Creme Caramel

Zarte Vanillecreme trifft goldenes Karamell – das ist Crème Caramel, das berühmte französische Dessert. Der weiche Pudding stockt im Wasserbad sanft und wird zum Servieren gestürzt, sodass die flüssige Karamellsauce über die Creme fließt. Mit wenigen Zutaten und dem richtigen Vorgehen gelingt dieses beeindruckende Dessert auch zu Hause – am besten schon am Vortag zubereitet.

Zutaten für Creme Caramel

Zutaten für Portionen

Für das Karamell

ZutatMengeHinweise
Zucker120 gweißer Kristallzucker
Wasser3 ELca. 45 ml

Für die Vanillecreme

ZutatMengeHinweise
Vollmilch400 ml3,5 % Fett
Schlagsahne100 mlmind. 30 % Fett
Eier3 StückGröße M, Zimmertemperatur
Eigelb2 StückGröße M
Zucker80 g
Vanilleschote1 Stückdas Mark herausschaben
Salz1 Prise

Zubereitung

  1. Ofen und Förmchen vorbereiten: Den Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Vier feuerfeste Förmchen (à ca. 150 ml Inhalt, z. B. Ramekins oder Tassen) bereitstellen. Eine tiefe Auflaufform, in die alle Förmchen nebeneinander passen, ebenfalls bereitstellen.
  2. Karamell kochen: Den Zucker und das Wasser in einem kleinen Topf mit hellem Boden bei mittlerer Hitze erhitzen. Nicht rühren, nur bei Bedarf den Topf vorsichtig schwenken. Der Zucker löst sich zunächst auf, beginnt dann zu blubbern und färbt sich nach einigen Minuten goldbraun. Sobald das Karamell eine bernsteinfarbene, leicht rauchige Farbe hat, sofort vom Herd nehmen – es gart durch die Restwärme noch nach.
  3. Karamell in Förmchen gießen: Das flüssige Karamell zügig auf die vier Förmchen verteilen und den Boden durch Schwenken gleichmäßig bedecken. Der Karamell erstarrt innerhalb von Sekunden – also schnell arbeiten. Die gefüllten Förmchen beiseite stellen und abkühlen lassen.
  4. Vanillemilch erhitzen: Milch und Sahne in einen Topf geben. Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herausschaben und beides (Mark und Schote) in die Milch geben. Die Mischung bei mittlerer Hitze bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen, dann vom Herd nehmen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Vanilleschote herausnehmen.
  5. Eiercreme anrühren: Eier, Eigelb und Zucker in einer Schüssel mit einem Schneebesen ruhig verrühren – nicht aufschlagen, da Luftblasen in der fertigen Creme sichtbare Poren hinterlassen. Die warme Vanillemilch unter ständigem Rühren langsam und in einem dünnen Strahl zu der Eiermischung gießen, damit die Eier nicht gerinnen. Eine Prise Salz unterrühren.
  6. Creme in Förmchen füllen: Die Eiercreme durch ein feines Sieb gießen, um eventuelle Eierstücke und die Vanillefasern zu entfernen. Die glatte Masse gleichmäßig auf die vier Förmchen verteilen, bis auf ca. 0,5 cm unter den Rand.
  7. Im Wasserbad garen: Die Förmchen in die tiefe Auflaufform stellen. So viel kochendes Wasser in die Auflaufform füllen, bis es etwa 2 cm hoch an den Förmchen steht – das Wasserbad sorgt für eine gleichmäßige, sanfte Wärme ohne trockene Hitze. Die Form vorsichtig in den vorgeheizten Ofen schieben und die Crème Caramel 40-45 Minuten garen. Die Creme ist fertig, wenn sie am Rand gestockt ist, in der Mitte aber noch leicht wackelt.
  8. Abkühlen und kühlen: Die Förmchen aus dem Wasserbad nehmen und auf einem Gitter vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Danach mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen. Durch das Kühlen zieht sich die Creme leicht vom Rand zurück und lässt sich leichter stürzen.
  9. Stürzen und servieren: Zum Stürzen mit einem kleinen Messer oder einem Zahnstocher einmal am Rand entlangfahren, um die Creme zu lösen. Einen Dessertteller auf das Förmchen legen, dann beides zusammen in einer zügigen Bewegung umdrehen. Kurz warten, bis das Karamell über die Creme fließt – dann den Teller absetzen und sofort servieren.

