Feigentarte – Tarte aux Figues mit Mandel-Frangipane

Diese Feigentarte vereint einen knusprig-mürben Teig mit einer cremigen Mandelfüllung – der sogenannten Frangipane – und saftigen frischen Feigen. Das Rezept folgt der klassischen französischen Tarte aux Figues, wie sie in den Konditoreien des Südens schon seit Generationen gebacken wird. Das Ergebnis ist eine elegante Tarte mit dem unverwechselbar süßen, leicht karamelligen Aroma reifer Feigen – perfekt zum Nachmittagskaffee oder als Dessert nach einem Abendessen.

Zutaten für die Feigentarte

Zutaten für Portionen

Für den Mürbeteig (Pâte sucrée)

ZutatMengeHinweise
Weizenmehl Type 405200 ggesiebt
Butter100 gkalt, in Würfel geschnitten
Puderzucker60 ggesiebt
Ei1 StückGröße M
Salz1 Prise
kaltes Wasser1 ELbei Bedarf

Für die Mandel-Frangipane

ZutatMengeHinweise
Butter100 gweich, zimmerwarm
Zucker100 g
gemahlene Mandeln100 gblanchiert
Eier2 StückGröße M
Weizenmehl Type 4051 EL
Vanilleextrakt1 TLoder 1 Pck. Vanillezucker
Rum1 ELoptional, gibt Tiefe

Zum Belegen und Glasieren

ZutatMengeHinweise
frische Feigen8 Stückreif aber fest, je nach Größe auch 10
Akazienhonig3 ELmild, zum Bestreichen
Puderzucker1 ELzum Bestäuben, optional

Zubereitung

  1. Mürbeteig kneten: Mehl, Puderzucker und Salz in eine Schüssel geben und kurz vermischen. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen schnell einarbeiten, bis die Masse wie grobe Streusel aussieht – das dauert etwa 2 Minuten. Das Ei zugeben und alles zügig zu einem glatten Teig zusammendrücken. Nicht zu lange kneten, sonst entwickelt sich zu viel Gluten und der Teig wird zäh. Falls der Teig zu trocken bröckelt, einen Esslöffel kaltes Wasser zugeben. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Tarteform vorbereiten: Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Tarteform mit 28 cm Durchmesser – am besten mit Hebeboden – leicht buttern und bei Bedarf leicht bemehlen. Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 3 mm Dicke ausrollen. Den Teig über das Nudelholz aufrollen und vorsichtig über die Form abrollen, damit er nicht reißt. Rand sorgfältig andrücken und den überstehenden Teig mit einem Messer bündig abschneiden. Den Teigboden mit einer Gabel mehrfach einstechen, damit er sich beim Backen nicht wölbt.
  3. Blind backen: Den Teigboden mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchten, Backperlen oder getrockneten Linsen beschweren. Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten blind backen. Anschließend Backpapier und Gewichte entfernen und den Boden weitere 5 Minuten goldbraun fertig backen. Den Boden 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, bevor die Füllung aufgetragen wird – dieser Schritt ist wichtig, damit die Frangipane nicht in einen noch heißen Boden fließt.
  4. Frangipane zubereiten: Weiche Butter und Zucker mit einem Handmixer 3–4 Minuten cremig aufschlagen, bis die Masse deutlich heller und luftiger wird. Die Eier einzeln unterrühren und jeweils gut einarbeiten, bevor das nächste Ei dazukommt – wenn man beide Eier auf einmal zugibt, kann die Emulsion brechen. Dann gemahlene Mandeln, Mehl, Vanilleextrakt und nach Wunsch den Rum unterrühren, bis eine glatte, cremige Masse ohne Klumpen entsteht. Die Frangipane riecht bereits jetzt wunderbar nach Marzipan und Vanille.
  5. Füllen und Feigen auflegen: Die Mandel-Frangipane gleichmäßig auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen und mit einem Teigschaber glatt streichen – sie sollte bis etwa 1 cm unter den Rand gefüllt sein, da sie beim Backen leicht aufgeht. Die Feigen waschen, abtrocknen und die Stielenden abschneiden. Jede Feige von oben kreuzförmig einschneiden und leicht aufdrücken – so öffnen sie sich wie eine Blume. Die Feigen mit der Schnittfläche nach oben dicht auf die Frangipane setzen und leicht eindrücken, damit sie beim Backen nicht umkippen.
  6. Backen: Die Tarte auf der mittleren Schiene 40–45 Minuten backen, bis die Frangipane goldbraun durchgebacken ist und die Feigen leicht karamellisiert und weich aussehen. Zur Probe mit einem Zahnstocher in die Füllung stechen – er sollte sauber herauskommen. Falls die Tarte oben zu schnell braun wird, locker mit Alufolie abdecken und bei 160 °C fertig backen.
  7. Glasieren und servieren: Den Honig in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze verflüssigen und mit einem Backpinsel gleichmäßig über die noch warmen Feigen streichen. Das verleiht der Tarte Glanz und verstärkt das fruchtige Aroma. Die Tarte 15 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen. Nach Wunsch leicht mit Puderzucker bestäuben. Lauwarm oder bei Raumtemperatur servieren – mit einem Löffel Crème fraîche, geschlagener Sahne oder einer Kugel Vanilleeis.

