Empanadas sind gefüllte Teigtaschen aus Südamerika, die in Argentinien zu den beliebtesten Straßengerichten gehören. Ein butteriger Teig umhüllt eine würzige Hackfleischfüllung mit hartgekochten Eiern und Oliven – gebacken oder frittiert ein Genuss. Mit diesem Rezept gelingen die aromatischen Teigtaschen auch zuhause ohne großen Aufwand.
Zutaten für Empanadas (16 Stück)
Für den Teig
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Weizenmehl | 500 g | Type 405 oder 550 |
| Butter | 100 g | kalt, in Würfel geschnitten |
| Wasser | 150 ml | lauwarm |
| Ei | 1 Stück | Größe M |
| Salz | 1 TL | |
| Zucker | 1 TL |
Für die Hackfleischfüllung
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Rinderhackfleisch | 400 g | |
| Zwiebel | 1 Stück | mittelgroß, fein gewürfelt |
| rote Paprika | 1 Stück | fein gewürfelt |
| Knoblauchzehen | 2 Stück | gepresst |
| Olivenöl | 2 EL | |
| Tomatenmark | 1 EL | |
| Kreuzkümmel | 1 TL | gemahlen |
| Paprikapulver | 1 TL | geräuchert |
| Cayennepfeffer | 0.5 TL | nach Schärfewunsch |
| Eier | 2 Stück | hartgekocht |
| grüne Oliven | 50 g | entsteint, in Ringe geschnitten |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack |
Zum Bestreichen
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Eigelb | 1 Stück | |
| Milch | 2 EL |
Zubereitung
- Teig vorbereiten: Mehl, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln dazugeben und mit den Fingern in die Mehlmischung einarbeiten, bis eine krümelige Masse entsteht. Das Ei und das lauwarme Wasser hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig nicht zu lange kneten, er soll weich aber nicht klebrig sein. In Klarsichtfolie einwickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Füllung anbraten: Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch darin 3 Minuten glasig anschwitzen. Die gewürfelte Paprika dazugeben und 2 weitere Minuten mitgaren. Das Rinderhackfleisch einrühren und bei höherer Hitze 5–6 Minuten krümelig und braun anbraten.
- Würzen und abkühlen: Tomatenmark kurz mitrösten, dann Kreuzkümmel, Paprikapulver und Cayennepfeffer einrühren. Alles 1 Minute rösten bis die Gewürze duften. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Füllung vollständig abkühlen lassen – mindestens 20 Minuten, besser im Kühlschrank. Eine warme Füllung macht den Teig beim Formen weich und reißt ihn.
- Füllung vervollständigen: Die hartgekochten Eier grob hacken. Die Oliven in Ringe schneiden. Beides unter die abgekühlte Hackfleischmasse heben. Diese Kombination aus Fleisch, Ei und Olive ist die traditionelle argentinische Rezeptur.
- Teig ausrollen und ausstechen: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dünn ausrollen. Mit einem runden Ausstecher oder dem umgekehrten Rand einer Schüssel (12–14 cm Durchmesser) Kreise ausstechen. Die Reste zusammenkneten und erneut ausrollen.
- Empanadas füllen und verschließen: Je einen gehäuften Esslöffel Füllung auf eine Hälfte des Teigkreises setzen – nicht zu viel, sonst lässt sich der Rand nicht sauber verschließen. Die Ränder mit etwas Wasser befeuchten. Den Teig über die Füllung klappen und zu einem Halbmond formen. Die Ränder mit einer Gabel fest zusammendrücken oder den Rand traditionell zickzackartig falten (Repulgue).
- Backen: Die Empanadas auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Eigelb mit Milch verquirlen und die Oberfläche gleichmäßig damit einstreichen – so werden sie goldbraun und glänzend. Im vorgeheizten Ofen 20–25 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist.
- Servieren: Die Empanadas 5 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen, dann warm servieren. Dazu passt Chimichurri, ein einfaches Avocado-Dressing oder saure Sahne. Die Teigtaschen schmecken auch kalt noch sehr gut und eignen sich damit perfekt für Picknick und Buffet.
Variationen
Empanadas sind eine der wandelbarsten Speisen überhaupt. Der Teig bleibt immer gleich – nur die Füllung entscheidet über Stil und Herkunft.
