Baba au Rhum

Ein Baba au Rhum ist ein kleiner Hefekuchen, der nach dem Backen vollständig in einem aromatischen Rum-Sirup getränkt wird – bis er prall, schwer und unwiderstehlich saftig ist. Das Geheimnis liegt im Tränken: Die noch warmen Babas saugen den heißen Sirup auf wie ein Schwamm und verwandeln sich dabei in ein Dessert von außergewöhnlicher Intensität. Mit einer Haube aus leichter Chantilly serviert, ist der Rum Baba das vielleicht eleganteste Dessert der französischen Patisserie. Dieses Rezept zeigt Schritt für Schritt, wie du das Original zu Hause nachbackst – mit allen Tipps, die in Pariser Konditoreien weitergegeben werden.

Zutaten für Baba au Rhum

Zutaten für Portionen

Für den Hefeteig

ZutatMengeHinweise
Mehl250 gType 405
Zucker20 g
Salz1 TLgestrichen
frische Hefe10 goder 1 Pck. Trockenhefe (7 g)
Milch60 mllauwarm
Eier3 StückGröße M, Zimmertemperatur
Butter100 gweich, in kleinen Würfeln

Für den Rum-Sirup

ZutatMengeHinweise
Wasser400 ml
Zucker200 g
Vanilleschote1 Stückaufgeschlitzt, Mark herausgeschabt
unbehandelte Orange1 Stücknur der Abrieb
unbehandelte Zitrone1 Stücknur der Abrieb
dunkler Rum150 mlz.B. Havana Club 7 Jahre oder Appleton Estate

Für die Chantilly

ZutatMengeHinweise
Sahne250 mlmind. 35% Fettgehalt, sehr kalt
Puderzucker30 ggesiebt
Vanilleextrakt1 TLoder Mark einer halben Vanilleschote

Zubereitung

  1. Vorteig ansetzen: Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und mit einem Teelöffel Zucker und zwei Esslöffeln des abgewogenen Mehls zu einem glatten Brei verrühren. Den Vorteig 15 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis er deutlich schäumt und sich das Volumen vergrößert hat. Diese Aktivierung der Hefe ist entscheidend – wenn der Vorteig nach 15 Minuten nicht schäumt, ist die Hefe inaktiv und der Teig wird nicht aufgehen.
  2. Hauptteig kneten: Restliches Mehl, Zucker und Salz in der Schüssel der Küchenmaschine mischen. Den schäumenden Vorteig und die Eier hinzugeben. Mit dem Knethaken zunächst auf niedriger Stufe beginnen, dann 5 Minuten auf mittlerer Stufe kneten bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Der Teig wird sehr klebrig und feucht sein – das ist beabsichtigt und normal für Babas.
  3. Butter einarbeiten: Die weiche Butter nach und nach in kleinen Stücken zum Teig geben, während die Küchenmaschine auf mittlerer Stufe läuft. Wichtig: Jedes Stück Butter erst vollständig einarbeiten lassen, bevor das nächste hinzugefügt wird. Insgesamt 10 Minuten kneten bis der Teig glänzt, sich elastisch anfühlt und vom Schüsselrand löst. Bei der Fingerprobe sollte er sich seidig und weich, aber nicht klebrig anfühlen.
  4. Erste Gehzeit: Den Teig mit Frischhaltefolie abdecken und bei Zimmertemperatur (22–24°C) genau 60 Minuten gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat. Nicht in Versuchung kommen, die Zeit zu verkürzen – die lange Gehzeit entwickelt das Aroma und die Struktur, die einen guten Baba ausmacht.
  5. Formen vorbereiten und befüllen: Sechs Dariol-Förmchen (Höhe ca. 5–6 cm, Durchmesser ca. 5 cm) oder eine Muffinform gründlich buttern und leicht mehlen. Den aufgegangenen Teig mit einem Teigschaber oder einem Spritzbeutel zu je einem Drittel in die Förmchen füllen – der Teig braucht noch Platz zum Gehen und Aufbacken.
  6. Zweite Gehzeit: Die befüllten Förmchen locker mit einem sauberen Küchentuch abdecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen, bis der Teig den Rand der Förmchen erreicht oder leicht darüber hinausragt. Den Backofen in dieser Zeit auf 180°C Ober-/Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen.
  7. Babas backen: Die Förmchen auf mittlerer Schiene 12 bis 15 Minuten backen, bis die Babas goldbraun sind und sich beim leichten Druck mit dem Finger zurückfedern. Stäbchenprobe: Ein Holzstäbchen in die Mitte stechen – es soll sauber herauskommen. Die frisch gebackenen Babas 5 Minuten in den Förmchen ruhen lassen, dann vorsichtig herausstürzen.
  8. Rum-Sirup kochen: Wasser, Zucker, Vanillemark, Vanilleschote und Zitrusabrieb in einem ausreichend großen Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze 5 Minuten köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und der Sirup leicht eingedickt ist. Den Topf vom Herd nehmen und den Rum einrühren. Den Sirup auf etwa 70°C abkühlen lassen – er soll noch heiß sein, aber nicht mehr sprudelnd kochen.
  9. Babas tränken: Die noch warmen Babas einzeln in den heißen Rum-Sirup legen und jeweils 2 bis 3 Minuten tränken. Die Babas dabei mehrfach wenden und mit einem Löffel immer wieder mit Sirup übergießen. Ein fertig getränkter Baba fühlt sich deutlich schwerer an als vorher und gibt beim leichten Drücken nach wie ein vollgesogener Schwamm. Die Babas in einem tiefen Teller aufbewahren und mit dem restlichen Sirup übergießen.
  10. Chantilly und Servieren: Die eiskalte Sahne mit Puderzucker und Vanilleextrakt mit dem Handmixer oder Schneebesen aufschlagen bis eine stabile, cremige Konsistenz entsteht – nicht zu steif schlagen, die Chantilly soll weich und luftig bleiben. Die Babas aufschneiden oder in der Mitte aufklappen, großzügig mit Chantilly füllen und sofort servieren. Wer möchte, kann die Babas noch mit frischen Beeren, Orangenzesten oder einem weiteren Schuss Rum beträufeln.

