Berliner Krapfen

Berliner Krapfen sind fluffige Hefeteig-Bällchen mit Marmeladenfüllung, in heißem Fett goldgelb ausgebacken und mit dem charakteristischen weißen Rand. Mit hohem Eianteil im Teig und der richtigen Frittiertemperatur gelingen sie zu Hause genauso saftig wie beim Bäcker. Klassisch zu Karneval und Silvester, aber das ganze Jahr ein Genuss.

Zutaten für Berliner Krapfen

Zutaten für Stück

ZutatMengeHinweise
Weizenmehl500 gType 550
Milch250 mllauwarm
Zucker80 g
Butter80 gweich
Eigelb3 StückGröße M
Ei1 StückGröße M
frische Hefe1 Würfel42 g
Salz1 Prise
Vanillezucker1 Pck.
Zitronenabrieb1 TLunbehandelt
Rum1 ELoptional, mindert Fettaufnahme
Marmelade300 gHagebutte, Pflaumenmus oder Aprikose
Pflanzenöl oder Butterschmalz1 lzum Frittieren
Zucker100 gzum Wälzen

Zubereitung

  1. Vorteig ansetzen: Die Hefe in der lauwarmen Milch zerbröseln und mit einem Teelöffel Zucker verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Etwa 10 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich an der Oberfläche kleine Bläschen bilden. Die Milch darf höchstens lauwarm sein, sonst stirbt die Hefe ab.
  2. Teig kneten: Mehl in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Hefemilch hineingießen, restlichen Zucker, Vanillezucker, Eigelb, Ei, Zitronenabrieb und optional Rum dazugeben. Mit der Küchenmaschine 5 Minuten auf niedriger Stufe kneten. Die weiche Butter in Stücken sowie eine Prise Salz hinzufügen und weitere 8 bis 10 Minuten kräftig kneten, bis ein glatter, glänzender und elastischer Teig entsteht.
  3. Fenstertest machen: Eine walnussgroße Teigkugel mit beiden Händen vorsichtig auseinanderziehen. Lässt sich der Teig dünn wie Milchglas dehnen, ohne zu reißen, ist er perfekt geknetet. Reißt er noch, weitere 2 bis 3 Minuten kneten.
  4. Stockgare: Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort 60 bis 90 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen verdoppeln.
  5. Teiglinge formen: Den aufgegangenen Teig kurz mit der Hand durchkneten und in 12 gleich große Stücke à etwa 80 g teilen. Jedes Stück mit der hohlen Hand auf einer leicht bemehlten Fläche zu einer straffen Kugel rundschleifen. Die Naht zeigt dabei nach unten.
  6. Stückgare: Die Kugeln mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Locker mit einem Tuch abdecken und 45 Minuten gehen lassen. In den letzten 15 Minuten das Tuch entfernen, damit die Oberfläche leicht antrocknet. Diese feine Haut schützt später vor zu viel Fettaufnahme.
  7. Fett erhitzen: Pflanzenöl oder Butterschmalz in einem hohen Topf auf genau 170 Grad erhitzen. Der Holzlöffel-Test bestätigt die Temperatur: An einem hineingehaltenen Holzstiel sollten sofort feine Bläschen aufsteigen. Bei zu heißem Fett werden die Krapfen außen dunkel und innen roh.
  8. Krapfen frittieren: Drei bis vier Teiglinge gleichzeitig mit der Oberseite nach unten in das heiße Fett gleiten lassen. Topf mit einem Deckel verschließen und 3 Minuten frittieren. Der Wasserdampf unter dem Deckel sorgt für den hellen Rand. Dann wenden, ohne Deckel weitere 3 Minuten goldbraun frittieren.
  9. Abtropfen und wälzen: Die fertigen Krapfen mit einem Schaumlöffel herausheben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Solange sie noch warm sind, in Zucker wälzen, damit dieser gut haftet.
  10. Füllen: Die Marmelade glatt rühren und in einen Spritzbeutel mit langer dünner Tülle füllen. Jeden Krapfen seitlich in der Mitte einstechen und etwa einen Esslöffel Marmelade hineinspritzen. Sofort servieren, am besten noch lauwarm.

