Diese selbstgemachte Senfsoße ist in nur 15 Minuten fertig und vielseitiger als jede Fertigsoße. Die Basis ist eine einfache Mehlschwitze aus Butter und Mehl, die mit Milch, Brühe und Senf zur samtigen, cremigen Sauce wird. Ob zu weißem Spargel, zartem Fisch oder gekochten Eiern – diese Senfsoße passt immer und gelingt auch Kochanfängern zuverlässig.
Zutaten für Senfsoße
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Butter | 2 EL | |
| Weizenmehl | 2 EL | Type 405 |
| Milch | 200 ml | kalt oder zimmerwarm |
| Gemüsebrühe | 200 ml | oder Hühnerbrühe |
| mittelscharfer Senf | 2 EL | nach Geschmack mehr |
| Zitronensaft | 1 TL | frisch gepresst |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack | |
| Sahne | 2 EL | optional, für cremigere Version |
Zubereitung
- Butter schmelzen: Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Achte darauf, dass die Butter nicht braun wird – sie soll nur flüssig werden.
- Mehlschwitze herstellen: Mehl auf einmal zur flüssigen Butter geben und sofort mit dem Schneebesen kräftig einrühren. Die Mischung bei mittlerer Hitze 1–2 Minuten unter ständigem Rühren anschwitzen, bis eine helle, glatte Paste entsteht. Das Mehl soll nicht bräunen.
- Flüssigkeit einrühren: Milch in kleinen Schlucken unter ständigem Rühren zugießen. Erst wenn die Milch vollständig eingearbeitet ist, die Gemüsebrühe ebenfalls in kleinen Mengen einrühren. So entstehen keine Klumpen.
- Köcheln und eindicken: Die Sauce bei kleiner bis mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren 3–5 Minuten köcheln lassen, bis sie sämig wird und die gewünschte Konsistenz hat.
- Senf einrühren und abschmecken: Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Senf und Zitronensaft einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer eine besonders cremige Sauce möchte, rührt jetzt die Sahne unter. Den Senf auf keinen Fall mehr aufkochen – das macht ihn bitter.
Variationen der Senfsoße
Die Senfsoße lässt sich mit wenigen Handgriffen an jedes Gericht anpassen.
Honig-Senf-Soße: 1–2 TL Honig zusammen mit dem Senf einrühren. Die süßlich-scharfe Kombination passt besonders gut zu gegrilltem Schweinefleisch, Bratwurst oder Chicken Wings.
Senfsoße mit Sahne: Statt Milch die Hälfte oder das komplette Volumen durch Sahne ersetzen. Die Sauce wird dadurch reicher und eignet sich hervorragend als Gratin-Sauce oder zu zartem Kalbfleisch.
Dill-Senfsoße für Fisch: 1 EL frisch gehackten Dill und 1 TL Kapern am Ende unterrühren. Diese Variante harmoniert perfekt mit Flammlachs, gedünsteter Forelle oder einem zarten Zanderfilet.
Senfsoße für Spargel: 2 EL trockenen Weißwein mitkochen und am Ende etwas mehr Zitronensaft zugeben. Die Sauce passt wunderbar zu unserem Spargelspitzen Rezept oder zu grünem Spargel. Wer die klassische Alternative zum weißen Spargel sucht, findet bei uns auch die Sauce Hollandaise.
Scharfe Senfsoße: Dijonsenf oder Meerrettich-Senf verwenden und die Menge auf 3–4 EL erhöhen. Einen halben TL Cayennepfeffer extra dazugeben. Passt zu kräftigem Braten oder Roastbeef.
Kalte Senfsauce: Die erkaltete Senfsoße mit 2 EL Mayonnaise verrühren. So entsteht ein cremiger Dip, der kalt zu Rohkost, frischem Baguette oder Ofengemüse gereicht wird.
Welcher Senf für die Senfsoße?
Die Wahl des Senfs bestimmt den Charakter der Sauce entscheidend.
Mittelscharfer Senf ist der Allrounder für das Grundrezept. Er liefert eine angenehme Schärfe ohne zu dominieren – gut für alle Gerichte geeignet.