Welcher Rum eignet sich am besten?

Die Wahl des Rums beeinflusst den Charakter des Desserts erheblich, und es lohnt sich, hier nicht zu sparen. Dunkler, gereifter Rum bringt Noten von Karamell, Vanille, Trockenfrüchten und mildem Holz mit und harmoniert am stärksten mit dem süßen Hefeteig. Empfehlenswert sind der Havana Club Añejo 7 Años aus Kuba, der Appleton Estate 12 Years aus Jamaika, der Diplomatico Reserva Exclusiva aus Venezuela oder der Plantation Original Dark.

Anspruchsvoller und in der Pariser Patisserie besonders geschätzt ist Rhum agricole aus Martinique oder Guadeloupe – hergestellt aus frischem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse. Er bringt mehr Frische, florale Noten und eine komplexere Säure mit. Besonders bekannte Marken sind Rhum J.M., Clément VSOP und Neisson Blanc. In Paris werden die Babas bei der legendären Pâtisserie Stohrer traditionell mit Rhum agricole aufgegossen – er ist teurer als Rum auf Melasse-Basis, aber der Unterschied im Geschmack ist deutlich spürbar.

Weißer Rum funktioniert technisch, aber der Geschmack bleibt flach und eindimensional. Spiced Rum kann interessant sein, überwältigt aber schnell die feine Hefestruktur des Teigs mit seinen Gewürznoten. Finger weg von billigem Rum unter 5 Euro – der Alkohol-Geschmack überdeckt alles und macht das Dessert unausgewogen.

Die Alkoholmenge lässt sich problemlos anpassen: Wer es weniger intensiv mag, reduziert auf 80 bis 100 ml; wer den vollen Rum-Charakter sucht, geht auf 180 bis 200 ml. In der Profi-Küche werden die Babas manchmal noch zusätzlich mit einem Schuss Rum beträufelt, wenn sie bereits auf dem Teller liegen – sogenanntes „arrosage à table“, also Tisch-Aufgießen.

