
Frittatensuppe ist eine klare Rinderbrühe mit hauchdünn aufgerollten Pfannkuchen-Streifen, den sogenannten Frittaten. In Wien gehört sie zu den beliebtesten Suppen der traditionellen Küche und kommt sowohl als Vorspeise beim Sonntagsmenü als auch als wärmender Wintereintopf auf den Tisch. Mit nur fünf Hauptzutaten ist sie unkompliziert, lebt aber vom Zusammenspiel einer kräftigen Brühe und federleichten, dünn ausgebackenen Frittaten.
Zutaten für Frittatensuppe
Für die Frittaten
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Eier | 2 Stück | Größe M, Zimmertemperatur |
| Milch | 250 ml | 3,5 % Fett |
| Weizenmehl | 125 g | glatt, Type 405 |
| Salz | 1 Prise | |
| Mineralwasser | 2 EL | mit Kohlensäure, für lockeren Teig |
| Pflanzenöl | 3 EL | zum Ausbacken, neutral |
Für die Suppe
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Rinderbrühe | 1,2 l | klar, idealerweise selbst gekocht |
| Schnittlauch | 1 Bund | fein geschnitten, zum Garnieren |
| Salz und Pfeffer | zum Abschmecken |
Zubereitung
- Teig anrühren: Eier mit Milch und Salz in einer Schüssel verquirlen. Das Mehl portionsweise einrieseln lassen und mit dem Schneebesen glatt rühren, bis ein dünnflüssiger Teig ohne Klümpchen entsteht. Zum Schluss das Mineralwasser unterheben – das macht die Frittaten besonders locker.
- Teig ruhen lassen: Den Teig 15 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. So quillt das Mehl, der Teig wird geschmeidiger und die Frittaten reißen beim Backen nicht.
- Frittaten ausbacken: Eine beschichtete Pfanne von etwa 24 cm Durchmesser auf mittlerer Stufe erhitzen und mit einem Teelöffel Öl auspinseln. Eine kleine Schöpfkelle Teig in die Pfanne geben und durch Schwenken dünn verteilen. Pro Seite 1 bis 2 Minuten goldgelb backen, dann auf einen Teller legen. So nacheinander vier bis fünf dünne Pfannkuchen ausbacken.
- Frittaten schneiden: Die ausgekühlten Pfannkuchen einzeln eng aufrollen und mit einem scharfen Messer in 3 bis 5 mm breite Streifen schneiden. Bei sehr langen Rollen vorher einmal quer halbieren, damit die Streifen handliche Löffel-Länge bekommen.
- Brühe erhitzen: Die klare Rinderbrühe in einem Topf zum Kochen bringen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, würzt noch mit einer Prise frisch geriebener Muskatnuss nach.
- Anrichten: Die Frittaten gleichmäßig in vier vorgewärmte Suppenteller verteilen und mit der heißen Brühe übergießen. Mit reichlich frischem Schnittlauch bestreuen und sofort servieren – die Frittaten weichen sonst durch.
Die Herkunft der Frittatensuppe
Die Frittatensuppe ist fest in der Wiener Küche verwurzelt und gilt als Erbe der Habsburger-Monarchie. Der Name Frittate kommt aus dem Italienischen und leitet sich von frittata ab, der italienischen Bezeichnung für einen in der Pfanne ausgebackenen Eierkuchen. Während der österreichisch-ungarischen Monarchie wanderten kulinarische Begriffe und Techniken kreuz und quer durch das Reich – so kam die feine Pfannkuchen-Einlage aus dem norditalienischen Raum nach Wien und blieb dort.
In Süddeutschland kennt man dasselbe Gericht unter anderen Namen: In Schwaben und Baden heißt es Flädlesuppe, in Bayern Pfannkuchensuppe, in der Schweiz Flädlisuppe. In Frankreich existiert mit dem Consommé Célestine eine sehr nahe Verwandte, bei der die Pfannkuchen oft mit frischen Kräutern in den Teig gebacken werden. Wer also unsere Flädlesuppe bereits kennt, findet hier die österreichische Schwester – das Grundprinzip ist identisch, die Schnittbreite und die Brühe machen den Unterschied.
Profi-Tipps für perfekte Frittaten
Der häufigste Fehler bei der Frittatensuppe sind dicke, gummiartige Pfannkuchen, die in der Brühe schwer wirken. Drei Stellschrauben sorgen für luftige Frittaten:
Mineralwasser im Teig: Die Kohlensäure macht den Teig locker und die Frittaten zarter. Auch ein Schuss Sodawasser oder ein halber Teelöffel Backpulver erfüllt diesen Zweck.
Ruhezeit nicht überspringen: Die 15 Minuten Pause lassen das Mehl quellen. Ohne Ruhezeit bleiben die Frittaten zäh und reißen beim Wenden.
Dünn ausbacken: Nur eine kleine Schöpfkelle Teig pro Pfannkuchen, sofort durch Schwenken verteilen. Dicke Pfannkuchen ergeben kompakte Streifen – das Ziel sind hauchdünne, fast durchscheinende Frittaten.
Frische Brühe statt Würfel: Eine selbst gezogene Rinderbrühe ist hier deutlich besser als ein Brühwürfel. Wer keine Zeit für eine stundenlange Brühe hat, greift zu hochwertiger Klarbrühe aus dem Glas und schmeckt sie mit etwas Liebstöckel oder einem Schuss Madeira nach.
Variationen
Die Frittatensuppe ist ein dankbares Grundrezept und lässt sich vielfältig abwandeln. Mit Kräutern im Teig wird sie zur Kräuterfrittatensuppe: einen Esslöffel fein gehackte Petersilie, Schnittlauch oder Kerbel direkt in den Pfannkuchenteig geben. Die grünen Punkte sehen hübsch aus und passen geschmacklich gut zur Brühe.
