
Poulet Chasseur, auf Deutsch auch Hähnchen nach Jägerart, ist eines der großen Schmorgericht-Rezepte der französischen Küche. Zarte Hähnchenstücke werden in einer tiefen Sauce aus Champignons, reifen Tomaten, Weißwein und einem Spritzer Cognac geschmort – bis das Fleisch förmlich vom Knochen fällt. Das Gericht entfaltet sein volles Aroma nach einer Ruhezeit, weshalb es sich auch hervorragend zum Vorkochen eignet.
Zutaten für Poulet Chasseur
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Hähnchenschenkel | 4 Stück | mit Haut, ca. 250 g pro Stück |
| Champignons | 200 g | braun oder weiß |
| Schalotten | 3 Stück | fein gehackt |
| Knoblauchzehen | 2 Stück | fein gehackt |
| reife Tomaten | 2 Stück | oder 200 g Dosentomaten |
| trockener Weißwein | 150 ml | |
| Cognac | 2 cl | oder Brandy |
| Hühnerbrühe | 300 ml | |
| Olivenöl | 2 EL | |
| Butter | 30 g | kalt, in Stücke geteilt |
| Mehl | 1 EL | zum Bestäuben |
| frischer Estragon | 1 EL | gehackt, oder 1 TL getrocknet |
| Thymian | 2 Zweige | |
| Lorbeerblatt | 1 Stück | |
| frische Petersilie | 2 EL | zum Garnieren |
| Salz und schwarzer Pfeffer | nach Geschmack |
Zubereitung
- Hähnchen vorbereiten: Die Hähnchenschenkel mit Küchenpapier trocken tupfen. Das ist wichtig: nasses Fleisch brät nicht, es dampft nur. Rundum mit Salz und Pfeffer würzen, dann leicht mit Mehl bestäuben und überschüssiges Mehl abschütteln.
- Tomaten vorbereiten: Die frischen Tomaten oben kreuzförmig einritzen, kurz in kochendes Wasser tauchen, die Haut abziehen und das Fruchtfleisch grob würfeln. Wer Dosentomaten verwendet, diese gut abtropfen lassen.
- Champignons schneiden: Champignons mit einem feuchten Tuch sauber abreiben (nicht waschen), dann in Scheiben schneiden. Schalotten und Knoblauch fein hacken.
- Hähnchen anbraten: Das Olivenöl in einem schweren Schmortopf oder einer tiefen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Hähnchenschenkel zuerst auf der Hautseite einlegen und 4-5 Minuten goldbraun anbraten, bis die Haut knusprig ist. Wenden und nochmals 3 Minuten von der anderen Seite anbraten. Fleisch aus dem Topf nehmen und beiseite stellen.
- Pilze und Aromaten anschwitzen: Die Hitze etwas reduzieren. Schalotten und Knoblauch im verbliebenen Bratfett 2 Minuten glasig schwitzen. Die Champignons zugeben und unter Rühren 3-4 Minuten anbraten, bis das Wasser verdampft ist und die Pilze leicht Farbe annehmen. Den Thymian und das Lorbeerblatt hinzufügen.
- Ablöschen und Sauce aufbauen: Mit dem Cognac ablöschen und kurz einkochen lassen. Dann den Weißwein angießen und den Fond mit einem Holzlöffel vom Topfboden lösen (das gibt Geschmack!). Die Hühnerbrühe und die Tomatenwürfel hinzufügen, alles gut vermischen.
- Schmoren: Die Hähnchenschenkel zurück in den Topf legen. Die Sauce sollte das Fleisch etwa zur Hälfte bedecken. Deckel auflegen, Hitze reduzieren und bei schwachem Simmer 40-45 Minuten schmoren. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich leicht vom Knochen löst.
- Sauce verfeinern: Die Hähnchenschenkel aus dem Topf nehmen und warm stellen. Die Sauce ohne Deckel bei mittlerer Hitze 5-8 Minuten einkochen lassen, bis sie leicht andickt. Thymian und Lorbeerblatt entfernen. Die kalten Butterstücke nach und nach einrühren – das macht die Sauce samtig und glänzend. Estragon unterrühren, abschmecken.
- Anrichten: Die Hähnchenschenkel zurück in die Sauce geben, kurz aufwärmen. Auf tiefen Tellern anrichten und mit gehackter Petersilie bestreuen.
