten beschweren und blind backen: 15 Minuten, dann Gewichte und Papier entfernen und weitere 8–10 Minuten backen bis der Boden gleichmäßig goldbraun ist. Vollständig auskühlen lassen bevor die Creme aufgetragen wird.
  4. Creme aufschlagen und verteilen: Die ausgekühlte Crème pâtissière mit einem Schneebesen oder Handmixer kurz aufschlagen, bis sie wieder cremig und glatt ist. Bei Bedarf 1–2 EL kalte Milch einrühren, wenn die Creme zu fest geworden ist. Die Creme gleichmäßig auf dem erkalteten Tarteboden verteilen und mit einer Palette oder dem Rücken eines Löffels glatt streichen. Die Schicht sollte etwa 1 cm hoch sein.
  5. Erdbeeren belegen: Erdbeeren waschen, trocknen und Strunk entfernen. Je nach Größe halbieren oder ganz lassen. Die Erdbeeren dicht aneinander auf der Creme arrangieren – entweder alle stehend mit der Spitze nach oben (klassisch französisch) oder liegend in konzentrischen Kreisen. Dabei möglichst gleich große Beeren verwenden. Kleine Lücken mit halbierten Beeren füllen.
  6. Glasieren und kühlen: Aprikosengelee mit dem Wasser in einem kleinen Topf kurz erhitzen und verrühren, bis es flüssig und glatt ist. Etwas abkühlen lassen, dann mit einem Backpinsel vorsichtig über die Erdbeeren streichen. Die Tarte mindestens 30 Minuten im Kühlschrank kühlen bevor sie angeschnitten wird.

Was ist der Unterschied zwischen Tarte aux Fraises und normaler Erdbeertarte?

Der Name ist Programm: Tarte aux Fraises ist die französische Bezeichnung für Erdbeertarte. Was sie von deutschen Varianten unterscheidet, ist weniger die Grundstruktur als die Ausführung. Während hierzulande oft Fertigpuddingpulver zum Einsatz kommt, verwendet die französische Patisserie eine selbst gekochte Crème pâtissière – eine Vanillecreme auf Basis von Eigelb, Zucker, Speisestärke und Milch. Sie ist dichter, aromatischer und behält beim Anschneiden ihre Form perfekt.

Auch beim Boden gibt es einen feinen Unterschied: Die klassische Pâte sablée (wörtlich: Sandteig) wird mit Puderzucker statt normalem Zucker gemacht und enthält mehr Butter als ein einfacher Mürbeteig. Das Ergebnis ist ein besonders zarter, leicht bröckeliger Boden mit einem butterigen Aroma, der sich klar von kompakteren deutschen Mürbeteigböden unterscheidet.

Beim Belag setzt die Tarte aux Fraises auf Purismus: nur frische Erdbeeren, sorgfältig arrangiert, mit einem Hauch Gelee glasiert. Keine Sahnespritzer, kein Schokoguss, keine Streusel. Die Schönheit liegt in der Schlichtheit. Das ist auch der Grund, warum eine gut gemachte Tarte aux Fraises auf den ersten Blick so beeindruckt: Jede Erdbeere sitzt an der richtigen Stelle, jede Oberfläche glänzt gleichmäßig.

Tipps für die perfekte Erdbeertarte

Den Mürbeteig nicht überarbeiten: Sobald der Teig zusammenhält, sofort aufhören. Warme Hände sind der Feind – die Butter schmilzt zu schnell und der Teig wird zäh statt mürb. Wer schnelle Hände hat, kann den Teig in der Küchenmaschine mit dem Flachrührer herstellen: kurz aufpulsen bis der Teig bröckelig ist, dann das Ei zugeben und kurz weiterkneten.

Ruhezeit nicht überspringen: Die 30 Minuten Kühlschrankzeit sind unverzichtbar. Der Teig muss durchkühlen, damit das Gluten entspannt und der Boden beim Backen seine Form hält statt sich zusammenzuziehen. Wer Zeit hat, kann den Teig über Nacht ruhen lassen – er wird davon nur besser.

Blind backen richtig machen: Das Backpapier muss die Tarteränder komplett bedecken, damit der Rand beim Blindbacken nicht umfällt. Hülsenfrüchte (Bohnen, Reis, Kichererbsen) funktionieren genauso gut wie spezielle Backgewichte und können nach dem Abkühlen wieder in die Vorratsdose.

