Falafel sind goldbraune, knusprige Bällchen aus gemahlenen Kichererbsen, frischen Kräutern und Gewürzen – ein Gericht aus dem Nahen Osten, das in Deutschland längst zur Alltagsküche gehört. Das Geheimnis: ausschließlich getrocknete, eingeweichte Kichererbsen (über Nacht) und eine grob-körnige Masse, die außen kross bleibt und innen zart wird. Dieses Rezept erklärt alle drei Garmethoden und gibt Tipps, damit die Falafel beim Backen nicht auseinanderfallen.

Zutaten für Falafel

Zutaten für Stück (4 Portionen)

ZutatMengeHinweise
getrocknete Kichererbsen300 güber Nacht eingeweicht – keine Dosen-Kichererbsen
Zwiebel1 Stückmittelgroß
Knoblauchzehen4 Stück
glatte Petersilie50 gfrisch, ca. 1 Bund
frischer Koriander25 gca. ½ Bund
Kreuzkümmel2 TLgemahlen
Koriander1 TLgemahlen
Paprikapulver1 TLedelsüß
Cayennepfeffer0.5 TLnach Schärfetoleranz anpassen
Salz1 TL
schwarzer Pfeffer0.5 TLfrisch gemahlen
Backpulver1 TLsorgt für die leichte, nicht-dichte Textur
Kichererbsenmehl2 ELzum Binden, falls die Masse zu weich ist
Sesamsamen2 ELweiß
neutrales Ölzum Frittieren oder Braten

Zubereitung

  1. Kichererbsen einweichen: Die getrockneten Kichererbsen in einer großen Schüssel mit reichlich kaltem Wasser bedecken – sie verdoppeln ihr Volumen beim Quellen. Mindestens 12 Stunden, besser über Nacht, stehen lassen. Danach gründlich abspülen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Kichererbsen sollen weich sein, dürfen aber nicht gekocht werden – das ist der entscheidende Unterschied zu Dosen-Kichererbsen.
  2. Zutaten vorbereiten: Zwiebel und Knoblauch grob würfeln. Petersilie und Koriander waschen und sehr gründlich trocken schütteln – nasse Kräuter machen die Masse zu feucht. Alle Zutaten bereitstellen: Die Kräuter, Zwiebel, Knoblauch und Gewürze kommen alle zusammen mit den Kichererbsen in den Zerkleinerer.
  3. Masse zerkleinern: Kichererbsen, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Koriander, alle Gewürze und Salz in einen Foodprozessor oder Universalzerkleinerer geben. Die Masse in mehreren kurzen Intervallen pulsen – niemals kontinuierlich durchlaufen lassen. Das Ziel ist eine grob-körnige Konsistenz, kein Hummus. Die fertige Masse soll, wenn man sie zwischen zwei Fingern zusammendrückt, halten ohne zu bröckeln. Falls zu weich: 1–2 EL Kichererbsenmehl einarbeiten. Zum Schluss Backpulver und Sesamsamen unterheben.
  4. Masse kühlen: Die Falafel-Masse in eine Schüssel umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde, in den Kühlschrank stellen. Dieser Schritt ist nicht optional: Die Kühlung bindet die Masse und verhindert, dass die Falafel beim Garen zerfallen.
  5. Falafel formen: Aus der gekühlten Masse mit leicht angefeuchteten Händen gleichmäßige Bällchen oder leicht abgeflachte Scheiben formen – etwa walnussgroß, 3–4 cm Durchmesser. Ein spezieller Falafel-Former aus dem orientalischen Lebensmittelhandel erleichtert das Formen und sorgt für die traditionelle Scheibenform.
  6. Frittieren (empfohlen): Neutrales Öl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne auf 170–180 °C erhitzen. Die Temperatur lässt sich testen: Ein kleines Stück Masse sollte sofort aufsteigen und in 30 Sekunden goldbraun werden. Portionsweise 4–5 Falafel einlegen und 3–4 Minuten gleichmäßig goldbraun frittieren. Mit einer Schaumkelle herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Nicht zu viele auf einmal ins Öl geben – das senkt die Temperatur.
  7. Alternative: Pfanne oder Ofen: Pfanne: Etwas Öl bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen, Falafel von jeder Seite 2–3 Minuten goldbraun braten. Ofen: Backblech mit Backpapier auslegen, Falafel mit Öl bepinseln, bei 200 °C Umluft 22–25 Minuten backen, nach der Hälfte einmal wenden. Das Ergebnis aus dem Ofen ist weniger knusprig, aber deutlich fettärmer.