Was Berliner Krapfen ausmacht: Der weiße Rand

Wer sich Berliner Krapfen vom Bäcker holt, erkennt sie sofort am hellen Ring rund um die Mitte. Dieser weiße Rand ist das wichtigste Erkennungszeichen und entsteht beim Frittieren mit aufgesetztem Deckel: Der Teigling schwimmt nur etwa zur Hälfte im Fett, während heißer Wasserdampf den oberen Teil sanft gart, ohne ihn zu bräunen. So bildet sich der typische zweifarbige Krapfen: unten goldbraun, in der Mitte hell.

Damit das gelingt, müssen drei Dinge zusammenkommen: eine geschlossene Oberfläche der Teiglinge, eine konstante Fett-Temperatur von 170 Grad und ein Topf mit Deckel. Wer ohne Deckel frittiert, bekommt zwar Krapfen, aber keinen hellen Rand. Wer das Fett zu heiß werden lässt, bekommt außen dunkle und innen rohe Krapfen.

Welche Füllung passt? Marmelade, Pflaumenmus oder Vanillecreme

Die klassische Füllung unterscheidet sich je nach Region. In Norddeutschland und im Berliner Umland wandert traditionell rote Konfitüre aus Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen in den Krapfen. In Bayern und Österreich gehört Marillenmarmelade dazu, in Süddeutschland gerne Hagebuttenmark, auch Hiffenmark genannt. Ostdeutschland kennt eher das herbsüße Pflaumenmus.

Wer Abwechslung mag, probiert eine Crème Pâtissière als feine Vanillefüllung, klassischen Nougat oder Eierlikör. Wichtig ist nur, dass die Füllung dickflüssig genug ist, um in der Spritztülle zu halten, aber dünnflüssig genug zum Einspritzen. Marmelade vorher glatt rühren und gegebenenfalls durch ein Sieb streichen, falls Fruchtstücke die Tülle verstopfen könnten.

Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen? Die regionalen Namen

Kaum ein Gebäck hat so viele Namen wie der Berliner Krapfen. Wer im Urlaub in einem anderen Bundesland einkauft, sollte wissen, wonach er fragt:

Berlin und Ostdeutschland: Pfannkuchen
Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen: Berliner oder Berliner Ballen
Bayern und Österreich: Krapfen oder Faschingskrapfen
Baden-Württemberg und Schweiz: Berliner
Hessen und Rheinland-Pfalz: Kreppel, Kräppel oder Krebbel
Aachen: Puffel oder Öcher Puffel
Mittelhessen: Fiezchen

International heißt das Gebäck Boule de Berlin in Frankreich, Berlinerbol in den Niederlanden, Bola de Berlim in Portugal, Pączki in Polen und schlicht Berliner im englischen Sprachraum. In Australien wurde der Berliner während des Ersten Weltkriegs zum Kitchener Bun umbenannt und nach 1945 wieder rückbenannt.

Die Geschichte der Berliner Krapfen

Die ältesten Spuren des Berliner Krapfens reichen bis ins frühe 18. Jahrhundert. Bereits 1715 beschreibt das Frauenzimmer-Lexicon von Amaranthes „Pfannen-Kuchen“ als viereckige, gefüllte und in Fett ausgebackene Stücke. Die runde, gefüllte Form, die wir heute kennen, prägte schließlich Henriette Davidis: In ihrem einflussreichen Praktischen Kochbuch von 1847 veröffentlichte sie ein Rezept für „Berliner Pfannkuchen“ aus leichtem, eireichem Hefefeinteig, vor dem Frittieren mit Marmelade gefüllt und in Butterschmalz ausgebacken.

Eine populäre Legende verlegt die Erfindung sogar auf das Jahr 1756: Ein Berliner Zuckerbäcker, der unter Friedrich dem Großen Kanonier werden wollte, sei wehruntauglich gewesen und habe stattdessen beim Regiment Brot gebacken. Aus Dankbarkeit soll er die ersten Krapfen in Kanonenkugel-Form über offenem Feuer in der Pfanne gebacken haben. Daher der Name „Pfannkuchen“. Die Spreewälder Hausfrauen hingegen reklamieren das Gebäck für sich: Sie sollen bereits seit über 250 Jahren aus Teigresten und Pflaumenmus runde Hefebällchen geformt haben, die später nach Berlin kamen.