Variationen

Die Basis der Crème Caramel lässt sich auf viele Arten abwandeln. Salted Caramel: Ein paar Flocken Fleur de Sel auf das fertige Karamell geben, bevor es in die Förmchen gegossen wird – der Kontrast aus Süß und Salzig macht diesen Twist besonders beliebt. Kokosmilch-Version: Die Hälfte der Vollmilch durch Kokosmilch ersetzen für eine leicht exotische Note, die gut zu frischer Mango oder Ananas passt. Kaffee-Caramel: Einen starken Espresso (60 ml) zur Vanillemilch geben und dafür entsprechend weniger Sahne verwenden – eine intensive Kombination für Kaffeeliebhaber. Zitrus-Version: Die Schale einer Bio-Orange oder einer Bio-Zitrone in die Milch geben und mitziehen lassen, bevor die Eier eingerührt werden. Das ergibt eine frische, aromatische Creme.

Wer noch mehr französische Desserts entdecken möchte, findet auf rezept.biz das Rezept für Charlotte au Chocolat oder das original Fondant au Chocolat.

Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet

Karamell wird bitter: Wer zu lange wartet oder zu hoch erhitzt, verbrennt den Zucker. Der Karamell sollte goldbraun sein – sobald er dunkelbraun wird und stark riecht, sofort vom Herd nehmen. Bitterer Karamell lässt sich nicht retten und muss neu angesetzt werden.

Karamell erstarrt vor dem Einfüllen: Karamell erstarrt schnell, sobald er die Hitze verliert. Deswegen die Förmchen immer direkt neben dem Herd bereitstellen und sofort einfüllen. Wenn er doch erstarrt, den Topf kurz wieder auf niedrige Hitze stellen.

Die Creme zieht Blasen und wird löchrig: Ursache ist meist zu starkes Schlagen der Eier oder zu hohe Backtemperatur. Eier nur rühren, niemals aufschlagen. Und die Backtemperatur bei 160 °C halten – höhere Temperaturen lassen das Wasserbad zu stark kochen und zerreißen die Creme.

Die Creme lässt sich nicht stürzen: Entweder wurde sie nicht lange genug gekühlt (mindestens 3 Stunden) oder das Lösen vom Rand wurde vergessen. Mit einem Zahnstocher oder Messer einmal rundum abstechen – das reicht meist aus.

Die Geschichte der Crème Caramel

Gestürzte Desserts auf Eier- und Milchbasis sind in Europa seit dem Mittelalter bekannt. Die moderne Form der Crème Caramel mit weichem, flüssigem Karamell auf einer gestockten Vanillecreme wurde erstmals 1897 im Kochbuch La cuisinière provençale von Jean Baptiste Reboul dokumentiert. Das Werk gilt als eines der einflussreichsten Kochbücher der provenzalischen Küche.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verbreitete sich das Dessert von Frankreich aus über ganz Europa und die Welt – nicht zuletzt, weil es sich gut im Voraus zubereiten und in großen Mengen herstellen ließ. In vielen Ländern hat es sich unter eigenem Namen etabliert: In Spanien und Lateinamerika heißt es Flan, in Japan Purin (プリン), auf den Philippinen Leche Flan (mit Kondensmilch und Eigelb besonders schwer und süß), in Kroatien Rožata (mit Rosenlikör aromatisiert) und in Vietnam Bánh Flan. Jede Kultur hat das Grundrezept an den eigenen Geschmack angepasst.


Was ist der Unterschied zwischen Crème Caramel und Crème brûlée?

Crème Caramel und Crème brûlée sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sind aber grundverschieden. Crème Caramel hat eine flüssige Karamellsauce, die beim Stürzen über die Creme fließt – die Karamellschicht befindet sich also unten in der Form und oben auf dem Teller. Crème brûlée hat eine harte, gebrannte Zuckerkruste oben, die man mit einem Löffel aufbricht. Außerdem wird Crème brûlée nicht gestürzt, sondern direkt im Förmchen serviert. Die Cremes selbst sind ebenfalls unterschiedlich: Crème brûlée ist deutlich schwerer und fetter (meist nur Sahne und Eigelb), während Crème Caramel mit Vollmilch und ganzen Eiern leichter und zartzitternd ist.