Crème pâtissière ohne Klümpchen: Die heiße Milch immer langsam und in dünnem Strahl zur Eigelb-Stärkemischung gießen – nie umgekehrt. Konstantes Rühren bei mittlerer Hitze, auch am Topfboden und in den Ecken. Wer trotzdem Klümpchen bekommt: die fertige, noch heiße Creme durch ein feines Sieb streichen. Das rettet jede missglückte Charge.

Folie direkt auf die Creme: Beim Abkühlen muss die Frischhaltefolie die Cremoberfläche direkt berühren – kein Luftspalt. Sonst bildet sich eine trockene Haut, die sich beim späteren Aufschlagen nicht mehr vollständig auflöst und zu Klümpchen führt.

Die richtige Form wählen: Eine flache, geriffelte Tarteform (Ø 26–28 cm) mit herausnehmbarem Boden ist ideal. Die Rillen sorgen für schöne Optik am Rand, der lösbare Boden ermöglicht sauberes Servieren. Keramikformen ohne losen Boden funktionieren auch, machen das Herausnehmen aber deutlich schwieriger.

Erdbeeren erst kurz vor dem Servieren glasieren: Glasierte Beeren halten ihren Glanz, solange sie fest sind. Nach 12 Stunden Kühlschrank sieht die Tarte merklich weniger appetitlich aus. Kurz vor dem Servieren glasieren – dann immer frisch.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Boden weicht durch: Passiert wenn der Tarteboden zu hell gebacken wurde oder die Creme noch warm war als sie aufgetragen wurde. Lösung: Boden bis zum goldbraunen Ton backen und Creme komplett kalt werden lassen. Ein dünner Schokoladenfilm auf dem Boden (geschmolzene Zartbitterschokolade) schützt zusätzlich vor Feuchtigkeit.

Creme zu fest oder körnig: Passiert wenn die Crème pâtissière zu lange gekocht wurde oder im Kühlschrank zu stark abgekühlt und verklumpt ist. Lösung: beim Aufschlagen (Schritt 4) einen Esslöffel kalte Milch einrühren und kurz mit dem Handmixer aufschlagen bis die Creme wieder cremig-glatt ist.

Teig reißt beim Ausrollen: Typisches Zeichen dafür, dass der Teig zu kalt ist. Kurz bei Raumtemperatur anwärmen lassen (5 Minuten), dann erneut versuchen. Alternativ: den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie ausrollen – das verhindert auch das Ankleben.

Erdbeeren verlieren Farbe: Passiert bei zu langer Lagerung oder wenn die Beeren nach dem Glasieren zu nass waren. Erdbeeren immer gut trocknen (Küchenpapier) bevor sie belegt werden, und die fertige Tarte nicht länger als einen Tag stehen lassen.

Variationen der Erdbeertarte

Mit Mascarpone-Creme: 250 g Mascarpone mit 2–3 EL Puderzucker, etwas Vanille und einem Spritzer Zitronensaft glatt rühren – fertig in 5 Minuten, kein Kochen nötig. Der Geschmack ist milder und cremiger, hält beim Anschneiden aber nicht ganz so fest wie Crème pâtissière. Gut für unkomplizierte Anlässe.

Mit Schokolade auf dem Boden: Eine hauchdünne Schicht geschmolzener Zartbitterschokolade auf dem noch warmen Tarteboden verhindert, dass der Boden durch die feuchte Creme aufweicht. Ein Trick aus vielen Pariser Patisserien – der leicht bittere Film harmoniert ausgezeichnet mit den süßen Erdbeeren.

Als Tartelettes: Das gleiche Rezept in kleinen Tartelette-Formen (Ø 10 cm) ergibt 6–8 individuelle Desserts. Ideal für Gäste. Backzeit beim Blindbacken auf 10–12 Minuten reduzieren.

Mit anderen Beeren: Die Crème pâtissière passt gleichermaßen zu Himbeeren, Heidelbeeren oder einem gemischten Beerenmix. Im Hochsommer lohnt sich eine bunte Tarte aus allem, was die Saison hergibt: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, ein paar Brombeeren. Glasur dann mit rotem Johannisbeergelee.

Mit Pistazien-Frangipane: Die Crème pâtissière durch eine Pistazien-Frangipane ersetzen: 50 g gemahlene Pistazien (ungesalzen), 50 g Butter, 50 g Puderzucker und 1 Ei zu einer glatten Creme rühren, auf den rohen Teigboden geben und mitbacken. Nach dem Abkühlen Erdbeeren direkt darauf setzen. Das Ergebnis hat eine leicht nussige, grüne Tiefe – aufwändiger, aber sehr lohnend.