Tipps für die perfekte Feigentarte

Wer noch keine Tarte gebacken hat, wird überrascht sein, wie unkompliziert das Grundprinzip ist – vorausgesetzt man kennt ein paar entscheidende Details.

Feigen richtig auswählen: Für die Tarte aux Figues sind reife Feigen der wichtigste Faktor. Die Schale sollte leicht nachgeben, wenn man sanft drückt, darf aber noch nicht aufplatzen oder faulen. Violette bis dunkelrote Feigen wie Brown Turkey oder Black Mission haben das intensivste Aroma – sie sind süßlicher und fruchtig-komplexer als die grünen Sorten. Auf dem Wochenmarkt bekommt man oft reifere Ware als im Supermarkt, da die Transportwege kürzer sind und die Früchte länger am Baum reifen können. Wer die Wahl hat: türkische oder griechische Feigen aus dem Spätsommer sind besonders aromatisch, weil das Klima dort die Zuckerkonzentration fördert.

Mürbeteig schnell und kalt verarbeiten: Die Butter muss wirklich kalt sein – das ist keine beliebige Empfehlung, sondern die Grundlage für einen mürben, blättrigen Teig. Wer warme Hände hat, sollte die Butter immer wieder kurz in den Kühlschrank legen. Zu langes Kneten aktiviert das Gluten im Mehl und macht den Teig zäh statt mürbe. Die Ruhezeit von 30 Minuten ist ebenfalls Pflicht: Sie entspannt das Gluten und verhindert, dass der Teig beim Backen einschrumpft und den Rand verliert.

Frangipane richtig cremig rühren: Die Butter muss zimmerwarm sein. Zu kalt klumpt sie und lässt sich nicht cremig aufschlagen; zu warm wird die Masse fettig und verliert ihre Luftigkeit. Die Eier unbedingt einzeln einarbeiten: Wenn man beide auf einmal zugibt, kann die Emulsion brechen und die Masse gerinnt. Bei einer gebrochenen Frangipane hilft es, die Schüssel kurz in ein warmes Wasserbad zu stellen und weiterzurühren – oft fügt sie sich wieder zusammen.

Blindbacken ist Pflicht: Der vorgebackene Teigboden ist entscheidend dafür, dass die Unterseite der Tarte knusprig bleibt. Ohne Blindbacken zieht die feuchte Frangipane den Teig durch und er wird teigig-matschig. Mit Hülsenfrüchten beschweren – getrocknete Linsen oder Kichererbsen eignen sich perfekt, da sie die Wärme gut leiten. Sie können nach dem Blindbacken abgekühlt in einem Glas aufbewahrt und noch viele Male wiederverwendet werden.

Die richtige Tarteform: Eine Form mit herausnehmbarem Hebeboden ist für Tartes praktisch unverzichtbar. Sie erleichtert das Lösen der Tarte enorm, ohne den Boden zu beschädigen. Wer keine Tarteform hat, kann eine Springform verwenden – die Tarte wird dann etwas dicker. Die Riffelrand-Form ist nicht nur dekorativ, sie gibt dem Teig mehr Halt und verhindert, dass der Rand beim Backen einbricht.