Dijonsenf (grobkörnig oder glatt) verleiht der Sauce eine elegantere, leicht würzige Note mit feiner Säure. Er eignet sich besonders gut für Fisch- und Spargelgerichte sowie für Saucen zu Kurzgebratenem.
Süßer Senf (bayerischer Senf) macht die Sauce milder und süßlicher. Er passt gut zu Schweinebraten, Weißwurst oder als Grillsauce für Familien mit Kindern.
Scharfer Senf nur dosiert einsetzen – 1 EL reicht meist für eine deutliche Schärfe. Gut kombinierbar mit der Honig-Variante, damit der Geschmack ausgewogen bleibt.
Wichtig: Den Senf immer erst ganz am Ende einrühren und die Sauce danach nicht mehr aufkochen. Ab etwa 70 °C verliert der Senf seinen charakteristischen Geschmack und kann bitter werden.
Zu was passt Senfsoße?
Die Senfsoße gehört zu den vielseitigsten Saucen der deutschen Küche. Diese Kombinationen funktionieren besonders gut:
Zu Spargel: Die leichte Säure der Sauce ergänzt weißen und grünen Spargel perfekt. Dazu Pellkartoffeln servieren – ein Frühlingsmenü der Extraklasse.
Zu Fisch: Gedünsteter Lachs, Zander, Forelle oder Kabeljau profitieren von der würzigen Cremigkeit der Sauce. Die Dill-Variante macht das Gericht noch aromatischer.
Zu Eiern (Senfeier): Hartgekochte Eier in warmer Senfsoße sind eines der bekanntesten Gerichte der deutschen Hausmannskost. Mit Pellkartoffeln ergibt das ein schnelles Mittagessen, das satt macht und wenig kostet.
Zu Fleisch: Schweinefilet, Kalbfleisch, Hähnchenbrust oder magere Lammstücke harmonieren hervorragend mit der Sauce. Die Sahne-Variante passt besonders gut zu zartem Fleisch.
Als Dip kalt serviert: Erkaltete Senfsoße mit Mayonnaise verlängert – als Dip zu Rohkost, Käse, frischem Brot oder gedünstetem Gemüse.
Tipps für die perfekte Senfsoße
Keine Klumpen: Das Mehl muss vollständig in der Butter eingearbeitet sein, bevor die Flüssigkeit kommt. Milch und Brühe immer kalt oder zimmerwarm und in kleinen Schlucken unter ständigem Rühren zugießen. Wenn doch Klumpen entstanden sind: Sauce durch ein feines Sieb geben und erneut erhitzen.
Sauce zu dick: Etwas warme Brühe oder Milch einrühren und kurz aufköcheln, bis die Konsistenz stimmt.
Sauce zu dünn: 1 TL Butter und 1 TL Mehl mit einer Gabel zu einer glatten Paste (Mehlbutter) verkneten und in die köchelnde Sauce einrühren. Alternativ 5 Minuten länger bei kleiner Hitze ohne Deckel einkochen lassen.
Sauce zu scharf: Ein Schuss Sahne oder etwas mehr Milch mildert die Schärfe. Auch ein halber TL Honig hilft, die Sauce auszubalancieren.
Vorkochen möglich: Die Senfsoße lässt sich bis zu 2 Tage im Voraus zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Aufwärmen bei kleiner Hitze und ständigem Rühren erwärmen – nicht kochen lassen, sonst trennt sich die Sauce.
Die Geschichte der Senfsoße
Senf zählt zu den ältesten Gewürzen Europas. Bereits im Mittelalter wurde Senf in deutschen und französischen Küchen als Würzmittel eingesetzt – zunächst als grob gemahlene Paste, später verfeinert zu den bekannten Sorten. Die Idee, Senf in eine cremige Sauce einzuarbeiten, entstand aus der klassischen französischen Küche, in der warme weiße Grundsaucen (Béchamel, Velouté) mit verschiedenen Aromastoffen verfeinert werden.
