Stockbrot gehört zu jedem Lagerfeuer dazu. Der einfache Hefeteig braucht nur sechs Zutaten, wird um einen Stock gewickelt und über der Glut goldbraun gebacken. Außen knusprig, innen weich – so schmeckt Sommer am Feuer.
Zutaten für Stockbrot
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Weizenmehl | 500 g | Type 550 |
| Trockenhefe | 1 Pck. | 7 g |
| lauwarmes Wasser | 300 ml | |
| Olivenöl | 3 EL | |
| Salz | 2 TL | |
| Zucker | 1 TL |
Zubereitung
- Teig ansetzen: Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Olivenöl und lauwarmes Wasser hinzugeben. Alles zunächst mit den Knethaken des Handmixers, dann mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben.
- Teig gehen lassen: Die Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen deutlich vergrößert hat.
- Stöcke vorbereiten: Während der Teig geht, passende Stöcke suchen. Haselnuss, Buche oder Weide eignen sich besonders gut. Die Stöcke sollten etwa 1 Meter lang sein und an der Spitze eine Dicke von 2–3 cm haben. Die Rinde am oberen Ende abschälen und den Stock kurz in Wasser einweichen — so haftet der Teig besser und brennt nicht an.
- Teig formen: Den gegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Fläche kurz durchkneten. In 8 gleich große Stücke teilen und jedes zu einer Rolle von etwa 30 cm Länge formen. Die Teigrollen spiralförmig um das geschälte Stockende wickeln. Die Enden leicht andrücken, damit sich der Teig beim Backen nicht löst.
- Über dem Feuer backen: Das Stockbrot über die Glut halten — nicht direkt in die Flamme, sondern seitlich darüber, wo gleichmäßige Hitze herrscht. Unter regelmäßigem Drehen 12–15 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist. Das Brot klingt beim Klopfen hohl, wenn es fertig ist.
Variationen
Der Grundteig lässt sich leicht abwandeln. Wer es herzhaft mag, knetet getrocknete Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano unter den Teig. Auch geriebener Käse, fein gewürfelte Oliven oder knuspriger Speck machen den Teig zu etwas Besonderem.
Für eine süße Variante den Zucker auf 2 Esslöffel erhöhen und nach dem Backen mit Zimt-Zucker bestreuen oder mit Nutella füllen — bei Kindern der absolute Favorit.
Wer keine Hefe im Haus hat, kann auf einen Quark-Öl-Teig ausweichen: 250 g Mehl, 150 g Magerquark, 6 EL Öl, 1 Ei, 2 TL Backpulver und 1 TL Salz verkneten. Dieser Teig braucht keine Gehzeit und ist in wenigen Minuten fertig.
Der Stockbrotteig erinnert in seiner Zusammensetzung an einen einfachen Pizzateig — kein Wunder, denn beide basieren auf demselben Prinzip aus Mehl, Hefe und Olivenöl. Auch unser Pizzabrötchen Rezept verwendet einen ähnlichen Teig.
Tipps für das perfekte Stockbrot
Die richtige Glut: Stockbrot braucht Glut, keine Flammen. Ideal ist ein Feuer, das bereits 30–45 Minuten brennt und eine gleichmäßige Glutschicht gebildet hat. Direkte Flammen verbrennen den Teig außen, während er innen noch roh bleibt.
Teig nicht zu dick wickeln: Die Teigschicht am Stock sollte höchstens 1–2 cm dick sein. Zu dicke Schichten werden innen nicht gar. Lieber dünn wickeln — dann wird das Brot rundum knusprig.
Teig transportieren: Wer den Teig für einen Ausflug vorbereiten möchte, kann ihn nach dem Kneten in Frischhaltefolie wickeln und in einer Kühltasche transportieren. Am Lagerfeuer dann kurz durchkneten und formen.
Dips dazu: Stockbrot schmeckt pur schon großartig, aber mit einem Dip wird es noch besser. Zaziki oder Hummus passen hervorragend dazu.