Variationen der Feigentarte

Die süße Tarte aux Figues mit Mandel-Frangipane ist die klassische französische Interpretation – aber es gibt wunderbare Abwandlungen für jeden Geschmack und jede Gelegenheit.

Herzhafte Feigentarte mit Ziegenkäse: Das ist die Variante, die in deutschen Rezeptsammlungen am häufigsten zu finden ist. Statt der süßen Frangipane kommt eine Mischung aus cremigem Ziegenkäse, Eiern, frischem Thymian und einem Schuss Sahne auf den Tarteboden. Die Feigen werden halbiert darauf gelegt, zum Schluss ein Faden Honig über alles. Diese herzhafte Version eignet sich hervorragend als Vorspeise oder als leichtes Hauptgericht mit einem grünen Salat. Geröstete Walnüsse als Topping runden das Gericht ab.

Feigentarte mit Roquefort: Eine intensivere Käse-Variante für mutige Gaumen. Anstelle des milden Ziegenkäses kommt kräftiger Roquefort in die Füllung – zerbröselt und mit etwas Crème fraîche und Ei glatt gerührt. Das Zusammenspiel aus den süßen Feigen und dem salzigen Blauschimmelkäse ist überraschend harmonisch und typisch für die südfranzösische Küche. Dazu passt ein trockener Weißwein aus dem Elsass oder Burgund.

Mini-Feigentartelettes: Das Rezept lässt sich problemlos auf kleine Tartelette-Formen mit 8–10 cm Durchmesser umrechnen – Teig und Frangipane reichen für 6–8 Tartelettes. Die Backzeit verkürzt sich auf 20–25 Minuten. Ideal für Buffets, Kaffeekränzchen oder als elegantes Dessert für Gäste, bei dem jeder seine eigene kleine Tarte bekommt – fertig portioniert und dekorativ.

Mit Pistazien statt Mandeln: Wer die gemahlenen Mandeln komplett durch gemahlene Pistazien ersetzt, bekommt eine leicht grünlich schimmernde Frangipane mit nussigem, leicht herbem Charakter. Das sieht auf einem Tisch spektakulär aus und schmeckt hervorragend zu den dunkelroten Feigen – der Farbkontrast allein ist ein Hingucker.

Tarte aux figues et framboises: Die Version mit Himbeeren ist in Frankreich weit verbreitet. Einfach frische oder gefrorene Himbeeren zwischen die Feigen auf die Frangipane setzen – die leichte Säure der Himbeeren kontrastiert wunderbar mit dem süßen Feigenaroma. Wer mag, gibt noch etwas geriebene Zitronenschale in die Frangipane. Eine ähnliche Kombination aus Obst und Mandelfüllung zeigt auch unsere Birnentarte mit Frangipane.

Tarte aux figues séchées (Wintervariante): Wenn frische Feigen gerade keine Saison haben, kann man getrocknete Feigen verwenden. Diese vorher 2 Stunden in warmem Wasser oder Orangensaft einweichen, gut abtropfen lassen und dann wie frische Feigen auf die Frangipane legen. Das Aroma der Wintervariante ist konzentrierter und karamellig-süßer als mit frischen Früchten.

Die Geschichte der Feige

Die Feige ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – und das ist keine Übertreibung. Archäologen fanden domestizierte Feigenreste in einem 11.400 Jahre alten Haus bei Jericho im Jordantal. Das macht die Feige zur wahrscheinlich frühesten absichtlich angebauten Frucht der Menschheit, noch vor Weizen, Gerste und Linsen. Man geht davon aus, dass die frühen Sesshaften des Nahen Ostens die Feige gezielt vegetativ vermehrten, weil sie als Nahrungsquelle und wegen ihrer Haltbarkeit beim Trocknen so wertvoll war.

Die Assyrer kultivierten Feigen bereits um 3000 vor Christus, die Griechen übernahmen die Frucht um 700 vor Christus und verbreiteten sie im gesamten Mittelmeerraum. Im alten Griechenland galten Feigen als so wertvoll, dass ihr Export zeitweise verboten war – die Frucht sollte im Land bleiben. Die Römer schätzten getrocknete Feigen als Grundnahrungsmittel ihrer Legionen, weil sie leicht zu transportieren und monatelang haltbar waren.

