Sommerrollen sind das erfrischende Gegenstück zu gebratenen Frühlingsrollen: knackiges Gemüse und zarte Garnelen, eingerollt in hauchdünnes Reispapier – kein Frittieren, keine Hitze am Herd, einfach frisch. Das Rezept folgt der vietnamesischen Originalvariante (Gỏi cuốn), bei der das Reispapier nur kurz in Wasser eingetaucht und dann kalt serviert wird. Dazu gibt es eine cremige Erdnusssauce mit Ingwer und Sriracha, die den leichten Rollen genau die richtige Tiefe gibt.
Zutaten für Sommerrollen (4 Portionen)
Für die Rollen
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Reispapierblätter | 12 Stück | ca. 22 cm Durchmesser |
| Reisnudeln | 100 g | Vermicelli, ungekocht |
| Garnelen | 250 g | gekocht, geschält, halbiert |
| Karotten | 2 Stück | in dünne Streifen geschnitten |
| Salatgurke | 1 Stück | Kerne entfernt, in Streifen |
| rote Paprika | 1 Stück | in dünne Streifen |
| Avocado | 1 Stück | reif, in Scheiben |
| Blattsalat | 80 g | z. B. Romanasalat oder Eisbergsalat |
| frische Minze | 0.5 Bund | |
| frischer Koriander | 0.5 Bund |
Für die Erdnusssauce
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Erdnussbutter | 4 EL | cremig oder crunchy |
| Sojasauce | 3 EL | |
| Limettensaft | 2 EL | frisch gepresst |
| Sriracha | 1 EL | oder nach Geschmack |
| Honig | 1 EL | |
| frischer Ingwer | 2 cm | fein gerieben |
| heißes Wasser | 4 EL | zum Verdünnen |
Zubereitung
- Nudeln garen: Die Reisnudeln nach Packungsanweisung in heißem Wasser quellen lassen – meist reichen 3–5 Minuten ohne Kochen. Danach abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. Anschließend grob hacken, damit sie sich leichter rollen lassen.
- Gemüse vorbereiten: Karotten, Gurke und Paprika in gleichmäßige dünne Streifen (Julienne) schneiden – je feiner, desto einfacher lassen sie sich später einrollen. Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und in Scheiben schneiden. Blattsalat in handliche Stücke zupfen. Minze und Koriander waschen und von den Stielen zupfen.
- Erdnusssauce mixen: Erdnussbutter, Sojasauce, Limettensaft, Sriracha, Honig und geriebenen Ingwer in einem kleinen Schälchen glatt rühren. Das heiße Wasser esslöffelweise einrühren, bis eine leicht flüssige, cremige Sauce entsteht. Abschmecken: mehr Sriracha für Schärfe, mehr Honig für Süße, mehr Limettensaft für Frische.
- Reispapier einweichen: Eine große flache Schüssel oder ein tiefes Backblech mit warmem Wasser füllen (nicht heiß – das macht das Papier zu weich). Ein Reispapierblatt für etwa 10–15 Sekunden einlegen, bis es gerade eben weich und biegsam wird. Es darf noch leicht fest wirken – es wird beim Befüllen weicher.
- Rollen befüllen und einrollen: Das eingeweichte Reispapier flach auf eine leicht feuchte Arbeitsfläche legen. Im unteren Drittel zuerst Blattsalat platzieren, dann Nudeln, Gemüsestreifen, Avocado und einige Kräuter darauflegen. Garnelen in der Mitte des Blattes etwas oberhalb der Füllung nebeneinander legen – so werden sie beim Rollen sichtbar. Die Seiten einschlagen, dann von unten her straff, aber ohne Druck aufrollen.
- Servieren: Die fertigen Rollen auf einem Teller mit feuchtem Küchenpapier abgedeckt bereitstellen, damit sie nicht austrocknen. Mit der Erdnusssauce servieren. Am besten sofort essen – oder maximal 2–3 Stunden abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Tipps für perfekte Sommerrollen
Das größte Problem beim ersten Versuch: das Reispapier reißt oder klebt an der Arbeitsfläche. Wer diese drei Punkte beachtet, hat kaum Probleme. Erstens: Das Reispapier nur so lange einweichen, bis es biegsam ist – nicht bis es komplett weich ist. Es gart beim Befüllen nach. Zweitens: Nicht zu viel Füllung. Eine handvoll Zutaten reicht pro Rolle. Zu viel Füllung sprengt das Reispapier beim Einrollen. Drittens: Alle Zutaten müssen gut abgetropft sein. Feuchtigkeit von Nudeln oder Gemüse macht das Papier von innen nass und reißt es beim Rollen.
Eine leicht feuchte (nicht nasse) Silikonmatte oder ein feuchtes Geschirrtuch als Unterlage hilft dabei, dass die Rollen nicht sofort ankleben. Wer die Sommerrollen für Gäste vorbereitet, schneidet die Zutaten vorab und stellt sie in kleinen Schälchen bereit – dann kann jeder selbst rollen. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ein schönes Erlebnis am Tisch.
Variationen
Vegetarisch: Geräucherter Tofu (in dünne Streifen geschnitten) ersetzt die Garnelen vollständig. Alternativ tauchen auch gebratene Champignons oder Austernpilze in Sommerrollen gut auf. Wer die Sauce ebenfalls vegan halten möchte, tauscht den Honig gegen Agavendicksaft aus.
Mit Hähnchen: Gekochte oder gedämpfte Hähnchenbrust, in Streifen gezupft, ist eine beliebte Alternative zu Garnelen. Das Fleisch vorher mit etwas Sojasauce und Ingwer marinieren, damit es nicht zu trocken wirkt.
