Marzipan selber machen

Selbst gemachtes Marzipan überzeugt mit intensivem Mandelgeschmack und einer samtigen Konsistenz, die kein Supermarktprodukt erreicht. Das Rezept besteht aus nur wenigen Zutaten und lässt sich in unter 20 Minuten zubereiten. Die Masse ist vielseitig: als Pralinenfüllung, zum Modellieren von Figuren oder als Tortenüberzug. Einmal selbst gemacht, will man auf die gekaufte Variante nicht mehr zurückgreifen.

Zutaten für selbst gemachtes Marzipan

Zutaten für g

ZutatMengeHinweise
blanchierte Mandeln200 gfein gemahlen
Puderzucker100 ggesiebt
Rosenwasser3 ELaus dem Reformhaus oder Supermarkt
Bittermandelöl3 Tropfenoptional, für intensiveren Geschmack
Salz1 Priseoptional

Zubereitung

  1. Mandeln mahlen: Falls keine gemahlenen Mandeln zur Hand sind, die blanchierten Mandeln portionsweise in einem leistungsstarken Mixer oder Foodprocessor zu feinem Mandelmehl verarbeiten. Dabei kurze Intervalle nutzen, damit das Fett nicht austritt und eine ölige Paste entsteht.
  2. Puderzucker sieben: Den Puderzucker durch ein feines Sieb in eine große Schüssel geben. So entstehen keine Klumpen in der fertigen Masse. Gemahlene Mandeln und Salz hinzufügen und alles gut vermengen.
  3. Rosenwasser einarbeiten: Das Rosenwasser esslöffelweise unter die Mandel-Zucker-Mischung rühren. Wer eine intensivere Mandelnote möchte, gibt jetzt auch das Bittermandelöl hinzu. Die Mischung beginnt, sich zu einer formbaren Masse zu verbinden.
  4. Masse kneten: Die Masse auf eine saubere Arbeitsfläche geben und kräftig kneten, bis sie geschmeidig und homogen ist. Falls die Masse zu klebrig ist, etwas mehr Puderzucker einarbeiten. Wirkt sie zu trocken, einen weiteren Teelöffel Rosenwasser hinzufügen.
  5. Ruhen lassen: Das fertige Marzipan in Frischhaltefolie fest einwickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Die Masse festigt sich dabei und lässt sich anschließend noch besser formen, ausrollen oder weiterverarbeiten.

Variationen

Selbst gemachtes Marzipan lässt sich auf viele Arten abwandeln. Wer auf Bittermandelöl verzichten möchte – etwa weil es im Haushalt fehlt oder der Geschmack zu intensiv ist –, bekommt mit reinem Rosenwasser ebenfalls ein aromatisches Ergebnis.

Für Schokoladen-Marzipan wird die fertige Masse in Zartbitter- oder Vollmilchschokolade getaucht. Dazu kleine Rollen oder Figuren formen, kurz frieren und anschließend durch flüssige, temperierte Schokolade ziehen.

Modellier-Marzipan für Figuren gelingt mit etwas mehr Puderzucker in der Masse. Zum Einfärben eignen sich Lebensmittelfarben in Gelform, die sich gut einkneten lassen ohne die Konsistenz zu verändern.

Wer ein Königsberger Marzipan nachahmen möchte, formt die Masse zu kleinen Kugeln oder Schnitten und flambt die Oberfläche kurz mit einem Küchenbrenner an, bis sie leichte Röstflecken zeigt.

Auch als Basis für Pralinenfüllungen funktioniert das Rezept hervorragend. In Kombination mit unserem Orgeat-Mandelsirup entsteht ein konsequent mandelbasiertes Aromenspiel.

Die Geschichte des Marzipans

Marzipan hat Wurzeln, die bis in den Nahen Osten zurückreichen. Historiker vermuten, dass die Masse aus Persien über arabische Handelswege nach Europa gelangte – zunächst nach Spanien, dann weiter in die Hafenstädte des Mittelmeerraums. Die erste europäische Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert, aus Venedig, wo die Masse als „marzapane“ gehandelt wurde.

In Toledo in Spanien ist die Tradition besonders lebendig: Das dortige Mazapán ist seit 1512 schriftlich belegt und trägt heute eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Eine ähnliche Schutzbezeichnung besitzt das Lübecker Edelmarzipan, das mindestens 90 Prozent Rohmasse enthalten muss – damit gilt es als eines der hochwertigsten der Welt.