In Frankreich haben Feigen eine besondere Stellung in der Küche des Südens – besonders in der Provence, im Languedoc und auf Korsika, wo Feigenbäume seit der Antike kultiviert werden. Die Tarte aux Figues entstand nicht als Konditoren-Kreation, sondern als Bauernküchen-Dessert: Wenn im Spätsommer die Feigen reif wurden und mehr Früchte reiften als man frisch essen konnte, kamen sie in den Teig. Das einfache Prinzip – süßes Obst auf Teigboden gebacken – ist so alt wie die Bäckerei im Mittelmeerraum selbst. Die Frangipane-Füllung, die man heute in der klassischen Tarte aux Figues findet, kam erst mit der Entwicklung der französischen Haute Patisserie im 17. und 18. Jahrhundert dazu und verfeinerte das ursprüngliche Bauernrezept zur eleganten Konditoren-Tarte.

Heute ist die Türkei mit rund 350.000 Tonnen jährlich der weltgrößte Produzent von Feigen, gefolgt von Ägypten und Marokko. Deutsche und österreichische Feigen aus Eigenanbau sind eine Rarität – aber der Klimawandel sorgt dafür, dass Feigenbäume zunehmend auch nördlich der Alpen gedeihen und in deutschen Hausgärten überwintern können.

Servieren und Getränke

Die Tarte aux Figues schmeckt lauwarm oder bei Raumtemperatur am besten – direkt aus dem Kühlschrank ist die Frangipane etwas fest und die Aromen kommen weniger gut zur Geltung. 15–20 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen oder kurz bei 150 °C aufwärmen.

Als Begleitung eignen sich Crème fraîche, Mascarpone oder leicht geschlagene Sahne. Wer es etwas üppiger mag, serviert eine Kugel Vanilleeis oder Lavendeleis dazu – beides passt perfekt zu den karamelligen Feigen und der nussigen Frangipane. Eine Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer über die Tarte gibt einen überraschend eleganten Kick.

Zum Trinken: Ein Glas Sauternes (süßer Bordeaux-Weißwein) ist die klassische französische Begleitung zu Feigen-Desserts. Wer Rot bevorzugt, wählt einen leichten Pinot Noir aus dem Elsass oder Baden. Für Alkohol-freie Begleitung: ein leicht gekühlter Rooibos-Tee mit Vanille oder ein frischer Minz-Tee.

Wissenswertes über Feigen

Was viele nicht wissen: Die Feige ist botanisch gesehen keine echte Frucht, sondern eine umgewandelte Blütenachse – ein sogenanntes Scheinobst. Was wir als Fruchtfleisch essen, sind in Wirklichkeit hunderte winziger Blüten, die nach innen gewachsen sind und in einem hohlkugelförmigen Blütenboden sitzen. Das erklärt die charakteristische körnige Textur und die kleinen Kerne, die man beim Kauen spürt – jeder dieser Kerne ist eine winzige, vollständige Blüte.

Frische Feigen haben eine sehr kurze Haltbarkeit von nur 2–3 Tagen im Kühlschrank – das ist der Hauptgrund, warum sie im Supermarkt so teuer sind. Sie lassen sich kaum maschinell ernten, sind extrem druckempfindlich und können kaum lange transportiert werden. Wer auf Wochenmärkten kauft, findet oft günstigere Feigen kurz vor ihrer optimalen Reife – ein idealer Zeitpunkt für die Tarte.

Für das Backen gilt: Leicht überreife Feigen funktionieren hervorragend. Feigen, die sich für den frischen Verzehr nicht mehr eignen, weil sie zu weich sind oder leicht aufgeplatzt sind, bringen beim Backen das intensivste Aroma. Das süße Fruchtfleisch karamellisiert auf der Frangipane und entwickelt eine Tiefe, die feste, noch nicht vollständig gereifte Feigen nicht haben.

Feigen sind außerdem außergewöhnlich reich an Kalzium unter den Früchten – 100 g frische Feigen liefern rund 35 mg Kalzium, getrocknete sogar noch deutlich mehr. Das macht Feigen zu einer interessanten Frucht für Menschen, die auf tierische Milchprodukte verzichten. Außerdem enthalten Feigen nennenswerte Mengen an Vitamin B6, Kupfer und Kalium.

Kann ich die Feigentarte auch mit anderen Früchten backen?