Womit serviert man Falafel?

Falafel schmecken am besten frisch und heiß, direkt nach dem Frittieren. Der klassische Weg: in warmem Fladenbrot oder Pita mit reichlich Hummus, Zaziki, frischen Tomaten, Gurken und einem Spritzer Zitronensaft. Wer es würziger mag, reicht dazu Tahini-Sauce (Sesampaste mit Zitrone und Knoblauch) oder Harissa.

Als Beilage funktioniert Bulgur-Salat hervorragend, ebenso wie Tabulé oder ein einfacher Salat aus gewürfelten Tomaten und roter Zwiebel mit Sumach. Wer keine Lust auf Brot hat, baut sich eine Falafel-Bowl: Couscous oder Reis als Basis, Falafel obendrauf, dazu geröstetes Gemüse und Tahini als Dressing.

Typische Beilagen aus der levantinischen Küche: eingelegtes Gemüse (Turshi), Sumach-Zwiebeln (rote Zwiebeln in Sumach und Zitrone mariniert) und Baba Ganoush (gegrillte Aubergine). Diese Kombination verwandelt Falafel in eine vollständige Mahlzeit.

Variationen

Die bekannteste Alternative zur Kichererbsen-Falafel ist die ägyptische Tamiya: Sie wird traditionell aus Saubohnen (Favabohnen) hergestellt und gilt in Ägypten als das ursprüngliche Original. Die Farbe ist intensiver grün, der Geschmack etwas erdiger und tiefer. In manchen Regionen Ägyptens werden Kichererbsen und Favabohnen zu gleichen Teilen gemischt.

Wer Koriander nicht mag, lässt ihn vollständig weg und erhöht die Petersilienmenge auf 70–80 g. Koriander-freie Falafel haben ein anderes, frischeres Kräuteraroma. Ein kleiner Anteil frischer Minze (15–20 g) in der Masse bringt zusätzliche Frische – besonders gut in der wärmeren Jahreszeit.

Für Abwechslung sorgen rote Falafel mit 60–80 g gegarter, sehr gut ausgedrückter Rote Bete oder Spinat-Falafel in leuchtendem Grün – einfach mitzerkleinern, die Gewürzmenge bleibt gleich. Wer die Sesam-Kruste besonders knusprig mag, wälzt die geformten Falafel vor dem Frittieren in weißen oder schwarzen Sesamsamen.

Die richtige Konsistenz – das häufigste Problem

Der häufigste Fehler ist eine zu fein pürierte oder zu feuchte Masse. Zu fein zerkleinert ergibt eine teigige, dichte Textur – die Falafel quellen beim Frittieren auf und bleiben innen klebrig. Die Lösung: den Foodprozessor nur in kurzen Pulsen laufen lassen und die Konsistenz regelmäßig prüfen. Ideal ist eine grob-körnige Textur wie feiner Bulgur, nicht glatt wie Hummus.

Ist die Masse zu feucht (passiert häufig, wenn die Kräuter nicht gut getrocknet wurden), hilft Kichererbsenmehl, schrittweise eingearbeitet, und nochmals 30 Minuten Kühlschrank. Dosen-Kichererbsen sind grundsätzlich ungeeignet – sie enthalten zu viel Wasser und vorverkleisterte Stärke, die Falafel zerfallen beim Garen.

Der zweite häufige Fehler: falsches Frittieren. Zu heißes Öl (über 190 °C) verbrennt die Außenhülle, bevor der Kern gar ist. Zu kaltes Öl (unter 160 °C) lässt die Falafel Fett aufsaugen und macht sie schwer. Ein Küchenthermometer ist hier keine Übertreibung – es ist das wichtigste Werkzeug für knusprige Falafel.

