Dieses Lasagne-Rezept folgt der originalen Lasagne alla Bolognese aus der Emilia-Romagna: knusprig überbacken, mit einem aromatischen Hackfleisch-Ragù, samtiger Béchamelsauce und reichlich Parmesan. Schicht für Schicht entsteht ein herzhafter Auflauf, der seinen Ursprung in den mittelalterlichen Küchen Norditaliens hat. Mit etwas Geduld beim Ragù gelingt dieses Rezept auch Hobbyköchen zuverlässig.
Zutaten für Lasagne alla Bolognese
Für das Ragù Bolognese
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Hackfleisch gemischt | 500 g | Rind und Schwein |
| Zwiebel | 1 Stück | mittelgroß |
| Karotten | 2 Stück | fein gewürfelt |
| Staudensellerie | 2 Stangen | fein gewürfelt |
| Knoblauchzehen | 3 Stück | fein gehackt |
| Tomatenmark | 2 EL | |
| gehackte Tomaten | 400 g | aus der Dose |
| Rotwein | 150 ml | trocken, z. B. Chianti |
| Rinderbrühe | 200 ml | |
| Olivenöl | 2 EL | |
| Lorbeerblatt | 1 Stück | |
| getrockneter Thymian | 1 TL | |
| Salz und schwarzer Pfeffer | nach Geschmack |
Für die Béchamelsauce
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Butter | 60 g | |
| Weizenmehl | 60 g | Type 405 |
| Vollmilch | 750 ml | lauwarm |
| Muskatnuss | 1 Prise | frisch gerieben |
| Salz und weißer Pfeffer | nach Geschmack |
Für den Auflauf
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Lasagneplatten | 250 g | ohne Vorkochen, getrocknet |
| Parmesan | 100 g | frisch gerieben |
| Mozzarella | 150 g | optional, für eine goldbraune Kruste |
Zubereitung
- Gemüse vorbereiten: Zwiebel, Karotten und Staudensellerie fein würfeln, Knoblauch fein hacken. Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und das Gemüse darin 5–7 Minuten weich dünsten, bis die Zwiebel glasig ist.
- Hackfleisch anbraten: Das Hackfleisch zum Gemüse geben und bei hoher Hitze krümelig und kräftig braun anbraten. Dabei gut durchrühren, damit keine großen Klumpen entstehen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
- Ragù kochen: Tomatenmark einrühren und 2 Minuten mitrösten. Mit Rotwein ablöschen und einkochen lassen. Gehackte Tomaten und Rinderbrühe dazugeben, Lorbeerblatt und Thymian hinzufügen. Alles bei niedriger Hitze 45–60 Minuten ohne Deckel einköcheln lassen, bis die Sauce dicklich ist. Lorbeerblatt entfernen, Sauce abschmecken.
- Béchamelsauce zubereiten: Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Mehl auf einmal einrühren und unter Rühren 1–2 Minuten anschwitzen (Mehlschwitze). Die lauwarme Milch nach und nach unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen einarbeiten, bis eine glatte, cremige Sauce entsteht. Bei mittlerer Hitze unter Rühren 5 Minuten köcheln lassen. Mit Muskatnuss, Salz und weißem Pfeffer abschmecken.
- Ofen vorheizen: Den Ofen auf 180 °C Umluft (200 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine Auflaufform (ca. 25 × 35 cm) bereitstellen.
- Lasagne schichten: Boden der Form dünn mit Béchamelsauce bedecken. Erste Lage Lasagneplatten einlegen (nach Bedarf brechen). Darauf ein Drittel des Ragùs verteilen, dann ein Viertel der Béchamelsauce, dann etwas Parmesan. Diesen Vorgang zwei weitere Male wiederholen. Abschließend eine letzte Lage Lasagneplatten einlegen, die restliche Béchamelsauce gleichmäßig darübergießen und mit Parmesan bestreuen. Wer möchte, kann jetzt noch Mozzarella-Scheiben obenauf legen.
- Backen: Die Lasagne im vorgeheizten Ofen 35–40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und leicht kross ist. Falls die Oberfläche zu früh bräunt, mit Alufolie abdecken und die letzten 10 Minuten ohne Folie fertig backen.
- Ruhen lassen: Die fertige Lasagne aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen, bevor sie angeschnitten wird. So lässt sie sich besser portionieren und die Schichten bleiben beim Servieren stabil.
Variationen
Das Ragù lässt sich gut nach persönlichem Geschmack anpassen. Wer es intensiver mag, verwendet reines Rinderhackfleisch oder ersetzt einen Teil davon durch gewürfelte Pancetta. Eine vegetarische Version gelingt wunderbar mit einer Mischung aus gewürfelten Zucchini, Auberginen und roten Paprika, die ebenfalls in Olivenöl angebraten werden, bevor die Tomaten dazukommen.
Für Lasagne verde – die traditionellste aller Varianten – werden frische Lasagneplatten mit Spinat in den Teig geknetet, was für die typische grüne Farbe sorgt. Wer lieber auf Fleisch verzichtet, aber cremig bleiben möchte, kann das Ragù durch eine Schicht aus Ricotta und Blattspinat ersetzen und erhält damit eine leichte, dennoch sättigende Vegetarierlasagne.