Ja, die Mandel-Frangipane ist eine universelle Füllung und verträgt sich mit vielen Früchten. Birnen, Pflaumen, Aprikosen oder Zwetschgen funktionieren genauso gut wie Feigen. Die Backzeit bleibt in etwa gleich. Wer Trockenpflaumen oder getrocknete Feigen verwendet, sollte diese vorher 2 Stunden in warmem Wasser, Orangensaft oder Armagnac einweichen – das gibt extra Aroma und verhindert, dass die Früchte beim Backen austrocknen.

Wie erkenne ich ob die Feigen reif genug für die Tarte sind?

Eine reife Feige gibt leicht nach, wenn man sie sanft drückt – ähnlich wie eine reife Avocado. Die Schale kann leicht gesprungen sein, sollte aber nicht schimmeln oder faulen. Reife Feigen riechen leicht süßlich-blumig. Für die Tarte sind fest-reife Feigen besser geeignet als sehr weiche, weil sie beim Backen ihre Form besser behalten und sich schöner einschneiden lassen.

Kann ich die Feigentarte am Vortag backen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Am Vortag gebacken und abgedeckt aufbewahrt, entwickelt die Tarte ein intensiveres Aroma, weil die Aromen der Frangipane mit dem Teig und den Feigen durchziehen können. Vor dem Servieren kurz bei 150 °C für 10 Minuten aufwärmen oder bei Zimmertemperatur genießen. Den Honigüberzug am besten erst kurz vor dem Servieren auftragen.

Welche Feigensorten eignen sich am besten für eine Feigentarte?

Für süße Tartes eignen sich violette bis schwarze Sorten wie Brown Turkey, Black Mission oder türkische Sarifeigen am besten – sie haben das intensivste und süßlichste Aroma. Grüne Feigen wie Kadota oder Adriatic sind milder und eignen sich eher für herzhafte Varianten mit Käse. Im Spätsommer gibt es auf Wochenmärkten manchmal frische Feigen aus heimischem Anbau – die sind es wert, wenn man sie findet.

Ist die Frangipane-Füllung roh oder muss sie vollständig durchgebacken sein?

Die Frangipane enthält rohe Eier und muss vollständig durchgebacken sein. Der Zahnstocher-Test zeigt es zuverlässig: Ein in die Füllung gestochener Zahnstocher muss sauber herauskommen. Die Oberfläche der Frangipane sollte goldbraun und fest sein. Bei Unsicherheit lieber 5 Minuten länger backen – bei 160 °C und locker abgedeckter Alufolie, damit sie nicht verbrennt.

Was ist der Unterschied zwischen der herzhaften und der süßen Feigentarte?

Die herzhafte Feigentarte mit Ziegenkäse verwendet eine Käse-Ei-Füllung mit Kräutern wie Thymian statt Mandel-Frangipane. Sie wird als Vorspeise oder leichtes Hauptgericht serviert und enthält deutlich weniger Zucker. Die süße Tarte aux Figues mit Frangipane ist ein Dessert mit nussiger, cremiger Füllung und einer komplett anderen Textur. Beide verwenden frische Feigen und Mürbeteig als gemeinsame Grundlage.

Wie lange ist eine gebackene Feigentarte haltbar?

Die Feigentarte ist bei Raumtemperatur gut 1 Tag, im Kühlschrank abgedeckt 2–3 Tage haltbar. Der Honigüberzug hilft, die Feigen frisch zu halten. Die Tarte lässt sich auch einfrieren – am besten ohne Glasur und in einzelne Stücke geschnitten. Zum Auftauen 2–3 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann kurz aufwärmen und frisch glasieren.

Woher stammt die Tarte aux Figues?

Die Tarte aux Figues hat ihre Wurzeln in den ländlichen Küchen Südfrankreichs – besonders in der Provence und im Languedoc, wo Feigenbäume seit der Antike kultiviert werden. Das einfache Prinzip – süßes Obst auf Teig gebacken – ist so alt wie die Bäckerei im Mittelmeerraum selbst. Die Frangipane-Füllung kam erst mit der klassischen französischen Patisserie des 17. und 18. Jahrhunderts dazu und verfeinerte das ursprüngliche Bauernrezept zur eleganten Konditoren-Tarte.