Lagerung und Vorbereitung

Falafel eignen sich hervorragend zur Vorbereitung. Die rohe Falafel-Masse hält sich abgedeckt 2 Tage im Kühlschrank – ideal, wenn man abends schnell fertig sein möchte. Die geformten, noch ungegarten Falafel lassen sich einfrieren: auf einem Blech einzeln vorfrieren (1 Stunde), dann in Gefrierbeutel umfüllen. Im Gefrierschrank sind sie bis zu 3 Monate haltbar – direkt aus dem Gefrierfach ins heiße Öl geben, Garzeit um 1–2 Minuten verlängern.

Fertig gebratene Falafel halten sich im Kühlschrank 3–4 Tage. Aufwärmen am besten in der Pfanne oder im Ofen bei 180 °C für 8–10 Minuten – so wird die Kruste wieder knusprig. Im Mikrowellengerät werden sie weich und verlieren ihre Textur vollständig.

Profi-Tipps für perfekte Falafel

Frische Kräuter statt getrockneter – getrocknete Petersilie oder getrockneter Koriander funktionieren nicht. Die frischen Kräuter geben der Masse Feuchtigkeit, Aroma und die typisch grüne Farbe im Inneren der Falafel. Bei der Menge ruhig großzügig sein: 50 g Petersilie klingen viel, ergeben aber nur eine moderate Kräuternote.

Nicht zu viel Mehl – Kichererbsenmehl ist ein Notfallbindemittel, keine Standard-Zutat. Wer zu viel einarbeitet, bekommt schwere, dichte Falafel ohne die typisch leichte Textur. Maximal 2–3 EL, und nur wenn die Masse sich tatsächlich nicht formen lässt.

Rohe Zwiebel, nicht angedünstet – manche Rezepte empfehlen, die Zwiebel vorher anzuschwitzen. Das macht die Falafel süßer, aber auch weicher. Rohe Zwiebeln geben Schärfe und wirken als natürliches Bindemittel.

Backpulver erst zum Schluss – Backpulver reagiert mit Feuchtigkeit und Hitze. Zu früh eingearbeitet, verpufft die Triebkraft noch vor dem Frittieren. Erst in die fertige Masse unterheben, direkt bevor die Falafel geformt werden.

Einweichwasser wegschütten – das Wasser, in dem die Kichererbsen geweicht haben, enthält Stärke und macht die Masse schwerer. Immer frisch abspülen und gut abtropfen lassen.

Herkunft und Geschichte

Die genaue Entstehung der Falafel ist historisch nicht gesichert, aber die plausibelste Theorie führt nach Ägypten: Koptische Christen sollen das Gericht als fleischlose Fastenspeise entwickelt haben – damals noch mit Saubohnen statt Kichererbsen. Von Ägypten aus verbreitete sich die Idee durch die arabischsprachige Welt und verwandelte sich je nach Region.

In Israel gilt Falafel heute als inoffizielles Nationalgericht. In Libanon, Syrien und Palästina ist Falafel fester Bestandteil der Mezze-Kultur. Libanon und Palästina erheben ebenfalls historische Ansprüche auf das Gericht – eine Diskussion, die kulturell bis heute lebendig ist.

In Deutschland kamen Falafel in den frühen 1980er-Jahren mit arabischen Einwanderern in die Städte. Berlin entwickelte dabei eine eigene Variante: Falafel mit Mangosauce – eine Erfindung irakischer Imbissbetreiber, die an vielen Berliner Falafel-Ständen heute Standard ist und regelmäßig zu Debatten über die „echte“ Berliner Falafel führt.

Nährwerte

Kichererbsen sind eine der nährstoffreichsten Hülsenfrüchte: reich an pflanzlichem Protein, Ballaststoffen, Eisen, Magnesium und Folsäure. Frittierte Falafel liefern pro 100 g etwa 333 kcal, 13 g Protein und 32 g Kohlenhydrate – ein solider Anteil kommt aus dem Frittieröl. Ofen-Falafel sind kalorienärmer, da kein Öl aufgesaugt wird.

Für Veganer und Vegetarier sind Falafel eine vollwertige Proteinquelle, besonders in Kombination mit Getreide (Pita, Bulgur, Couscous). Die Kombination aus Hülsenfrüchten und Getreide deckt alle essentiellen Aminosäuren ab.