Für eine alkoholfreie Version ersetzt du den Rum durch 150 ml frisch gepressten Orangensaft plus den Saft einer halben Limette, einen halben Teelöffel Rum-Aroma und etwas mehr Zitrusabrieb. Das Ergebnis ist deutlich milder, aber durchaus lecker – besonders für Kinder oder Gäste die keinen Alkohol trinken.

Rum-Menge für verschiedene Intensitätsstufen: Wer den Baba au Rhum zum ersten Mal macht, beginnt am besten mit 100 ml Rum auf 400 ml Wasser und 200 g Zucker. Das ergibt eine gut ausgewogene Süße mit erkennbarer, aber nicht überwältigender Rum-Note. Fortgeschrittene steigern auf 150 bis 200 ml. In Paris-Patisserien wird manchmal noch mehr verwendet, aber dann ist der Baba deutlich alkoholisch und eignet sich nicht für alle Gäste.

Variationen des Baba au Rhum

Savarin ist der große Bruder des Baba au Rhum und wird in einer Ringform gebacken, die eine Vertiefung in der Mitte hinterlässt – die traditionell mit Crème Chantilly, Früchten oder Crème Pâtissière gefüllt wird. Der Teig ist identisch, aber der Sirup enthält statt Rum oft Kirsch, Grand Marnier, Maraschino oder Cointreau. Die Patisserie-Brüder Julien erfanden den Savarin 1844 in Paris als Hommage an den Gastronomen Jean Anthelme Brillat-Savarin. Ein Savarin eignet sich für größere Gesellschaften, da er als ganzer Ring auf dem Tisch serviert wird. Wer diese Welt der klassischen Pariser Patisserie vertiefen möchte, findet auf unserer Seite zur Saint-Honoré-Torte eine weitere elegante Kreation aus der französischen Backkunst.

Napolitanisches Babà ist die bekannteste und beliebteste Regionalvariante und heute fest in der neapolitanischen Küche verankert. Die neapolitanischen Babà werden etwas kleiner und kompakter geformt, oft mit Limoncello statt Rum getränkt und manchmal mit Ricotta oder Crema Diplomatica gefüllt. Sie sind in Neapel nicht nur ein Dessert, sondern ein kulturelles Symbol: In der Stadt gibt es ein Sprichwort – „Essere un babà“ (Ein Babà sein) bedeutet so viel wie außergewöhnlich süß und liebenswert zu sein. Kein Besuch in Neapel ist vollständig ohne einen frisch getränkten Babà.

Mini-Babas für Buffets und Partys: Den Teig in eine Silikonmuffinform mit 24 kleinen Mulden füllen und nur 8 bis 10 Minuten backen. Die Miniversion eignet sich hervorragend als elegantes Fingerfood – einzeln auf einem Löffel mit einem Klacks Chantilly serviert machen sie einen fantastischen Eindruck auf Gäste.

Baba au Rhum mit Früchten: Im Sommer lassen sich die getränkten Babas wunderbar mit frischen Erdbeeren, Himbeeren, Maracuja oder Passionsfrucht servieren. Die Fruchtigkeit kontrastiert angenehm mit der Rum-Intensität und der Reichhaltigkeit der Chantilly. Eine weitere Option ist Baba au Rhum mit einer Kugel Vanilleeis – besonders im Winter ein wärmender Genuss, da der heiße Sirup das Eis gerade noch schmelzen lässt.

Baba au Rhum mit Crème Pâtissière: Statt der Chantilly kann man eine klassische Vanille-Crème-Pâtissière zubereiten und die aufgeschnittenen Babas damit füllen. Das macht das Dessert sättigender und ist in vielen Pariser Patisserien eine beliebte Alternative für Gäste, die weniger Schlagsahne bevorzugen.

Die Geschichte des Baba au Rhum

Die Entstehungsgeschichte des Baba au Rhum beginnt im Herzogtum Lothringen im frühen 18. Jahrhundert. Stanislaus I. Leszczyński, König von Polen, verlor nach dem Nordischen Krieg seinen Thron und lebte zunächst im Exil in Lothringen, wo er als Herzog regierte. Er brachte Traditionen und Rezepte aus Polen mit – darunter den Kougelhopf, einen elsässisch-polnischen Hefekuchen. Stanislaus soll diesen Kuchen zu trocken gefunden und befohlen haben, ihn mit einem Süßwein zu tränken. Ob Malaga-Wein, Tokayer oder Madeira – die Quellen streiten sich, aber das Prinzip war geboren: Hefekuchen mit Alkohol tränken.

