Flammlachs ist Lachsfilet auf der Planke – eine Zubereitungsart, die aus Finnland stammt und dort als Loimulohi bekannt ist. Eine halbe Lachsseite wird mit Salz, Dill und Zitrone mariniert, auf ein eingeweichtes Buchenholzbrett gespannt und schräg neben dem offenen Feuer langsam gegart. Das Ergebnis ist ein Lachs mit rauchiger Kruste, saftigem Inneren und einem Duft, der schon von weitem Appetit macht.
Zutaten für Flammlachs
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Lachsseite | 1.2 kg | mit Haut, ohne Gräten, frisch oder aufgetaut |
| grobes Meersalz | 3 EL | |
| schwarzer Pfeffer | 1 TL | frisch gemahlen |
| frischer Dill | 1 Bund | |
| Zitrone | 1 Stück | unbehandelt, Saft und Scheiben |
| Olivenöl | 2 EL | |
| Flammlachsbrett | 1 Stück | Buchen- oder Zedernholz, mind. 4 Stunden gewässert |
Zubereitung
- Brett wässern: Das Holzbrett mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht, vollständig in Wasser einlegen – ein großer Topf oder eine Wanne eignet sich gut. Das Wasser verhindert, dass das Brett Feuer fängt, und erzeugt beim Garen den typischen Dampf, der den Lachs saftig hält.
- Lachs marinieren: Die Lachsseite kalt abspülen und trocken tupfen. Olivenöl gleichmäßig auf der Fleischseite verteilen. Mit grobem Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Dill grob hacken und großzügig auf den Lachs streuen. Zitronensaft darübergeben und einige Zitronenscheiben auflegen. Den Lachs 15–30 Minuten ruhen lassen, damit die Marinade einziehen kann.
- Feuer vorbereiten: Ein offenes Holzfeuer entzünden und niederbrennen lassen, bis ein stabiles Glutbett mit gleichmäßiger Strahlungshitze entstanden ist. Ideal sind Hartholzscheite (Buche, Eiche), die langanhaltend und gleichmäßig glühen. Einen Halter oder Ständer bereitstellen, mit dem das Brett schräg neben die Flammen gestellt werden kann – der Lachs gart durch seitliche Strahlungshitze, nicht durch direktes Feuer von unten.
- Lachs befestigen: Den marinierten Lachs mit der Hautseite nach unten auf das gewässerte Brett legen. Mit den mitgelieferten Edelstahlklammern oder Holznagelleisten befestigen, sodass er auch in schräger Position sicher hält und vollflächig aufliegt.
- Flammlachs garen: Das Brett im 45-Grad-Winkel schräg neben das Feuer stellen – die Fleischseite zeigt in Richtung Flammen, der Abstand beträgt etwa 10–20 cm. Die Garzeit beträgt je nach Feuerstärke und Filetdicke 45–75 Minuten. Der Lachs ist fertig, wenn das Fleisch durchgehend undurchsichtig ist, sich leicht mit einer Gabel teilen lässt und die Kerntemperatur 55–58 °C erreicht hat – bei diesem Wert ist er noch rosa und saftig. Bei starker Hitze das Brett etwas weiter vom Feuer wegrücken.
- Servieren: Den Flammlachs direkt vom Brett servieren. Mit frischem Dill und Zitronenspalten garnieren. Zum Essen mit einer Gabel Stücke vom Brett abnehmen – die Haut bleibt am Holz haften. Dazu passen Baguette oder Graubrot, Remoulade oder Kräuterquark, und ein frischer Salat.
Variationen
Wer keinen Lagerfeuerplatz hat, kann Flammlachs auch im Backofen zubereiten: den Lachs auf dem gewässerten Brett bei 200 °C Ober-/Unterhitze für etwa 20–25 Minuten garen. Das rauchige Aroma fehlt dabei, der Lachs bleibt aber genauso saftig. Für einen Hauch Rauch: eine feuerfeste Schale mit Räucherchips in den Ofen stellen.
Eine skandinavische Honig-Senf-Variante ersetzt die klassische Dill-Marinade: 1 EL Dijon-Senf mit 1 TL Honig, etwas Dill und Olivenöl verrühren und auf dem Lachs verteilen. Wer es würzig-süß mag, kombiniert geräucherten Paprika, Knoblauchpulver und Ahornsirup.
Für ein komplettes Feuermahl lässt sich als Einstieg unsere Fischsuppe auf demselben Feuer zubereiten. Wer außerdem Fleisch am Feuer mag, findet in unseren Espetada-Rindfleischspießen eine herzhafte Ergänzung.
