Kartoffelpizza ist eine Pizza, deren Boden nicht aus Hefeteig besteht, sondern aus gekochten mehligkochenden Kartoffeln, Mehl und Ei. Der Teig braucht keine Gehzeit und wird beim Vorbacken außen fest und knusprig, innen bleibt er weich. Belegt wird er hier mit Tomatensauce, Mozzarella und buntem Gemüse – das Rezept ist vegetarisch und reicht für ein ganzes Blech.
Zutaten für Kartoffelpizza
Für den Kartoffelboden
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Kartoffeln | 800 g | mehligkochend |
| Mehl | 220 g | Typ 550, plus etwas zum Arbeiten |
| Ei | 1 Stück | Größe M |
| Salz | 1 TL | |
| Muskatnuss | 1 Prise | frisch gerieben |
| Olivenöl | 2 EL | für das Backblech |
Für den Belag
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Passierte Tomaten | 200 g | |
| Oregano | 1 TL | getrocknet |
| Mozzarella | 250 g | gut abgetropft |
| Zucchini | 1 Stück | klein, in dünnen Scheiben |
| Paprika | 1 Stück | rot, in Streifen |
| Zwiebel | 1 Stück | rot, in feinen Ringen |
| Cherrytomaten | 100 g | halbiert |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack | |
| Basilikum | frisch, zum Servieren |
Zubereitung
- Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln gründlich waschen und ungeschält in Salzwasser garen. Je nach Größe dauert das 20 bis 30 Minuten. Sie sind fertig, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingleitet.
- Kartoffeln pressen: Die heißen Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und pellen. Anschließend durch eine Kartoffelpresse drücken und die Masse locker auf einem Teller verteilen. Sie muss vollständig abkühlen, sonst verkleistert das Mehl später und der Boden wird zäh.
- Teig kneten: Die ausgekühlte Kartoffelmasse mit Mehl, Ei, Salz und Muskatnuss verkneten. Nur so lange arbeiten, bis ein glatter, leicht fester Teig entsteht – langes Kneten macht ihn klebrig. Ist der Teig noch feucht, esslöffelweise Mehl ergänzen.
- Boden ausformen: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Olivenöl bestreichen. Den Teig darauf etwa einen halben Zentimeter dünn ausrollen oder mit bemehlten Händen gleichmäßig flach drücken. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen.
- Boden vorbacken: Den Kartoffelboden ohne Belag 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis die Oberfläche trocken ist und die Ränder leicht bräunen. Dieser Schritt entscheidet darüber, ob die Pizza später knusprig oder weich wird.
- Belag vorbereiten: In der Zwischenzeit Zucchini, Paprika und Zwiebel putzen und in dünne Scheiben beziehungsweise Streifen schneiden. Die Cherrytomaten halbieren. Den Mozzarella abtropfen lassen und in Scheiben schneiden. Die passierten Tomaten mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen.
- Pizza belegen: Den vorgebackenen Boden aus dem Ofen nehmen und mit der Tomatensauce bestreichen, dabei einen schmalen Rand frei lassen. Das Gemüse darauf verteilen und zum Schluss den Mozzarella auflegen. Alles leicht salzen und pfeffern.
- Fertig backen: Die Kartoffelpizza weitere 12 bis 15 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist und Blasen wirft. Vor dem Anschneiden zwei bis drei Minuten ruhen lassen, dann mit frischem Basilikum bestreuen.
Welche Kartoffeln sich eignen
Für den Boden sind mehligkochende Kartoffeln die richtige Wahl. Sie haben einen hohen Stärke- und einen niedrigen Wassergehalt, zerfallen beim Kochen und binden den Teig, ohne dass viel Mehl nötig wird. Festkochende Sorten bleiben körnig, geben mehr Feuchtigkeit ab und brauchen deutlich mehr Mehl – der Boden schmeckt dann eher nach Teig als nach Kartoffel. Vom Vortag übrig gebliebene Pellkartoffeln funktionieren übrigens besonders gut, weil sie schon vollständig ausgekühlt sind.
Variationen
Der Belag ist beliebig austauschbar: Pilze, Mais, Oliven, Rucola oder Artischocken passen ebenso wie Schinken, Salami oder Thunfisch. Wer es kräftiger mag, tauscht einen Teil des Mozzarellas gegen Gorgonzola oder gibt geriebenen Parmesan über das Gemüse.
Statt Tomatensauce lässt sich der Boden auch mit gewürztem Schmand oder Crème fraîche bestreichen – daraus wird eine Kartoffelpizza in Flammkuchen-Richtung, sehr gut mit roten Zwiebeln und Kräutern.