Sein Hofkonditor Nicolas Stohrer verfeinerte das Rezept weiter und eröffnete nach dem Tod des Herzogs im Jahr 1730 eine eigene Patisserie in Paris in der Rue Montorgueil 51. Die Pâtisserie Stohrer gilt bis heute als die älteste Patisserie von Paris und ist seit fast 300 Jahren in Betrieb – ein beeindruckendes Zeugnis für die Beständigkeit großer Rezepte. Die kunstvollen Wandmalereien im Inneren der Patisserie, gemalt vom berühmten Maler Paul Baudry, stehen unter Denkmalschutz.

Der Rum kam erst um 1835 ins Spiel, als Rum durch den Karibik-Handel günstig und weit verbreitet war. Ein Nachfahre oder Schüler Stohrers soll den Wein durch karibischen Rum ersetzt haben – eine Entscheidung, die das Dessert in eine völlig neue Dimension katapultierte. Die intensivere Süße, die Würze und der Alkohol-Kick machten aus dem Baba ein Dessert, das seinesgleichen suchte.

Der Name Baba stammt aus dem Polnischen, wo er „alte Frau“ oder allgemeiner „Weib“ bedeutet. Das polnische Gebäck Babka – ein verwandter Hefekuchen – teilt dieselbe Wortherkunft. Von Polen nach Lothringen, von Lothringen nach Paris, von Paris in die ganze Welt: der Weg des Baba au Rhum ist eine Geschichte des kulturellen Austauschs und der kulinarischen Verfeinerung über Jahrhunderte.

Ein schöner Hinweis auf seine kulturelle Präsenz: Das römische Lager Babaorum in den Asterix-Comics ist ein direktes Wortspiel auf den Baba au Rhum. Auch der belgische Detektiv Hercule Poirot bei Agatha Christie schätzt das Dessert sehr und lässt sich in mancher Geschichte damit verwöhnen.

Heute steht der Baba au Rhum für eine bestimmte Art von Luxus ohne Schnickschnack – ein Dessert, das durch außergewöhnliche Qualität der Zutaten und präzise Handwerkskunst beeindruckt, nicht durch opulente Dekoration. In einer Zeit, in der viele Desserts vor allem optisch punkten wollen, ist der Baba au Rhum eine Erinnerung daran, dass es auch anders geht. Die besten Babas der Welt sehen schlicht aus und schmecken unglaublich.

Tipps für perfekte Babas

Teig-Konsistenz: Der Teig für Babas muss deutlich weicher und klebriger sein als normaler Hefeteig. Wenn du ihn problemlos ohne Mehl auf einer Arbeitsfläche ausrollen könntest, hast du zu viel Mehl hinzugefügt. Vertraue dem Rezept und der Küchenmaschine – der Teig verändert sich beim langen Kneten grundlegend und gewinnt an Elastizität.

Butter-Temperatur beachten: Die Butter muss wirklich weich sein – 15 bis 20 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen – aber nicht flüssig oder ölig. Kalte Butter lässt sich nicht gleichmäßig einarbeiten und ergibt eine ungleichmäßige, zähe Krume statt der gewünschten luftigen Struktur.

Richtig tränken – der wichtigste Schritt: Viele beginnen zu früh mit dem Tränken oder haben Angst, die Babas zu „übertränken“. Ein Baba, der nicht vollständig durchtränkt ist, schmeckt nach trockenem Hefekuchen mit Sirup-Kruste – kein Vergleich zum Original. Der Sirup soll wirklich bis ins Innere vordringen. Teste es: Halbiere einen Baba nach dem Tränken. Der Querschnitt soll gleichmäßig feucht und saftig sein, ohne trockenen Kern in der Mitte.

Sirup-Temperatur: Der Sirup soll beim Tränken noch deutlich warm sein, etwa 60 bis 75°C, da er dann viel besser in den Teig eindringt. Kalter Sirup bleibt an der Oberfläche und zieht nicht ein. Wenn der Sirup zu schnell abkühlt, einfach kurz wieder aufwärmen.

