Kartoffelauflauf gehört zu den beliebtesten Ofengerichten der deutschen Küche: zart geschichtete Kartoffeln, herzhafter Schinken und eine würzige Eiersahne – abgerundet mit einer goldbraun überbackenen Käsekruste. Das Rezept ist unkompliziert, lässt sich gut vorbereiten und eignet sich perfekt als Hauptgericht für die ganze Familie.

Zutaten für Kartoffelauflauf mit Schinken

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
festkochende Kartoffeln1 kgz. B. Linda oder Belana
Zwiebel1 Stückmittelgroß
gekochter Schinken200 gin Würfeln
Sahne200 ml
Milch150 ml
Eier2 StückGröße M
Käse150 ggerieben, z. B. Gouda oder Emmental
Butter2 ELzum Einfetten der Form
Salz1 TL
schwarzer Pfeffer0,5 TLfrisch gemahlen
Muskatnuss1 Prisefrisch gerieben
getrockneter Thymian1 TL

Zubereitung

  1. Ofen vorheizen: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Eine Auflaufform (ca. 25 × 20 cm) großzügig mit Butter einfetten.
  2. Kartoffeln schneiden: Kartoffeln schälen und mit einem scharfen Messer oder einer Mandoline in gleichmäßige Scheiben von etwa 3 mm Dicke schneiden. Gleichmäßige Scheiben sorgen dafür, dass alles gleichzeitig gar wird.
  3. Zwiebel und Schinken vorbereiten: Zwiebel schälen und in dünne Ringe oder Halbringe schneiden. Schinken in kleine Würfel schneiden.
  4. Eiersahne anrühren: Sahne, Milch und Eier in einer Schüssel verquirlen. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Thymian kräftig würzen.
  5. Auflauf schichten: Eine Lage Kartoffelscheiben leicht überlappend in die gefettete Form legen. Darüber einen Teil der Schinkelwürfel und Zwiebelringe verteilen. Diesen Vorgang wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Mit einer Lage Kartoffeln abschließen.
  6. Eiersahne und Käse zugeben: Die gewürzte Eiersahne gleichmäßig über den Auflauf gießen – sie sollte zwischen die Schichten einziehen. Den geriebenen Käse großzügig darüber streuen.
  7. Backen: Den Auflauf auf der mittleren Schiene 60–70 Minuten backen, bis die Kartoffeln weich sind und die Oberfläche tief goldbraun ist. Die Garprobe mit einem spitzen Messer durchführen: Es sollte ohne Widerstand einstechen lassen. Falls die Käsekruste zu früh bräunt, den Auflauf mit Alufolie abdecken und zu Ende backen.
  8. Ruhen lassen und servieren: Den Kartoffelauflauf 5 Minuten ruhen lassen, damit er sich besser schneiden lässt. Heiß servieren – mit einem grünen Salat als Beilage.

Variationen

Wer es herzhafter mag, ersetzt den Kochschinken durch Speckwürfel oder Bratwurstscheiben – das gibt dem Auflauf eine kräftige, würzige Note. Für eine vegetarische Version einfach den Schinken weglassen und stattdessen eine Lage Champignons oder Lauch einschichten.

Für einen bunteren Auflauf mit mehr Biss lohnt sich unser Brokkoli-Kartoffel-Auflauf, bei dem Brokkoli-Röschen zwischen die Kartoffelschichten kommen.

Wer eine besonders reichhaltige Sauce bevorzugt, kann die Eiersahne durch eine einfache Béchamelsauce ersetzen: Butter mit Mehl anschwitzen, mit Milch aufgießen und leicht einkochen lassen. Das ergibt eine noch cremigere Konsistenz und erinnert an den französischen Gratin dauphinois.

Herkunft

Das Wort „Auflauf“ geht auf das mittelhochdeutsche „ūflouf“ zurück – gemeint ist das Aufgehen, also das Quellen und Schwellen des Gerichts im Ofen. Aufläufe haben in der deutschsprachigen Küche eine lange Tradition und tauchen bereits in Kochbüchern des 19. Jahrhunderts auf. In Österreich nannte man ähnliche Gerichte zunächst „Koch“ oder „aufgegangenes Koch“, bevor sich der Begriff „Auflauf“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch dort durchsetzte. Die Kartoffel als Hauptzutat war dabei naheliegend – sie war in Mitteleuropa günstig, sättigend und allgegenwärtig.

Was ist der Unterschied zwischen Kartoffelgratin und Kartoffelauflauf?

Beide Gerichte arbeiten mit geschichteten Kartoffeln und Sahne, unterscheiden sich aber in Fokus und Zubereitung. Beim Kartoffelgratin steht die knusprig überbackene Käsekruste im Vordergrund – der Name kommt vom französischen „gratter“ (kratzen, reiben). Der Kartoffelauflauf betont dagegen das Aufgehen der Schichten durch Ei und Sahne und enthält häufig weitere Zutaten wie Schinken oder Zwiebeln. In der Praxis werden die Begriffe im deutschen Sprachraum oft synonym verwendet.

Muss man die Kartoffeln für den Auflauf vorkochen?

Nein – rohe, dünn geschnittene Kartoffeln garen im Ofen durch die Eiersahne zuverlässig durch. Wer die Backzeit verkürzen möchte, kann die Scheiben vorab 8–10 Minuten in Salzwasser vorkochen, dann reichen 40–45 Minuten im Ofen. Wichtig ist in jedem Fall, die Scheiben gleichmäßig dünn zu schneiden (ca. 3 mm), damit sie gleichzeitig gar werden. Mehr Tipps zum richtigen Kartoffeln kochen findest du in unserem separaten Beitrag.

Welche Kartoffeln eignen sich für Kartoffelauflauf?

Am besten geeignet sind festkochende Sorten wie Linda, Belana oder Annabelle. Sie behalten beim Backen ihre Form, lösen sich nicht auf und saugen die Sahnesauce gleichmäßig auf. Mehligkochende Kartoffeln werden zu weich und können die Schichten zum Zerfallen bringen.

Welches Fleisch passt gut zu Kartoffelauflauf?

Neben dem traditionellen Kochschinken passen Speckwürfel, Bratwurstscheiben oder Hackfleisch sehr gut in den Auflauf. Für eine deftige Variante bietet sich auch angebratenes Rinderhackfleisch mit Zwiebeln an. Als Beilage harmonieren gegrilltes Hähnchen oder ein Schnitzel hervorragend mit der cremigen Kartoffelfüllung.

Kann man Kartoffelauflauf vorbereiten?

Ja – der Auflauf lässt sich problemlos einen Tag im Voraus schichten. Einfach alle Lagen vorbereiten, die Eiersahne darübergießen und die Form abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Backen den Käse aufstreuen und den Auflauf direkt aus dem Kühlschrank in den kalten Ofen stellen – die Backzeit verlängert sich dann um etwa 10–15 Minuten.

Wie lange ist Kartoffelauflauf haltbar?

Im Kühlschrank hält sich der Auflauf abgedeckt 2–3 Tage. Zum Aufwärmen entweder im Backofen bei 160 °C für 15–20 Minuten erwärmen oder portionsweise in der Mikrowelle. Das Einfrieren ist möglich, allerdings verliert die Sahnesauce beim Auftauen etwas an Cremigkeit.