In Deutschland entwickelte sich daraus die einfache Senfsoße auf Mehlschwitze-Basis, die besonders in der norddeutschen und sächsischen Küche fest verankert ist. Das bekannteste Gericht mit Senfsoße ist der Pannfisch aus Flensburg – gebratener Fisch in einer kräftigen Senfsauce aus Dijonsenf, Fischfond und Weißwein. Auch die Senfeier, also hartgekochte Eier in Senfsoße mit Kartoffeln, sind ein Gericht mit langer Tradition in der deutschen Hausmannskost.
In Sachsen kennt man die Sächsische Sauce: eine Variante der Senfsoße aus Velouté, Weißwein, Fischfond, Schalotten, Senf und Zitrone – traditionell zu Fisch serviert.
Welcher Senf eignet sich am besten für eine Senfsoße?
Für das Grundrezept ist mittelscharfer Senf die beste Wahl – er liefert eine ausgewogene Schärfe, ohne zu dominieren. Für Fisch- und Spargelgerichte empfiehlt sich Dijonsenf (glatt oder körnig) für eine elegantere Note. Süßer bayerischer Senf macht die Sauce milder und eignet sich für Schweinebraten oder Gerichte für Kinder. Wichtig: Den Senf immer erst am Ende einrühren und die Sauce danach nicht mehr aufkochen, da Senf ab 70 °C bitter werden kann.
Wie verhindere ich Klumpen in der Senfsoße?
Klumpen entstehen, wenn die Flüssigkeit zu schnell oder zu heiß zur Mehlschwitze gegeben wird. Milch und Brühe deshalb immer kalt oder zimmerwarm in kleinen Schlucken zugießen und dabei ständig mit dem Schneebesen rühren. Wenn doch Klumpen entstanden sind: Sauce durch ein feines Sieb streichen und erneut bei kleiner Hitze aufwärmen.
Wie lange ist selbstgemachte Senfsoße haltbar?
Selbstgemachte Senfsoße hält sich luftdicht verschlossen im Kühlschrank 2 bis 3 Tage. Beim Aufwärmen bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, damit die Sauce nicht anbrennt oder sich trennt. Nicht aufkochen lassen.
Kann man Senfsoße einfrieren?
Eine auf Milch- und Mehlbasis hergestellte Senfsoße eignet sich nur bedingt zum Einfrieren, da die Sauce nach dem Auftauen leicht körnig oder wässrig werden kann. Besser ist es, die Sauce frisch zuzubereiten oder im Kühlschrank aufzubewahren. Wer sie dennoch einfriert: nach dem Auftauen kräftig mit dem Schneebesen aufschlagen oder kurz mit dem Stabmixer aufmixen, um die Konsistenz wiederherzustellen.
Wie mache ich die Senfsoße dicker oder dünner?
Für eine dickere Senfsoße die Sauce länger bei kleiner Hitze ohne Deckel einkochen lassen. Alternativ 1 TL Butter und 1 TL Mehl mit einer Gabel zu einer glatten Paste verkneten (Mehlbutter) und in die köchelnde Sauce einrühren. Für eine dünnere Senfsoße etwas warme Brühe oder Milch einrühren und kurz erhitzen.
Kann man Senfsoße ohne Mehl machen?
Ja. Wer auf Mehl verzichten möchte, kann Schmand, Crème fraîche oder Sahne als Basis verwenden und diese bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Eine weitere Möglichkeit: 1 TL Speisestärke in 2 EL kaltem Wasser anrühren und in die köchelnde Sauce einrühren. Auch reines Einkochen von Sahne mit Senf und Brühe ergibt eine cremige Sauce ohne Mehl.
Zu welchen Gerichten passt Senfsoße am besten?
Senfsoße ist vielseitig einsetzbar. Sie passt besonders gut zu weißem und grünem Spargel mit Pellkartoffeln, zu hartgekochten Eiern (Senfeier), zu gedünstetem oder gebratenem Fisch (Lachs, Zander, Forelle, Kabeljau) sowie zu Schweinefilet oder Kalbfleisch. Kalt serviert eignet sie sich auch als Dip zu Rohkost oder frischem Baguette.