
Welsh Rarebit ist der wohl berühmteste heiße Käsetoast der britischen Küche – und er ist weit mehr als geschmolzener Käse auf Brot. Eine samtige Cheddar-Sauce, mit dunklem Ale aufgegossen, mit Worcestershire-Sauce gewürzt und mit einem Hauch Cayennepfeffer verfeinert, wird auf knusprigem Toast unter dem Grill goldbraun überbacken. Das Ergebnis: eine würzig-cremige Käsekruste, die jeden einfachen Käsetoast weit hinter sich lässt.
Zutaten für Welsh Rarebit
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| reifer Cheddar | 300 g | frisch gerieben |
| Butter | 20 g | |
| Mehl | 20 g | |
| dunkles Ale oder Stout | 150 ml | |
| Worcestershire-Sauce | 2 TL | |
| Dijon-Senf | 1 TL | |
| Cayennepfeffer | 1 Prise | |
| Salz und schwarzer Pfeffer | nach Geschmack | |
| kräftiges Weißbrot oder Sauerteigbrot | 4 Scheiben | dick geschnitten |
Zubereitung
- Backofen und Brot vorbereiten: Den Backofengrill auf 200°C Oberhitze vorheizen. Die Brotscheiben im Toaster oder unter dem Grill von beiden Seiten goldbraun rösten, bis sie knusprig und fest sind. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
- Roux ansetzen: Butter in einem kleinen, schweren Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Das Mehl auf einmal dazugeben und mit einem Holzlöffel oder Schneebesen kräftig einrühren. Die Mehlschwitze 1-2 Minuten unter ständigem Rühren anschwitzen, bis sie leicht goldfarben ist und angenehm nussig riecht. Nicht bräunen lassen.
- Käsesauce fertigstellen: Das Ale nach und nach in kleinen Schlucken zur Mehlschwitze geben und dabei ständig rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Die Sauce bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten köcheln lassen bis sie leicht eindickt. Den Topf vom Herd nehmen – das ist wichtig, damit der Käse nicht gerinnt. Den geriebenen Cheddar in zwei bis drei Portionen einrühren und dabei jedes Mal warten bis er vollständig geschmolzen ist. Worcestershire-Sauce, Senf und Cayennepfeffer unterrühren. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
- Überbacken und servieren: Die Käsesauce gleichmäßig und großzügig auf die gerösteten Brotscheiben streichen, dabei bis an die Ränder gehen. Das Backblech in den oberen Bereich des Backofens schieben und 3-5 Minuten überbacken, bis die Oberfläche goldbraun blubbert und stellenweise dunkle Punkte zeigt. Sofort servieren – Welsh Rarebit schmeckt nur frisch aus dem Ofen.
Variationen
Das Grundrezept ist bereits ein Genuss, doch Welsh Rarebit lässt sich auf viele Arten abwandeln. Die bekannteste Variation heißt Buck Rabbit oder Golden Buck: Dafür legt man nach dem Überbacken ein frisch gebratenes Spiegelei auf den heißen Käsetoast. Die Kombination aus flüssigem Eigelb und der würzigen Käsekruste ist schlicht unwiderstehlich.
Wer es fruchtiger mag, probiert den Blushing Bunny – dabei wird ein Esslöffel Tomatenmark oder konzentrierte Tomatensuppe in die Käsesauce eingerührt, was ihr eine leicht rötliche Farbe und eine angenehme Süße verleiht.
Für eine alkoholfreie Variante lässt sich das Ale problemlos durch dunkle Gemüsebrühe ersetzen. Das Ergebnis ist etwas milder im Geschmack, aber die cremige Textur bleibt vollständig erhalten. Alternativ funktioniert auch Apfelsaft mit einem Spritzer Apfelessig.
Die französische Version, in Nordfrankreich schlicht „Le Welsh“ genannt, unterscheidet sich deutlich vom britischen Original: Sie wird mit einer Scheibe gekochtem Schinken unter dem Käse zubereitet und kommt deutlich kräftiger und sämiger daher. In Lille gibt es seit 2025 sogar ein eigenes Festival – den „Welsh’Fest“ – mit Wettbewerben für klassische und kreative Variationen.
