Lángos – Ungarisches Streetfood Rezept

Lángos ist der wohl bekannteste Streetfood-Snack Ungarns: ein dicker, fluffiger Teigfladen, der in heißem Öl frittiert und dann mit Knoblauch, Sauerrahm und geriebenem Käse belegt wird. Der Name kommt vom ungarischen Wort láng (Flamme) – und wer einmal frischen Lángos vom Marktstand gegessen hat, versteht warum diese Kombination so süchtig macht. Mit diesem Rezept gelingt er auch zu Hause perfekt.

Zutaten für Lángos

Zutaten für Stück

ZutatMengeHinweise
Weizenmehl Type 550500 gplus etwas zum Arbeiten
frische Hefe21 goder 7 g Trockenhefe
Zucker1 TLzum Aktivieren der Hefe
Milch250 mllauwarm, ca. 37°C
Wasser100 mllauwarm
Salz1 TL
neutrales Öl2 ELz. B. Sonnenblumenöl
Frittierfett1 Literzum Ausbacken, z. B. Sonnenblumenöl

Für den Belag (klassisch)

ZutatMengeHinweise
Sauerrahm200 goder Schmand
Knoblauch2 Zehengepresst
Gouda150 gfrisch gerieben
Salznach Geschmack

Zubereitung

  1. Hefe aktivieren: Frische Hefe in eine große Rührschüssel bröckeln. Zucker und die lauwarme Milch dazugeben und kurz verrühren, bis die Hefe sich auflöst. Etwa 10 Minuten stehen lassen, bis die Mischung leicht schäumt.
  2. Teig herstellen: Mehl, Salz und Öl zur Hefemilch geben. Das lauwarme Wasser zufügen und alles zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten – von Hand ca. 8 Minuten, mit der Küchenmaschine 5 Minuten auf mittlerer Stufe. Der Teig soll sich vom Schüsselrand lösen, aber noch leicht klebrig sein: das ist richtig so, kein weiteres Mehl zufügen.
  3. Teig ruhen lassen: Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.
  4. Lángos formen: Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in 6 gleich große Portionen teilen. Jede Portion mit den Händen zu einem runden Fladen von etwa 20–22 cm Durchmesser und ca. 5 mm Dicke ausziehen. Nicht mit dem Nudelholz arbeiten – durch Ziehen mit den Händen entstehen die typischen ungleichmäßig dünnen Stellen, die beim Frittieren schön knusprig werden.
  5. Öl erhitzen: Reichlich Öl in einem weiten Topf oder einer tiefen Pfanne auf 175–180°C erhitzen. Temperatur testen: ein kleines Teigtück sinkt kurz ab und steigt dann sofort wieder auf.
  6. Lángos frittieren: Einen Teigfladen vorsichtig ins heiße Öl gleiten lassen. 2–3 Minuten frittieren bis die Unterseite goldbraun ist, dann wenden und weitere 2 Minuten frittieren. Der Lángos bläht sich beim Frittieren auf – das ist gewünscht. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Alle restlichen Fladen nacheinander frittieren.
  7. Belag vorbereiten und servieren: Knoblauch in den Sauerrahm pressen, salzen und verrühren. Jeden Lángos sofort mit Knoblauch-Sauerrahm bestreichen und mit geriebenem Käse bestreuen. Heiß servieren – Lángos schmeckt frisch am besten und verliert schnell an Knusprigkeit.

Beilagen und Belag-Variationen

Der klassische Belag aus Knoblauch, Sauerrahm und Käse ist der unbestrittene Favorit – doch Lángos verträgt sich mit vielen Toppings. Hier eine Übersicht der beliebtesten Varianten:

Herzhaft-klassisch:
Mit Knoblauchöl (Knoblauch in Öl gepresst, aufgepinselt) und grobem Salz – die puristische ungarische Version ohne Sauerrahm.

Mit Schinken und Käse:
Sauerrahm, Kochschinken in dünnen Scheiben und reichlich Gouda. Besonders beliebt auf österreichischen Volksfesten.

Mit Schafskäse:
Sauerrahm mit zerbröseltem Feta oder Bryndza (Schafquark) – so wird er traditionell in der ungarischen Region Békéscsaba gegessen.

Mit Letscho:
Auf Lángos als Basis kommt geschmortes Zwiebel-Paprika-Tomaten-Gemüse (Letscho). Diese Variante heißt in Ungarn Magyaros Lángos.

Süß:
Mit Puderzucker bestreut oder mit Marmelade bestrichen – besonders bei Kindern und auf Jahrmärkten in Westeuropa sehr beliebt.

Tipps für perfekten Lángos

Teig zu klebrig? Das ist kein Fehler. Lángos-Teig soll weich und leicht klebrig sein – gib nur minimal Mehl auf die Arbeitsfläche. Zu viel Mehl macht den Fladen trocken und zäh.

Hefe geht nicht auf? Die Milch war entweder zu heiß (über 40°C tötet die Hefe ab) oder zu kalt. Ideal sind 36–38°C, also angenehm körperwarm.

Frittiertemperatur: Bei zu niedrigem Öl (unter 160°C) saugt sich der Teig mit Fett voll und wird schwer. Bei zu hohem Öl (über 190°C) verbrennt die Außenseite, bevor der Teig durchgart. 175–180°C ist der ideale Bereich – am besten mit einem Kochthermometer prüfen.

Immer frisch essen: Lángos verliert innerhalb von 10–15 Minuten an Knusprigkeit. Wer für mehrere Personen kocht, alle Fladen frittieren und dann gemeinsam belegen und sofort servieren.

