Spinatknödel Rezept

Südtiroler Spinatknödel mit Bergkäse und brauner Butter — fluffig, grün und mit dem unverkennbaren Duft der Alpenküche. Die Knödel werden aus altbackenem Brot, frischem Spinat und würzigem Käse geformt und im Salzwasser gegart.

Zutaten für Spinatknödel

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Knödelbrot250 goder altbackene Semmeln, gewürfelt
frischer Blattspinat200 goder 100 g TK-Spinat, aufgetaut und ausgedrückt
Milch100 mllauwarm
Eier2 Stück
Zwiebel1 Stückfein gewürfelt
Knoblauchzehe1 Stückfein gehackt
Bergkäse80 gfein gewürfelt, alternativ Graukäse
Butter2 ELplus extra zum Servieren
Mehl1 EL
Muskatnuss1 Prisefrisch gerieben
Salz und Pfeffernach Geschmack
Parmesan2 ELgerieben, zum Servieren

Zubereitung

  1. Brot einweichen: Das Knödelbrot in eine große Schüssel geben und die lauwarme Milch darüber gießen. 10 Minuten einweichen lassen.
  2. Spinat vorbereiten: Den frischen Spinat kurz in kochendem Wasser blanchieren (30 Sekunden), in Eiswasser abschrecken und in einem Küchentuch kräftig ausdrücken, bis keine Flüssigkeit mehr austritt. Fein hacken. Bei TK-Spinat: auftauen lassen und ebenfalls gründlich ausdrücken.
  3. Zwiebelmasse zubereiten: Die Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen. Zwiebel und Knoblauch darin 2–3 Minuten glasig dünsten. Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
  4. Knödelteig mischen: Den gehackten Spinat, die Zwiebelmasse, Eier, Käsewürfel, Mehl, Muskatnuss, Salz und Pfeffer zum eingeweichten Brot geben. Alles mit den Händen gründlich vermengen, bis ein zusammenhängender, aber nicht zu nasser Teig entsteht. 20 Minuten ruhen lassen — so quillt das Brot nach und der Teig wird formbar.
  5. Knödel formen und garen: Mit angefeuchteten Händen 8 gleichmäßig große Knödel formen. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Hitze sofort reduzieren. Die Knödel vorsichtig einlegen und bei leicht siedendem Wasser (nicht sprudelnd kochen!) 12–15 Minuten ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen.
  6. Mit brauner Butter servieren: Währenddessen 3 EL Butter in einer Pfanne goldbraun werden lassen, bis sie nussig duftet. Die Knödel mit einer Schaumkelle herausheben, auf Tellern anrichten und mit der braunen Butter beträufeln. Mit geriebenem Parmesan bestreuen.

Variationen

Mit Salbeibutter: Statt einfacher brauner Butter ein paar frische Salbeiblätter in der Butter knusprig braten. Der Salbei gibt den Knödeln eine aromatisch-herbe Note, die in der Südtiroler Küche sehr beliebt ist.

In der Suppe: In Südtirol werden Spinatknödel auch als Suppeneinlage serviert — in klarer Rindsbrühe schwimmend. Dafür die Knödel etwas kleiner formen.

Überbacken: Die gegarten Knödel halbieren, in eine Auflaufform legen und mit Sahne und geriebenem Käse überbacken. Bei 200 °C 10 Minuten im Ofen, bis der Käse goldbraun ist.

Mit Tomatensauce: Statt brauner Butter eine leichte Tomatensauce dazu reichen — die italienische Variante, die südlich des Brenners bevorzugt wird.

Wer lieber Knödel ohne Spinat mag, findet bei unseren Semmelknödeln das passende Grundrezept.

Canederli — Knödel mit Alpenblick

Spinatkknödel sind eine Variante der Südtiroler Canederli (deutsch: Knödel) — eines der Traditionsgerichte der Alpenregion. Die älteste Darstellung von Knödeln in Südtirol findet sich auf einem Fresko aus dem Jahr 1180 auf Burg Hocheppan bei Bozen. Das Gemälde zeigt fünf Knödel, die in einem großen Topf kochen — ein Beweis, dass die Knödeltradition in den Alpen mindestens 850 Jahre alt ist.

Der Legende nach entstanden Knödel aus der Not der Bauernküche: Landsknechte drohten einem Südtiroler Hof, das Haus anzuzünden, wenn nicht sofort Essen auf dem Tisch stehe. Die Mägde formten aus allem, was verfügbar war — altbackenes Brot, Eier, Milch, Speck — kleine Bälle und kochten sie in Wasser. Die Soldaten waren begeistert, und der Knödel war geboren.

In Südtirol hat jede Familie ihr eigenes, über Generationen weitergegebenes Knödelrezept. Die Spinatvariante gehört neben Speck- und Käseknödeln zu den beliebtesten. Im italienischen Teil heißen sie Canederli agli spinaci — ein Gericht, das auf keiner Speisekarte einer Südtiroler Almhütte fehlt.


Warum zerfallen meine Spinatknödel?

Die häufigsten Ursachen: Zu viel Flüssigkeit im Teig (Spinat nicht gründlich genug ausgedrückt), zu wenig Bindung (Ei oder Mehl fehlt) oder das Wasser kocht zu stark. Der Spinat muss wirklich trocken sein — in einem Küchentuch fest auswringen. Das Wasser darf nur leicht sieden, nicht sprudelnd kochen. Zur Sicherheit einen Probeknödel machen: Wenn er hält, den Rest formen.


Welche Beilage passt zu Spinatknödeln?

In Südtirol werden Spinatknödel meist als eigenständiges Gericht serviert — mit brauner Butter und Parmesan oder in Brühe. Als Beilage passen ein frischer grüner Salat, gebratene Champignons oder eine leichte Tomatensauce. Zu kräftigeren Varianten mit Speck passt ein Glas trockener Südtiroler Weißwein.


Kann man Spinatknödel einfrieren?

Ja, Spinatknödel lassen sich hervorragend einfrieren. Die gegarten Knödel vollständig auskühlen lassen und einzeln auf einem Blech vorfrieren. Dann in Gefrierbeutel umfüllen — so kleben sie nicht zusammen. Haltbarkeit: 2–3 Monate. Zum Aufwärmen direkt gefroren in siedendes Salzwasser geben und 8–10 Minuten ziehen lassen.


Welcher Käse gehört in Spinatknödel?

In Südtirol wird traditionell Graukäse verwendet — ein fettarmer, würziger Käse, der nur in der Region hergestellt wird. Da er außerhalb Südtirols schwer zu bekommen ist, sind Bergkäse, Emmentaler oder Parmesan gute Alternativen. Der Käse sollte würzig genug sein, um gegen den Spinatgeschmack anzukommen. Mozzarella oder milder Gouda sind zu geschmacksneutral.