Die richtige Backform: Echte Dariol-Förmchen aus Metall liefern die gleichmäßigste Hitzeverteilung und die charakteristische zylindrische Form. Silikonformen funktionieren auch, aber die Babas werden etwas weniger gleichmäßig braun. Eine normale Muffinform ist die praktischste Alternative für den Hausgebrauch – hier werden die Babas etwas breiter und flacher, aber genauso lecker.

Vorausplanung: Babas lassen sich hervorragend vorbereiten. Den Teig backen, vollständig abkühlen lassen und trocken in Frischhaltefolie eingewickelt aufbewahren (bis zu 2 Tage). Den Sirup kurz vor dem Servieren frisch aufkochen, Rum hinzufügen und die Babas erst dann tränken. So bist du beim Gästeessen völlig entspannt und servierst trotzdem frisch.

Mehl-Tipp: In Frankreich wird für Babas und Brioche-Teige das Mehl Type T45 oder T55 verwendet – feiner gemahlen als deutsches Typ-405-Mehl und mit weniger Protein. Wer besonders luftige, zarte Babas möchte, sucht im gut sortierten Supermarkt oder online nach französischem Mehl. Mit Typ 405 gelingt das Rezept ebenfalls sehr gut.

Zuckermenge im Sirup anpassen: Wer weniger süße Desserts bevorzugt, kann die Zuckermenge im Sirup auf 150 g reduzieren und stattdessen mehr Zitrusschale und frischen Ingwer hinzufügen. Das ergibt einen schlanker wirkenden Sirup mit mehr aromatischer Tiefe. Für eine besonders elegante Variante ersetzt du einen Teil des Zuckers durch Honig – Akazienhonig oder Orangen-Blütenhonig harmonieren hervorragend mit der Rum-Note.

Baba au Rhum zum Brunch und zu besonderen Anlässen

Obwohl der Baba au Rhum oft als Abschluss eines festlichen Mittagessens gilt, ist er in Frankreich auch als Teil eines gehobenen Brunchs beliebt. Für einen Sonntagsbrunch empfiehlt sich eine leichtere Version: den Rum im Sirup halbieren, dafür mehr Orangensaft und frischen Ingwer hinzugeben. Das ergibt einen erfrischenden, weniger schweren Baba, der sich auch gut neben salzigen Komponenten einreiht. Wer außerdem Pain Perdu auf dem Tisch hat, findet in unserem Pain Perdu Rezept einen weiteren Klassiker der französischen Frühstücksküche.

Für Hochzeiten und Dinner-Partys lassen sich die Babas auf elegante Weise anrichten: In einem tiefen Suppenteller servieren, daneben eine Nocke Chantilly, Fruchtspiegel aus Himbeerkoulis und ein paar frische Himbeeren. Wenn du die Rum-Pipetten kennst – kleine Plastikstrohhalme gefüllt mit Rum, die der Gast selbst hineinstechen kann – setze diesen interaktiven Moment für Gäste ein. Es sorgt für Gesprächsstoff und ist ein elegantes Detail, das man aus Profi-Restaurants kennt.

Weihnachten und Winterfeste: Ein Baba au Rhum mit Gewürzrum (Weihnachtsgrog) statt normalem Rum, ergänzt durch Kardamom, Zimt und Nelken im Sirup, verwandelt das Dessert in eine winterliche Spezialität. Zusammen mit Orangenscheiben, Preiselbeeren und einem Zweig frischem Thymian als Garnitur sieht er auf dem Weihnachtsdessert-Teller außergewöhnlich aus.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Teig geht nicht auf: Die Hefe war zu alt oder die Milch zu heiß (über 40°C tötet Hefe ab). Frische Hefe im Kühlschrank aufbewahren und das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten. Trockenhefe vor dem Einsatz an einem kleinen Anteil Flüssigkeit testen.

Babas sind innen trocken: Entweder wurden sie zu lange gebacken oder nicht ausreichend getränkt. Die Stäbchenprobe beim Backen nicht übersehen. Beim Tränken wirklich Geduld haben und die Babas lange genug im Sirup lassen – 2 bis 3 Minuten pro Stück ist das Minimum.