Eine Lachs-Lasagne bietet sich als elegante Variante an: Statt des Ragùs kommen hier Lachswürfel, frischer Dill und ein wenig Zitronensaft zwischen die Schichten – die Béchamelsauce bleibt dieselbe.
Die Geschichte der Lasagne
Lasagne gehört zu den ältesten belegten Pastaformen Italiens. Schon im 14. Jahrhundert findet sich im Liber de Coquina, einem der frühesten erhaltenen europäischen Kochbücher (entstanden um 1300 in Neapel), ein Rezept für ein Gericht aus flachen Teiglagen mit Gewürzen und Käse.
Der Name leitet sich vom lateinischen lasanum (Kochtopf) ab, das wiederum auf das griechische lasanon zurückgeht. Schon die Römer kannten einen Nudelteig, der in Schichten gebacken wurde.
Die heute bekannte Lasagne alla Bolognese – mit Ragù, Béchamelsauce und Parmesan – stammt aus der Emilia-Romagna, dem gastronomischen Herzland Italiens. 1982 ließ die Accademia Italiana della Cucina das offizielle Rezept bei der Handelskammer in Bologna eintragen: grüne Lasagneplatten, Ragù bolognese, Béchamelsauce und geriebener Parmigiano Reggiano – mehr braucht es nicht.
Außerhalb Italiens verbreitete sich Lasagne im 20. Jahrhundert zunächst über Einwandererküchen in den USA und wurde dort zum beliebten Ofengericht, oft mit Ricotta und Mozzarella angereichert – eine Adaption, die im ursprünglichen Bologna keine Tradition hat.
Kann man Lasagne einen Tag vorher zubereiten?
Ja, das ist sogar empfehlenswert. Die fertig geschichtete, noch ungebackene Lasagne lässt sich abgedeckt im Kühlschrank bis zu 24 Stunden aufbewahren. Vor dem Backen einfach 20–30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen und dann wie gewohnt backen. Der Geschmack wird durch das Durchziehen sogar noch intensiver.
Wie lange ist Lasagne haltbar?
Fertig gebackene Lasagne hält sich im Kühlschrank 3–4 Tage. Sie lässt sich portionsweise im Ofen bei 160 °C oder in der Mikrowelle gut aufwärmen. Einfrieren ist ebenfalls möglich: Gut verpackt ist Lasagne bis zu 3 Monate einfrierbar. Zum Aufwärmen aus dem Gefrierschrank am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.
Warum wird meine Lasagne so wässrig?
Das passiert meist, wenn das Ragù zu viel Flüssigkeit enthält oder die Tomatensauce nicht genug eingekocht wurde. Das Ragù sollte vor dem Schichten deutlich dicklich sein. Außerdem ist es wichtig, die Lasagneplatten nicht zu dicht zu stapeln und genügend Béchamel zu verwenden, die die Feuchtigkeit bindet. Eine Ruhezeit von 10 Minuten nach dem Backen hilft ebenfalls, dass sich die Schichten festigen.
Muss ich die Lasagneplatten vorkochen?
Das hängt von der Packungsanleitung ab. Die meisten getrockneten Lasagneplatten sind heutzutage für die Verwendung ohne Vorkochen ausgelegt (sogenannte „Pronto“-Platten). Sie garen direkt im Ofen durch die Feuchtigkeit aus Ragù und Béchamel. Frische Lasagneplatten werden ebenfalls nicht vorgekocht. Wer ganz sicher gehen möchte, kann die Platten kurz in gesalzenem Wasser blanchieren, sollte sie aber vor dem Schichten gut abtupfen.
Was ist das Geheimnis einer guten Béchamelsauce?
Die Béchamelsauce gelingt am besten, wenn die Milch leicht erwärmt (nicht kochend) zugegeben wird und man ständig mit dem Schneebesen rührt. Die Mehlschwitze muss kurz mitgeröstet werden, damit das Mehl keinen Rohgeschmack hinterlässt. Klumpen entstehen vor allem dann, wenn die Milch zu kalt oder zu schnell zugegossen wird. Beim ersten Anzeichen von Klümpchen hilft ein kräftiges Rühren oder ein kurzes Aufschlagen mit dem Schneebesen.
Kann ich Lasagne auch ohne Fleisch machen?
Ja, eine vegetarische Lasagne ist ebenso lecker. Statt des Hackfleisch-Ragùs eignet sich eine Füllung aus angebratenem Gemüse (Zucchini, Auberginen, Paprika, Pilze) mit Tomatensauce. Auch eine Variante mit Ricotta und Spinat ist weit verbreitet. Die Béchamelsauce und die Schichtweise bleiben dabei unverändert.
Welche Käsesorten passen zur Lasagne?
Der traditionelle Käse ist Parmigiano Reggiano (Parmesan), der durch seinen intensiven Geschmack für Tiefe sorgt. Viele ergänzen mit Mozzarella für eine weiche, zähfließende Schmelzkruste. In amerikanischen Versionen wird häufig auch Ricotta als cremige Schicht verwendet. Pecorino romano ist eine würzigere Alternative zum Parmesan.