Mit Mango: Reife Mango in Streifen gibt den Rollen eine angenehme Süße und Fruchtigkeit. Besonders gut zusammen mit Garnelen und frischer Minze.
Mit Glasnudeln: Wer keine Reisnudeln findet, nimmt eingeweichte Glasnudeln – diese sind etwas bissfester und nehmen Sauce gut auf.
Sauce-Alternativen: Wer keine Erdnussallergie berücksichtigen muss, kann auch eine Dip-Sauce auf Basis von Hoisin und Sojasauce anrühren. Oder eine klassische vietnamesische Nước chấm aus Fischsauce, Limettensaft, Zucker, Wasser und frischem Chili – die traditionellste Begleitung zu Gỏi cuốn.
Für asiatisch inspirierte Hauptgerichte passen unsere Knoblauch-Garnelen aus der Pfanne gut als zweites Gericht dazu – oder ein aromatisches Grünes Thai-Curry als wärmendes Gegenstück.
Sommerrollen oder Frühlingsrollen?
Beide klingen ähnlich, sind aber grundverschieden. Frühlingsrollen werden gebraten oder frittiert – das Reispapier wird knusprig, die Füllung ist heiß und oft aus Hackfleisch und Glasnudeln. Sommerrollen dagegen werden nie erhitzt. Das Reispapier bleibt roh und weich, die Füllung ist frisch und kalt. Das Ergebnis ist leichter, frischer und kalorienärmer.
Im Vietnamesischen heißen Sommerrollen Gỏi cuốn (gesprochen etwa: „Goi Guön“) – was so viel bedeutet wie „Salatrolle“. Der Name beschreibt das Gericht treffend: Es ist im Grunde ein in Reispapier eingerollter Salat, ergänzt durch Proteine und Nudeln.
Die Geschichte der Sommerrolle
Sommerrollen stammen aus Vietnam und gehören dort zum Alltag – als schneller Snack, als Vorspeise bei Familienfesten oder als Hauptmahlzeit an heißen Tagen. Im Süden des Landes heißen sie Gỏi cuốn, im Norden kennt man sie als Nem cuốn. Beide Varianten sind im Kern gleich: rohes Reispapier, frisches Gemüse, Kräuter und ein Protein.
Die Tradition, Gemüse in dünne Fladen zu wickeln, geht auf eine chinesische Sitte zurück, bei der zum Frühlingsfest frisches Gemüse in dünnen Teigblättern gegessen wurde. Vietnam hat diese Idee über Jahrhunderte weiterentwickelt und mit lokalen Kräutern wie Minze und Koriander sowie der typischen Nuoc-Cham-Sauce zu einem eigenständigen Gericht gemacht.
2011 nahm CNN Travel die vietnamesischen Sommerrollen in ihre Liste der 50 besten Gerichte der Welt auf – ein Zeichen dafür, wie weit dieses einfache Streetfood-Gericht die Welt inzwischen erobert hat.
Sind Sommerrollen und Frühlingsrollen dasselbe?
Nein. Frühlingsrollen werden frittiert oder gebraten – das Reispapier wird knusprig, die Füllung ist warm. Sommerrollen dagegen werden nicht erhitzt. Das Reispapier bleibt weich und transparent, die Füllung ist kalt und frisch. Im Geschmack und in der Textur sind die beiden Gerichte grundverschieden.
Was kann man in Sommerrollen füllen?
Klassisch sind Garnelen, Reisnudeln, Karotten, Gurke, Avocado und frische Kräuter wie Minze und Koriander. Daneben eignen sich geräucherter Tofu, Hähnchenbrust, Mango, Paprika, Radieschen oder Bohnenkeimlinge gut als Füllung. Die einzige Regel: alle Zutaten sollten gut abgetropft und in dünne Streifen geschnitten sein, damit das Reispapier nicht reißt.
Was ist traditionell in vietnamesischen Sommerrollen?
In der vietnamesischen Originalvariante (Gỏi cuốn) stecken gekochte Garnelen, gegarte Schweinefleisch-Scheiben, Bún-Reisnudeln, Blattsalat sowie frische Kräuter wie Minze und langer Koriander. Als Dip-Sauce dient entweder Erdnusssauce oder die typische vietnamesische Nước chấm aus Fischsauce, Limettensaft, Zucker und Chili.
Kann man Sommerrollen für den nächsten Tag vorbereiten?
Ja, mit etwas Vorsicht. Frisch gerollt sind sie am besten – das Reispapier wird mit der Zeit trockener und zäher. Wer sie vorbereiten möchte, wickelt jede Rolle einzeln in feuchtes Küchenpapier und legt sie in eine luftdichte Box in den Kühlschrank. So halten sie bis zu 24 Stunden. Die Erdnusssauce lässt sich ebenfalls einen Tag vorher zubereiten.
Warum reißt das Reispapier beim Rollen?
Meistens liegt das daran, dass das Reispapier zu lange eingeweicht wurde und zu weich ist, oder dass zu viel Füllung verwendet wird. Das Reispapier sollte nach dem Einweichen noch leicht fest sein – es wird beim Befüllen weicher. Außerdem helfen trockene Zutaten: Nudeln und Gemüse gut abtropfen lassen, bevor sie in die Rolle kommen.
Wie lange sind Sommerrollen haltbar?
Sommerrollen sind ein frisches Gericht und sollten am besten innerhalb von 2–3 Stunden nach der Zubereitung gegessen werden. Im Kühlschrank halten sie maximal 24 Stunden – dabei wird das Reispapier allerdings etwas zäher. Einfrieren ist nicht empfehlenswert, da das Reispapier beim Auftauen seine Textur verliert.