Auch in der Literatur tauchen Krapfen früh auf. Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Richard Wagner sollen das süße Gebäck geliebt haben. Bis ins 20. Jahrhundert galten Berliner in vielen Regionen ausschließlich als Festtagsgebäck, das es nur an wenigen Tagen im Jahr gab.

Karneval, Silvester und Chanukka: Wann es Krapfen gibt

Auch wenn Berliner Krapfen heute das ganze Jahr in der Theke liegen, gibt es zwei traditionelle Hochzeiten: Silvester und Karneval. Besonders am Rosenmontag und Faschingsdienstag türmen sich die Krapfen in den Bäckereien. Der süße, frittierte Hefeteig steht symbolisch für die ausgelassene Stimmung vor der Fastenzeit und sollte ursprünglich helfen, die Vorräte an Fett und Zucker vor dem Aschermittwoch aufzubrauchen.

Eine spannende Parallele liefert die jüdische Tradition: Am Lichterfest Chanukka werden in Israel und in jüdischen Gemeinden weltweit Sufganiyot gegessen, mit Konfitüre gefüllte Hefekrapfen, die optisch und geschmacklich kaum vom Berliner zu unterscheiden sind. Auch sie werden in viel Öl frittiert und erinnern an das Ölwunder im Tempel zu Jerusalem.

Variationen für Berliner Krapfen

Wer die Grundvariante einmal beherrscht, kann mit der Füllung kreativ werden. Statt klassischer Marmelade passen Schoko-Nougat-Creme, ein Schuss Eierlikör in der Vanillecreme oder gewürzte Apfel-Zimt-Füllung wunderbar in den weichen Hefeteig. Für die festliche Variante einen Esslöffel Rum oder Orangenlikör in die Marmelade rühren.

Auch der Teig selbst lässt sich anpassen. Wer den Geschmack noch reichhaltiger möchte, ersetzt das ganze Ei durch zwei zusätzliche Eigelbe: Das Gebäck wird zarter und satter im Geschmack. Veganer können die Eier durch 80 g aufgeschäumte Sojamilch ersetzen und die Butter durch pflanzliche Margarine. Im Ofen lassen sich Berliner ebenfalls backen, allerdings schmecken sie dann eher wie ein Hefebrötchen und weniger nach klassischem Krapfen, weil der charakteristische Frittiergeschmack fehlt.

Bekannte verwandte Gebäcke sind die Ausgezogenen aus Bayern, ein offenes, dünn ausgezogenes Schmalzgebäck, sowie die Indianerkrapfen mit Sahnefüllung und Schokoglasur. Wer es nach Frankreich verschlagen hat, kennt die Bugnes oder Merveilles: knusprig-flaches Schmalzgebäck, das ebenfalls zur Karnevalszeit gehört.

Profi-Tipps für fluffige Krapfen

Mehl Type 550 statt 405 verwenden. Es enthält mehr Kleber und macht den Teig elastischer und stabiler beim Gehen.
Fenstertest nicht überspringen. Nur ein wirklich gut ausgekneteter Teig hält die Form beim Frittieren und wird innen luftig.
Hefe immer in lauwarmer Milch auflösen, nie heiß. Ab 45 Grad sterben die Hefepilze ab.
Topf mit Deckel ist Pflicht für den weißen Rand. Wer keinen passenden Deckel hat, kann ein Backblech auflegen.
Frittierfett zwischen den Chargen kurz aufheizen lassen. Die Temperatur sinkt jedes Mal, wenn neue Teiglinge ins Fett kommen.
Erst nach dem Abkühlen füllen, sonst wird die Marmelade flüssig und sucht sich den falschen Weg.
Zucker zum Wälzen sofort verwenden. Auf den noch warmen Krapfen haftet er besser als später.
Ein Esslöffel Rum im Teig wirkt nicht nur aromatisch, sondern senkt nachweislich die Fettaufnahme. Der Alkohol verdunstet beim Frittieren und hinterlässt eine feinporigere Krume.
Mit weichem Tuch abdecken, nicht mit Folie. Folie zieht Wasser aus dem Teig, das Tuch lässt die Oberfläche gerade richtig antrocknen.

Häufige Fehler und wie sie sich vermeiden lassen

Die meisten Probleme beim Krapfenbacken haben drei Ursachen: falsche Temperatur, zu kurze Knetzeit oder ungenaue Gare.