Die Hafenstadt Lübeck wurde vor allem durch die Niederlassung von Johann Georg Niederegger bekannt, der 1806 seine Konditorei am Markt eröffnete. Bis heute ist der Name Niederegger in weiten Teilen Europas ein Synonym für Lübecker Marzipan.

Apotheker vermarkteten Marzipan im Mittelalter als Heilmittel, bevor Konditoren das bildnerische Potenzial der Masse entdeckten. In der Barockzeit entstanden aufwendige Marzipanskulpturen für Adelshöfe – eine kunsthandwerkliche Tradition, die in Tallinn und Lübeck bis heute gepflegt wird.

Fun Facts

Schweine, Eier und Türme: In Skandinavien wird Marzipan traditionell zu Weihnachtsschweinen, Ostereiern und Neujahrsfiguren geformt – je nach Jahreszeit wechselt die Form.

Benzaldehyd ist das Aromaventil hinter dem typischen Marzipangeschmack. Dieselbe Verbindung steckt auch in Bittermandeln, Kirschkernen und Pfirsichkernen – deshalb verbinden wir Marzipan mit diesem unverwechselbaren mandeligen Duft.

In Mexiko wird Marzipan häufig aus Erdnüssen statt Mandeln hergestellt. In Guatemala kommen Kürbiskerne zum Einsatz. Die Grundidee – gemahlene Kerne mit Zucker zu einer formbaren Masse verbinden – ist also weltweit verbreitet, auch wenn die Zutaten variieren.


Wie kann man Marzipan herstellen?

Marzipan lässt sich einfach aus blanchierten Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser herstellen. Die gemahlenen Mandeln werden mit dem gesiebten Puderzucker gemischt, dann wird das Rosenwasser nach und nach eingearbeitet und die Masse geknetet, bis sie geschmeidig ist. Optional verleihen einige Tropfen Bittermandelöl eine intensivere Mandelnote.

Warum braucht man Rosenwasser für Marzipan?

Rosenwasser hat zwei Funktionen: Es sorgt für die nötige Feuchtigkeit, damit die trockene Mandel-Zucker-Mischung zu einer formbaren Masse wird, und es gibt dem Marzipan sein charakteristisches, leicht blumiges Aroma. Wer keines zur Hand hat, kann es mit kaltem Wasser ersetzen – der Geschmack wird dann neutraler.

Kann man Marzipanrohmasse kneten?

Ja, und das ist sogar Pflicht. Durch das Kneten verbinden sich die Mandeln, der Zucker und das Rosenwasser zu einer homogenen, geschmeidigen Masse. Die Wärme der Hände hilft dabei. Wer die Masse zu weich findet, kühlt sie kurz im Kühlschrank, bevor sie weiterverarbeitet wird.

Wie wird aus Mandeln Marzipan?

Blanchierte Mandeln werden zunächst fein gemahlen. Das entstandene Mandelmehl wird mit Puderzucker gemischt und durch Zugabe von Rosenwasser zu einer plastischen Masse geknetet. Das Verhältnis von Mandeln zu Zucker bestimmt die Qualität: Je mehr Mandeln im Verhältnis zum Zucker, desto hochwertiger das Marzipan – Lübecker Edelmarzipan hat zum Beispiel mindestens 90 Prozent Rohmasse.

Wie lange ist selbst gemachtes Marzipan haltbar?

Im Kühlschrank, fest in Frischhaltefolie eingewickelt, hält sich selbst gemachtes Marzipan bis zu 4 Wochen. Eingefroren ist es bis zu 3 Monate haltbar. Wer es länger aufbewahren möchte, sollte auf Luftkontakt verzichten, da Marzipan sonst austrocknet und bröselig wird.

Was ist der Unterschied zwischen Marzipan und Rohmarzipan?

Rohmarzipan besteht ausschließlich aus gemahlenen Mandeln und Zucker im Verhältnis 2:1 und enthält keine weiteren Zutaten. Es ist die Basis, aus der fertiges Marzipan hergestellt wird – meist indem weiterer Zucker oder Aromastoffe eingearbeitet werden. Hochwertige Produkte wie Lübecker Edelmarzipan müssen laut Verordnung mindestens 90 Prozent Rohmasse enthalten.

Kann man Marzipan einfrieren?

Ja, Marzipan lässt sich gut einfrieren. Die Masse dazu fest in Frischhaltefolie und dann in einen Gefrierbeutel einpacken. Im Tiefkühler hält es sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen einfach über Nacht in den Kühlschrank legen – nicht bei Raumtemperatur auftauen, da sonst Kondensation entsteht.