
Krautsalat ist eine der ältesten deutschen Beilagen – fein gehobelter Weißkohl mit einem einfachen Essig-Öl-Dressing und Kümmel. Das Ergebnis ist knackig, leicht säuerlich und passt zu fast allem: Braten, Gulasch, Würstchen oder gegrilltem Fleisch. Wichtig ist nur eines: Er muss ziehen. Mindestens eine halbe Stunde, besser mehrere Stunden.
Zutaten für Krautsalat
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Weißkohl | 1 kg | ca. ein halber mittelgroßer Kopf |
| Salz | 1 TL | zum Einmassieren |
| Zwiebel | 1 Stück | fein gewürfelt |
| Weißweinessig | 5 EL | oder Apfelessig |
| Sonnenblumenöl | 4 EL | neutrales Öl |
| Kümmel | 1 TL | ganz oder gemahlen |
| Zucker | 1 TL | |
| Mineralwasser | 100 ml | heiß, optional – macht den Kohl zarter |
| Salz und Pfeffer | nach Geschmack |
Zubereitung
- Kohl hobeln: Den Weißkohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl so fein wie möglich hobeln oder schneiden – am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Küchenmaschine. Dünne Streifen ziehen das Dressing besser auf und werden schneller zart.
- Salzen und kneten: Den gehobelten Kohl in eine große Schüssel geben, 1 TL Salz darüberstreuen und kräftig durchkneten – etwa 3–5 Minuten, bis der Kohl etwas Wasser lässt und weicher wird. Das Kneten ist der entscheidende Schritt für einen zarten Krautsalat.
- Heißes Mineralwasser (optional): Wer möchte, übergießt den Kohl jetzt mit 100 ml heißem Mineralwasser und lässt ihn 5 Minuten stehen, bevor er weiter geknetet wird. Das Mineralwasser macht den Kohl noch zarter und mildert die Schärfe.
- Dressing anrühren: Zwiebel fein würfeln. In einer kleinen Schüssel Weißweinessig, Sonnenblumenöl, Kümmel und Zucker vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Alles vermischen: Das Dressing über den Weißkohl geben, Zwiebeln dazugeben und alles gut vermischen. Nochmals abschmecken – der Salat sollte angenehm säuerlich sein, mit einer leichten Süße im Hintergrund.
- Ziehen lassen: Den Krautsalat mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden, im Kühlschrank ziehen lassen. Wer ihn einen Tag vorher zubereitet, wird am besten belohnt: Über Nacht zieht er komplett durch und wird deutlich aromatischer.
Wozu servieren?
Krautsalat ist die geborene Beilage – er passt zu Gegrilltem, Würstchen, Schnitzel und besonders gut zu einem deftigen Wiener Saftgulasch. In der österreichischen Küche gehört er zu fast jedem Fleischgericht dazu. Als einfache, sättigende Kombination funktioniert er auch zusammen mit Salzkartoffeln.
Variationen
Warmer Krautsalat (Bayerische Art): Das Dressing erhitzen, über den Kohl gießen und sofort servieren – der Kohl bleibt dabei leicht knackig. Mit Speck: Ausgelassener Bauchspeck mit dem Bratenfett als Dressing – deftig und klassisch-süddeutsch. Mit Karotte: Eine fein geriebene Karotte gibt Farbe und leichte Süße. Wie beim Griechen: Statt Kümmel kommt Oregano ins Dressing, dazu etwas mehr Zitronensaft statt Essig. Mit Äpfeln: Ein säuerlicher Apfel, fein gerieben, macht den Salat frischer.
Warum Mineralwasser?
Die Kohlensäure im Mineralwasser hilft dabei, die Zellstruktur des Weißkohls aufzubrechen. Das Ergebnis ist ein zarterer Kohl, der das Dressing besser aufnimmt – ohne dass man ihn minutenlang kneten muss. Das heiße Wasser beschleunigt den Effekt zusätzlich. Wer es ohne Mineralwasser probiert, sollte dafür länger und kräftiger kneten.
Wie lange muss Krautsalat ziehen?
Mindestens 30 Minuten – besser sind 2 Stunden oder über Nacht. Je länger der Kohl im Dressing liegt, desto zarter wird er und desto intensiver zieht das Aroma durch. Wer einen besonders weichen Krautsalat möchte, bereitet ihn am Vortag zu.
Warum wird Mineralwasser in Krautsalat verwendet?
Die Kohlensäure im Mineralwasser bricht die festen Zellwände des Weißkohls auf – ähnlich wie das Kneten mit Salz, aber etwas schonender. Heißes Mineralwasser über den gehobelten Kohl gegossen macht ihn zarter und milder im Geschmack.
Wie wird Krautsalat zart?
Drei Methoden: (1) Kräftig mit Salz kneten – 3–5 Minuten, bis der Kohl Wasser lässt. (2) Mit heißem Mineralwasser übergießen und kurz stehen lassen. (3) Lange ziehen lassen – über Nacht im Kühlschrank. Am besten funktionieren alle drei in Kombination.
Was kann man zu Krautsalat essen?
Krautsalat passt zu Schnitzel, Bratwurst, Grillgut und herzhalten Gerichten wie Gulasch oder Braten. In der bayerischen und österreichischen Küche ist er die klassische Beilage zu Schweinebraten oder Weißwürsten.
Wie lange ist Krautsalat haltbar?
Im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter 3–4 Tage. Er wird mit der Zeit sogar besser, da er weiter durchzieht. Nicht einfrieren – der Kohl verliert beim Auftauen seine Textur.
Kann man Krautsalat mit Rotkohl machen?
Ja – Rotkohl funktioniert nach demselben Prinzip und ergibt einen kräftig-farbigen Salat mit etwas bitterem Geschmack. Häufig wird Rotkrautsalat mit Preiselbeeren oder Apfel verfeinert.