Vegetarisch funktioniert das Rezept mit einer kräftigen Gemüsebrühe aus Karotten, Sellerie, Lauch und Petersilienwurzel. Wer es deftiger mag, ersetzt die Rinderbrühe durch eine Pilzbrühe mit getrockneten Steinpilzen.
Für eine festlichere Variante die Frittaten vor dem Schneiden mit etwas geriebenem Bergkäse oder einer dünnen Schicht Räucherlachs belegen, dann aufrollen und schneiden. Ungewöhnlich, aber im südtiroler Raum durchaus beliebt.
Eintopf-Variante: Wer die Suppe zur Hauptmahlzeit machen möchte, kombiniert die Frittaten mit weiteren Einlagen wie unserer Semmelknödelsuppe oder gibt ein paar gegarte Karotten- und Selleriewürfel in die Brühe.
Was tun mit übrigen Frittaten?
Wer zu viele Pfannkuchen ausgebacken hat, muss nichts wegwerfen. Übrige Frittaten halten sich in einer Dose im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Aufgewärmt schmecken sie mit Honig und Marmelade zum Frühstück, oder werden mit Apfelmus und Zimt zum Dessert. Eingefroren bleiben sie etwa zwei Monate gut und lassen sich direkt aus der Tiefkühltruhe in eine heiße Brühe geben.
Was ist eine Frittatensuppe?
Frittatensuppe ist eine klare Rinderbrühe mit feinen Streifen aus dünnen, ausgebackenen Pfannkuchen. Die Pfannkuchen werden nach dem Abkühlen aufgerollt und in 3 bis 5 Millimeter breite Streifen geschnitten, die Frittaten genannt werden. Sie kommen erst kurz vor dem Servieren in den Teller und werden mit der heißen Brühe übergossen. Das Gericht stammt aus der Wiener Küche und gehört zu den beliebtesten klassischen Suppen Österreichs.
Wie heißt Frittatensuppe in Deutschland?
In Deutschland kennt man die Frittatensuppe unter mehreren Namen, je nach Region. In Bayern heißt sie Pfannkuchensuppe, in Schwaben und Baden Flädlesuppe oder kurz Flädle. In Norddeutschland wird sie meist schlicht Eierkuchensuppe genannt. Das Grundprinzip ist überall gleich: dünne Pfannkuchen in Streifen, serviert in klarer Brühe.
Was bedeutet Frittaten auf Deutsch?
Der Begriff Frittaten kommt aus dem Italienischen. Er leitet sich vom Wort frittata ab, was so viel wie in der Pfanne ausgebacken bedeutet. Im Wiener Sprachgebrauch bezeichnet das Wort die in dünne Streifen geschnittenen Pfannkuchen, die als Suppeneinlage dienen. Auf Deutsch übersetzt sind Frittaten also nichts anderes als Pfannkuchenstreifen.
Was ist der Unterschied zwischen Palatschinken und Frittaten?
Palatschinken und Frittaten bestehen aus dem gleichen Pfannkuchenteig, unterscheiden sich aber in der Verwendung. Palatschinken sind die ganzen, meist süß gefüllten Pfannkuchen, die mit Marmelade, Nuss oder Topfen serviert werden. Frittaten sind dieselben Pfannkuchen, allerdings dünner ausgebacken, ungesüßt und nach dem Abkühlen in feine Streifen geschnitten, um als Suppeneinlage zu dienen. Kurz gesagt: Palatschinken isst man als Hauptgericht oder Dessert, Frittaten landen in der Suppe.
Warum werden meine Frittaten zäh?
Zähe Frittaten sind meist das Ergebnis von zu dickem Teig oder fehlender Ruhezeit. Der Teig sollte deutlich dünnflüssiger sein als bei klassischen Pfannkuchen und wirklich nur dünn in die Pfanne fließen. Außerdem braucht der Teig 15 Minuten Ruhe, damit das Mehl quellen kann. Ein Schuss Mineralwasser oder eine kleine Prise Backpulver im Teig macht die Frittaten zusätzlich locker.
Kann ich die Frittaten vorbereiten?
Ja, die Frittaten lassen sich problemlos einen Tag im Voraus zubereiten. Die Pfannkuchen ausbacken, vollständig auskühlen lassen, aufrollen und in Streifen schneiden. In einer luftdichten Dose halten sie sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Erst kurz vor dem Servieren in die Teller geben und mit heißer Brühe übergießen, sonst werden sie matschig.
Welche Brühe eignet sich am besten?
Eine klare, kräftige Rinderbrühe ist die klassische Wahl, weil ihr volles Aroma den eher milden Frittaten Tiefe gibt. Selbst gekocht aus Markknochen, Suppenfleisch und Wurzelgemüse schmeckt sie am besten. Geht es schnell, ist eine hochwertige Klarbrühe aus dem Glas ein guter Kompromiss. Vegetarisch funktioniert eine kräftige Gemüsebrühe mit Karotten, Sellerie, Lauch und Petersilienwurzel; ein Schuss Sojasauce oder etwas Liebstöckel sorgt für mehr Würze.
Wie viele Frittaten brauche ich pro Portion?
Als Vorspeise reichen etwa eine halbe Handvoll Frittaten pro Teller, also rund 25 bis 30 Gramm. Als Hauptgericht darf es ruhig die doppelte Menge sein. Das angegebene Rezept mit zwei Eiern ergibt vier bis fünf dünne Pfannkuchen und reicht damit gut für vier Personen als Vorspeisensuppe.