Kann ich Crème Caramel am Vortag zubereiten?

Ja, und das wird sogar empfohlen. Nach dem Garen muss die Crème Caramel vollständig abkühlen und dann mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ruhen. Über Nacht ist sogar besser: Die Creme zieht sich durch das Kühlen leicht vom Rand zurück und lässt sich dadurch viel leichter und sauberer stürzen. Im Kühlschrank hält sie sich in den Förmchen abgedeckt bis zu 3 Tage.

Wie stürze ich Crème Caramel richtig, ohne dass sie zerbricht?

Am besten mit einem dünnen Messer oder Zahnstocher einmal am gesamten Rand entlangfahren – das löst die Creme sanft von der Form. Einen Teller auf das Förmchen legen, dann beides zusammen in einer sicheren, zügigen Bewegung umdrehen. Kurz in dieser Position halten, damit das Karamell vollständig abfließen kann, dann den Teller absetzen. Wenn die Creme nicht sofort fällt: ruhig bleiben und noch 10-15 Sekunden warten.

Was ist das Geheimnis von perfektem Karamell?

Zwei Dinge sind entscheidend: Erstens nicht rühren – sobald der Zucker zu karamellisieren beginnt, führt Rühren zur Kristallisation. Den Topf höchstens vorsichtig schwenken. Zweitens den richtigen Moment abpassen: Der Karamell soll goldbraun (Bernsteinfarbe) sein, nicht dunkelbraun oder schwarz. Er gart durch die Restwärme nach dem Herd noch weiter – also lieber einen Hauch früher vom Herd nehmen. Ein Topf mit hellem Boden hilft, die Farbe besser zu beurteilen.

Warum wird meine Crème Caramel löchrig oder porös?

Löcher in der Creme entstehen durch Luftblasen oder zu starke Hitze. Die häufigste Ursache: die Eier wurden zu stark aufgeschlagen. Eier und Zucker nur ruhig verrühren, niemals aufschlagen. Außerdem sollte die Backtemperatur 160-165 °C nicht überschreiten – höhere Temperaturen lassen das Wasser im Wasserbad stark kochen, was die Creme zerreißt. Das Sieb beim Einfüllen hilft ebenfalls, Luftblasen herauszufiltern.

Was ist der Unterschied zwischen Crema catalana und Crème caramel?

Crema Catalana ist ein katalanisches Dessert und gilt als Vorläufer der Crème brûlée – nicht der Crème Caramel. Sie wird mit Milch (nicht Sahne), Zimt und Zitrusschale aromatisiert und auf dem Herd anstatt im Ofen zubereitet. Wie Crème brûlée bekommt sie eine gebrannte Zuckerkruste oben und wird im Förmchen serviert, nicht gestürzt. Crème Caramel hingegen ist eine gestürzte, deutlich zartere Creme mit flüssigem Karamell.

Wie lange ist Crème Caramel haltbar?

Im Kühlschrank, abgedeckt in den Förmchen, hält sich Crème Caramel 2-3 Tage. Nach dem Stürzen sollte sie möglichst schnell gegessen werden, da der flüssige Karamell die Creme mit der Zeit aufweicht. Einfrieren ist nicht empfehlenswert – die Eicreme verliert dabei ihre feine Textur und wird wässrig.

Was ist Flan? Ist Flan dasselbe wie Crème Caramel?

Ja, im Wesentlichen. Flan ist der spanische und lateinamerikanische Name für Crème Caramel – ein gestürzter Karamellpudding aus Eiern, Milch und Zucker. Das Grundprinzip ist identisch, aber regionale Varianten unterscheiden sich in Details: Mexikanischer Flan enthält oft Kondensmilch und Frischkäse (cremiger), kubanischer Flan nur Eigelb (fester), und auf den Philippinen heißt die Version Leche Flan und ist durch Kondensmilch und viele Eigelb besonders schwer und süß.