Kohlrabi gedünstet

Gedünsteter Kohlrabi ist eine cremig-milde Gemüsebeilage, die in Norddeutschland zu Fisch, Fleisch oder Kartoffeln auf den Tisch kommt. Die Knolle wird in feine Stifte geschnitten, in Butter und Gemüsebrühe sanft gargezogen und mit Petersilie und einem Hauch Muskat abgeschmeckt. Fertig in 25 Minuten, vegetarisch und mit den zarten Innenblättern als feine Garnitur.

Zutaten für Kohlrabi gedünstet

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Kohlrabi800 gzwei mittlere Knollen, möglichst mit frischem Grün
Butter30 g
Gemüsebrühe100 mlalternativ Wasser
Zucker1 Prise
Speisestärke1 TLoptional zum Binden
Wasser1 ELkalt, zum Anrühren der Stärke
Petersilie0,5 Bundglatt, fein gehackt
Salznach Geschmack
Pfefferaus der Mühle
Muskatnussfrisch gerieben

Zubereitung

  1. Kohlrabi vorbereiten: Den Kohlrabi schälen und holzige Stellen großzügig wegschneiden. Die Knollen halbieren und zunächst in etwa fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden, dann quer in gleichmäßige Stifte teilen. Die zarten Innenblätter waschen, die dicke Mittelrippe entfernen und die Blätter fein hacken. Sie kommen später als Garnitur dazu.
  2. Butter zerlassen: Die Butter in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Sie soll schäumen, aber nicht braun werden. Eine Prise Zucker dazugeben – das gleicht eventuell leicht bittere Noten der Knolle aus und unterstreicht die natürliche Süße.
  3. Stifte andünsten: Die Kohlrabi-Stifte in die schäumende Butter geben und unter Rühren zwei bis drei Minuten schwenken. Sie sollen Farbe behalten und nicht braun werden, sondern nur kurz mit dem Fett umhüllt werden.
  4. Brühe angießen und dünsten: Die Gemüsebrühe angießen, leicht salzen und den Deckel auflegen. Bei kleiner Hitze 10 bis 12 Minuten dünsten, bis die Stifte weich sind, aber noch leichten Biss haben. Zwischendurch einmal vorsichtig umrühren.
  5. Sauce binden: Wer eine sämige Konsistenz möchte, rührt die Speisestärke mit dem kalten Wasser glatt und gießt sie unter Rühren in den Topf. Einmal kurz aufkochen lassen, bis die Sauce leicht andickt. Für die leichte Variante diesen Schritt weglassen.
  6. Abschmecken und servieren: Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Die gehackten Innenblätter und die Petersilie unterheben und sofort servieren.

Welche Beilage passt zu gedünstetem Kohlrabi

Gedünsteter Kohlrabi ist die klassische norddeutsche Gemüsebeilage zu Fisch und hellem Fleisch. Besonders gut harmoniert er mit Seelachs, Forelle oder einer Scholle in Butter, dazu Pellkartoffeln oder einfache Salzkartoffeln. Wer eine deftigere Kombination sucht, reicht ihn zu Hähnchenbrust, Kasseler oder Frikadellen. Vegetarisch wird daraus eine Hauptmahlzeit mit Spiegelei und Bratkartoffeln oder einer hellen Bechamelsauce. Wer eine zweite Gemüsebeilage dazustellen will, findet im Weißkohl mit Kümmel eine kräftigere norddeutsche Ergänzung, die geschmacklich gut neben dem milden Kohlrabi besteht.

Variationen: Wie aus einem Grundrezept fünf werden

Die Grundzubereitung lässt sich mit wenig Aufwand abwandeln. Wer es cremiger mag, ersetzt die letzten 50 Milliliter Brühe durch Sahne und lässt die Stifte darin sanft ziehen – das ergibt einen Rahmkohlrabi, der besonders gut zu Bratkartoffeln passt. Für eine asiatisch angehauchte Variante wird die Brühe mit einem Spritzer Reisessig, einem Teelöffel Sesamöl und etwas geriebenem Ingwer aromatisiert, und am Ende kommt statt Petersilie etwas Koriander oder Frühlingszwiebel über die Stifte. Eine würzig-norddeutsche Lesart ist ein Esslöffel mittelscharfer Senf und ein Schuss Buttermilch zum Schluss, was hervorragend zu Kasseler und Bratkartoffeln passt. Für die Low-Carb-Variante wird die Speisestärke einfach weggelassen und stattdessen ein Stück kalte Butter unter die heißen Stifte gerührt – das gibt Glanz ohne Bindemittel. Und wer Kohlrabi gerne in größeren Stücken mag, schneidet die Knolle in dicke Scheiben und dünstet sie etwas länger, sodass sie wie kleine Medaillons auf dem Teller liegen.

Die häufigsten Fehler und wie man sie umgeht

Kohlrabi verzeiht beim Dünsten wenig, deshalb lohnt es sich, die häufigsten Stolperstellen zu kennen. Zu lange Garzeit macht aus dem zarten Gemüse einen breiigen Matsch – 10 bis maximal 15 Minuten sind die Obergrenze, danach geht die Struktur verloren. Zu wenig Flüssigkeit führt dazu, dass die Stifte am Topfboden anbraten und bitter werden. Zu große Stücke garen ungleichmäßig: außen weich, innen noch hart. Die Stifte sollten daher gleich dick geschnitten sein, ein Trick aus der Profiküche ist, vor dem Anschnitt einen flachen Anstellrand zu schneiden, damit die Knolle nicht wegrollt. Ein häufiger Anfängerfehler ist auch das Salzen am Anfang in zu großer Menge – es zieht Wasser aus der Knolle und macht das Ergebnis wässrig. Lieber leicht vorsalzen und am Ende gezielt abschmecken.