Variationen
Das schöne am Poulet Chasseur ist seine Anpassbarkeit. Wer lieber Hähnchenbrustfilets verwendet, reduziert die Schmorzeit auf 20-25 Minuten – Brust gart schneller durch und wird bei zu langer Hitze trocken. Für ein noch intensiveres Pilzaroma lassen sich gemischte Waldpilze verwenden: Pfifferlinge, Steinpilze oder Austernpilze geben der Sauce eine ganz eigene Tiefe. Wer auf Champignons besteht, kann einen kleinen Teil durch getrocknete Steinpilze ergänzen – einfach 10 g in warmem Wasser einweichen, das Einweichwasser durch ein feines Sieb gießen und mit in die Sauce geben.
Für eine alkoholfreie Version ersetzt man Weißwein durch helle Hühnerbrühe mit einem Spritzer Apfelessig und lässt den Cognac weg. Der Charakter des Gerichts ändert sich, bleibt aber aromatisch und vollmundig.
Eine weitere Variante kommt aus der Normandie: Dort kocht man das Huhn statt mit Weißwein mit Apfelwein (Cidre) und gibt zum Schluss einen Schuss Calvados hinein. Das Ergebnis ist süßer und fruchtiger – eine interessante Alternative für Herbsttage.
Wer es italianisch mag: Das Pollo alla Cacciatore folgt derselben Idee, arbeitet aber mit Oliven und manchmal Kapern statt Estragon. Unser Bœuf aux Carottes zeigt das gleiche Schmor-Prinzip mit Rindfleisch.
Tipps für das perfekte Poulet Chasseur
Hähnchen gut trocknen: Feuchte Haut brutzelt nicht – sie dampft. Das Trockentupfen mit Küchenpapier ist kein optionaler Schritt, sondern Pflicht für knusprige Haut.
Geduld beim Anbraten: Das Fleisch nicht zu früh wenden. Wenn es sich von alleine vom Topfboden löst, hat es die richtige Bräunung erreicht. Erzwungenes Wenden reißt die Haut und kostet Geschmack.
Kalte Butter am Ende: Die Butter muss kalt sein, wenn sie in die heiße (aber nicht mehr kochende) Sauce kommt. So entsteht eine cremige Emulsion statt einer fettig-getrennten Sauce. Das nennt sich auf Französisch „monter au beurre“.
Vorkochen lohnt sich: Poulet Chasseur schmeckt am zweiten Tag besser als am ersten. Die Aromen verbinden sich beim Abkühlen und Wiedererwärmen zu etwas deutlich Rundetem. Ideal also für Gäste – einfach einen Tag vorher kochen.
Serviervorschläge: Klassisch passt dazu frisches Baguette, das die Sauce auftunken kann. Auch Pommes Anna oder Kartoffelpüree sind traditionelle Beilagen. Wer möchte, serviert Reis oder Bandnudeln – beides nimmt die Sauce gut auf.
Die Geschichte des Poulet Chasseur
Der Name verrät die Herkunft dieses Gerichts: chasseur bedeutet auf Französisch „Jäger“. Der Begriff „nach Jägerart“ taucht in vielen Küchen auf – die Italiener kennen alla cacciatore, die Polen ihren bigos. Der Kern ist überall derselbe: ein Gericht, das mit dem kocht, was die Waldlandschaft bietet. Und das waren vor allem Pilze – sie sind das verbindende Element, das dem Namen seinen Sinn gibt.
Historisch lässt sich Poulet Chasseur erstmals 1865 in einem Pariser Restaurant dokumentieren. Bereits ab 1870 taucht das Gericht in französischen Presseberichten auf, und im späten 19. Jahrhundert hatte es sich auch in Amerika und Großbritannien etabliert. Das spricht für ein Gericht, das nicht nur modisch war, sondern offensichtlich geschmacklich überzeugte.
Interessant ist die Abgrenzung zum britischen „Hunter’s Chicken“: Das britische Pendant trägt zwar denselben Namen, hat aber inhaltlich nichts gemein – dort handelt es sich um speckumwickelte Hähnchenbrust mit Barbecue-Sauce und überbackenem Käse. Ein völlig anderes Konzept, das lediglich den Namen teilt.
Verwandter im echten Sinne ist dagegen das Poule au Pot, das ebenfalls die ganze Bandbreite der französischen Hühnerschmorküche zeigt.