Teig einfrieren: Den fertig gegangenen Teig portionieren, flach drücken und einfrieren. Im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen, kurz auf Raumtemperatur kommen lassen und dann wie gewohnt ausziehen und frittieren.

Die Geschichte des Lángos

Der Name Lángos kommt vom ungarischen Wort láng, das Flamme bedeutet. Und tatsächlich hatte das Gericht ursprünglich nichts mit Frittieröl zu tun: In der alten ungarischen Backofenkultur wurden Teigreste direkt an der Öffnung des heißen Steinofens, nahe den Flammen, gebacken. Da Brot in bäuerlichen Haushalten oft nur alle 5 bis 7 Tage gebacken wurde, war dieser flache Resteteig-Fladen das Frühstück der Bäcker an Backtagen – ein Abfallprodukt, das zum Kultessen wurde.

Die frittierte Version, wie wir sie heute kennen, entstand erst in den 1950er Jahren und verbreitete sich ab den 1970ern rasant als Streetfood auf Märkten, Badeorten und Jahrmärkten. Heute ist Lángos fest in der ungarischen Alltagskultur verankert und findet sich überall dort, wo Menschen zusammenkommen: an Busbahnhöfen, Strandbädern und bei Fußballspielen.

Das Gericht hat unter verschiedenen Namen ganz Osteuropa erobert. In Tschechien und der Slowakei heißt es Langoš, in Serbien Languš, in Rumänien Langoș und in Albanien Petulla. Frittierte Teigfladen sind allerdings ein weltweites Phänomen: Die italianische Pizza Fritta, der kanadische BeaverTail und die amerikanische Fry Bread folgen alle demselben Grundprinzip.

Lángos mit Kartoffeln (Krumplis Lángos)

Die authentischste ungarische Variante des Lángos verwendet Kartoffelpüree im Teig. Das Ergebnis ist deutlich weicher und bleibt länger fluffig als der Standardteig. Dafür 200 g mehlig kochende Kartoffeln kochen, stampfen und abkühlen lassen, dann mit den anderen Zutaten verkneten (Wassermenge auf ca. 50 ml reduzieren, da die Kartoffeln Feuchtigkeit mitbringen). Dieser Teig ist etwas klebriger, lässt sich aber mit gut bemehlten Händen gut formen. Der Geschmack ist feiner, leicht erdiger – und sehr nah am Original, wie man ihn in Budapest auf dem Großen Markt bekommt.

Wer frittierte Hefeteig-Spezialitäten mag, findet mit unserem Krapfen Rezept und den selbst gemachten Donuts zwei weitere zum Nachbacken.


Was ist Lángos für ein Teig?

Lángos wird aus einem einfachen Hefeteig gemacht: Mehl, frische Hefe, lauwarme Milch, Wasser, Salz und etwas Öl. Der Teig ist weich und leicht klebrig, was typisch und gewünscht ist. Eine traditionelle ungarische Variante – Krumplis Lángos – enthält zusätzlich Kartoffelpüree, was den Fladen besonders weich macht.

Woraus besteht Lángos – was kommt drauf?

Der klassische Lángos-Belag besteht aus drei Zutaten: Knoblauch-Sauerrahm, geriebenem Käse (meist Gouda) und etwas Salz. In Ungarn wird oft auch nur Knoblauchöl ohne Sauerrahm verwendet. Weitere beliebte Varianten sind Schinken und Käse, Schafskäse, Letscho (Paprika-Tomaten-Gemüse) oder süß mit Puderzucker und Marmelade.

Wie heißt Lángos auf Deutsch?

Eine direkte deutsche Übersetzung gibt es nicht – das Wort kommt von láng (Flamme) und verweist auf die ursprüngliche Zubereitungsart nahe der Backofenflammen. Im deutschsprachigen Raum ist das Gericht unter Langos, Langosch oder ungarischer Fladenbrot bekannt, wobei Langos die gebräuchlichste Schreibweise ist.

Kann man Lángos im Backofen oder der Heißluftfritteuse zubereiten?

Ja, beides ist möglich – aber das Ergebnis unterscheidet sich deutlich vom Original. Im Backofen (220°C Oberhitze, direkt auf dem Rost) wird der Lángos trockener und flacher. In der Heißluftfritteuse bei 180°C für ca. 8–10 Minuten entsteht eine knusprigere Variante mit weniger Fett. Wer das authentische weiche, leicht fettige Original möchte, kommt um das Frittieren in Öl nicht herum.

Wie lange ist Lángos haltbar und kann man ihn aufwärmen?

Frisch frittierter Lángos schmeckt am besten sofort – nach 15 Minuten wird er weich und verliert die typische Textur. Im Kühlschrank hält er sich 1–2 Tage, lässt sich aber im Backofen (200°C, 5 Minuten) oder in der Heißluftfritteuse wieder aufknuspern. Den rohen Teig kann man portioniert einfrieren und bei Bedarf im Kühlschrank auftauen.

Warum saugt sich mein Lángos mit Öl voll?

Das liegt fast immer an einer zu niedrigen Frittiertemperatur. Wenn das Öl unter 165°C ist, braucht der Teig zu lange und nimmt dabei viel Fett auf. Öl auf mindestens 175°C erhitzen und die Temperatur zwischen den Portionen kurz wieder ansteigen lassen. Ein Kochthermometer hilft dabei enorm.

Wo kommt Lángos her?

Lángos stammt aus Ungarn, wo er ursprünglich als gebackener Resteteig-Fladen direkt am Backofenfeuer entstanden ist. Die frittierte Version gibt es seit den 1950er Jahren. Als Streetfood ist er heute in ganz Osteuropa verbreitet – von Tschechien (Langoš) über Serbien (Languš) bis Rumänien (Langoș).