Es geht auch ganz ohne Teig: Dafür werden kleine gekochte Kartoffeln auf dem Blech mit einem Glas flach gedrückt, geölt, vorgebacken und anschließend belegt. Das Ergebnis ist rustikaler, ohne Mehl und damit glutenfrei. Wer stattdessen den gewohnten Hefeteig möchte, findet ihn in unserem Pizzateig Rezept. Und wenn Kartoffeln und Pfanne ohnehin schon bereitstehen, sind auch Kartoffelpuffer eine naheliegende Alternative. Ganz ohne Teigarbeit kommt der Kartoffelauflauf mit Schinken und Käse aus.
Herkunft der Kartoffelpizza
Kartoffeln im Teig sind in Italien keine Erfindung der Neuzeit. Die Focaccia barese aus Apulien wird traditionell mit gekochten Kartoffeln im Hartweizenteig hergestellt – sie stammt aus der Gegend um Altamura und war ursprünglich ein Gebäck, das die erste starke Hitze des Holzofens ausnutzte, bevor dieser sich einregelte. Die Kartoffel macht den Teig weich und saftig und hält ihn länger frisch.
Die Kartoffelpizza, wie sie heute in deutschen Küchen gebacken wird, greift dieses Prinzip auf und verkürzt es: kein Hefeteig, keine Gehzeit, dafür ein Boden, der aus Resten von Pellkartoffeln entsteht. Verbreitet ist daneben eine zweite Lesart des Namens – Pizza, die mit dünnen Kartoffelscheiben belegt ist, in Italien als pizza con patate bekannt. Beide Varianten teilen dieselbe Idee: Die Kartoffel ersetzt einen Teil dessen, was sonst Mehl leisten muss.
Wie macht man Pizza aus Kartoffeln?
Gekochte mehligkochende Kartoffeln werden gepresst, vollständig ausgekühlt und dann mit Mehl, Ei und Salz zu einem Teig verknetet. Dieser wird dünn auf ein Blech gedrückt und ohne Belag etwa 20 Minuten vorgebacken. Erst danach kommen Tomatensauce, Käse und Gemüse darauf, und die Pizza backt weitere 12 bis 15 Minuten fertig.
Welche Kartoffeln eignen sich für Kartoffelpizza?
Mehligkochende Sorten wie Adretta, Melody oder Afra. Sie enthalten viel Stärke und wenig Wasser, wodurch der Teig auch mit wenig Mehl zusammenhält. Festkochende Kartoffeln machen den Teig feucht und erfordern mehr Mehl, was den Kartoffelgeschmack überdeckt.
Muss man die Kartoffeln vorher kochen?
Für den Boden ja – roher Kartoffelteig würde im Ofen nicht gleichmäßig durchgaren. Auch wenn Kartoffeln als Belag auf einer Pizza liegen, sollten sie vorgegart oder zumindest hauchdünn gehobelt sein, denn die Backzeit einer Pizza reicht für rohe Kartoffelstücke nicht aus.
Kann man Kartoffelpizza ohne Mehl machen?
Ja. Dafür werden gekochte kleine Kartoffeln direkt auf dem geölten Blech mit einem Glas oder dem Kartoffelstampfer flach gedrückt, sodass eine zusammenhängende Fläche entsteht. Diese wird vorgebacken und dann belegt. Der Boden ist bröseliger als ein Kartoffelteig, dafür kommt er ohne Mehl und Ei aus.
Warum wird mein Kartoffelboden matschig?
Meist liegen zwei Ursachen vor: Die Kartoffelmasse war beim Kneten noch warm, oder der Boden wurde nicht vorgebacken. Warme Kartoffeln lassen die Stärke verkleistern, der Teig wird klebrig und bleibt weich. Und ohne Vorbacken zieht die Feuchtigkeit aus Sauce und Gemüse direkt in den Teig. Ein zu dick ausgerollter Boden verstärkt den Effekt zusätzlich.
Lässt sich Kartoffelpizza vorbereiten?
Die Kartoffeln können am Vortag gekocht und im Kühlschrank aufbewahrt werden – das spart Zeit und verbessert sogar das Ergebnis. Auch der vorgebackene Boden hält sich abgedeckt einige Stunden und wird erst kurz vor dem Essen belegt. Fertig belegt sollte die Pizza dagegen zügig in den Ofen, sonst weicht sie durch.
Wie bewahrt man Reste auf?
Abgekühlte Stücke halten sich abgedeckt etwa zwei Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen eignet sich der Backofen bei 180 °C für rund zehn Minuten oder eine Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze – so wird der Boden wieder knusprig. In der Mikrowelle wird er weich.
Ist Kartoffelpizza glutenfrei?
In dieser Form nicht, da der Teig Weizenmehl enthält. Glutenfrei wird sie mit der mehllosen Variante aus flach gedrückten Kartoffeln oder indem das Mehl durch eine glutenfreie Mischung ersetzt wird. Bei einer Zöliakie ist zusätzlich auf die übrigen Zutaten wie Hefeflocken oder Gewürzmischungen zu achten.