
Gerösteter Topinambur aus dem Ofen mit Thymian und Parmesan — nussig, leicht süß und mit einer knusprigen Kruste. Die vergessene Wurzelknolle schmeckt wie eine Mischung aus Artischocke und Kartoffel und braucht nur wenige Zutaten, um zu glänzen.
Zutaten für gerösteten Topinambur
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Topinambur | 600 g | gründlich gewaschen |
| Olivenöl | 3 EL | |
| Knoblauchzehen | 2 Stück | fein gehackt |
| Thymian | 4 Zweig | frisch |
| Parmesan | 30 g | frisch gerieben |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack | |
| Zitronensaft | 1 EL | frisch gepresst |
Zubereitung
- Ofen vorheizen und Topinambur vorbereiten: Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Topinambur unter fließendem Wasser mit einer Gemüsebürste gründlich schrubben. Schälen ist nicht nötig — die dünne Schale wird beim Rösten knusprig und ist essbar. Nur dunkle oder faserige Stellen abschneiden. Die Knollen in etwa 3–4 mm dicke Scheiben oder in Hälften schneiden.
- Marinieren: Die Topinamburscheiben in einer Schüssel mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer vermengen. Die Thymianzweige dazulegen.
- Rösten: Die marinierten Scheiben auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in einer Lage verteilen, ohne sie zu überlappen. Im vorgeheizten Ofen 25–30 Minuten rösten, nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. In den letzten 5 Minuten den geriebenen Parmesan darüber streuen.
- Servieren: Den gerösteten Topinambur aus dem Ofen nehmen und mit Zitronensaft beträufeln. Die Säure hebt den nussigen Geschmack hervor. Sofort servieren, solange die Ränder noch knusprig sind.
Variationen
Topinambur-Suppe: Die Knollen in Gemüsebrühe weich kochen und mit einem Schuss Sahne pürieren. Das Ergebnis ist samtiger als Kartoffelsuppe und hat ein feines Artischockenaroma. Mit gerösteten Haselnüssen garnieren.
Topinambur-Chips: Hauchdünn hobeln (mit einer Mandoline), in Öl frittieren oder bei 180 °C im Ofen knusprig backen. Eine edle Alternative zu Kartoffelchips mit deutlich mehr Geschmack.
Topinambur-Püree: Wie Kartoffelpüree zubereiten: weich kochen, durch die Presse drücken, mit Butter und Sahne verrühren. Der Geschmack ist feiner und nussiger als bei Kartoffeln.
Roh als Salat: Junge Topinamburknollen lassen sich roh raspeln und mit Apfel, Zitronensaft und Walnussöl zu einem frischen Wintersalat anrichten. Roh schmeckt Topinambur knackig und leicht nussig.
Die abenteuerliche Geschichte des Topinambur
Topinambur hat eine der faszinierendsten Geschichten aller Gemüsesorten — und gleich drei irreführende Namen.
1610 schickten französische Auswanderer in Kanada, die eine Hungersnot nur dank dieser unbekannten Knolle überlebt hatten, einige Exemplare nach Europa. In Paris angekommen, wurde die Pflanze nach dem brasilianischen Volk der Tupinambá benannt, deren Vertreter zufällig zur selben Zeit zu Besuch in Frankreich waren — obwohl die Knolle gar nicht aus Brasilien stammte.
In Rom tauften päpstliche Gärtner sie girasole articiocco (Sonnenblumen-Artischocke), weil die Pflanze mit der Sonnenblume verwandt ist und die Knolle an Artischockenherzen erinnert. Im Englischen wurde aus girasole durch ein Missverständnis Jerusalem — und so heißt Topinambur auf Englisch bis heute Jerusalem Artichoke, obwohl das Gemüse weder aus Jerusalem stammt noch eine Artischocke ist.
Der deutsche Name Sonnenwurzel verweist auf die Verwandtschaft mit der Sonnenblume. Botanisch gehört Topinambur zur Gattung Helianthus (griechisch: Sonnenblume) und kann bis zu 3 Meter hoch werden.
Topinambur enthält statt Stärke den Ballaststoff Inulin — das macht ihn besonders für Diabetiker interessant, da Inulin den Blutzucker kaum beeinflusst. Allerdings kann Inulin bei ungewohntem Verzehr zu Blähungen führen — mit kleinen Portionen beginnen.
Wie bereitet man Topinambur am besten zu?
Am einfachsten: im Ofen rösten. In Scheiben schneiden, mit Olivenöl und Kräutern marinieren und bei 200 °C 25–30 Minuten backen. Die Schale kann mitgegessen werden — einfach gut waschen. Topinambur lässt sich auch kochen, pürieren, roh essen, als Suppe oder als Chips zubereiten. Der nussig-süße Geschmack kommt beim Rösten am besten zur Geltung.
Muss man Topinambur schälen?
Nein, die dünne Schale ist essbar und enthält viele Nährstoffe. Gründliches Waschen mit einer Gemüsebürste reicht aus — in den Vertiefungen der knolligen Oberfläche sitzt oft Erde. Nur dunkle, faserige oder beschädigte Stellen abschneiden. Wer die Schale dennoch entfernen möchte, verwendet einen Sparschäler — aber Vorsicht, die unregelmäßige Form macht das Schälen mühsam.
Ist Topinambur gesund?
Ja, Topinambur ist sehr gesund. Er enthält den Ballaststoff Inulin, der als Präbiotikum die Darmflora fördert und den Blutzucker kaum beeinflusst — ideal für Diabetiker. Außerdem liefert er Kalium, Eisen, Vitamin B1 und Vitamin C. Mit nur 73 kcal pro 100 g ist er kalorienärmer als Kartoffeln. Einziger Nachteil: Inulin kann bei ungewohntem Verzehr Blähungen verursachen — langsam herantasten.
Wie schmeckt Topinambur?
Topinambur hat einen einzigartigen, nussig-süßen Geschmack mit einer leichten Note von Artischocke und Kastanie. Roh erinnert er an Wasserkastanien — knackig und mild. Geröstet entwickelt er eine intensive Süße durch die Karamellisierung des enthaltenen Inulins. Gekocht ist der Geschmack dezenter und ähnelt einer Mischung aus Kartoffel und Artischocke.
Wie lagert man Topinambur?
Topinambur hat eine sehr dünne Schale und trocknet daher schnell aus. Im Gemüsefach des Kühlschranks, eingewickelt in ein feuchtes Tuch, hält er sich 1–2 Wochen. Im Keller in feuchtem Sand eingebettet sogar mehrere Wochen. Anders als Kartoffeln lässt sich Topinambur nicht monatelang lagern. Überschüssige Knollen können gekocht und eingefroren werden.