Sirup ist zu süß oder zu dominant: Mehr Wasser und weniger Zucker verwenden (300 ml Wasser auf 150 g Zucker) oder die Rum-Menge auf 100 ml reduzieren. Die Zitrusnoten von Orange und Zitrone helfen, die Süße auszubalancieren – davon ruhig etwas mehr verwenden.

Chantilly wird nicht fest: Sahne und Rührschüssel müssen eiskalt sein. Am besten Schüssel und Rührstäbe vorher 10 Minuten in den Gefrierschrank legen. Sahne mit weniger als 35% Fettgehalt lässt sich kaum aufschlagen.

Babas reißen beim Herausstürzen: Die Förmchen nicht ausreichend gefettet. Für Metallförmchen am besten weiche Butter und eine dünne Mehlschicht verwenden. Silikonförmchen sind weniger anfällig für dieses Problem.

Lagerung und Haltbarkeit

Im Sirup: Getränkte Babas halten im Kühlschrank in ihrem Sirup bis zu 3 Tage. Einfach in einer verschlossenen Dose oder einem tiefen Teller mit dem restlichen Sirup aufbewahren. Vor dem Servieren 30 Minuten auf Zimmertemperatur bringen – kalte Babas verlieren etwas von ihrer Saftigkeit.

Einmachen im Vakuum: Eine fortgeschrittene Methode ist das Einmachen der getränkten Babas in Sirup – vakuumversiegelt in Gläsern halten sie bis zu 3 Wochen im Kühlschrank. Diese Methode nutzen Profiköche, um Dessert-Vorratsplanung für Veranstaltungen zu vereinfachen.

Ungefüllt und ohne Sirup: Ungetränkte, abgekühlte Babas lassen sich bei Zimmertemperatur gut eingewickelt bis zu 2 Tage aufbewahren. Im Kühlschrank bis zu 5 Tage – das Tränken kurz vor dem Servieren gibt ihnen wieder frische Saftigkeit.

Einfrieren: Ungetränkte Babas lassen sich problemlos einfrieren – bis zu 3 Monate. Am besten einzeln auf einem Blech anfrieren, dann in Gefrierbeutel umfüllen und portionsweise entnehmen. Nach dem Auftauen bei Zimmertemperatur wie frisch gebacken in heißem Sirup tränken. Den Sirup nie einfrieren – er lässt sich in 5 Minuten neu zubereiten und schmeckt frisch immer besser.

Chantilly: Frisch aufgeschlagen schmeckt sie am besten. Fertige Chantilly hält im Kühlschrank abgedeckt noch etwa 4 Stunden, verliert aber an Volumen. Besser immer frisch aufschlagen.

Reste verwenden: Übrig gebliebener Rum-Sirup lässt sich vielseitig weiterverwenden: als Tränke für andere Kuchen und Biskuit-Böden, als aromatisierter Sirup für Cocktails (auf Eis über Wodka oder Weißwein), oder einfach pur als Dessert-Sauce über Vanilleeis. Im Kühlschrank hält er bis zu 2 Wochen. Die getränkten Babas selbst können grob zerkleinert und als Boden für ein schnelles Trifle-Dessert verwendet werden – einfach schichtenweise mit Chantilly und frischen Beeren in einem Glas aufbauen.


Was ist ein Baba au Rhum?

Ein Baba au Rhum ist ein kleiner Hefekuchen aus der französischen Patisserie-Tradition, der nach dem Backen vollständig in einem warmen Rum-Sirup getränkt wird. Der Name Baba stammt aus dem Polnischen und geht auf König Stanislaus I. Leszczyński zurück, der den Vorläufer des Gebäcks im frühen 18. Jahrhundert nach Lothringen brachte. Sein Hofkonditor Nicolas Stohrer eröffnete 1730 die erste Baba-Patisserie in Paris. Serviert wird der Baba au Rhum klassisch mit Chantilly, also leicht gesüßter Schlagsahne, oft ergänzt mit frischen Früchten.

Wie isst man Baba au Rhum richtig?