Mit Schmand oder Crème fraîche: Für eine schnelle Variante ohne Kochen: 300 g Schmand mit 2 EL Zucker und Vanille vermischen. Erfrischend säuerlich, kontrastiert gut mit süßen Erdbeeren und passt besonders zu weniger süßen Beerenarten.

Wer nach weiteren französischen Tartes sucht: Die Zitronentarte mit Baiser und die Tarte Bourdaloue mit Birnenfrangipane folgen derselben Handschrift – Pâte sablée, feine Füllung, frische Frucht. Wer lieber bei Erdbeeren bleibt und ein schnelles, cremiges Dessert sucht, findet im Erdbeertiramisu eine weitere Option für die Beerensaison.

Die Geschichte der Tarte aux Fraises

Die Tarte aux Fraises ist kein Rezept mit einem einzigen Erfinder – sie ist das Ergebnis einer langen Patisserie-Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Schon damals waren Obstdesserts mit Mürbeteig in der französischen Küche fest etabliert. Die Verbindung aus Pâte sablée und Crème pâtissière gilt seither als Grundlage unzähliger Tartes, die je nach Saison mit wechselndem Obst belegt werden. Diese Technik – Teig blind backen, Creme kochen, Obst frisch belegen – ist im Grunde die Blaupause für die gesamte französische Obstpatisserie.

Erdbeeren haben in Frankreich eine besondere Stellung. Das Land gehört zu den größten Erdbeerproduzenten Europas, und die Saison von Mai bis Juli wird auf Märkten und in Patisserien gefeiert. Gariguette, die schlanke, spitz zulaufende Frühsorte aus dem Lot-et-Garonne, ist in Frankreich das Sinnbild des Frühjahrs – aromatisch, leicht säuerlich, mit einem Duft, der auf Märkten schon aus weiter Entfernung ankündigt, dass es wieder losgeht. Die Gariguette wird nur in Frankreich angebaut und ist außerhalb des Landes kaum erhältlich. Auch Mara des Bois – eine durchsaison-tragende Sorte mit Walderdbeeren-Aroma – und Charlotte sind Sorten, für die Franzosen früh morgens auf den Marché fahren.

Die renommierten Patisserie-Häuser in Paris zeigen jedes Frühjahr ihre Interpretation im Schaufenster: bei Fauchon mit gleichmäßig stehenden Beeren in strengem Raster, bei Ladurée in üppigerer Ausführung. Manchmal erscheint die Tarte mit Pistazien-Creme, manchmal mit Basilikum oder Rosen. Die Grundfrage aber bleibt immer dieselbe: Mürbeteig, Creme, Erdbeere – wie viel mehr braucht ein Dessert?

Regional gibt es kleine Unterschiede. Im Elsass wird die Creme manchmal mit einem Schuss Kirschwasser aromatisiert – ein Einfluss der deutschen Seite des Rheins. In der Bretagne, bekannt für ihre außergewöhnliche Süßrahmbutter (Beurre de Baratte), ist der Tarteboden oft noch butterreicher und aromatischer als anderswo in Frankreich. Und in Paris selbst variiert der Stil je nach Arrondissement erheblich: Im 6. Arrondissement, dem Herzen des Patisserie-Viertels Saint-Germain, stehen Tartes à 7–9 Euro im Schaufenster – im 20. Arrondissement gibt es die gleiche Qualität oft für die Hälfte.

Lagerung und Haltbarkeit

Eine fertig zusammengesetzte Erdbeertarte hält sich im Kühlschrank etwa 1–2 Tage. Länger sollte sie nicht stehen, da die Erdbeeren Wasser ziehen und der Mürbeteigboden weich wird. Der erste Tag ist immer der beste – dann sind Boden noch knusprig, Creme fest und Erdbeeren glänzend frisch.

Die einzelnen Komponenten halten sich deutlich länger:
Tarteboden: in einer luftdichten Dose 3–4 Tage bei Raumtemperatur oder bis zu 4 Wochen eingefroren. Beim Einfrieren in Frischhaltefolie und dann in einen Gefrierbeutel einwickeln. Aufgetaut bei Raumtemperatur, kurz bei 160 °C im Ofen auffrischen.
Crème pâtissière: direkt mit Frischhaltefolie bedeckt (Folie auf der Oberfläche, kein Luftspalt) 2–3 Tage im Kühlschrank. Vor der Verwendung kurz aufschlagen.
Frische Erdbeeren: ungewaschen 2–3 Tage im Kühlschrank. Erst kurz vor dem Belegen waschen und gut trocknen.