Vegetarische Empanadas: Spinat mit Ricotta und einer Prise Muskatnuss ergibt eine cremige, würzige Füllung. Alternativ schmecken gebratene Pilze mit Zwiebeln, Knoblauch und Thymian hervorragend. Im argentinischen Hochland sind Kartoffel-Käse-Empanadas besonders beliebt: gekochte Kartoffeln mit geriebenem Gouda und angebratenen Zwiebeln mischen.
Käse-Empanadas: Die schnellste Variante für spontane Gäste. Würfelkäse – Mozzarella, Gouda oder Manchego – mit karamellisierten Zwiebeln füllen. Beim Backen schmilzt der Käse zu einem goldenen, fädigen Kern.
Hähnchen-Empanadas (Empanadas de Pollo): In Chile ist diese Variante der absolute Favorit. Gekochtes Hähnchenfleisch zerpflücken und mit gebratener Zwiebel, gewürfelten Tomaten, Paprikapulver und etwas Brühe mischen. Die Füllung bleibt besonders saftig.
Thunfisch-Empanadas (Empanadas de Atún): Die traditionelle Variante aus dem spanischen Galicien. Abgetropften Thunfisch aus der Dose mit einem hartgekochten Ei, fein gewürfelten Zwiebeln, Paprikapulver und Olivenöl vermischen. Einfach, preiswert und sehr aromatisch.
Süße Empanadas: In Mexiko und der Karibik werden Empanadas auch als Dessert serviert. Äpfel mit Zimt und Zucker, Dulce de Leche oder süßer Quark mit Vanille eignen sich als Füllung. Die fertigen Teigtaschen mit Puderzucker bestäuben.
Frittierte Empanadas: Wer einen noch knusprigeren Biss möchte, frittiert die Teigtaschen statt sie zu backen. Öl auf 170–180 °C erhitzen und die fertig geformten Empanadas portionsweise von jeder Seite 3–4 Minuten goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Der Teig wird dabei hauchdünn und sehr knusprig.
Wer sich für weitere gefüllte Teigtaschen interessiert, findet bei uns auch ein Rezept für Pierogi Ruski – die polnischen Verwandten der Empanadas, gefüllt mit Kartoffeln und Käse.
Tipps für perfekte Empanadas
Butter muss kalt sein: Das ist der wichtigste Tipp für einen gelungenen Teig. Kalte Butter ergibt beim Backen kleine Dampfbläschen, die den Teig blättrig und knusprig machen. Warme Butter dagegen verbindet sich gleichmäßig mit dem Mehl und der Teig wird bröckelig und zäh.
Füllung vollständig abkühlen lassen: Wer heiße Füllung in den Teig gibt, weicht ihn auf – die Teigtaschen reißen beim Formen und die Ränder lassen sich kaum verschließen. Im Sommer die Füllung für 20–30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Nicht überfüllen: Ein gehäufter Esslöffel Füllung ist die richtige Menge pro Empanada. Zu viel Füllung sprengt die Ränder beim Backen auf. Lieber ein paar mehr Empanadas formen.
Ränder sorgfältig verschließen: Der Gabelabdruck ist die einfachste Methode. Wer die traditionelle Falttechnik Repulgue üben möchte: den gefalteten Rand zwischen Daumen und Zeigefinger in kleinen Halbbögen nach oben drücken und weiterdrehen – das ergibt den charakteristischen Zopfrand argentinischer Empanadas.
Teig gleichmäßig dünn ausrollen: 3 mm sind ideal – dünn genug für Biss, dick genug um die Füllung zu halten. Zu dicker Teig backt an den Rändern nicht durch, zu dünner Teig reißt beim Füllen.
Empanadas vorbereiten: Die geformten, noch nicht gebackenen Empanadas lassen sich hervorragend vorbereiten. Auf einem bemehlten Tablett abgedeckt bis zu 24 Stunden im Kühlschrank lagern oder eingefroren direkt gebacken werden (20–30 Minuten bei 200 °C aus dem Gefrierschrank).
Wer gerne mit Hackfleisch kocht, findet in unserem Rezept für Frikadellen weitere Tipps für saftiges, aromatisches Hackfleisch.