Krapfen werden außen dunkel und innen roh
Das Fett war zu heiß. Bei über 180 Grad bildet sich die braune Außenkruste, bevor die Hitze ins Innere vordringen kann. Ein Küchenthermometer ist die einfachste Versicherung. Wer keines hat, prüft mit einem Holzlöffelstiel: Steigen sofort feine Bläschen auf, ist die Temperatur richtig.

Krapfen platzen oder verlieren die Form
Der Teig wurde zu kurz geknetet oder hatte zu wenig Gare. Ein gut entwickelter Hefeteig dehnt sich beim Frittieren gleichmäßig aus. Bei einem unfertigen Teig brechen die Glutenstrukturen, der Krapfen platzt und Fett dringt ein.

Kein weißer Rand
Entweder fehlt der Deckel beim Frittieren, oder die Teiglinge schwimmen zu tief im Fett. Der Topf sollte mindestens 10 cm Fett enthalten, damit die Krapfen oben aufschwimmen, sich aber nicht selbst überhitzen.

Marmelade läuft beim Füllen heraus
Die Krapfen sind noch zu warm. Vor dem Füllen vollständig abkühlen lassen, sonst wird die Marmelade flüssig und tritt durch die Einstichstelle wieder aus.

Teig geht nicht auf
Die Hefe ist alt oder die Flüssigkeit war zu heiß. Frische Hefe sollte fest und beige sein, nicht braun verfärbt. Trockenhefe verliert mit der Zeit an Triebkraft, deshalb das Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen.

Kalorien und Nährwerte: Wie kalorienreich ist ein Berliner Krapfen?

Ein klassischer Berliner Krapfen aus dem Hausrezept liegt bei 250 bis 320 Kilokalorien pro Stück. Das hängt vor allem von der Füllung, der Größe und davon ab, wie viel Fett beim Frittieren aufgenommen wurde. Industriell gefertigte Berliner aus dem Supermarkt können auch 350 bis 400 Kilokalorien erreichen, weil sie meist größer sind und mit Glasur oder zusätzlichem Zuckerguss veredelt werden.

Die Kalorien verteilen sich in etwa so: ein Drittel kommt aus dem Hefeteig selbst, ein Drittel aus dem Frittierfett, das beim Backen aufgenommen wird, und das letzte Drittel aus der Marmeladenfüllung und dem Zuckermantel. Wer Kalorien sparen will, kann mit zwei Stellschrauben arbeiten: kleinere Portionen formen (60 g statt 80 g) und die Marmelade gegen eine zuckerreduzierte Variante austauschen. Auch der Verzicht auf den Zuckermantel spart pro Krapfen etwa 30 Kalorien.

Im Vergleich liegt der Berliner Krapfen damit etwa auf dem Niveau eines Stücks Reindling, aber deutlich unter einem Stück Sahnetorte. Wer den Genuss bewusst einplant, kommt mit einem Krapfen am Karnevalsdienstag locker durch den Tag, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Aufbewahren und Auffrischen

Berliner Krapfen sind ein Frischeprodukt und entfalten ihren vollen Geschmack nur am Backtag. Wer übrig hat, lagert sie in einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur und verbraucht sie innerhalb von zwei Tagen. Im Kühlschrank werden sie hart und trocken, deshalb dort nicht lagern. Wer länger Vorrat braucht, friert die ungefüllten Krapfen ein: Nach dem Frittieren auskühlen lassen, einzeln in Gefrierbeutel verpacken und maximal drei Monate einfrieren. Zum Auftauen 15 Minuten bei 150 Grad in den Ofen geben, danach noch warm in Zucker wälzen und füllen.

Fun Facts rund um den Berliner

– In manchen Regionen ist es Tradition, an Karneval einzelne Krapfen zum Scherz mit Senf, Zwiebeln oder Sägespänen zu füllen. Von außen sieht man den Unterschied nicht.
– John F. Kennedys berühmter Satz „Ich bin ein Berliner“ aus dem Jahr 1963 wurde später als Witz gedeutet, der Präsident hätte sich als Krapfen bezeichnet. Sprachlich ist das jedoch falsch: In Berlin selbst sagt niemand „Berliner“ zum Gebäck, dort heißt es „Pfannkuchen“.
– Der industrielle Berliner wird heute mit speziellen Füllmaschinen bereits beim Frittieren geformt und automatisch befüllt. Pro Krapfen werden dabei 15 bis 20 Gramm Konfitüre eingespritzt.
– Eine durchschnittliche Bäckerei verkauft in der Karnevalswoche das Zehnfache der normalen Wochenmenge an Krapfen, in manchen Regionen sogar bis zum Zwanzigfachen.
– 1923 ließ Arthur Uhlig in Dresden ein Patent auf eine maschinelle Krapfen-Fülltechnik anmelden, das die industrielle Produktion stark beschleunigte.