Wer planen möchte: Boden und Creme einen Tag vorher zubereiten, separat lagern. Am nächsten Tag zusammensetzen, Erdbeeren belegen und glasieren. So zusammengesetzt innerhalb von 4–6 Stunden servieren, damit der Boden knusprig bleibt.

Die fertige Tarte einfrieren ist nicht empfehlenswert – die Erdbeeren werden beim Auftauen matschig und die Crème pâtissière verliert ihre samtige Konsistenz. Wer auf Vorrat backen möchte, friert am besten nur den Tarteboden ein und bereitet Creme und Belag frisch zu.

Serviertipps und Präsentation

Die Tarte aux Fraises lebt von ihrer Optik – entsprechend lohnt sich etwas Sorgfalt beim Anrichten. Für die klassische französische Präsentation werden die Erdbeeren mit der Spitze nach oben gestellt, beginnt man außen und arbeitet sich nach innen vor. Gleich große Beeren machen dabei einen enormen Unterschied: Schon beim Einkaufen lohnt es sich, die Beeren nach Größe zu sortieren und nur die gleichmäßigsten für den Belag zu verwenden.

Schneidetipp: Ein langes, scharfes Messer (kein Sägemesser) in warmem Wasser anfeuchten und nach jedem Schnitt abwischen. So gleitet das Messer durch die Creme, ohne die Erdbeeren zu verschieben oder den Boden zu zerbrechen. Portionen von zwei Finger Breite sind ideal – die Tarte ist gehaltvoll, und schmalere Stücke lassen sich besser ohne Messer essen.

Was dazu servieren? Die Tarte aux Fraises ist für sich ein vollständiges Dessert. Wer ergänzen möchte: ein kleiner Klecks ungesüßte Schlagsahne oder ein Löffel Crème fraîche auf der Seite. Beides ergänzt die süße Creme um eine leichte Säure. Ein Espresso oder ein Glas Champagner passen ebenfalls gut – in Frankreich ist die Kombination Tarte/Champagner im Sommer so selbstverständlich wie hierzulande Kuchen und Kaffee.

Für besondere Anlässe: Wer die Tarte als Geburtstags- oder Festtagsdessert präsentieren möchte, kann den Rand mit frischen Minzblättern dekorieren oder einzelne Beeren mit Puderzucker bestäuben (erst direkt vor dem Servieren). Ein dünner Goldrand am Tellerrand oder ein paar essbare Blüten runden die Präsentation ab.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Die Tarte aux Fraises braucht keine speziellen Geräte, aber ein paar Helfer machen die Arbeit deutlich einfacher.

Unbedingt:
– Tarteform (Ø 26–28 cm) mit herausnehmbarem Boden – ohne diesen ist das Herausnehmen der fertigen Tarte knifflig
– Backpapier und Hülsenfrüchte oder Backgewichte fürs Blindbacken
– Schneebesen und einen mittelgroßen Topf für die Crème pâtissière
– Frischhaltefolie (viel davon – für Teig und Creme)

Sehr hilfreich:
– Nudelholz oder Teigrolle zum gleichmäßigen Ausrollen des Mürbeteigs
– Teigkarte (Spachtel) zum sauberen Einlegen des Teigs in die Form
– Palette oder breites Messer zum glatten Verteilen der Creme
– Backpinsel für die Gelee-Glasur

Optional, aber praktisch:
– Küchenmaschine mit Flachrührer für den Mürbeteig (für Leute mit warmen Händen)
– Handmixer zum Aufschlagen der ausgekühlten Creme
– Feines Sieb als Rettung bei Klümpchen in der Crème pâtissière

Alles andere ist Improvisation: Ein normaler Kochtopf tut es statt eines speziellen Cremetopfes, ein scharfes Messer ersetzt die Palette, und ein Glas als Nudelholz funktioniert im Notfall auch.

Kann ich für die Erdbeertarte auch Fertigpudding verwenden?

Ja, das funktioniert als schnelle Variante. Einen Vanillepudding nach Packungsanweisung zubereiten (500 ml Milch, etwas weniger Zucker), vollständig abkühlen lassen und dann mit 200 g steif geschlagener Sahne verrühren. Das Ergebnis ist leichter und fluffiger als eine echte Crème pâtissière, verliert aber etwas an Intensität. Für den Alltag eine gute Lösung – für besondere Anlässe lohnt sich die selbst gekochte Creme.

Warum muss der Mürbeteig so kalt bleiben?

