Windbeutel sind luftige Gebäckhüllen aus Brandteig, die beim Backen durch Wasserdampf hohl werden. Frisch mit Schlagsahne gefüllt schmecken sie unwiderstehlich. Der Teig ist schnell angerührt – das Ergebnis beeindruckt trotzdem jeden Gast.

Zutaten für die Windbeutel

Zutaten für Stück

Für den Brandteig

ZutatMengeHinweise
Wasser250 ml
Butter80 gin Stücken
Salz1 Prise
Weizenmehl150 gType 405
Eier4 StückGröße M, Zimmertemperatur

Für die Füllung

ZutatMengeHinweise
Schlagsahne400 mlgut gekühlt
Puderzucker2 ELgesiebt
Sahnesteif1 Pck.

Zubereitung

  1. Ofen vorheizen: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Brandteig kochen: Wasser, Butter und Salz in einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Sobald die Butter vollständig geschmolzen ist, das Mehl auf einmal hinzugeben und sofort mit einem Holzlöffel kräftig rühren. Den Teig 1–2 Minuten weiterrühren, bis er sich als glatter Kloß vom Topfboden löst und ein weißlicher Film auf dem Boden entsteht.
  3. Eier einarbeiten: Den Teigkloß in eine Schüssel umfüllen und 5 Minuten abkühlen lassen. Dann die Eier einzeln nacheinander mit dem Handmixer oder Holzlöffel unterrühren. Jedes Ei vollständig einarbeiten, bevor das nächste dazukommt. Der fertige Teig glänzt und fällt schwer reißend vom Löffel.
  4. Windbeutel formen: Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer runder Tülle (ca. 12 mm) füllen. Mit genügend Abstand zueinander etwa 20 Häufchen von ca. 5 cm Durchmesser auf das Backblech spritzen. Alternativ zwei Esslöffel verwenden. Die Oberfläche mit einem feuchten Finger glatt drücken.
  5. Backen: Im vorgeheizten Ofen 22–25 Minuten goldbraun backen. Während des Backens die Ofentür auf keinen Fall öffnen – sonst fallen die Windbeutel zusammen. Die fertigen Windbeutel sofort nach dem Herausnehmen seitlich leicht einschneiden oder einstechen, damit der heiße Dampf entweichen kann.
  6. Auskühlen lassen: Die Windbeutel auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Erst füllen, wenn sie komplett erkaltet sind – sonst schmilzt die Sahne.
  7. Sahne aufschlagen: Die gekühlte Schlagsahne zusammen mit Puderzucker und Sahnesteif mit dem Handmixer steif schlagen.
  8. Füllen und servieren: Die ausgekühlten Windbeutel aufschneiden und großzügig mit der Schlagsahne füllen. Sofort servieren oder bis zum Servieren abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Variationen

Windbeutel lassen sich auf viele Arten abwandeln. Wer Fruchtiges mag, gibt frische Erdbeeren, Himbeeren oder Sauerkirschen mit in die Sahne – die Kombination aus Kirschen und Sahne ist besonders beliebt und erinnert an die Schwarzwälder Kirschtorte. Wer es etwas eleganter möchte, füllt die Windbeutel mit Vanilleeis statt Sahne und übergießt sie mit warmer Schokoladensauce – das ergibt die französischen Profiteroles. Eine reichhaltigere Alternative zur Schlagsahne ist eine Vanillecreme (Crème pâtissière) aus Milch, Eigelb, Zucker und Stärke. Für herzhafte Partyhäppchen eignet sich auch eine Füllung aus Frischkäse mit Kräutern, Lachs oder Avocadocreme.

Geschichte der Windbeutel

Der Name Windbeutel leitet sich von der hohlen, luftigen Innenseite ab – das Gebäck ist buchstäblich mit Wind gefüllt. Die Grundlage, der Brandteig, hat seinen Ursprung in der französischen Küche des 17. Jahrhunderts. Der Patissier Jean Avice verfeinerte die Technik in der Mitte des 18. Jahrhunderts, und der berühmte Koch Antoine Carême brachte das moderne Rezept im frühen 19. Jahrhundert zur Perfektion. In der Schweiz heißt das Gebäck Ofenchüechli, in Österreich spricht man von Brandteigkrapfen. In Frankreich sind kleinere Versionen unter dem Namen Profiteroles bekannt, in Japan haben sie als Shu-Cream eine eigene Tradition entwickelt.


Was ist bei Brandteig zu beachten?

Der wichtigste Schritt ist das vollständige Abtrocknen des Teigs im Topf: Rühren bis ein weißlicher Film am Boden entsteht, dann erst die Eier einarbeiten. Die Eier müssen einzeln und nacheinander untergerührt werden – niemals alle auf einmal. Außerdem die Ofentür während des Backens geschlossen lassen, sonst fällt der Teig zusammen.

Was ist die beste Füllung für Windbeutel?

Die beliebteste Füllung ist frisch geschlagene Sahne, pur oder leicht gesüßt. Ebenfalls sehr gut geeignet sind Vanillecreme (Crème pâtissière), Vanilleeis oder eine Sahne-Frucht-Mischung mit Erdbeeren oder Kirschen. Für herzhafte Windbeutel eignet sich Frischkäse mit Kräutern.

Kann ich Windbeutel schon einen Tag vorher backen?

Die Windbeutel-Hüllen aus Brandteig lassen sich gut einen Tag im Voraus backen und ungefüllt in einer luftdichten Dose bei Raumtemperatur aufbewahren. Füllen sollte man sie aber erst kurz vor dem Servieren, da sie mit Sahne schnell weich werden. Im Kühlschrank halten gefüllte Windbeutel maximal 2–3 Stunden ihre Form.

Wie kann ich Windbeutel knusprig machen?

Damit die Windbeutel knusprig bleiben, unbedingt direkt nach dem Backen einschneiden oder einstechen, damit der Dampf entweichen kann. Wer extra knusprige Windbeutel möchte, lässt sie nach dem Backen bei leicht geöffneter Ofentür noch 5 Minuten nachtrocknen. Feuchtigkeit durch die Füllung lässt sich nicht ganz vermeiden – deshalb am besten frisch füllen und sofort servieren.

Warum fallen meine Windbeutel nach dem Backen zusammen?

Das passiert meist aus einem von drei Gründen: Die Ofentür wurde während des Backens geöffnet, die Backzeit war zu kurz, oder die Eier wurden zu warm oder zu schnell in den Teig eingearbeitet. Wichtig ist außerdem, dass der Teig nach dem Kochen etwas abkühlt, bevor die Eier kommen – zu heißer Teig stockt die Eier sofort, was das Volumen zerstört.

Wie lange sind Windbeutel haltbar?

Ungefüllte Windbeutel-Hüllen halten sich bei Raumtemperatur in einer Dose 1–2 Tage knusprig. Gefüllte Windbeutel mit Sahne sollten innerhalb von 2–3 Stunden verzehrt werden und bis dahin im Kühlschrank aufbewahrt werden. Einfrieren ist möglich: Die ungefüllten Hüllen lassen sich einfrieren und bei Bedarf im Ofen auffrischen.