Wer überbackene Käsegerichte generell liebt, findet mit unserem Croque Madame eine ebenso befriedigende französische Variante auf Toast. Für einen einfacheren, amerikanisch inspirierten Käsetoast empfiehlt sich unser Grilled Cheese Sandwich. Und wer deutschen Toast mit Belag mag, wirft einen Blick auf den Strammer Max.
Tipps für die perfekte Käsesauce
Der häufigste Fehler bei Welsh Rarebit ist eine körnige oder geronnene Käsesauce. Das passiert, wenn der Käse bei zu hoher Temperatur schmilzt oder zu schnell eingerührt wird. Deshalb: Den Topf immer vom Herd nehmen bevor der Käse eingerührt wird. Die Restwärme reicht vollständig aus.
Die Wahl des Käses macht einen enormen Unterschied. Ein gereifter Cheddar (18 Monate oder älter) bringt die stärkste Geschmacksintensität und schmilzt besonders gut. Wer keinen Cheddar bekommt, kann Gruyère oder Comté verwenden – beide schmelzen hervorragend und haben eine ähnliche Würze. Junger Käse enthält zu viel Feuchtigkeit und ergibt eine wässrige Sauce.
Das Brot sollte kräftig getoastet sein, damit es unter der feuchten Käsesauce nicht durchweicht. Sauerteigbrot hält besonders gut stand und gibt dem Gericht eine zusätzliche Geschmackstiefe. Sehr dünne Toastscheiben sind weniger geeignet.
Beim Ale gilt: Ein dunkles britisches Ale oder Stout gibt der Sauce mehr Tiefe als ein helles Bier. Das Bittere des Hopfens harmoniert perfekt mit dem Fett des Käses. Wer den Biergeschmack etwas zurücknehmen möchte, reduziert die Menge auf 100 ml und gibt etwas mehr Senf dazu.
Geschichte und Namensrätsel
Welsh Rarebit gehört zu den Gerichten, deren Name mehr Rätsel aufwirft als die Zubereitung. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1725 – als „Welsh rabbit“. Hannah Glasse nahm das Rezept 1747 unter dem Namen „Welch rabbit“ in ihr wegweisendes Kochbuch „The Art of Cookery“ auf. Von einem echten Kaninchen ist natürlich keine Spur.
Die wahrscheinlichste Erklärung: Im England des 17. und 18. Jahrhunderts war „Welsh“ ein gängiger Spottbegriff für minderwertige Ersatzprodukte. „Welsh rabbit“ meinte also das Kaninchen der armen Waliser – ein Gericht, das sich jemand gönnte, der sich kein echtes Fleisch leisten konnte oder wollte. Die Variante „rarebit“ tauchte erst 1781 auf und gilt als nachträgliche Verhübschung der ursprünglichen Bezeichnung. Der Sprachkritiker H.W. Fowler brachte es auf den Punkt: „Welsh Rabbit is amusing and right. Welsh Rarebit is stupid and wrong.“
Kulturgeschichtlich interessant: Das Gericht erlangte in Amerika zwischen 1840 und 1945 enorme Popularität. Während der Prohibition wurden die Rezepte kurzerhand mit alkoholfreiem Near Beer angepasst. Und der Comiczeichner Winsor McCay widmete dem Welsh Rarebit eine ganze Serie: Seine Figuren aßen das Gericht vor dem Schlafengehen und erlebten daraufhin wilde, surreale Träume.
Lagerung und Aufwärmen
Die fertige Käsesauce lässt sich bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Dafür abkühlen lassen, in ein verschlossenes Gefäß füllen und kalt stellen. Zum Aufwärmen die Sauce in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze langsam erwärmen und dabei rühren. Ist sie zu dick geworden, einen Schuss Bier oder Brühe einrühren.