Was genau ist Falafel?

Falafel sind frittierte oder gebratene Bällchen aus einer Masse aus gemahlenen Kichererbsen (oder Saubohnen), frischen Kräutern wie Petersilie und Koriander sowie Gewürzen wie Kreuzkümmel und Koriander. Das Gericht stammt ursprünglich aus Ägypten und dem Nahen Osten und ist in seiner Grundform traditionell vegan.

Warum unbedingt getrocknete Kichererbsen verwenden?

Getrocknete, eingeweichte Kichererbsen haben die richtige Textur: fest, mit der idealen Feuchtigkeitsmenge und der nötigen Bindefähigkeit. Dosen-Kichererbsen sind bereits gekocht – sie enthalten deutlich mehr Wasser und vorverkleisterte Stärke. Die Falafel-Masse wird dadurch zu weich und fällt beim Braten auseinander. Es gibt keine Abkürzung bei diesem Schritt.

Wie brate ich Falafel richtig?

Die Öltemperatur muss zwischen 170 und 180 °C liegen. Zu heiß verbrennt die Außenhülle bevor der Kern gar ist, zu kalt lässt die Falafel Fett aufsaugen. Test: Ein kleines Stück Masse ins Öl geben – es sollte sofort aufsteigen und in 30 Sekunden goldbraun werden. Pro Durchgang maximal 4–5 Falafel einlegen, damit die Temperatur stabil bleibt.

Was kann man gut mit Falafel essen?

Am häufigsten werden Falafel in Fladenbrot oder Pita serviert, mit Hummus, Tahini, Zaziki, Tomaten und Gurken. Als Bowl-Gericht passen Couscous oder Bulgur als Basis. Typische Begleiter aus der levantinischen Küche: Sumach-Zwiebeln, eingelegtes Gemüse (Turshi), Baba Ganoush und frischer Zitronensaft.

Ist Falafel gesund oder ungesund?

Falafel sind eine nährstoffreiche, pflanzliche Mahlzeit. Kichererbsen liefern Protein, Ballaststoffe, Eisen und Magnesium. Frittierte Falafel enthalten mehr Fett (ca. 333 kcal pro 100 g), gebackene Ofen-Falafel deutlich weniger. Insgesamt gilt Falafel – besonders in Kombination mit Gemüse und Vollkornbrot – als sättigende und gesunde Mahlzeit.

Kann ich Falafel einfrieren?

Ja, und zwar am besten roh und bereits geformt. Die Bällchen auf einem Blech einzeln vorfrieren (ca. 1 Stunde), dann in Gefrierbeutel umfüllen. Im Gefrierschrank bis zu 3 Monate haltbar. Direkt aus dem Gefrierfach ins heiße Öl geben, Garzeit um 1–2 Minuten verlängern. Fertig gebratene Falafel lassen sich ebenfalls einfrieren und im Ofen bei 180 °C aufbacken.

Wie lange ist Falafel haltbar?

Fertig gebratene Falafel halten sich im Kühlschrank 3–4 Tage. Die rohe Masse hält sich abgedeckt 1–2 Tage. Zum Aufwärmen Falafel in der Pfanne oder im Ofen bei 180 °C für 8–10 Minuten erhitzen – so bleibt die Kruste knusprig. Im Mikrowellengerät werden sie weich und verlieren ihre Textur.

Wie formt man Falafel am besten?

Mit leicht angefeuchteten Händen lassen sich runde Bällchen oder leicht abgeflachte Scheiben formen, etwa walnussgroß mit 3–4 cm Durchmesser. Ein Falafel-Former aus dem orientalischen Lebensmittelhandel ist ein hilfreiches Werkzeug – er sorgt für gleichmäßige Scheiben und erleichtert das kontrollierte Einlegen ins Öl.

Was ist der Unterschied zwischen Falafel und Tamiya?

Tamiya ist die ägyptische Ur-Version der Falafel: statt Kichererbsen werden Saubohnen (Favabohnen) verwendet, oft auch gemischt mit Kichererbsen. Die Farbe ist intensiver grün, der Geschmack erdiger. In anderen Ländern des Nahen Ostens dominieren Kichererbsen-Falafel. Beide Versionen werden gleich frittiert.