Was ist der Unterschied zwischen Berliner und Krapfen?

Beide sind das gleiche Gebäck: ein süßer Hefeteig, in Fett ausgebacken und mit Marmelade gefüllt. Der Name hängt nur von der Region ab. In Nord- und Westdeutschland sagt man Berliner, in Bayern und Österreich Krapfen. In Berlin selbst sagt man weder das eine noch das andere, sondern Pfannkuchen.

Wie sagt man in Berlin zum Krapfen?

In Berlin und im gesamten Osten Deutschlands heißt der Krapfen Pfannkuchen oder Pfannekuchen. Wer dort einen Berliner bestellt, erntet meist verwirrte Blicke, weil der Begriff im Berliner Sprachgebrauch das Gebäck nicht bezeichnet, sondern höchstens den Einwohner.

Wie heißen Berliner in Österreich?

In Österreich heißt der Berliner Krapfen, zur Faschingszeit Faschingskrapfen. Klassischerweise wird er dort mit Marillenmarmelade gefüllt. Die gleiche Bezeichnung verwendet man in Bayern und Südtirol.

Wie werden Berliner Krapfen fluffig?

Drei Dinge entscheiden über die Fluffigkeit: ein langer Knetprozess, bis der Fenstertest gelingt, eine ausreichend lange Stock- und Stückgare und die richtige Frittiertemperatur von 170 Grad. Außerdem hilft ein hoher Eianteil im Teig, weil das Eigelb das Krapfeninnere fein und locker macht und gleichzeitig verhindert, dass zu viel Fett ins Gebäck zieht.

Warum bekommen meine Berliner keinen weißen Rand?

Der helle Rand entsteht nur, wenn die Krapfen mit aufgesetztem Deckel frittiert werden und nur etwa zur Hälfte im Fett schwimmen. Fehlt der Deckel, fehlt der Wasserdampf, der die Oberseite sanft dünstet, ohne zu bräunen. Auch eine zu starke Hitze über 180 Grad verhindert den hellen Rand, weil das Fett dann hoch spritzt und alle Seiten gleichmäßig bräunt.

Welches Fett ist zum Frittieren am besten?

Klassisch wurden Berliner Krapfen in Butterschmalz frittiert, das einen feinen, leicht buttrigen Geschmack hinterlässt. Heute nehmen die meisten Bäckereien geschmacksneutrales Pflanzenöl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl, weil es preiswerter und hitzestabil ist. Wer den authentischen Geschmack möchte, frittiert in Butterschmalz oder einer Mischung aus beidem.

Kann ich den Teig am Vortag vorbereiten?

Ja, der Teig lässt sich sehr gut über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Nach dem Kneten in eine geölte Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und 8 bis 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Morgen rechtzeitig herausholen, eine Stunde bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen, dann wie gewohnt portionieren und gehen lassen. Die lange kalte Gare verbessert sogar das Aroma.

Wie lange halten sich Berliner Krapfen?

Berliner Krapfen schmecken am Tag der Herstellung am besten, idealerweise noch lauwarm. In einer luftdichten Dose halten sie bei Zimmertemperatur 2 bis 3 Tage, werden aber rasch trocken. Wer auf Vorrat backt, kann ungefüllte Krapfen einfrieren und kurz vor dem Servieren bei 150 Grad im Ofen auftauen, dann füllen und zuckern.

Warum sind meine Berliner innen roh, obwohl sie außen dunkel sind?

Das Fett war zu heiß. Bei über 180 Grad bildet sich die braune Außenkruste, bevor die Hitze ins Innere vordringen kann. Das Fett unbedingt mit einem Küchenthermometer auf konstante 170 Grad einregeln und zwischen den Chargen kurz wieder auf Temperatur kommen lassen, bevor die nächsten Teiglinge hineingegeben werden.