Den fertigen, überbackenen Toast hingegen sollte man sofort essen – er verliert beim Aufwärmen an Knusprigkeit und Frische.
Was ist Welsh Rarebit?
Welsh Rarebit ist ein britisches Gericht aus einer heißen, cremigen Käsesauce auf knusprigem Toast. Die Sauce wird aus geriebenem Cheddar, Ale, Worcestershire-Sauce, Senf und Gewürzen hergestellt und unter dem Grill überbacken, bis die Oberfläche goldbraun und leicht gebräunt ist. Es ist kein einfacher Käsetoast, sondern ein eigenständiges Gericht mit ausgeprägtem, würzigem Geschmack.
Ist Welsh Rarebit einfach nur Käse auf Toast?
Nein, obwohl es oberflächlich so aussieht. Der Unterschied liegt in der Käsesauce: Für Welsh Rarebit wird Cheddar mit Butter, Mehl und Ale zu einer sämigen Sauce verarbeitet, die mit Worcestershire-Sauce und Senf gewürzt wird. Das ergibt eine viel cremigere, würzigere und gleichmäßiger schmelzende Schicht als einfach gelegter Käse – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einer Béchamel und einer Scheibe Schmelzkäse.
Warum heißt es Rarebit und nicht Rabbit?
Das ist eine der amüsantesten Fragen der Kochgeschichte. Das Gericht hieß ursprünglich „Welsh rabbit“ – wobei kein echtes Kaninchen enthalten war. Der Begriff „Welsh“ wurde im 17. und 18. Jahrhundert abwertend für Ersatzprodukte genutzt, also bedeutete „Welsh rabbit“ so viel wie das Kaninchen der einfachen Leute. „Rarebit“ tauchte erst 1781 als Verhübschung auf. Der Sprachkritiker H.W. Fowler bezeichnete diese Variante als „stupid and wrong“ – der Originalname „Welsh Rabbit“ sei die korrekte Form.
Kann man Welsh Rarebit ohne Bier zubereiten?
Ja, das funktioniert gut. Als Ersatz für das Ale eignet sich dunkle Gemüsebrühe am besten – sie gibt der Sauce Tiefe ohne Alkohol. Alternativ kann man helle Gemüsebrühe mit einem Teelöffel Apfelessig verwenden. Der Geschmack ist milder, die cremige Textur bleibt aber vollständig erhalten. Das Bier lässt sich 1:1 durch Brühe ersetzen.
Welcher Käse eignet sich am besten für Welsh Rarebit?
Gereifter Cheddar ist die erste Wahl – am besten mit 18 Monaten Reifung oder länger. Er bringt die nötige Würze und schmilzt gleichmäßig. Wer keinen Cheddar bekommt, kann Gruyère oder Comté verwenden, die ähnliche Schmelzeigenschaften haben. Junger Käse mit hohem Feuchtigkeitsgehalt ist weniger geeignet, weil er die Sauce wässrig macht. Verarbeiteter Käse oder Schmelzkäse ergeben keine gute Textur.
Wie lange ist Welsh Rarebit im Kühlschrank haltbar?
Die fertige Käsesauce – noch nicht auf Toast gestrichen und überbacken – hält sich abgedeckt im Kühlschrank bis zu 3 Tage. Zum Aufwärmen bei niedriger Hitze langsam rühren und bei Bedarf einen Schuss Bier oder Brühe einarbeiten. Den bereits überbackenen Toast sollte man dagegen sofort essen, er lässt sich nicht sinnvoll aufwärmen.
Was ist der Unterschied zwischen Welsh Rarebit und Buck Rabbit?
Buck Rabbit – auch Golden Buck genannt – ist eine Variation des Welsh Rarebit: Nach dem Überbacken wird zusätzlich ein frisch gebratenes Spiegelei auf den heißen Käsetoast gelegt. Das flüssige Eigelb vermischt sich mit der würzigen Käsekruste und macht das Gericht noch sättigender. Es ist die beliebteste Abwandlung des Originalrezepts.