Was ist Poulet Chasseur?
Poulet Chasseur ist ein französisches Schmorgericht aus Hähnchenstücken, die in einer Sauce aus Champignons, Tomaten, Weißwein, Cognac und Kräutern gegart werden. Der Name bedeutet wörtlich „Jäger-Huhn“ – die Pilze sind das typische Element, das dem Gericht seinen Namen gibt. Im Deutschen spricht man auch von Hähnchen nach Jägerart oder Chicken Chasseur.
Was ist der Unterschied zwischen Poulet Chasseur und Hähnchen nach Jägerart?
Im Prinzip sind es zwei Namen für dasselbe Gericht. Poulet Chasseur ist der französische Originalname, Hähnchen nach Jägerart die deutsche Übersetzung. Das italienische Pollo alla Cacciatore folgt derselben Idee, arbeitet aber häufig mit Oliven und Kapern statt Estragon. Das britische „Hunter’s Chicken“ hingegen ist etwas völlig anderes – es handelt sich dabei um Hähnchen mit Speck, Barbecue-Sauce und Käse, ohne jeden Bezug zur klassischen Sauce chasseur.
Welcher Wein passt zu Poulet Chasseur?
Zum Kochen eignet sich ein trockener Weißwein mit guter Säure, etwa ein Chardonnay, Sauvignon Blanc oder Chablis. Kein billiger Kochwein – das, was in die Sauce kommt, beeinflusst das Ergebnis. Zum Essen am Tisch passt ein leichter Rotwein sehr gut, zum Beispiel ein Pinot Noir oder Burgundy. Wer Weißwein bevorzugt, bleibt beim gleichen Wein wie beim Kochen.
Wie lange ist Poulet Chasseur haltbar?
Im Kühlschrank hält sich Poulet Chasseur abgedeckt 3 Tage. Das Gericht schmeckt am zweiten Tag oft besser als frisch gekocht, weil die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden. Vor dem Servieren langsam bei niedriger Hitze aufwärmen, dabei etwas Brühe oder Wasser angießen falls die Sauce zu dickflüssig wurde.
Kann ich Poulet Chasseur einfrieren?
Ja, Poulet Chasseur lässt sich gut einfrieren. Die Sauce friert problemlos ein, und auch das Hähnchenfleisch hält 2-3 Monate im Gefrierfach. Am besten alles zusammen in einer geeigneten Dose einfrieren und über Nacht im Kühlschrank auftauen. Beim Aufwärmen wird die Sauce durch das Auftauen manchmal etwas flüssiger – einfach offen einkochen lassen bis zur gewünschten Konsistenz.
Wozu serviert man Poulet Chasseur traditionell?
In Frankreich kommt dazu fast immer frisches Baguette – zum Auftunken der Sauce ein Muss. Weitere traditionelle Beilagen sind Salzkartoffeln, Kartoffelpüree oder Reis. Polenta ist eine weitere Option, die besonders gut zur kräftigen Tomatensauce passt. Bandnudeln funktionieren ebenfalls. Einen leichten grünen Salat dazu zu reichen, ist nie falsch.
Kann ich statt ganzer Schenkel andere Hähnchen-Teile verwenden?
Ja – am besten eignen sich Hähnchenschenkel (ganz oder geteilt in Ober- und Unterschenkel) und Hähnchenkeulen, da sie bei langer Schmorzeit saftig bleiben. Hähnchenbrustfilets funktionieren ebenfalls, brauchen aber nur 20-25 Minuten Schmorzeit. Bei zu langer Hitze wird Brust trocken. Wer ein ganzes Huhn verarbeiten möchte, teilt es in Stücke und gibt die Brustteile erst in den letzten 20 Minuten dazu.
Warum heißt die Sauce Chasseur-Sauce?
Chasseur ist das französische Wort für Jäger. Die Sauce trägt diesen Namen, weil sie mit Zutaten zubereitet wird, die traditionell beim Jagen verfügbar waren – vor allem Waldpilze, die Jäger auf ihren Touren sammelten. Der Begriff taucht in verschiedenen europäischen Küchen auf: Italiener sagen alla cacciatore, also ebenfalls „nach Jägerart“. Verbindendes Merkmal ist stets der Pilzanteil – er ist das kulinarische Zeichen, dass das Gericht „nach Jägerart“ bereitet wurde.