Saison, Lagerung und Einkauf

Heimische Kohlrabi gibt es von Mai bis Oktober, das ist die geschmacklich beste Zeit. Im Frühjahr sind die weißen Sorten zarter und milder, im Herbst werden die Knollen größer und brauchen oft etwas länger im Topf. Beim Einkauf darauf achten, dass das Blattgrün frisch und knackig ist, denn das ist der zuverlässigste Frischetest – schlaffes oder gelbliches Grün deutet auf längere Lagerung hin. Im Kühlschrank hält sich Kohlrabi mit Blattwerk drei bis fünf Tage, ohne Blätter bis zu zehn Tage. Knollen mit über 15 Zentimeter Durchmesser sind oft holzig und faserig – hier lieber zu zwei kleineren greifen, das Ergebnis lohnt sich. Wer eigenen Anbau plant, sät ab März und kann ab Mai durchgängig ernten.

Die Geschichte des Kohlrabi

Der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern caulis (Kohl) und rapum (Rübe) ab – wörtlich also Kohlrübe. Botanisch ist Kohlrabi eine Zuchtform des Gemüsekohls, bei der die verdickte oberirdische Sprossachse als Knolle genutzt wird. Daher kommt auch die alte Bezeichnung Oberrübe, in Abgrenzung zur unter der Erde wachsenden Steckrübe. Kohlrabi wurde ab dem 16. Jahrhundert in Europa kultiviert und gilt heute als typisch deutsches Gemüse – in anderen Ländern findet er sich kaum, in englischsprachigen Kochbüchern taucht er meist unter dem deutschen Namen „kohlrabi“ auf. In Norddeutschland, besonders in Ostfriesland und Schleswig-Holstein, hat sich die schlichte Zubereitung in Butter und Brühe bis heute als Beilage zu Fisch und Wildgerichten gehalten. Wer den klassischen Beilagenreigen weiterspielen will, findet im Steckrübenmus die untererdige Schwester aus derselben Region.

Nährwerte und Gesundheit

Gedünsteter Kohlrabi ist kalorienarm und nährstoffreich. 100 Gramm der rohen Knolle enthalten rund 24 Kilokalorien, 1,9 Gramm Eiweiß, 3,8 Gramm Kohlenhydrate und 1,4 Gramm Ballaststoffe. Besonders erwähnenswert ist der Vitamin-C-Gehalt von 65 Milligramm pro 100 Gramm – eine Portion deckt damit fast den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Beim Dünsten bleiben deutlich mehr Vitamine erhalten als beim Kochen in viel Wasser, weil das Gemüse nicht ausgelaugt wird. Die enthaltenen Senfölglykoside wirken antibakteriell und sind mitverantwortlich für den leicht kohligen, würzigen Geschmack. Wer Wert auf eine besonders leichte Mahlzeit legt, lässt die Speisestärke und einen Teil der Butter weg und ersetzt sie durch einen Spritzer Zitronensaft, der die feinen Aromen zusätzlich hervorhebt.


Wie lange muss Kohlrabi dünsten?

In Stifte oder Scheiben geschnitten dünstet Kohlrabi 10 bis 15 Minuten bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze. Nach 10 Minuten lohnt sich die erste Garprobe mit der Gabel: Die Stifte sollen weich sein, aber noch leichten Biss haben. Längere Garzeiten machen das Gemüse breiig und farblos.

Ist gedünsteter Kohlrabi gesund?

Ja, gedünsteter Kohlrabi ist sehr gesund. Beim schonenden Dünsten bleiben Vitamin C, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium weitgehend erhalten. Eine Portion liefert rund 100 Kalorien mit Butter und deckt fast den kompletten Vitamin-C-Tagesbedarf. Wer Kalorien sparen will, ersetzt einen Teil der Butter durch zusätzliche Brühe.

Wie schmeckt Kohlrabi am besten?

Roh schmeckt Kohlrabi mild, leicht süßlich und nussig. Beim Dünsten in Butter und etwas Brühe verstärken sich die süßen Noten, während Pfeffer, Muskat und Petersilie die feinen Kohlnoten unterstreichen. Eine Prise Zucker am Anfang neutralisiert eventuell leicht bittere Noten älterer Knollen.

Kann man die Blätter vom Kohlrabi mitessen?

Die zarten inneren Blätter der Knolle sind essbar und sogar besonders nährstoffreich. Sie enthalten mehr Vitamin C und Eisen als die Knolle selbst. Die großen, äußeren Blätter mit dicker Mittelrippe besser entfernen. Fein gehackt kommen die Innenblätter erst zum Schluss in den Topf, ähnlich wie Petersilie.

Was tun gegen holzigen Kohlrabi?

Holzige Stellen entstehen, wenn die Knolle zu groß geworden ist oder zu lange auf dem Feld stand. Beim Schälen großzügig wegschneiden und mit dem Messer prüfen, ob es leicht durch das Fruchtfleisch gleitet. Sehr große Knollen über 15 Zentimeter Durchmesser eher meiden, zwei kleinere haben fast immer die bessere Konsistenz.

Kann ich gedünsteten Kohlrabi einfrieren?

Ja, die fertig gedünsteten Stifte lassen sich gut einfrieren, am besten vor dem Binden mit Stärke, sonst wird die Sauce beim Auftauen klumpig. Portionsweise abkühlen, in Beutel oder Dosen füllen und bis zu drei Monate einfrieren. Aufgetaut kurz erwärmen und bei Bedarf neu binden.