Kalte Butter vermischt sich langsamer mit Mehl und bildet kleine Butterflocken im Teig. Diese Flocken verdampfen beim Backen und erzeugen die typisch mürbe, leicht bröckelnde Textur. Warme Butter verbindet sich zu gleichmäßig mit dem Mehl – der Teig wird zäh und kompakt statt zart und mürb. Deshalb: kurz kneten, sofort in den Kühlschrank. Bei heißen Sommertemperaturen kann es helfen, auch Schüssel und Mehl kurz vorzukühlen.

Wie verhindere ich Klümpchen in der Crème pâtissière?

Drei Punkte entscheiden: Erstens die heiße Milch immer langsam und in dünnem Strahl zur Eigelb-Stärke-Mischung gießen. Zweitens bei mittlerer Hitze kochen und ununterbrochen rühren – auch am Topfboden und in den Ecken. Drittens: wenn trotzdem Klümpchen entstehen, die fertige, noch heiße Creme durch ein feines Sieb streichen. Das rettet fast jede missglückte Charge.

Kann ich die Erdbeertarte am Vortag vorbereiten?

Ja, und das ist empfehlenswert. Tarteboden und Crème pâtissière lassen sich einen Tag vorher zubereiten und separat kühl lagern. Am nächsten Tag die Creme auf den Boden streichen, Erdbeeren auflegen und glasieren. So zusammengesetzt innerhalb von 4–6 Stunden servieren, damit der Boden knusprig bleibt.

Welche Erdbeersorten eignen sich am besten?

Am besten feste, gleichmäßig große Beeren wählen – weiche oder überreife Beeren ziehen schnell Wasser und machen den Boden matschig. In der Saison sind Elsanta (fest, gleichmäßig groß) oder Senga Sengana (aromatisch) ideal. Die französische Gariguette – eine spitz-längliche Frühsorte – ist besonders aromatisch, wenn verfügbar. Außersaison lieber auf tiefgefrorene Beeren verzichten, da sie zu viel Flüssigkeit abgeben.

Was kann ich statt Aprikosengelee zum Glasieren verwenden?

Roter Tortenguss aus dem Beutel ist die einfachste Alternative und betont die rote Farbe der Erdbeeren. Wer es fruchtiger mag, kocht Himbeer- oder Johannisbeergelee mit etwas Wasser auf, streicht es durch ein Sieb und pinsel es lauwarm auf. Auch helles Apfelgelee funktioniert – es lässt die natürliche Erdbeerfarbe unverfälscht.

Wie erkenne ich ob der Tarteboden fertig gebacken ist?

Nach dem Blindbacken sollte der Boden am Rand hellgoldfarben sein. Zu blass oder feucht: 3–5 Minuten länger backen. Zu dunkel: bitter. Ein gleichmäßig goldener Ton ist das Ziel – dann ist der Boden stabil genug, um die feuchte Creme zu tragen, ohne durchzuweichen.

Kann ich die Tarte aux Fraises auch glutenfrei backen?

Ja, mit einigen Anpassungen. Den Mürbeteig mit einer glutenfreien Mehlmischung (z.B. Reismehl und Tapiokastärke im Verhältnis 3:1) herstellen. Da glutenfreie Teige oft bröckeliger sind, hilft ein zusätzliches Eigelb für mehr Bindung. Die Crème pâtissière ist von Natur aus glutenfrei, wenn die Speisestärke als glutenfrei gekennzeichnet ist – auf die Packungsangabe achten.

Wie viele Kalorien hat eine Erdbeertarte?

Ein Stück Erdbeertarte (ca. 1/8 der Tarte) hat je nach Rezept etwa 280–340 kcal. Der Großteil davon kommt aus dem Mürbeteig (Butter, Mehl, Zucker) und der Crème pâtissière (Eigelb, Milch, Zucker). Die frischen Erdbeeren selbst tragen nur wenig bei – Erdbeeren haben rund 32 kcal pro 100 g und sind außerdem reich an Vitamin C und Folsäure. Wer Kalorien sparen möchte, kann die Crème pâtissière durch eine leichtere Mascarpone-Magerquark-Mischung ersetzen (je 50/50) – das senkt den Kaloriengehalt um etwa 20–30 % bei ähnlicher Konsistenz.

Kann ich die Erdbeertarte auch ohne Tarteboden machen?

Ja, als schnelle Version funktioniert eine Erdbeertarte auch mit einem Keksboden. Dafür 200 g Butterkekse fein zerbröseln, mit 80 g geschmolzener Butter mischen und den Boden einer Springform (Ø 26 cm) damit ausdrücken und kühlen. Darauf die Crème pâtissière verteilen und die Erdbeeren belegen. Dieser Boden braucht nicht gebacken zu werden und ist in 15 Minuten fertig – schmeckt anders, aber gut.