Stockbrot – mehr als nur Brot am Stock
Die Idee, Teig an einem Stock über offenem Feuer zu backen, ist so alt wie das Brotbacken selbst. Lange bevor es Backöfen gab, formten Menschen einfache Teige und garten sie über der Glut. In Deutschland ist Stockbrot vor allem als Lagerfeuer-Tradition bekannt — bei Pfadfindern, auf Kindergeburtstagen, beim Osterfeuer und auf Sommerfesten.
Regional trägt das Stockbrot verschiedene Namen: Im Norden heißt es Knüppelkuchen oder Knüppelbrot, in Skandinavien ist es als Pinnbröd bekannt. Das Prinzip ist überall gleich: ein einfacher Teig, ein Stock und ein offenes Feuer — mehr braucht es nicht.
Auch wer keinen Garten mit Feuerstelle hat, muss nicht verzichten: Der Stockbrotteig lässt sich auch auf dem Gasgrill oder im Backofen zubereiten. Im Backofen den Teig auf Holzspieße wickeln und bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 15–20 Minuten backen.
Welches Holz eignet sich für Stockbrot?
Am besten eignen sich Stöcke aus Haselnuss, Buche oder Weide. Diese Hölzer sind stabil, splittern nicht und geben keine schädlichen Stoffe ab. Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer sollte man meiden — sie enthalten Harz, das beim Erhitzen schmilzt und einen bitteren Geschmack hinterlässt. Die Rinde am oberen Stockende abschälen und den Stock kurz wässern, damit er nicht anbrennt.
Wie lange muss Stockbrotteig ruhen?
Der Hefeteig braucht etwa 45 Minuten Gehzeit an einem warmen Ort. In dieser Zeit verdoppelt er sein Volumen und wird schön locker. Wer den Teig am Vortag vorbereitet, kann ihn auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen — die kalte Gare dauert 8–12 Stunden, macht den Teig aber besonders aromatisch.
Kann man Stockbrotteig am Vortag vorbereiten?
Ja, der Teig lässt sich sehr gut vorbereiten. Nach dem Kneten den Teig in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank lagern. Die kalte Gare macht den Teig sogar aromatischer. Am nächsten Tag den Teig etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur aufwärmen lassen, bevor er geformt und gebacken wird.
Warum wird mein Stockbrot innen nicht gar?
Die häufigste Ursache ist eine zu dicke Teigschicht. Den Teig maximal 1–2 cm dick um den Stock wickeln. Außerdem darauf achten, das Stockbrot über der Glut zu backen, nicht über offener Flamme. Zu starke Hitze verbrennt die Außenseite, bevor das Innere durchgebacken ist. Den Stock langsam und gleichmäßig drehen.
Kann man Stockbrot auch auf dem Grill oder im Backofen machen?
Auf dem Grill funktioniert Stockbrot sehr gut — den Teig auf Holzspieße oder Grillstöcke wickeln und bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Drehen 12–15 Minuten grillen. Im Backofen den Teig auf Holzstäbchen oder Schaschlikspieße wickeln und bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 15–20 Minuten backen, bis er goldbraun ist.
Was kann man in Stockbrot füllen?
Das gebackene Stockbrot hat innen einen Hohlraum, der sich perfekt füllen lässt. Herzhaft eignen sich Kräuterbutter, Frischkäse mit Schnittlauch oder eine Mischung aus Feta und getrockneten Tomaten. Süße Füllungen wie Nutella, Marmelade oder Ahornsirup sind besonders bei Kindern beliebt. Die Füllung einfach nach dem Abziehen vom Stock in die Öffnung drücken.
Wie lange ist Stockbrotteig haltbar?
Im Kühlschrank hält sich der fertige Teig abgedeckt bis zu 2 Tage. Er geht im Kühlschrank langsam weiter auf und entwickelt dabei mehr Geschmack. Vor dem Formen den Teig einmal kurz durchkneten und bei Raumtemperatur aufwärmen lassen. Einfrieren ist ebenfalls möglich — den Teig portionsweise einfrieren und am Vorabend im Kühlschrank auftauen.