Die Geschichte des Flammlachses
Der Flammlachs geht auf eine jahrtausendealte finnische Tradition zurück. In Finnland heißt er Loimulohi – „Loihu“ bedeutet auf Finnisch „Flamme“. Ursprünglich bereiteten Lachsfischer am Fluss ihren frischen Fang direkt über dem Feuer zu: Der Lachs wurde mit einfachen Holznägeln auf Brettern befestigt und schräg neben die Flammen gestellt. Diese Methode war schnell, benötigte kein Kochgeschirr und bewahrte den feinen Eigengeschmack des Fischs.
In Deutschland verbreitete sich der Flammlachs ab den 2000er Jahren vor allem über Weihnachtsmärkte. Dort wird er heute an offenen Feuerstellen zubereitet und ist zu einem der beliebtesten Marktgerichte geworden – obwohl er in seiner Heimat ein Sommeressen ist: In Finnland gehört Loimulohi traditionell zur Mittsommernacht (Juhannus) und wird mit neuen Kartoffeln und Dillsauce serviert.
Was ist das Besondere an Flammlachs?
Das Besondere ist die Kombination aus trockener Strahlungshitze und dem Dampf des nassen Holzbretts. Der Lachs gart langsam und gleichmäßig, ohne direkten Kontakt mit Flammen oder Grillrost. Die Holzoberfläche gibt ein mildes Raucharoma ab, die Brettkruste bleibt an der Haut haften, und das Fleisch bleibt außergewöhnlich saftig. Weder Pfanne noch normaler Grill erreichen dieses Ergebnis.
Wie lange muss Flammlachs übers Feuer?
Je nach Dicke des Filets und Feuerstärke dauert es 45 bis 75 Minuten. Dünne Bereiche (Schwanzende) sind früher fertig als das dicke Mittelstück. Die sicherste Methode: ein Fleischthermometer verwenden. Bei 55–58 °C Kerntemperatur ist der Lachs noch rosa und saftig. Bei 60 °C+ wird er fester und trockener.
Wie isst man Flammlachs?
Flammlachs wird direkt vom Brett serviert und mit einer Gabel in Stücke gebrochen – die Haut bleibt am Holz haften. Typische Beilagen sind Baguette oder dunkles Brot, Remoulade, Kräuterquark oder ein frischer Salat. Auf Weihnachtsmärkten wird er oft im Sandwich gereicht. Ein Spritzer frische Zitrone direkt vor dem Essen rundet den Geschmack ab.
Wie wird Flammlachs zubereitet?
Eine Lachsseite mit Haut wird mit Salz, Dill, Zitrone und Öl mariniert und auf ein eingeweichtes Holzbrett gespannt. Das Brett stellt man schräg (ca. 45°) in 10–20 cm Abstand neben ein offenes Feuer – nicht über die Glut, sondern seitlich daneben. Die Strahlungshitze gart den Lachs von der Seite, während der Dampf des feuchten Holzes das Fleisch saftig hält.
Welches Holz eignet sich für ein Flammlachsbrett?
Buchenholz ist die klassische Wahl – es gibt ein mildes, neutrales Aroma ab und ist das am häufigsten verkaufte Brett für Flammlachs. Zedernholz ist ebenfalls beliebt und verleiht dem Lachs ein leicht harzig-würziges Aroma (typisch für die nordamerikanische Plankenmethode). Wichtig: Das Brett muss unbehandelt, unlackiert und lebensmittelecht sein. Kiefernholz ist ungeeignet.
Kann ich Flammlachs auch im Backofen machen?
Ja – für alle ohne Lagerfeuer ist der Backofen eine gute Alternative. Das gewässerte Brett mit dem marinierten Lachs bei 200 °C Ober-/Unterhitze für 20–25 Minuten garen. Das rauchige Aroma fehlt dabei, aber der Lachs bleibt saftig und aromatisch. Für mehr Rauchcharakter eine feuerfeste Schale mit Räucherchips danebenstellen.
Wie lange ist Flammlachs haltbar?
Frisch zubereitet schmeckt Flammlachs am besten direkt vom Brett. Reste können abgekühlt in einem luftdichten Behälter 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zum Aufwärmen kurz in die Pfanne oder im Ofen bei 150 °C für 5–8 Minuten erwärmen – nicht zu lange, sonst wird er trocken. Kalt schmeckt Flammlachs auch hervorragend auf Brot oder in einem Salat.