Traditionell wird ein Baba au Rhum bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt serviert. Du kannst ihn aufschneiden und mit Chantilly füllen, oder ihn halbieren und die Chantilly daneben anrichten. In Neapel wird er oft ganz auf einem Teller serviert und mit einem weiteren Schuss Rum am Tisch aufgegossen – ein stimmungsvolles Ritual. Frische Beeren, Orangenzesten oder ein Klacks Konfitüre passen ebenfalls sehr gut als Ergänzung.

Was ist der Unterschied zwischen Baba au Rhum und Savarin?

Beide bestehen aus dem gleichen Hefeteig, unterscheiden sich aber in Form und Sirup. Der Baba au Rhum wird in kleinen Zylinderförmchen gebacken und mit Rum-Sirup getränkt. Der Savarin wird in einer Ringform gebacken und traditionell mit Kirsch, Grand Marnier oder anderen Likören getränkt statt mit Rum. Er wurde 1844 von den Pariser Konditoren-Brüdern Julien erfunden und nach dem Gastronomen Brillat-Savarin benannt. Die Ringform des Savarins ermöglicht außerdem eine spektakuläre Füllung in der Mitte.

Welcher Rum eignet sich am besten für Baba au Rhum?

Für den authentischsten Geschmack empfiehlt sich ein gereifter dunkler Rum wie Havana Club Añejo 7 Años, Appleton Estate 12 Years oder ein Rhum agricole aus Martinique. Letzteren verwendet die traditionsreiche Pâtisserie Stohrer in Paris noch heute für ihr Originalrezept. Weißer Rum funktioniert technisch, bringt aber weniger Tiefe und Aroma. Spiced Rum ist möglich, aber er überdeckt mit seinen Gewürznoten schnell die feine Hefestruktur. Auf günstigen Rum unter 5 Euro solltest du verzichten.

Kann ich Baba au Rhum im Voraus zubereiten?

Ja, und das sehr gut. Backe die Babas einen Tag vorher, lass sie vollständig abkühlen und bewahre sie eingewickelt auf. Bereite den Rum-Sirup am Tag des Servierens frisch zu und tränke die Babas kurz vor dem Essen. So ist der Sirup heiß und die Babas saugen ihn optimal auf. Die Chantilly immer erst unmittelbar vor dem Servieren frisch aufschlagen – fertig aufgeschlagene Sahne verliert nach 4 Stunden an Volumen und Stabilität.

Wie lange sind Baba au Rhum haltbar?

Getränkte Babas halten im Kühlschrank in ihrem Sirup bis zu 3 Tage. Vor dem Servieren 30 Minuten auf Zimmertemperatur bringen. Ungetränkte Babas sind bei Zimmertemperatur gut eingewickelt bis zu 2 Tage haltbar, im Kühlschrank bis zu 5 Tage. Einfrieren ist für ungetränkte Babas problemlos möglich – bis zu 3 Monate. Nach dem Auftauen wie frisch gebacken in heißem Rum-Sirup tränken.

Was ist der Unterschied zwischen Baba au Rhum und napolitanischem Babà?

Das Grundprinzip ist identisch – Hefekuchen in Sirup tränken – aber es gibt Unterschiede in Details und Kultur. Der französische Baba au Rhum ist meist größer, mit Rum-Sirup getränkt und mit Chantilly serviert. Der neapolitanische Babà (auch Babbà genannt) ist kleiner und kompakter, wird oft mit Limoncello statt Rum getränkt und manchmal mit Ricotta oder Crema Diplomatica gefüllt. In Neapel gilt er als Kulturgut und ist in praktisch jeder Patisserie ein unverzichtbarer Teil des Angebots.

Kann ich den Teig auch ohne Küchenmaschine machen?

Ja, aber es ist aufwendiger. Der Teig muss mindestens 15 bis 20 Minuten intensiv von Hand geknetet werden, bis er glatt, elastisch und glänzend ist. Das Einarbeiten der Butter ist per Hand besonders mühsam – drücke sie in mehreren kleinen Portionen in den Teig und knete jedes Mal intensiv nach. Auf einer leicht geölten Arbeitsfläche arbeiten, da der Teig sehr klebrig ist. Das Ergebnis ist bei ausreichender Knetzeit genauso gut.