Geschichte der Empanadas
Der Name kommt vom spanischen Verb empanar – „in Brot einwickeln“. Die Wurzeln dieser Teigtaschen reichen ins mittelalterliche Spanien zurück, wo maurische Einflüsse die iberische Küche nachhaltig prägten. Das älteste schriftlich dokumentierte Empanada-Rezept stammt aus dem Jahr 1520 in Katalonien und beschreibt eine Fischvariante. Ein Hinweis auf die lange Geschichte findet sich sogar in der Architektur: An der Fassade der Kathedrale von Santiago de Compostela aus dem 12. Jahrhundert sind Empanadas als Steinrelief zu erkennen.
Mit den spanischen Einwanderern im 16. und 17. Jahrhundert gelangten die Teigtaschen nach Südamerika – und entwickelten sich dort in Jahrzehnten zu einem eigenständigen Kulturgericht. Argentinien ist heute das bekannteste Empanada-Land: Die Provinzen wetteifern um die beste Rezeptur. In Salta sind die Empanadas besonders saftig und würzig, in Córdoba kommen Rosinen in die Füllung, in La Rioja dominieren hartgekochte Eier und Oliven.
Jedes Jahr im September veranstaltet die Stadt Tucumán das Nationale Empanada-Fest, bei dem Hunderte von Bäckern aus ganz Argentinien gegeneinander antreten. Wer Wert auf lateinamerikanische Küche legt, findet bei uns auch unser Rezept für Ceviche – das erfrischende Fischgericht aus Peru.
Was ist das Geheimnis einer guten Empanada?
Das Geheimnis liegt in zwei Dingen: die Butter muss beim Teig wirklich kalt sein, damit der Teig knusprig wird – und die Füllung muss vollständig abgekühlt sein, bevor sie in den Teig kommt. Heiße Füllung macht den Teig weich und er reißt beim Formen. Außerdem gilt: lieber zu wenig Füllung als zu viel, damit die Ränder sich sauber verschließen lassen.
Welche Zutaten werden für argentinische Empanadas verwendet?
Die traditionelle argentinische Empanada-Füllung besteht aus Rinderhackfleisch, angebratenen Zwiebeln, hartgekochten Eiern und grünen Oliven. Gewürzt wird mit Kreuzkümmel, geräuchertem Paprikapulver und Cayennepfeffer. Der Teig wird aus Weizenmehl, kalter Butter, Ei und Wasser hergestellt.
Was gehört in eine Empanada?
In die argentinische Hackfleisch-Empanada gehören Rinderhack, Zwiebeln, rote Paprika, Knoblauch, hartgekochte Eier und Oliven. Grundsätzlich sind Empanadas aber sehr variabel: Hähnchen, Thunfisch, Käse, Gemüse oder süße Füllungen wie Dulce de Leche sind alle möglich und regional verbreitet.
Kann man Empanadas am Vortag vorbereiten?
Ja, Empanadas lassen sich sehr gut vorbereiten. Die fertig geformten, noch rohen Teigtaschen auf einem bemehlten Tablett abgedeckt bis zu 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Erst kurz vor dem Servieren mit Eigelb bestreichen und backen. Alternativ lassen sich rohe Empanadas auch einfrieren und direkt gefroren bei 200 °C backen – dann einfach 5–10 Minuten länger einrechnen.
Wie lange sind Empanadas haltbar?
Gebackene Empanadas halten sich im Kühlschrank 2–3 Tage und schmecken auch kalt noch gut. Zum Aufwärmen bei 180 °C 8–10 Minuten im Ofen erhitzen – so werden sie wieder knusprig. In der Mikrowelle werden sie weich. Eingefroren (roh oder gebacken) halten Empanadas bis zu 3 Monate.
Was ist der Unterschied zwischen gebackenen und frittierten Empanadas?
Gebackene Empanadas sind etwas leichter und bekommen durch die Eigelb-Bestreichung eine schöne goldbraune Farbe. Frittierte Empanadas haben eine dünnere, sehr knusprige Kruste und einen intensiveren Geschmack, sind aber kalorienreicher. In Argentinien werden Empanadas meist gebacken, in anderen südamerikanischen Ländern wie Kolumbien oder Venezuela oft frittiert.
Welche Soße passt zu Empanadas?
Am beliebtesten ist Chimichurri – die argentinische Kräutersauce aus Petersilie, Oregano, Knoblauch, Olivenöl und Rotweinessig. Sehr gut passen auch Guacamole, ein einfacher Avocado-Dip oder saure Sahne mit Kräutern. Wer es würziger mag, serviert eine pikante Tomatensalsa dazu.